Freitag, 30. Mai 2008

So war Köln

Liebe Leute,

keine Angst, ich steige derzeit noch nicht auf zwei-mal-pro-Woche um. Allein, gestern war einfach nicht die Zeit zum Bloggen. Und wahrscheinlich hätte ich auch noch nicht gerade schreiben können, denn wir haben Mittwoch Nacht in Köln mächtig gefeiert.

Doku-Foto: Herr Jauch und das Team

Nun, Film und Auftritt könnt Ihr besser beurteilen, als wir selbst. Denn wir saßen hinter den Kulissen, konnten den Film gar nicht richtig bewusst sehen, haben das Ende gar verpasst und überhaupt. Das Günther Jauch das Lied von Grönemeyer live im Studio einspielen ließ, war natürlich der Oberhammer. Ich wusste als einziger der Truppe, dass Jürgen Brand etwas damit macht. Aber live in die Gesprächsrunde – dass war doch eine Hammerüberraschung. Herr Grönemeyer wird wohl in den nächsten Tagen ein paar uralte Platten mehr verkaufen. Wenn er im Gegenzug bei seinen Konzerten mein Buch besingt, wäre das eine tolle Sache.

Gemütliche Runde nach der Sendung: (v.l.) Suse, Doro, Dirk, Anna, Randi (Tochter von) Sabine Schumacher (auch im Buch), Jürgen Brand (Redakteur), Martin, Thomas, Björn (Gästebetreuer)

Wir selbst warten jetzt auf die DVD von Jürgen Brand, damit wir uns die Sache auch mal in Ruhe ansehen können. Und natürlich hoffen wir, dass es Euch einigermaßen gefallen hat. Zumindest haben wir tatsächlich den Eindruck, dass wir ein paar Menschen mit unserem Projekt motivieren konnten. Nicht unbedingt zum Ironman-machen, aber doch zumindest zum Sporttreiben im allgemeinen. So wie Steffi in Lausanne, die uns immer schreibt, dass sie, trotz zweier kleiner und überaus süßer Kinder, nach längerer Pause wieder Sport treibt.

Ala, mit Lilith auf dem Arm (Schwesterchen Jael schläft am Streckenrand) und Mutter

Und Ala – du musst doch kein schlechtes Gewissen haben, wegen der verspäteten Glückwünsche. Du hast am dem Tag sicher genug geleistet. Und wir alle haben gesehen, wie sehr Du mit uns gefiebert hast. Dafür noch einmal ein großes Dankeschön. Und ich finde es klasse, dass Du anscheinend auch mal wieder laufen warst. Und wenn Du beim nächsten Ironman-Rennen länger durchhalten möchtest, so müssen wir uns mal über ein Trainingslager und einen Trainingsplan für Zujubler Gedanken machen.

Timo, der schreibt, dass er es komisch findet, dass er stolz auf uns ist, obwohl er uns nur aus dem Internet kennt. Wir freuen uns trotzdem sehr. Und ich kann nur immer wieder sagen, dass uns der Blog und Euer Mitfiebern, sehr motiviert haben. Und das mit dem Nur-aus-dem-Internet lässt sich ja vielleicht noch ändern. Derzeit geht unsere Planung gen nächsten Donnerstag Abend, um eine kleine Abschlussfeier zu geben. Ob wir diese beim Grillen am Elbufer oder in einer Schanzenkneipe verbringen, werden wir noch genauer eruieren und Euch auf dem Laufenden halten.

Uwe, wo bitte kommen nach unserem Projekt noch Zweifel her, dass Du einen Ironman vielleicht doch nicht schaffen könntest. Alles ist möglich. Du musst nur rechtzeitig mit dem Training anfangen. Und Du musst das Ziel im Auge behalten. Und noch etwas: Man sollte sich vor seinem ersten Rennen, genau wie bei einem Marthon-Lauf, nicht mit genauen Zeitvorgaben verrückt machen. Mit einem guten Gefühl das Ziel zu erreichen, ist tausendmal mehr wert, als mit einer guten Zeit, aber total erschossen zu sein.

Dann war im Kommentar zu lesen, dass die Szene mit Dirk und dem "Wille ist Alles!" so schön war. Na, von tollen Sprüchen und tollen, motivierenden Szenen hätte man bei Dirk zwei Duzend am vergangenen Samstag finden können. Der Kerl war ja positiv außer Rand und Band. Und die drei Worte auf dem Armband, dass ist das Mantra, welches ich gerne auf meinen Startbändern notiere (und immer in mein Buch schreibe, wenn jemand nach einer Widmung fragt – zuzüglich einiger persönlicher Worte natürlich). Dirk trug es gleich zweifach am Arm, hatte ihm eine liebe Freundin den Spruch auch auf ein Gummi-Armband drucken lassen.

Tatsächlich sind solch kleine Psycho-Krücken in einem Ironman eine große Hilfe. Denn ein 10-Stunden-plus-Rennen ist ein harter, langer Tag. Und anders als bei einem Marathonlauf, wo man vielleicht ein Loch im Rennen erlebt, blickt man während eines Ironmans gleich mehrfach in eine schwarzes Loch, oder man verliert sich in der Eintönigkeit der Aktion. Das kann ein kleiner Denkzettel am Rad, oder ein Armband den Athleten immer wieder schnell zurück holen, so dass er konzentrierter zu Werke geht.

Und jetzt kommt Thomas mit seinem Renntag:

"Hallo zusammen,
jetzt bin ich wohl an der Reihe mit einem Bericht über meinen Renntag.
Es sind grad nur ganz wenige Erinnerungen wach, ich hoffe es werden im Laufe des Schreibens mehr.

Mein Wecker klingelte mich gegen 5:45 Uhr aus dem Bett. Ich habe tatsächlich die Idee von Steffie aufgegriffen und am frühen morgen Nudeln gegessen, aber in einer Form die ich bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht kannte: Mit Milch und Zucker! Mein erster Gedanke zu diesem Frühstück war: bähhh. Aber was macht man nicht alles für den Sport und die Kohlehydrate. Es hat mir deutlich besser geschmeckt als angenommen, aber mehr als einen Teller habe ich nicht runter bekommen. Auf jeden Fall hatte ich schon was im Magen und das Salzwasser konnte den Schleimhäuten nicht mehr allzu viel zusetzen.

Thomas, nach 1:11 Stunden aus dem Wasser

Jetzt noch schnell meine Trinkflaschen auffüllen und dann mit dem TV-Leuten zum Start. Aber der ganze Ort bestand nur noch aus Einbahnstraßen und die Fahrt zum Selbigen war ein ewiges Hin und Her. Und da merkte ich wie nervös ich war. Ich bin ja recht gerne pünktlich, manchmal auch peinlich pünktlich. Das war für mich dann schon Streß pur. "Ohhhh, hoffentlich klappt das alles. Ich muß doch noch den Neo anziehen und hab nur noch eine Stunde Zeit", dachte ich. Gut, wenn man dann die Anderen beobachten kann, denen ging es nicht viel besser.

Endlich waren wir in der Wechselzone, die Zeit sollte wohl reichen. Flaschen zu meinen Silberpfeil gebracht (mein Rad trägt einen berühmten Namen) und noch was in den Wechselbeutel getan. Ich weiß jetzt schon nicht mehr was es war, schon komisch.
Nachdem ich einen etwas ruhigeren Platz gefunden hatte, begann ich mich in den Sailfish zu zwängen. Auf einmal war das Team wieder zusammen, ich hatte die Anderen aus den Augen verloren. Schön, dass sie alle wieder da waren.
Jetzt wurde die Zeit aber wirklich knapp, vor allem mussten wir ja noch zum Chip-Test. Aber der bestand nur aus dem Übertreten einer Magnetschleife. Also los, ab zum Start, es waren nur noch ein paar Minuten. Waren alle da? Wo war Anna? Ihr habt es ja bestimmt bei Stern-TV gesehen. Das war alles spannend.

Endlich, endlich war es soweit, unsere Stunde hatte geschlagen. Es ging los. Ich hatte einen wahnsinns Respekt vor den ganzen Atlethen, hatte den Neo gestrichen voll. "Hoffentlich wird das Gehaue im Wasser nicht so schlimm wie es immer geschildert wird. Und meine Brille? Wird sie halten?" Tausende Gedanken jagten durch meinen Kopf, "Thomas, bleib ruhig. Was soll schon passieren? Alles. Brille weg, Neo kaputt, Tritt in die Weichteile, eine Ferse auf dem Nasenbein und noch den Ellebogen gegen meine Zähne. Thomas, bleib ruhig. Ist alles nicht so schlimm, einen schönen Menschen kann nichts entstellen und einen Zahn mehr oder weniger? Was solls." Startschuß!

Wie? Das war das Schwimmen? Ich war doch gerade erst in die zweite Runde gegangen. Zack, das Ding war vorbei. Gut, den einen oder anderen habe ich im Wasser berührt, jemand hat sogar meine Brille etwas verrutscht aber es gelang nur ein winziger Tropfen hinter das Glas, zum Glück. Wie immer hatte Mathes Recht, Schwimmen tut nicht weh. Kein Schlag, kein Tritt kein gar nichts. Gar nichts stimmt nicht ganz, ich hatte kurzzeitig kleine Krämpfe in den Waden, hatte das aber recht gut im Griff.
Also raus aus dem Wasser, jetzt ging die Qual erst richtig los.

Thomas auf dem Weg in die Feuerberge

In der Wechselzone habe ich mir richtig Zeit genommen, warum auch nicht, ich wollte ja nicht gewinnen. Etwas Sonnencreme hier und die Vaseline da. Die Müsliriegel noch in das Trikot. Auf das falten des Handtuchs habe ich dann aber doch verzichtet. Nun aber aber zum Rad.
Für ein kleines Interview bei meinem Radl war auch noch etwas Zeit. Und dann, das war schon berauschend, wenn der eigene Name vor so vielen Leuten aus den Lautsprechern halt. Ich wollte mich erst ein wenig warmfahren, Handschuhe anziehen und bloß nicht verlieren. Hatte ich auch wirklich alles dabei? Riegel? Ok. Handschuhe? An. Helm? Auf. Trinkflaschen? Dran.
Jetzt konnte ich etwas schneller treten. Aber bloß nicht zuviel. Ich brauchte ja noch die Kraft. Jetzt kam die erste Bergabpassage, also gab ich Gas. Kratsch, die Kette war runtergefallen. Natürlich auch noch nach innen, ich mußte vom Rad. Ruhe bewahren, keine Hektik aufkommen lassen, der Tag war noch lang und ich ja erst 18 Kilometer gefahren.

""Silberpfeil" halt durch, tu mir das nicht an." Wenn ich jetzt darüber nachdenke wie sich die ersten Stunden auf dem Rad anfühlten, muß ich echt passen, ich weiß es nicht. Tränen schossen mir bei der ersten Straßenmalerei in die Augen, "Pa´a". Ein irres Gefühl, toll.
Einfach weiter fahren, nicht von anderen zum Rennen herrausfordern lassen. Weitermachen. Die Waden zwickten manchmal. Egal weiter. In den Feuerbergen stand dann er dann, und brüllte mich an. Nein, nicht der Wind – Mathias. "Thomas! Da kommt mein Freund! Los trau dich, riskier mal was! Attacke! Du kannst das!"

Drücken, drücken, drücken – Thomas kämpft am Berg

Tut mir leid Mathias, hat nicht so wirklich hingehauen. Ich hatte doch Schiss zu viel zu machen. Ich bin aber zu diesem Zeitpunkt immer stetig mit den selben Atlethen zusammen gewesen, konnte also mithalten. Ist ja auch schon was. Es passierte bis Famara nicht viel, immer die Nase im Wind. Dem Freund Wind das Lächeln gezeigt. Aber als Dank hat er uns dann ab Famara den kommenden Berg fast rauf geschoben. Auf der ersten Stufe des Hügels, wurde schon wieder mein Name gerufen. Danke, danke, danke. Sorry, ich weiss wirklich nicht mehr wer da alles stand, aber ich habe gewunken, mehr habe ich leider nicht gesehen.
Noch ein paar Meter, dann steht mir wieder der Wind auf dem Gesicht und ich kann ihm mein schönstes Lächeln entgegen bringen. "Ein Freund, ein guter Freund, das ist das Schönste was es gibt auf der Welt." Das habe ich mit Mathias dann gesungen, er überholte mich mit seinem Moped kurz vor Tinacho. Ich habe ihm nochmal kurz von den latenten Krämpfen erzählt und dann fuhr er auch schon wieder weiter, natürlich nicht ohne nochmal einen lieben Spruch zu hinterlassen.

Thomas am Mirador del Rio

Die Rythmus-Truppe im kommenden Ort war spitze, da stehe ich einfach drauf. Und der Wind stand auf mich, er blieb bei mir, tapfer, ausdauernd und immer von vorne. Auf dem Weg nach Haria, kurz vor der recht steilen Kehre, da wollte meine Wade nicht mehr, zu, dicht, Feierabend. Anhalten war angesagt, Weichei. Und ausgerechnet jetzt stand das Fernsehen parat. Nach ein paar Dehnübungen und dem Interview mit Jürgen konnte ich jedoch weiterfahren.

"Die Kehre schön außen fahren, kostet zwar Zeit aber auch weniger Kraft. Schön konzentrieren, noch ein kleines Stück bergauf, dann kommen die herlichen Serpentinen, hinunter nach Haria." Meine Gedanken spielten den Ruhe-bewahren-Rhythmus. Der Nachteil war, dass ich dort gefroren habe. Ich war richtig froh, mein Radshirt anzuhaben und nicht nur im kurzen Wettkampfteil zu fahren.
Nun waren auch meine Oberschenkel bereit sich zu verkrampfen, Stellung auf dem Rad wechseln, Sitzposition ändern, aufstehen alles Dinge die geholfen haben. Und immer wieder Mathias, kurz vor dem Mirador, schön wie Schnee stand er da, ey du tust dir noch weh. Welch ein Durcheinander in mir, das Anfeuern von Mathias, die Strassenmalereien, die Schmerzen durch die Krämpfe. "Du musst weiter, was sollen die Leute denken? Und du willst dich doch nicht im Studio als einziger erklären müssen warum du es nicht geschafft hast. Weiter." Danke an Euch alle, die Ihr mir Mut zugesprochen habt.

Und wieder war mein Name auf der Straße zu lesen, kurz vor dem Gipfel noch mal ein schöner Stich in die Herzgegend. Schöner Schmerz. Jetzt wollte ich nur noch mit Rückenwind den Berg runterrollen, das Schlimmste war geschafft. Leider kam der Wind nicht genau von hinten, also immer mit etwas Schieflage fahren und halt nicht so schnell, egal. Es ging trotzdem weiter. Ich trank immer mehr, dennoch wollten meine Oberschenkel nicht so richtig lockern.

Leider, leider ging dieses Stück bergab zu Ende. 20 Kilometer sind einfach zu wenig um sich komplett zu erholen. Jetzt wieder den Berg hoch und endlich hatte ich ihn wieder, meinen Freund den Wind. Der letzte Anstieg zu meiner persönlichen Folterstrecke, dieser brutal raue Asphalt, der mir alles aus dem Körper schüttelt, alles, außer den Krämpfen natürlich. Die sind geblieben. Mein Tacho fiel ab. Und alle haben mich überholt. Dieses kurze Stück Waschbrett hätte mich fast klein bekommen aber wie heißt es so schön? Jeder Berg, sei er auch noch so steil, jede Straße, sei sie auch noch so rau hat irgendwann ein Ende. Ich kann es bestätigen.

Jetzt ist es nicht mehr weit, nur noch 40 Kilometer, dann endlich laufen. Laufen vor Publikum, Atmosphäre atmen, die Stimmung fühlen. Ich freute mich darauf.
Das letzte mal einen längeren Anstieg vor mir und wieder steht da etwas weiß auf schwarz: "Wille ist ALLES!" "Das müßte bis ins Ziel reichen, bloß nicht weinen, du brauchst die Flüssigkeit und die Salze noch viel mehr", dachte ich. Leute, Thomas kam, er war im Landeanflug. Dieses Stück von Conil bergab hat was. Zuerst mit über 70 Sachen im freien Fall, dann dieses wunderbare, enge Sträßchen das jeder Wertungsprüfung im Rallyesport gut stehen würde. "50M Re 3-, 140M Li voll, 70M Achtung ^ fliegt, direkt Li 2+ macht zu".
Noch 15 Kilometer.

Dann, in der vorletzten Kurve vor der Laufstrecke, da saßen sie: Mariechen und Steph. Gleich nur noch den Marathon. Meine letzte Prüfung für Euch, würdet Ihr alle die Kraft haben, mich ins Ziel zu bewegen. Das Mathias die Kraft hat wissen wir alle. Aber ob ich mich auch auf die anderen verlassen kann?

Anna, eine Runde zurück, begleitet Thomas temporär

Ich bin durch die Menschengasse geflogen, das Rad abgegeben, von Thomas-La-Santa-Hillig über Lautsprecher begrüßt worden, das Trikot vom Körper gerissen. Ich konnte wirklich noch stehen und sogar gehen.
Mit den Laufschuhen an den Füßen wieder zurück auf die Piste. Wo waren eigentlich meine Krämpfe geblieben? Keine Ahnung, ist auch besser so.

Und wieder dieses wunderschöne Gebrüll, Musik in meinen Ohren. Alle Menschen am Straßenrand halfen. Nach 5 Kilometern habe ich meine Krämpfe wieder gefunden, dieses Mal allerdings im Enddarm. Nach 7,5 Kilometer das Dixi besucht und nach 17,5 Kilometern ein weiteres Mal. Jetzt gings mir besser, sogar die Kopfschmerzen waren nicht mehr da. Die habe ich bis jetzt nicht erwähnt weil ich kein Weichei sein will. Nun bin ich doch eins, genug gejammert und weiter gemacht. Schritt für Schritt für Schritt.

Thomas beißt die Zähne zusammen. Schritt für Schritt dem Ziel entgegen

Die beiden Mädels Steph und Marie, immerwieder haben sie mich begleitet, mal für 100 Meter, Mal für 20 oder sogar 500 Meter. Der schiere Wahnsinn. Ein riesen Dank an Euch beide. Fühlt Euch von mir nochmal herzlich gedrückt. Die letzten Meter waren dann fast ein Klacks, ein wenig Cola hier, manchmal einen winzigen Schluck Energy-Dirk, äh, Drink, Banane da. Und immer dieser Motivator, wie ist sein Name doch gleich?

Kurz vor dem Ziel standen ja noch Maria, Nadine, Dirk. Euch habe ich bewußt wahrgenommen, alle anderen haben mich aber genauso getragen.

Hey, Ihr habt es wirklich geschafft, Ihr habt mich ins Ziel getragen, gezogen, geschleppt, gerufen und gebrüllt. Bei soviel herzlicher Unterstützung ist das gar nicht so schwer. Den Titel des Ironman hab nicht ich, sondern Ihr verdient. Ihr alle da draußen im Blog, alle die uns auf die Insel gefolgt sind. Ihr habt alle durchgehalten. Danke. Danke. Danke!

Jubel, kurz dem großen Ziel

Danke Mathias, Deine Hingabe für dieses Projekt hat es mir überhaupt erst möglich gemacht daran teilzuhaben und sogar teilzunehmen (und für die gelaufenen Meter an meiner Seite).
Danke Dirk, Deine Begeisterung und Dein unerschütterliche Glaube an uns alle sind beispiellos.
Danke Martin, dass du geduldig auf den einen oder anderen Euro gewartet, die Mücken getötet und mich immer mit 'Deiner Leistung motiviert hast.
Und danke Anna, für Dein Lachen und die Freude, auch wenn es bei Dir mal nicht so lief, als bestes Beispiel für "Nicht-Unterkriegen-Lassen."

Am Ziel seiner Träume

Liebes Team, dass was Ihr für mich in den letzten 7,5 Monaten getan und geleistet habt, ist unbeschreiblich und unbezahlbar. Ich stehe tief in Eurer Schuld. Habe noch keine Ahnung wie ich einen adäquaten Ausgleich schaffen könnte.




Alle für Einen, Einer für Alle


Vielleicht ergibt sich ja mal eine Chance, was ich mir aber im Moment nicht vorstellen kann. Ohne Euch wäre ich schon auf dem Weg verloren gewesen, ich hätte es niemals geschafft, habe ich ja auch nicht. Ihr habt es für mich geschafft, Euch auch noch mal ein Danke, Danke, Danke. Ihr seid alle meine Helden und meine IRONMEN!
Thomas"

Thomas Marx – You are an Ironman!

Jutchen, jetzt wollen wir mal alle die Kirche im Dorf lassen. Wer ist in 1:11 Stunden durch die Schwimmstrecke gepflügt? Der Thomas. Wer hat dem Wind und den Bergen auf Lanzarote die Stirn geboten? Richtig, der Thomas. Wer hat sich selbst von Krämpfen nicht unterkriegen lassen? Thomas, genau. Wer ist trotz leichter Körperschieflage Meter für Meter nach vorn gelaufen? Ja, der Thomas. Wer hat den Ironman-Lanzarote ins Ziel gebracht? Jepp, Thomas! Thomas ganz allein. Das er dabei ein wenig Motivation von außen benötigte und bekommen hat, liegt im Wesen der Sache. Und zurückgegeben wird hier schon mal gar nix. Denn unser Außenposten hat die anderen Vier ebenso motiviert, wie sie ihn.

Nudeln mit Milch und Zucker vor dem Wettkampf halte ich jedoch für recht abenteuerlich, um nicht zu sagen problematisch. Und ich weiß auch nicht, wie man sich in letzter Sekunde für so etwas entscheiden kann. Zumindest erfahre ich davon erst heute.
Ich will das hier nicht verteufeln, vielleicht ist das ja der Ernährungstipp, auf den Triathleten immer gewartet haben. Trotzdem gilt, dass man vielleicht doch eher Sachen zu sich nimmt, die man schon einmal, besser mehrfach getestet hat. Und Milchprodukte kurz vor dem Rennen? Ach, ich werde das mal recherchieren. Hilft ja nix.

So, was haben wir noch?
Aaah, wir müssen hier noch mit einem Irrtum aufräumen. Anna war nicht die letzte Person im Wasser!
Laut Ergebnisliste hat Arturo Franco Martinez den Atlantik nach 2:06:55 Stunden verlassen. Und nein, der Mann ist nicht 80 Jahre alt, sondern im besten Alter der Gruppe 40-44. Nur damit alle bescheid wissen. Im übrigen hat der Kollege auf Anna bis zur Ziellinie noch einmal 2:20 Stunden eingebüßt – womit er nicht letzter Finisher war. Nö.

Und was noch? Ich zumindest war eben im Radladen und habe mir eine Kompaktkurbel bestellt. Denn ohne diese und zusätzlich mein 28er Ritzel fahre ich nicht in die Transalp-Tour. So viel steht fest. Zu sehr habe ich mich dort vor vier Jahren gequält.

Morgen wird hoffentlich Dirk seinen Renntag schildern. Da könnt Ihr schon mal alle die Taschentücher zücken! Wetten?! Ich zumindest freue mich schon sehr auf seine Sicht der Dinge. Bis dahin lese ich einige Gästebucheinträge auf der Homepage zu meinem Buch. Und als Tschüss für heute zeige ich Euch noch Annas heutige Freude, eine Blüte der Passionsblume, die in unserer Wohnung strahlt.
Ach ja, bei uns ist heute noch Trainingsfrei. Logisch.

Herzlichst, Euer mathias
Annas heutige Freude: Eine Blüte der Passionsblume

Mittwoch, 28. Mai 2008

Gedanken schweifen

Liebe Leute,

wir sind erst heute früh um 5 Uhr zu Hause gewesen, und schon sitze ich wieder hier und tippe. Zwischendurch ist Wäsche waschen, Räder auspacken, E-Mails checken, bißchen essen, und telefonieren angesagt. Ach, der erste Tag hier könnte entspannter sein, aber es hilft ja nichts. Immerhin, mein Chef hat mir noch zwei Tage Urlaub zugebilligt, und dafür bin ich sehr dankbar.

Das Team nach der Ankunft in Paderborn. Geschafft aber glücklich.

Mensch, dass ist schon alles very impressive hier. Irgendwie taumel ich, und ich glaube die anderen Vier auch, von Gedanken zu Gedanken. Keinen kann man wirklich festhalten, aber richtig vertiefen möchte man den einzelnen auch nicht, man könnte ja sonst den einen oder anderen schönen verpassen. Großes Wirrwarr im Kopf. Nicht unangenehmen, ein wenig wie beduselt – wovon auch immer. Es gibt schlechtere Zustände, ganz klar.

Die Landung gestern in Paderborn/Lippstadt war absolut gruselig. Das Ding hat gewackelt wie nichts gutes. Und selbst Vielflieger ohne jegliche Flugangst, haben gemeint, dass sei sehr heftig gewesen. Also der Landeanflug bei meinen Durchstarten vor vier Wochen war nicht so schlimm. Echt nicht. Während alle anderen, die auch realisierten, dass der Flieger mächtig kippte, drauf los plapperten und sich Mut machend flachsten, sah ich mich selbst bei Höhenmeter 50 im Sitz nach unten rutschen, und hörte ich mich zu den anderen zischen: "Fresse jetzt, ich will keinen Ton mehr hören!" Ja und dann war Stille.

Alles schläft, einer fährt

Martin, der sich eigentlich auch nicht fürchtet, war hinterher total geschafft hat und hat in der Halle immer nur gesagt: "Ich brauch jetzt erst mal von der nächsten Tankstelle Pringels und drei Bier!" Ja, so war das gestern Abend. Irre. Und dann die lange Fahrt nach Hause. Zwischenzeitlich habe ich mal (Ihr wisst ja, vom Motorroller, im Auto, vom Schiff, fahrend fotografiere ich immer gerne) ein Bild geschossen. Dies nur dokumentierend, wie müde die Krieger doch nach ihrem Abenteuer derzeit sind.

Dirk im Tiefschlaf. Ihr hättet sehen sollen, wie schnell er nach dem Aufwachen den Koffer gepackt hat

Ich selbst beschreibe dies immer als eine Art Grundmüdigkeit. Der Körper benötigt einfach bis zu vier Wochen, um wieder richtig frisch zu sein. Bis dahin fühlt sich Joggen komisch an, und man möchte ständig und überall schlafen. Nicht das man dies auch macht, aber wenn sich eine Gelegenheit bietet, dann ab dafür. So auch Dirk gestern vor der Abreise von Lanzarote. Eigentlich wollte er eine DVD sehen. Tatsächlich schlief er schon nach ein paar Minuten tief und fest, sein Laptop auf den Beinen. Um ein Haar hätte er den Bustransfer zum Flieger verpasst.

Impression von der Laufstrecke. Anna und Thomas im ständigen Wechselspiel, begleitet von Mathias. Thomas kämpft, Anna lacht.

So, bevor ich nun hier groß aushole, weiterhin tausend Dank für Eure lieben Kommentare. Wir freuen uns riesig, Euch alle heute Abend am und im TV zu sehen.

Noch was: Der Verein der Bedenkenträger (kann es sein, dass UW Präsident ist?) kann sich schon mal auf eine große Protestwelle gefasst machen. Ihr könnt einpacken! Schweinehund und Zweifel werden zwar weiterhin leben können, aber nur in irgendeiner unwichtigen Nische. So zum Beispiel wenn es um den Abwasch, den Einkauf, oder Wäsche waschen geht.

Und zum Hückeswagener Triathlon. Jo, da wird das gesamte Team am Start sein. Und wahrscheinlich auch noch einige Freunde und Familienmitglieder. Also kommt zahlreich. Das eine oder andere Weizen wird fließen.

Und jetzt kommt Martin mit einer wunderbaren Sicht der Dinge:

„Liebe Leute!
Ich sitze gerade 11000 Meter über der Erde und tippe Euch diese Zeilen. Wir sind auf dem Weg zurück nach Hamburg, um von dort gleich weiter zu jetten, Richtung Günther Jauch. Wow, aufregend. Immer noch. Unser Wettkampf ist mittlerweile schon drei Tage her.

Martin kommt aus dem Wasser

Drei Tage, in denen ich doch recht müde und auch noch etwas steif und staksig (hallo Muskelkater) über die Insel schlenderte. Und sehr stolz. Ich bin so stolz auf uns ALLE, das ganze Team. Wir haben die Insel gerockt, mit guter Laune, positiven Gedanken und einer starken sportlichen Leistung.

Doch so richtig verarbeitet hab’ ich den Tag der Tage noch nicht. Wird’ wohl auch noch eine Weile dauern. Wuchs die Anspannung in den Wochen vor dem 24. Mai doch permanent auf äußerst ungewohntes Niveau.

Gut gelaunt in den Feuerbergen

Ich kann Euch gar nicht beschreiben wie nervös und aufgeregt ich hinter der grünen Absperrung, fünf Minuten vor dem Startschuss, war. Echt heftig. Doch in den Gesichtern der Athleten neben mir zeigten sich auch Unsicherheit, Aufregung und Anspannung. Das erleichterte mich ein wenig, sahen einige der Kollegen doch schon sehr erfahren aus.

Aber mit dem Startschuss gings Volldampf ab ins Haifischbecken und mit Karacho auf zur ersten Boje. War das ein Gewühl. Die ersten 30 Meter bin ich mit Kopf über Wasser gekrault, um mich zu orientieren. Danach Kopf runter und ab an den rechten Rand verpisst. Ganz aussen bin ich geschwommen. Gaaaanz aussen! Und trotzdem klebte irgend so ein Vogel direkt an meinen Fersen und haute mir beim Wasserschatten-Nutzen ständig auf die Füße. Unglaublich. Nach 29 Minuten war die erste Runde durch und ich hatte nur so halb Lust noch ne Runde zu düsen. Egal, wenigstens war die zweite Runde ruhiger. Ich sah auch mal blaues Wasser und nicht nur Blasen, und der Lutschi war auch endlich weg. In der zweiten Runde hab ich mich dann ganz aussen ein wenig verschwommen(ups), so dasss mich die Surfbrett-Dudes wieder auf die richtige Bahn winken mussten. Ich glaube tatsächlich bin ich 4100 statt 3800 Meter geschwommen.

Und angriffslustig

Egal, ab ins Wechselzelt gewankt, meiner Liebsten, dem jubelnden Mathes, Foto-Martin und meiner Familie auf dem Weg gewinkt (Danke,danke, danke! Ihr habt mich alle so sehr gestärkt und mir unglaublich viel Energie geschenkt!) und rein in die Laufschuhe. Kurz dem Kamerateam eine Frage beim Fahrrad schieben beantwortet. „Und, wie lief’s bisher?“ – „Anstrengend aber gut“. Und schon gings weiter.

Es ist schon was anderes in einem Wettkampf Rad zu fahren. Die Zeit verfliegt deutlich schneller. Man hat immer was zu gucken. Athleten die vorbeipreschen, Zuschauer, Autos, Kamerateams. So hab ich mich also vorgearbeitet, von Verpflegungsstation zu Verpfegungsstation, immer schön nach der Devise „Kopf runter-Druck“ (Danke, Mathes, für den tollen Zettel auf dem Rahmen. Der hat’s echt gebracht!)
Riesig gefreut hab ich mich kurz vor den Feuerbergen, als mir ein flotter Dirk entgegen bretterte. Das hat mich echt beflügelt. Wie der gestrahlt hat – irre!

Und, so ging es weiter und weiter. „Kurbeln, Martin, kurbeln“, hab ich häufig gedacht. Einfach nicht aufhören. Und dann standen da wieder Nadine, Dirk, meine Eltern, Marias Schwester Ala und Maria grölend und anfeuernd an dem Public Viewing Point kurz vor den Bergen Haria und Mirador del Rio und haben mir Kraft geschenkt. Mit 38 Sachen bin ich dank Rückenwind dran vorbeigedonnert. Gutes Gefühl.

Bei Kilometer 150 dann ein fieser Krampf im rechten Oberschenkel. Autsch. Ich bin nicht abgestiegen, sondern hab an schöne Dinge gedacht und versucht die Muskelverhärtung wegzudenken. Und eine letzte Salztablette hatte ich auch noch im Trikot.

Ach ja, an die Verpflegung, jede Stunde einen Powerbar-Riegel, mussten wir auch denken. Aber nach fünf Stunden auf dem Rad und vier dieser Energiespender hatte ich keine Lust mehr auf nur einen Happen dieser bappigen, supersüßen, Ekelklötze. Und bin stattdessen auf Kohlehydrathaltiges Powerbar-Getränk umgestiegen. Das ging noch so halbwegs.
Aber lustig, – fand ich die Riegel (vor allem Cookies and Cream) im Training doch immer lecker.

Nach 7:30 Stunden bin ich dann auf die Laufstrecke. War ziemlich eierig am laufen aber nicht so schlimm wie ich dachte. In der ersten Runde dann üble Wadenkrämpfe im rechten Bein und keine Salztabletten mehr. Fünf Meter gehen war angesagt. Und, meine Gedanken spielten verrückt: „Wie soll das bloß weitergehen, ich muss ja nur noch 41 Kilometer laufen“, „Super Start in den Marathon!“. Und dann dachte ich an Mathes Worte:„Ihr müsst einfach immer nur weiterlaufen.“ Also bin ich gelaufen. Kam mir vor wie Forrest Gump. Einen Schritt vor den nächsten und immer weiter. Kleinvieh, macht auch Mist, dachte ich. Einfach nur weiter.

Und dann stand Marc Herremans am Streckenrand (an einem ruhigen Abschnitt) und hat sich das Rennen angeschaut und angefeuert. „Hi Marc“, rief ich, und er „Go, go, go!“ Toll. Das hat mich gefreut und beflügelt. Dieser Mann ist echt zu bewundern. „Nichts hält mich auf. Wille ist alles. Pa’a. Gehen is nich.“

Harter Kampf, harter Kerl!

Ab Kilometer 25 war es echt heiß, hart und anstrengend. Aber ich bin einfach von Cola, zu Schwamm, zu Wasserbecher, zu Schwamm gelaufen. Rückblickend muss ich sagen, dass ich wie im Automatik-Modus gelaufen bin. Einen Schritt vor den nächsten. Gestern, im Gespräch mit meinem Paps, kam ihm ein schönes Bild in den Kopf. In der Geschichte „Momo“ von Michael Ende gibt es einen Straßenfeger, den Momo trifft und den sie fragt wie er es schafft eine solch lange, ja fast endlos gerade Straße zu fegen, ohne zu verzweifeln. Auf ihre Frage antwortet der Straßenfeger:„Ich fege einfach Meter für Meter, einen nach dem andern.“
So kam ich mir beim Marathon vor. Ich bin stur mein Tempo gelaufen, bei einem niedrigen Puls von 120 Schlägen pro Minuzten (schneller ging nicht, hatte ich das Gefühl), und hab einfach Meter für Meter zurückgelegt.

Welch ein Belohnung. Der Kuss – mit Stolz in Marias geschlossenen Augen.

Und schließlich war sie vor mir, die Ziellinie. Meine zuckersüße fünfjährige Nichte Lilith, der ich versprochen hatte mit ihr über die Ziellinie des „Eiwomän“ zu laufen, wartete schon (in Sportklamotten!) mit Maria 100 Meter vor dem Ziel und wir liefen nach 11:29 Stunden Hand in Händchen ins Ziel.

Wahnsinn. Das Gefühl kann ich nicht beschreiben. Dafür fehlen mir noch die Worte. Überschäumende Freude, Stolz, Glück und noch viel viel mehr ging in mir vor.
Die Medaille hab ich den ganzen Abend nicht mehr abgelegt.

Martin am Ziel seiner Träume – mit der wunderbaren, süßen Lilith an der Hand. Ein Bild für die Ewigkeit

Und ich hab mich blendend gefühlt, hab Maria umarmt, die Kleine auf den Arm genommen („He Onkel Martin, lass mich runter, Du bist ja ganz nass!“), kein bisschen gewankt und schwach gefühlt hab ich mich. Toll. Dann ab ins Wechselzelt, warm angezogen und auf die anderen gewartet. Den Rest der Geschichte kennt Ihr.

WIR haben es geschafft. Wir sind Ironmen. Ich bin so dankbar für die letzten sieben Monate. Trotz harter Zeiten, Verzicht und gelegentlicher Trainingsunlust. WIR haben es geschafft. Wille ist alles.

Und nächstes Jahr ein neues Abenteuer: „Mathes, bring uns nach Kona!“
Wir fahren nach Klagenfurt.
In diesem Sinne.
ALOHA und Pa’a.
Martin“

Martin Hager – You are an Ironman!

Oje, Klagenfurt – wir müssen mal sehen, wie das wird. Denn so einfach ist es natürlich nicht, sich für Hawaii zu qualifizieren. Und derzeit hat wohl nur Martin dieses Potenzial – derzeit. Trotzdem kommt bei den schnellen Strecken (wie Klagenfurt) das Problem Windschattenfahren hinzu. Denn da ich und auch mein Team absolute Gegner dieser Praxis sind, sinken die Chancen, sich gegen Pulks von 40 bis 50 Mann Stärke durchzusetzen. Aber vielleicht können wir ja auch einfach einen schönen (und deutlich schnelleren) Wettkampf dort abliefern, als auf Lanzarote. Mal sehen.

So, muss mich fertig machen für den Flieger. Anna schläft noch – hier hat sich nichts geändert. Auch schön. Die tollen Fotos, die Ihr in den nächsten Tagen immer mal wieder sehen werdet sind von Foto-Martin (wer einen guten Fotograf braucht – Adresse über mich), der uns diese Nacht von Flieger abgeholt hat. 1000 Dank! Unglaublicher Einsatz.

Hasta la vista, vor dem Fernsehr heute Abend, ab 22 Uhr!

Herzlichst, Euer mathias
Anna ist ganz glücklich, dass Ihre Blumen (und Lieblingsblume) die Zeit gut überstanden haben. Da rückt ein Ironman fast in den Hintergrund

Dienstag, 27. Mai 2008

Retrospektive – Wir sind Ironman

Liebe Leute,

es tut mir leid, gestern war bloggen nicht möglich. Keine Zeit. Und auch heute, haben sich zwei unseres Teams so viel Zeit gelassen, dass ich nun hier wieder richtig zackig machen muss, dann wieder ne halbe Stunde zum Hotel, ne Stunde reinladen, halbe Stunde zurück, und schön fährt der Bus zum Flughafen – während die Ironmen sich hier ne laue Nummer machen. Darf man als Coach auch mal Kritik üben?!

Party I (vorgestern Abend): Mit Rollen-, alias, Bukarest-Sören in einer Kneipe. v.l.: Steffi, Thomas, Marichen, Anna, Sören, Mathias

Also, das wichtigste jetzt aber mal zu Beginn. Ihr habt es schon von Maik in den Kommentaren gelesen: Wir sind schon morgen Abend, den 28. Mai, bei Stern-TV. Nicht das Ihr das verpasst. Und der Hammer ist, dass sogar unser Redakteur beim Sichten des Materials im Schneideraum sitzt und feuchte Augen bekommt. An dieser Stelle möchten wir uns auch noch mal bei Jürgen Brand ganz herzlich bedanken. Bei allem Abstand, den er professionell versucht hat zu bewahren, hätte es für unser Projekt keinen Besseren als ihn geben können. Danke!

Party II (gestern Abend, leider zu dunkel): Das Team mit Blog-Leser und Ironman Sören und Mark aus Norderstedt nebst ihren lieben Freundinnen Gabi und Kerstin

Womit wir beim Thema Bild-Material sind. Nein, es ist leider nicht möglich, bewegte Bilder von Stern-TV zu bekommen. Das Rohmaterial wird dort unter Verschluss gehalten. Da gibt es keine Ausnahme, auch nicht, wenn wir schwören würden, dass es nur für unser privates Heimkino ist. Traurig aber wahr!

Was die Fotos von Foto-Martin betrifft, so werde ich ihn fragen, ob er auf meinem Google-Konto ein neues Picasa-Webalbum anlegen kann, wo seine Bilder in kleiner Datenmenge zu sehen sind. Das wäre natürlich toll. Und wir sind uns sicher, dass Martin ganz fantastische Bilder gemacht hat.

Jetzt zu Euch. Die letzten Kommentare von Euch sind wirklich umwerfend. Wir sitzen hier alle und sind sprachlos, realisieren wir doch nur ganz langsam, welch große Leistung uns gelungen ist. Und ich freue mich insbesondere, wenn selbst anfängliche Kritiker wie Torben aus Hessen, aufgrund unseres Blogs gesehen haben, wie umsichtig und vorsichtig wir gearbeitet haben – natürlich im Rahmen dessen, wir man innerhalb von sieben Monaten Vorbereitung vorsichtig sein kann.

Schönen Dank auch an Frank, der uns als „Helden der Ironman-Szene“ sieht. Nun, das sieht die Szene mit Sicherheit anders. Und all die vielen Foren-Schreiber, die immer nur auf uns geschimpft haben, werden sicher auch jetzt noch etwas zum kritisieren finden, und sei es nur, dass sie die erreichten Zeiten als nicht gut genug befinden. Nun, man muss auch ein Haar in der Suppe finden wollen, damit man es finden kann.
Ich für meinen Teil war nie ein Mitglied der Szene. All die Jahre in denen ich Ironman gemacht habe, war ich Einzelkämpfer, der auf dem Deich seine Runden fuhr. Immer freundlich zu anderen, die ich überholte, oft nicht gegrüßt von denen, die mich überholten. Statt Szene setze ich auf Freundschaften, und auf meinen heiß geliebten ATV Hückeswagen, für dessen Veranstaltung (findet Ihr im Netz) am 16. August ich hier noch einmal von Herzen Werbung machen möchte!

Klaus-Peter möchte ich für den Satz danken „Der Schmerz geht, der Stolz bleibt.“ Das sehe ich ähnlich. Allein, niemand aus unserem Team hat Schmerzen. Es ist der absolute Wahn, aber die hüpfen hier alle rum, als wäre nichts gewesen. Also aus eigener Erfahrung kenne ich das selbst ganz anders. Aber wenn da auch keine Schmerzen sind – unser Stolz wird bleiben.
Tatsächlich glaube ich, dass die Energie, welche uns dieses Projekt beschert hat, uns durchs Leben tragen wird. Wie oft habe ich mir in schweren Zeiten gedacht, dass es schon weiter geht, schließlich ist man Ironman. Und meist geht es dann auch weiter – und leichter. Schön übrigens jetzt im Moment zu sehen, wie sehr die Vier von innen nach außen glänzen. Ich weiß nicht genau wie sie sich fühlen. Bei mir war es immer so, dass ich mich zumindest in der ersten Zeit nach einem Rennen beim Betreten einer Kneipe oder sonst eines Raumes immer fühlte, wie John Wayne, der o-beinig, die Hände an der Colt-Gürtel gelehnt, lässig in einen Saloon eintritt, wobei die Schwingtüren hinter ihm klappern und er erst mal genüsslich in die Runde blickt. Kopfkino halt.

Aufräumen muss ich hier kurz mit zwei Gerüchten. Erstens, Anna war nicht die letzte im Wasser. Wobei, doch, sie war die letzte. Aber die Betonung liegt auf „die“. Hinter ihr krabbelten wohl noch zwei Männer an Land. Zweitens (und das wird sie gleich selbst erzählen), sie ist nicht Brust geschwommen. Tatsächlich ist sie zum ersten Mal in ihrem Leben 3800 Meter gekrault. Hat zwar lange gedauert, aber immerhin.
Übrigens hat Anna gleich noch zwei Erstleistungen am Samstag geschafft. Noch nie zuvor war sie 180 Kilometer Rad gefahren (übrigens hat sie auch noch nie so viele Höhenmeter bewältigt), und noch nie ist sie mehr als 29 Kilometer gelaufen. Rums-Bums-Heidewitka.

An Christoph möchte ich mich kurz wenden, der sich von uns ermutigt fühlt, einen Ironman in 2009 zu machen. Du wirst es schaffen. Und ich würde Dir Klagenfurt vorschlagen. (siehe später)

Ganz herzlich möchte ich Konstantin „Konstantinos“ danken. Ohne Dich mein Freund, hätte ich nicht Jürgen Brand kennen gelernt. Wir wären zwar trotzdem jetzt alle Ironman, aber so bekommen wir in Form von Fernsehbildern eine Erinnerung, die uns ein Leben lang Freude bereiten wird. 1000 Dank!

Lutz, wir bedanken uns bei Dir für die Teilnahme an unserem Projekt – laut und deutlich!

Anna mit meinen Eltern, die – wie auch Martins Eltern und Schwiegereltern in spe – extra für uns nach Lanzarote gereist sind

Jochen, mein Bruder, 8 Kilo sind nix. Und auch wenn wir stetig älter werden, und unsere Knochen brüchig, wenn Du willst, wirst Du den Anschluss wieder schaffen. Deine Kommentare haben vor allem mich gefreut und mir Energie gegeben. Ein Hoch auf die Familie. Ich liebe Euch!

Ala, Martins Schägerin in spe, von der ich gehört habe, dass sie heute Morgen zum ersten Mal seit ewigen Zeiten gelaufen ist. Ein großes Danke an Dich und Deine Familie, nicht zu vergessen die unvergleichlich süßen Lillith und Jael, für Eure Unterstützung. Ich hoffe, die gewonnenen Eindrücke und Engerien können Dich ein wenig tragen.

UW, schon wieder so schöne Worte von Dir. Von wegen Thomas hat einen breiten Weg aus der Sucht geteert. Wenn ich mal wieder im Urlaub bin, dann kannst Du mich hier gerne vertreten. (siehe später)

Und jetzt kriegt Ihr Annas Renneindrücke, blumig und verspielt, mit einem Spritzer Glück in jeder Faser – Anna halt, wie schön:

„Welch eine Anspannung und Aufregung.
Die Nacht von Freitag auf Samstag kam und kam nicht, immer fiel mir wieder etwas ein, schnell noch meine Maltoflaschen füllen, an Ersatzkontaktlinsen denken – in welchen Beutel muss ich die tun, Run oder Bike? Hab ich meine Radschuhe? Irgendwann, ewig nachdem wir ins Bett gegangen waren, fand auch ich in den Schlaf. Effektiv habe ich wohl 4 Stunden geschlafen. Hätten wir vergessen den Wecker zu stellen, wäre ich mit Sicherheit nicht vor 9 Uhr aufgewacht. Ganz ehrlich, dieses frühe Aufstehen ist überhaupt nichts für mich.
Die Anspannung war dann am Morgen zwar deutlich spürbar, aber auch irgendwie noch etwas ruhiger und verschlafener.

Renn-Anfeuerung in El Golfo (Foto ist nach dem Rennen entstanden)

Das Schlimmste war für mich die Nahrungsaufnahme. Wie schrecklich ist das denn? Gegen 5 Uhr morgens sich zwei Brötchen runter zu würgen, trocken, zwar mit Marmelade, bei der 2. Hälfte kam auch noch der Spruch von Mathes: „Du weißt schon, Nutella verklebt die Muskeln.“ Ja nee, ist richtig, ich hätte fast das Brötchen wieder ausgespuckt, aber Mathes grinste nur und meinte, er wüsste auch nicht wer sich den Schwachsinn ausgedacht hätte, schließlich würden ja auch die Fußballer Werbung für Nutella machen.

Nachdem mir nun nach dem Brötchenstopfen doch noch etwas mulmiger war, als ohnehin schon, fuhren wir dann auch ziemlich zügig mit den Stern-TV-Leuten los Richtung Strand.
Kaum auszuhalten war das alles – auch nicht meine eigene Stimmung für mich selbst. Marichen sprach mir unentwegt Mut zu, gab wirklich alles was ging, ich nahm es aber gar nicht so wahr, war wie in einem Gedankennebel. Die Dunkelheit wich lange nicht der Sonne, aber das sollte sich so durch den Tag ziehen.

Nachdem wir endlich durch die Wechselzone waren, fiel mir nichts mehr ein. Alle hatten schon ihre Neos an, ich fühlte mich immer noch als gehöre ich dort nicht hin, wusste nicht so recht was ich mir eigentlich bei all dem gedacht hatte und war nur heil froh meinen Mathes an der Seite zu haben. Dann musste ich noch unbedingt auf die 17, Schlange, warten, und dann waren es auch nur noch 25 Minuten bis zum Start. Auch ich zog nun meinen Neo an, bekam noch zur Sicherheit Vaseline hier und dort hin geschmiert, und dann lief ich los. Der Piepton, den die Registrierungs-Chips an den Fußfesseln auslösen, hörte gar nicht mehr auf bei so vielen Athleten die über die rote Matte Registrierungs-Matte liefen.

Ich wartet danach noch ob ich irgendwo meine Jungs sah – doch kein bekanntes Gesicht weit und breit. Also bin ich runter zum Strand, fühlte mich mehr als verloren, und suchte mir ziellos meinen Weg. Guckte, guckte, suchte nach Mathes, fand keinen.
Irgendwann, mir kam es ewig vor, fand ich dann Thomas, ‚Dirk und auch Mathes. Mit Sören hatte ich verabredet dass ich ganz langsam neben ihm schwimme, wir wollten 1:40 Stunden anpeilen.
Dann der Startschuss, alles rannte, aber wir gingen ganz langsam ins Wasser und als ich merkte wie schnell Sören los schwamm, ließ ich ihn ziehen. Ich hingegen startete Zug um Zug, schwamm mit viel Ruhe meine Bahnen. Ich freute mich wenn ich Fische sah, blieb ruhig wenn ich mal wieder mit dem Kopf gegen einen Schwimmer stieß, und schwamm, schwamm, schwamm.

Und nach 59 Minuten kam ich endlich raus, wurde umjubelt, und dann konnte ich aber nicht gleich weiter. Ich brauchte noch einen kurzen 2-Minuten-Augenblick, wollte noch etwas Wasser loswerden, und erst dann konnte ich weiter. Die Schreie von Mathes, ich sollte doch endlich weiter schwimmen fand ich viel zu überbewertet, ich wollte doch weiter, aber eben erst nach einem Moment. 2. Runde, weiter ging’s. Und ich kam, ohne einen Brustschlag, aus meiner zweiten Runde. Froh, aber auch etwas entrüstet über meine langsame Schwimmzeit, lief ich weiter, ab in die Wechselzone und weiter ging’s.

Auf dem Rad ging ich es erst ruhig an, ich wollte nicht überzocken. Und langsam, aber beharrlich legte ich meine Kilometer Stück um Stück zurück. Ich überholte den einen oder anderen, grüßte immer freundlich mit einem „Hola“ und weiter ging’s. Ich machte mir viel weniger Gedanken als gedacht, freute mich über den Wind, sang meine Lieder, dachte mir dass dies hier eine längere Trainingseinheit werden würde, aber das sei schon okay.
Nach und nach kamen die Kilometer zusammen, ich freute mich so unglaublich doll dass ich einen Esel am Wegesrand sah, wollte wirklich absteigen und habe einen kleinen inneren Kampf mit mir gehabt, wobei ich dann doch nicht nachgab und weiter fuhr. Auch Blumen über Blumen gab es – wunderbar.

Nach Kilometer 130 fingen dann meine Knie an, weh zu tun. Die Belastung durch die Berganstiege waren eindeutig zu viel und zu anstrengend. Was soll´s, dachte ich, hier wird nicht aufgegeben, nicht bei dem schwersten Ironman der Welt. Mathes musste zwischen durch für ein paar Energieküsse herhalten, dafür erlaubte ich mir auch kurz abzusteigen. Eine Kippe habe ich übrigens nur bis zur Hälfte geschafft, dann stieg ich ab und schob den Rest.
Danach hab ich aber wieder richtig gekurbelt, um die Leute wieder zu überholen, die ich vorm Berg eingeholt hatte, die mich dann aber am Berg doch wieder gekriegt hatten. Mit Erfolg. Die letzen 30 bis 40 Kilometer waren die Längsten, aber sie waren schneller vorbei als erwartet.

Dann ab durch die Wechselzone, ab in die Laufschuhe, den iPod auf Repeat, mein Grönemeyer Lied „Ich hab Dich lieb“ ausgewählt, und los ging’s. Mit einem Lachen auf dem Gesicht, locker, ohne Schmerzen im Knie, fing ich an zu laufen. Marie gab mir wie versprochen eine Hibiscusblüte in die Hand, die dann jede 2. Runde durch eine frische erneuert wurde. Ich hatte meinen Spaß, fands toll, die Stimmung war super, ich freute mich über strahlende Gesichter am Straßenrand, freute mich, unsere Freunde zu sehen, meinen Schatz, alles war ganz wunderbar und einzigartig. Gehen wollte ich nur in den Verpflegungszonen, hielt das auch all die Zeit über durch. Nur Cola, ach doch, auch mal ein ekliges Gel, und ansonsten viel Wasser überall hin, Eiswürfel in den BH, und Schwämme, überall Schwämme.

Und dann war’s auch schon vorbei, ich kam dem Ziel immer näher und dann war ich da. Eine irre Stimmung: Alle waren da, all unsere lieben Freunde, alles das was ich in so einem bewegenden Moment gerne um mich gehabt habe. Keine einknickenden Beine – ich hüpfte vor Freude, es war ein wahnsinniger Rausch. Freudentaumel, unfassbar, geil.
Ich hatte mir den gesamten Tag schlimm vorgestellt, und nichts von dem war so wie erwartet. Es war, und das meine ich ganz genau so wie ich es hier schreibe, ein schöner und toller Tag!

Alles in allem war das ganze Projekt eine Wucht. Mit allen Höhen und Tiefen haben wir/ich es zu tun gehabt, aber immer wieder habe ich mir Mut zugesprochen, Mathes war der beste Motivationstrainer den ich mir hätte vorstellen können, und alles in allem, wenn ich nun all die Monate von der anderen Seite sehe, dann ist die Zeit gerannt, aller Verzicht hat sich gelohnt, ich freue mich, dass ich mein eigenes Ziel nicht aus den Augen verloren habe und mich nun IRONANNA nennen darf!

Vielen, herzlichsten Dank für all Eure Kommentare über die Zeit, sie gaben mir immer wieder neue Kraft die mich letztendlich auch zum Ziel gebracht haben.
Von Herzen,
Eure Anna-Sophia“

Mathias auf gemütlicher, ruhiger, entspannender Erlebnis-Verarbeitungsrunde

Ja, so war das. Was sie unterschlägt ist, dass sie zwischendurch geweint hat und verzweifelt war. Zumindest ist das bei mir so angekommen. Und ich hatte wirklich Angst, sie würde aussteigen. Hinterher meinte sie aber, nein, daran hätte sie nie gedacht. Wozu in aller Welt heult sie mich dann an, so dass ich Bauchschmerzen bekomme?! Uff!! Naja, et hätt noch immer joot jejange, wie der Kölner sagt.

Und hier kommt kurz Thomas:

„Es ist vollbracht!
Hallo zusammen,
ich melde mich auch noch mal ganz schnell von der Insel. Zwischen Packen und Abfahrt sind ja noch ein paar Minuten Zeit, in aller Ausführlichkeit werde ich mich von zu Hause melden.

Ich bin tatsächlich jetzt auch aus Eisen, es ist schon komisch, man arbeitet auf ein Ziel hin, die Zeit bis zum Ziel ist so lang, jetzt bin ich im Ziel und wenn ich zurück blicke sind diese sieben Monate im Flug vergangen. Auch der Renntag ist in letzter Konsequenz an mir vorbei gerauscht. Trotz der Krämpfe auf dem Rad und der Kämpfe auf der Laufstrecke, verging der komplette Tag rasend schnell.
Wie ich mich jetzt wirklich fühle kann ich wirklich noch nicht sagen, es ist ein tolles Glücksgefühl aber genauso überkommt mich ab und an der Gedanke „Und was kommt jetzt?“ Aber das wird die Zeit schon alles mit sich bringen.
Morgen geht es jetzt noch ins Stern-TV-Studio und dann wird sich wohl alles langsam beruhigen.
Auch in mir.
Bei nächster Gelegenheit werde ich euch von meinem Rennen erzählen. Bis dahin eine gute Zeit,
Thomas“

Aufregend, alles sehr aufregend. Gestern bin ich deshalb eine Erlebnis-Verarbeitungsrunde von 96 Kilometern gefahren, und ein-,zweimal musste ich echt anhalten und ein paar Tränchen wegwischen. Da ist mir doch so einiges durch den Kopf gegangen. Nicht nur, als ich auf dem Asphalt Anfeuerungsgrüße fand, die den Vieren galten.

Wisst Ihr was. Ich hatte richtig Angst während des Rennens. Wir werden oft gefragt inwiefern Stern-TV uns beflügelt oder aber unter Druck gesetzt hat. Ich glaube für die Vier hat sich das in fast unmerklichen Grenzen gehalten. Für das Team war der Blog viel wichtiger. So war das nämlich bei mir 2005 auch. Da sitzt man zum Beispiel zu Hause und hat keine Lust auf Training. Nur, was soll man dann abends veröffentlichen? Also Trainingsklamotten an und raus.

Für mich indes, zumindest am Renntag, war der Druck des Fernsehens enorm groß. Mit einem Mal kam mir der Gedanke, dass, wenn hier irgendetwas schief ginge, ich plötzlich bei Herrn Jauch sitze und mir die Frage gestellt wird: „Herr Müller, sie sind der Trainier, wie konnte es dazu kommen, dass zwei ihrer Athleten kollabiert sind?“ Bei dem Gedanken bekam ich ganz schön kalte Füße und heiße Ohren. Da musste ich mich schon wirklich konzentrieren und darauf vertrauen, dass alle gut vorbereitet sind, körperlich wie auch mental.

Und tatsächlich hat es geklappt. Anna hat sich durchs ungeliebte Nass gekämpft, Thomas hat sich auch von Krämpfen auf dem Rad nicht unterkriegen lassen, Martin den wehen Oberschenkeln getrotzt, und Dirk einfach ganz fest sich selbst vertraut. Toll. Ja, wir haben etwas Tolles geschafft. Und zumindest für uns selbst sind wir kleine Helden.

Und natürlich wollen wir auch noch in Hamburg feiern. Angepeilt ist das übernächste Wochenende. Das können wir über den Blog noch ausarbeiten. Denn, ich werde noch ein wenig am Ball bleiben, wenn es Euch nicht stört, wenn es nicht langsam langweilig wird, und – wenn Ihr zahlreich dabei bleibt. Denn für Niemanden schreiben macht auch keinen Spaß. Die nächsten Tage werde ich dabei versuchen den tätlichen Rhythmus beizubehalten.

Und dann, dann konzentrieren wir uns auf die Zukunft. Ich würde gerne auch wieder einen Wettkampf machen, und ich würde mich auch Lanzarote stellen. Aber Martin möchte nach Klagenfurt, und da war ich auch noch nie. Dirk hat auch Lust. Somit sind wir schon zu dritt. Das ist noch nicht in Stein gemeißelt, aber irgendwie auch doch. Ich könnte mir vorstellen, dass ich den Blog somit auch weiter führe. Wenngleich das dann eher im Zwei-mal-pro-Woche-Rhythmus gehen müsste. Ihr könnt ja mal Laut geben, ob das eine Idee ist.

Juut, dann noch ein Dankeschön, an diejenigen, die sich für Annas Shirt interessieren. Wie gesagt, einfach auf ihren Namen rechts in der Menüleiste klicken und mailen.

Renn-Anfeuerung für das Team (fotografiert auf meiner Erlebnis-Verarbeitungsrunde). Nicht vergessen: Wille ist Alles!

So, jetzt muss ich zum Hotel, sonst verpasse ich den Flieger. Und ich möchte doch auch morgen im Studio dabei sein. Nicht verpassen. 22 Uhr – Stern-TV. Wahrscheinlich wieder in der zweiten Hälfte der Sendung.

Ihr Lieben, großes Kino allerorten. Wir sind stolz auf uns, und auch auf Euch. Kämpft für Eure Ziele – Pa’a.
Wille ist Alles!

Herzlichst, Euer mathias

Sonntag, 25. Mai 2008

Geschafft, Glücklich – Team des Jahres!

Liebe Leute,

Yes! Yes! Yes! Es ist geschafft. Wir haben es geschafft. Die Vier, Anna, Dirk, Martin und Thomas haben es geschafft. Geschafft, geschafft, geschafft! Peng, Rums, Bummsfallera!

Keine Angst, der Blog geht jetzt nicht die ganze Zeit so weiter, aber erst mal muss das raus, was wir, so glaube ich, gestern Abend nach dem Zieldurchlauf alle gedacht haben. Ihr könnt Euch kaum vorstellen, was das für ein Jubel war. Das Strahlen auf unseren Gesichtern war so hell, dass die Leute in Australien oder so gedacht haben, bei ihnen geht die Sonne eine Stunde früher auf.

Kurz vorm Schwimmstart. Dieses Bild unbedingt groß klicken, dann seht Ihr was sich in Anna abspielte.

Gott, bei mir ist immer noch alles durcheinander, weiß gar nicht womit ich anfangen soll. An strukturiertes Schreiben ist wohl nicht zu denken. Aber damit die Sache hier nicht völlig konfus wird, fange ich am besten an, den gestrigen Tag noch einmal chronologisch zu rekapitulieren – auch wenn Ihr ja, dank Maik, schon eine recht gute Reportage hattet.

Als wir um kurz vor 5 Uhr aufstanden, war die Luft in unserem Appartement vor Nervosität so dick, dass man sich richtig gehend hindurch kämpfen musste. Jeder zippte und zappelte irgendwo rum, letzte Drinks wurden gemixt und Brötchen wurden als Frühstück mehr runter gewürgt denn geschluckt.

Die Jungs vom Team noch oben in der Wechselzone

In der Wechselzone angekommen dann das gleiche Spiel. Alle irgendwie verunsichert, und alle immer schauend, was der Andere gerade macht. „Wo ist der und der?“, war dann auch die meist gestellte Frage, bevor wir uns letztlich runter zum Strand bewegten. Bei Anna fuhren spätestens dort die Gefühle Achterbahn. Ein Wein-Anfall jagte den nächsten, und hätte sie die Schwimmbrille schon aufgehabt, wäre sie sich vorgekommen, wie in einem Aquarium.

Thoma, Dirk, Anna und als Gast, Rollen-Sören vor dem Start

Und dann ging’s los. Startschuss um wenige Sekunden nach 7 Uhr und Anna stieg mit Bukarest-Sören ganz zum Schluss ins Wasser. Martins Maria, Foto-Martin und ich hatten super Plätze direkt am Wasser und so konnten wir alle Athleten nach der ersten Runde hautnah beim Verlassen der Fluten bestaunen. Und dann kamen auch schon unsere Jungs, Martin, Thomas und Dirk (die Zeiten kennt Ihr ja). Aber wo blieb Anna? Ich kann mich nicht erinnern – abgesehen von diversen Aufenthalten in Flugzeugen in den vergangenen Wochen – wann ich zuletzt so eine Angst hatte. Sie kam und kam nicht.

Martin nach zwei Runden im Wasser voll dynamisch

Erst nach 59 Minuten kam sie aus der ersten Runde, und ich machte mir schon mal langsam Gedanken zur Cut-Zeit. Und anstatt, dass sie um die Wendemarke läuft und wieder ins Wasser springt, bleibt sie erst mal in hüfthohem selbigen Stehen und guckt zum Horizont, als wolle sie den Ozean beschwören, sie noch einmal sicher um die Bojen zu tragen. „Anna schwimm!“, habe ich mehr als dreimal gerufen. Aber sie stand nur da und guckte. Ich wäre fast verrückt geworden, ohne Quatsch, und dann endlich bequemte sie sich wieder ins kühle Nass. Auf mich machte die ganze Szene den Eindruck als müsste sie sich noch einmal Mut zusprechen. Erst spät in der Nacht erzählte sie, dass sie dem Atlantik einfach noch ein bißchen Wasser hinzugefügt hatte. Auch gut!

Dirk super gut drauf nach der ersten Schwimmrunde – High-Five

(upps, ich muss mich wohl etwas kürzer fassen – also raffen) Lange rede kurzer Sinn. Die Jungs sind aus dem Wasser und mit ihnen rund 1200 andere Athleten und Athletinnen – nur Anna nicht. Und dann, irgendwann nach 1:55 Stunden, kam sie an. Die Ordner schnitten schon die Werbebanden ab, als sie den ersten Fuß in den Sand setzte. Wir wissen noch nicht, ob sie wirklich die Allerletzte im Wasser war. Mal sehen, was die Ergebnisliste dazu sagt.

Und erst mal in der Wechselzone. Das hättet Ihr sehen müssen. Ganz vorne, in der erste Reihe direkt vor dem Zielbogen, stand Picco Cupetti und wartete. Und dahinter auf 400 Meter nur leere Fahrradständer. Welch ein Bild!

Picco Cupetti wartet einsam auf allein auf Frauchen Anna

Und als Anna dann aufs Rad stieg, selbst nervös, weil Drehteam Jürgen, Thomas und Frank da rumhantierten, war sie noch am Radständer. Viel zu früh also auf dem Rad, noch nicht an der weißen Linie, ab der man erst fahren darf. Schrillende Pfiffe von den Marshalls, und ich dachte schon, dass sie jetzt eine Zeitstrafe bekommt. Aber es ist noch mal gut gegangen. Also absteigen, fünf Meter schieben und aufsteigen.

Von fahrenden Motorrollern kann man fotografieren und simsen – und, ja klar, auch Gas geben und steuern (Thomas und Mathias)

Foto-Martin und ich sind dann mit unseren total untermotorisierten Rollern in die Feuerberge auf die lange Gerade. Und schon kam Martin an. Inmitten von High-End-Karbon-Pfeilen und Aero-Helmen, unser Mann. Super. Eine halbe Stunde später schnaufte Thomas die Kippe hoch, und wieder knapp 20 Minuten später Dirk. Der strahlte da schon, als gäbe es einen Preis für das breiteste Grinsen. „Das Ding ziehen wir hier ganz sauber durch!“, rief er mir zu. Und zu diesem Zeitpunkt wusste ich noch nicht, wie Recht er behalten würde.

Anna auf dem Anstieg in die Feuerberge. Stimmung stimmte.

Anna kam 25 Minuten später vorbei und hatte bis dato noch keine Zeit auf die Jungs gut gemacht. Tatsächlich stellte sich später heraus, dass das Schwimmen – wie ich meine – sie physisch wie psychisch so beeindruckt hatte, dass sie bis fast Kilometer 120 brauchte, um zu ihrer Radstärke zu finden. Zu diesem Zeitpunkt hatte sie nämlich den Mirador del Rio erreicht und meinte, sie wolle jetzt keine Berge mehr hochfahren.

Das Drehteam hatte ihr übrigens zwei Minuten zuvor an der steilsten Stelle überhaupt Fragen gestellt wie „Denken sie schon an den Marathon?“ Super. Wie auch immer, als es vom Mirador runter ging, drehte sie auf, bis, ja bis die Knieschmerzen wieder kamen. Ungeliebte Freunde kommen immer dann, wenn man sie am wenigsten brauchen kann. Auf jeden Fall flossen Tränen, als ich sie mit dem Roller überholte. Und kurzfristig hatte ich Angst, sie würde aussteigen. Ist sie aber nicht. Tatsächlich kam sie eine Stunde später mit einem Lächeln in die Wechselzone (und meinte später, ans Aufhören hätte sie nie, nie gedacht), welches sie bis zum Zieldurchlauf nicht mehr verlassen hat.

Thomas irgendwo bei Teguise. Noch sehr gut drauf.

Thomas, unterdessen schon beim Laufen, hatte übrigens beim Radfahren mit Krämpfen zu kämpfen, musste einmal sogar am Berg zu Haria rauf absteigen. Und prompt stand das Drehteam neben ihm. Mist. Wobei, Jürgen meinte gestern Abend, dass wäre so ein unglaublicher Zufall gewesen, dass es schon fast gestellt aussah. Vielleicht, so meinte er, könne er das gar nicht senden. Verkehrte Welt!

Martin kämpfte, als Anna vom Radeln kam schon in der dritten Laufrunde. Und er kämpfte, kämpfte und kämpfte. Mich hat das sehr beeindruckt. Denn man konnte erkennen, dass er sich so noch nie gequält hat, und dass es für ihn auch eine beeindruckende neue Erfahrung war. Aber, ähnlich wie Thomas, der Mann wankte, fiel aber nicht – mitnichten. Wenn man sich seine Laufsplits ansieht, dass erkennt man, dass er zwar ein wenig nachlässt, aber nie richtig abrutscht in den Zeiten. Wille ist Alles!

Und nach 11:29 Minuten, also um 18.29 Uhr, konnte sich mit Martin der erste aus dem Team Ironman nennen. Fantastisch! Leider konnte ich ihn nicht im Ziel in den Arm nehmen, denn ich war ja noch draußen auf der Strecke für die Anderen da. Aber seine Familie war da, und das war dann auch die Hauptsache.

Thomas auf dem Weg in die Montañas del Fuego

Auf der Strecke wurde ich dann Zeuge eines harten Kampfes und zweier wahnsinnig, voller innerer Freude laufender Athleten. Für den Kampf war Thomas zuständig. Es tat mir fast selbst weh (wenn ich auch ihm gegenüber nur lockere Sprüche äußerte) wie er von Runde zu Runde immer mehr verkrampfte, immer windschiefer über die Promenade lief, und dabei von einer auf die Andere Seite wankte. Aber wie sehr er dran blieb, wie sehr er sich von Aua und Schmerz eben nicht verjagen ließ, dass war einfach irre. Immer das Ziel vor Augen, und immer noch – trotz aller Anstrengung – einen lustigen Spruch auf den Lippen, ließ er auch als er noch mehr als die Hälfte des Weges vor sich hatte, keinen Zweifel aufkommen, dass er das Ziel laufend erreichen würde. Lustiges Schmankerl noch, dass er zweimal vor einem Dixi-Klo drei Minuten anstehen musste.
Wie auch immer, nach 13:15 Stunden hatten wir den zweiten Ironman in unseren Reihen. Wow.

Und dann unsere beiden Sonnenscheine. Dirk wurde zwar von Runde zu Runde etwas langsamer, man konnte auch am Stil sehen, dass es eine große Anstrengung war, aber mental war er so was von auf der Höhe, dass war unglaublich. Irgendwo zwischen Kilometer 20 und 25 haben wir sogar eine Strophe von „We will rock you“ zusammen geschmettert. Ach, ich finde es jetzt schon schade, dass Ihr nur einen winzigen Teil der Bilder sehen werdet, die das Drehteam gemacht hat.

Anna stand Dirk in nichts nach. Sie lächelte tatsächlich vom ersten bis zum letzten Marathon-Meter. Mit einer Hibiskus-Blüte, von Mariechen überreicht, in der rechten, und einem Gel (nur als Handschmeichler) in der linken Hand, begeisterte sie nicht nur mich, sondern auch die Zuschauer am Straßenrand mit ihrer guten Laune. Und wie bei Dirk auch, konnte ich beobachten, wie mit zunehmender Laufstrecke sich die Gewissheit über den nahenden Triumph, immer mehr im Gesicht widerspiegelte.

Super gut drauf: Dirk beim Laufen.

Dirk rannte dann um 21.29 Uhr mit Hildesheims und seiner Freundin Melanie an der Hand über die Ziellinie – auch er ein Ironman. Zu diesem Zeitpunkt stand ich 200 Meter vor der Linie und wartete auf mein Herz. Das näherte sich im Dunkeln und strahlte von einem Ohr zum anderen.

Als Anna um 21.36 Uhr die Ziellinie überquerte, war auch sie ein Ironman – auf der schwersten Strecke die der Circuit zu bieten hat. Der Rest war Umarmung, Freudenschreie, -tränen, Hände die ineinander klatschten, und Athleten die sich vor ihrem Betreuer niederknieten und ich, der sich vor den Athleten niederkniete. Freudentaumel allerorten!

„You are an Ironman!“ Zwar wählt der Sprecher auf Lanzarote nicht die gleichen Worte wie man es auf Hawaii macht, aber sie sind es jetzt: Anna, Dirk, Martin und Thomas – Ironman. Muskeln, Kopf und Herz – alles pures Eisen!

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Kurze Sequenz von Anna bei KM 140 als sie von Knieschmerzen sprach aber ständig überholte – komisch

Und ich möchte noch einmal darauf zurückkommen. Nicht nur das die Vier das Ziel erreicht haben, sondern auch, nein, vor allem wie sie das Ziel erreicht haben, ist das Besondere an diesem Projekt. Nein, es war kein Schmalspur-Ding, niemand ist hier stundenlang Spazieren gegangen. Alle sind gelaufen, nur an den Verpflegungsstellen, berührten beide Füße den Boden gleichzeitig – genau so, wie es abgesprochen war (tatsächlich hätte ich selbst nicht geglaubt, dass die Vier das so hinbekommen!).

Und was noch viel wichtiger ist: Niemandem geht es heute schlecht. Alle sind fit, rennen durch das Dorf hier, ohne zu humpeln oder sonst was. Und für mich ist super schön, dass sie alle heiter ins Ziel gelaufen sind. Niemand, der ein Albtraumerlebnis hatte, niemand, der sich nicht vorstellen könnte, es nicht wieder zu tun.

Und ich möchte in unserem persönlichen Erfolg gar nicht auf all die Kritiker einschlagen, die auf uns eingeschlagen haben. Nur so viel, die Vier haben gestern Werbung für diesen wenn auch anstrengenden aber sehr schönen Sport gemacht.

Und wir alle sind uns sicher, dass wir über dieses Erlebnis noch in Monaten und Jahren sprechen werden.

Anna vor dem Schlussanstieg zum Mirador del Rio

Nicht zuletzt aufgrund dieses wahnsinnigen Feedbacks durch Euch alle da draußen. Ich konnte es kaum glauben, wenn Maik (noch mal 1000 Dank!) mir simste, was im Blog los ist. Ich habe das natürlich noch während des Marathons alles weitergegeben (also im Groben) und auch das hat Anna, Dirk, Martin und Thomas beflügelt.

Es ist für mich fast unfassbar, dass wir Vier eine solche Begeisterung auslösen konnten. Für Maik ist die Sache natürlich gut gelaufen: Zweimal Rasenmähen ist nicht schlecht.
Das meine halbe Familie, nee, eigentlich die ganze dabei war, finde ich auch wunderschön. Familie, Freundschaft, Liebe – so geht das wohl!

Stern-TV-Team Thomas (Kamera, li.), Redakteur Jürgen und Frank (Ton) auf der Marathonstrecke – auch schon ziemlich müde

Habe soeben alle Kommentare gelesen – alle. Da werden einem die Augen schon feucht. Echt. Deshalb wird dieses ja auch nicht der letzte Eintrag sein. Spätestens übermorgen geht es weiter. Stern-TV ist 4. Juni, bis dahin halte ich locker durch.

Und noch was: Wenn Ihr jetzt noch mehr Lust auf Pa’a habt, dann schreibt Anna wegen der Shirts.
Bezüglich meiner Telefonnummer komme ich gerne auf jedes Angebot zurück. Oder aber wir machen eine Mitbring-Party. Angedacht ist das Wochenende nach Stern-TV. Noch haben wir keine Idee von einem Ort, aber vielleicht habt Ihr ja eine.

Jutchen, ich höre nun mal auf für heute. Mal sehen, was mir morgen einfällt. Emotional muss diese Sache hier ja auch noch aufgearbeitet werden, und damit warte ich lieber noch ein wenig, sonst kommt da nur Heul-Sülze bei raus. Besser ist das.

Wie ich im Kommentar gelesen habe ist Foto-Martin auch schon zu Hause. Ihm gilt schon jetzt mein großer Dank. Er wird Material zusammenstellen, welches das Team für immer und ewig an dieses denkwürdige Projekt erinnern wird. So, jetzt aber.

Wie immer: Herzlichst, Euer mathias

Freitag, 23. Mai 2008

Vorstartfieber

Liebe Leute,

bitte verzeiht, dass Ihr gestern/heute nichts von uns/mir gehört habt, aber es ging einfach nicht. Ich habe es wirklich versucht, aber im Hotel war ein so instabiles Netz, dass ich nichts rausbekommen habe. Wie ich hörte, habt Ihr jedoch mächtig geschrieben, und bevor ich das hier gleich rausschicke, werde ich Eure Kommentare hoffentlich noch lesen können, und etwaige Bemerkungen dazu am Ende des Eintrags schreiben.

Alle Vier haben ihre Startunterlagen. Schon sehr aufregend und spannend.

Okay, was ist gelaufen: Gestern waren wir den ganzen Tag auf der anderen Inselseite im Club La Santa, um die Startunterlagen abzuholen und auch um die Wettkampfbesprechung zu hören, die unser lieber Freund Thomas Hillig vom Club La Santa an die deutschen Teilnehmer richtete. Es ist zwar nur ein kleines Puzzle-Stück, aber die Tatsache, dass die Wettkampfbesprechung von einem Freund gemacht wird, hat den Vieren schon etwas Sicherheit gegeben. Sehr cool war auch, dass wir einige Blogleser getroffen haben, wie Sören aus Norderstedt und Sören auch Bukarest. Beides total nette Typen, und Bukarest-Sören hat echt die ganze Vorbereitung auf dem Rad auf der Rolle absolviert, weil Radfahren in Bukarest einfach zu gefährlich ist. Einige weitere liebe Sportsfreunde haben wir kennen gelernt, und allen möchte ich an dieser Stelle viel viel Glück für das Rennen wünschen!

Denn tatsächlich merkt man in den vergangenen Tagen, wie Stärke und Mut doch manchmal zu Unsicherheit mutieren. Das Gute ist nur, dass irgendeiner aus der Truppe immer gerade auch eine mutige und sichere Phase hat, und diese Energie diejenigen, die gerade zweifeln, wieder ansteckt. Vorteil Team!

Als wir gegen 20.30 Uhr wieder hier waren, fing auch schon unsere Pre-Race-Party an. Alle waren da: Martins Eltern, seine Schwiegereltern in spe, natürlich seine Liebste Maria, ihre Schwester Ala, deren supersüße Töchter Lilit und Jael, Meine Eltern, die Hildesheims, Normann Rörsch, der seine Liebste Becky im mitbrachte und jede Menge gute uns sympathische Freunde wie Dirk, und Rainer, dann kam der Sportsfreund Lennart mit Freundin, Bruder und Kumpel, natürlich Mariechen (möchte hier ganz lieb ihre Mutter, ihren Vater und ihre Schwester grüßen. O-Ton: „Marie hat Ma-Pa, Alex und Tina lieb!“) und Steffi, und wir waren natürlich auch dabei.

Ein kleiner Teil der Party, mit (v.l.) Dirk, den Eltern-Müller, Martin, noch mal Martinl und Frau Hildesheim ganz vorne

Schwuppdiwupp, war es auch schon Mitternacht und diejenigen, die nicht am Rennen teilnehmen hatten ratzfatz einen Schwipps. Aber gut, man muss die Feste feiern wie sie fallen. Und alle fanden, dass es ein super Abend war.

Heute dann haben die Vier ihre Renn-Bags gepackt, die Räder noch einmal geputzt und gecheckt und anschließend haben wir eine kleine interne Rennbesprechung abgehalten. Ich hoffe, dass ich dabei die letzten Fragen unseres Teams beantworten konnte.

Gegen 17 Uhr sind wir dann zum Rad-Check-In gefahren. Und spätestens da, konnte man unseren Lieben doch anmerken, dass das hier kein Kindergeburtstag ist. Alle total nervös, alle, durch die Bank. Und eins kann ich Euch sagen: Es gab Team-Mitglieder, die meinten, nein, sie seien gar nicht so nervös – ihr Verhalten indes sprach eine andere Sprache.

Die Vier kurz vor dem Betreten des Parc-fermé. Noch spannender.

Auch beim Bike-Check-In haben wir einen Blogleser getroffen. Den lieben Ralf, Euch auch durch viele gut gemeinte Ratschläge und Kommentare bekannt. Ein ganz sympathischer 50er, der eher nach Altersklasse 40 aussah. Er ist übrigens Arzt, und hätte fast bei uns vorbei geschaut, als er gelesen hatte, dass Anna erkältet war. Hätte er ruhig machen können. Nun ja, vielleicht feiern wir ja am Sonntag zusammen. Wäre schön.

Jutchen, jetzt stehen vier Räder mehr im Parc-fermé, dem abgeriegelten und bewachten Areal, in dem insgesamt 1300 Athleten ihre Bikes abgestellt haben. Und ich kann Euch sagen: Manchmal kann fast nicht glauben, dass es überhaupt noch Alu-Rahmen gibt. Da steht ein Karbonmaterial rum – der helle Wahnsinn. Aber, und da bin ich mir sicher, Martin zum Beispiel wird bestimmt 500 dieser Renner hinter sich lassen. 100 Prozent!

Annas Rad steht im Übrigen in der vierten Reihe von vorne, inmitten der ganzen Profi-Renner. Denn mit der Startnummer 56 ist sie nun mal dort eingeteilt. Und noch was: Mariechen hat eben zu recht gesagt, dass Anna Pearl, Pico Cupetti, trotzdem das Schönste war. Recht so.

Okay, jetzt folgen ein paar, genauer gesagt vier Grüße von unserem Team:

Martin macht den Anfang:

„Hallo Ihr Lieben!
Erstmal vielen lieben Dank für Eure umwerfenden Kommentare. Heute Morgen hab ich seit langem mal wieder auf unsere Seite geschaut und war sehr gerührt. Und es stärkt mich ungemein, dass so viele Leute an uns denken. Besonders natürlich über den lieben Eintrag meines Bruders, der leider gerade aufgrund von Lernstress nicht mit auf der Insel sein kann. Danke, mein Kleiner! Jeden gedrückten Daumen können wir gebrauchen.

Ansonsten, ich kann Euch sagen, langsam werde ich richtig, richtig nervös. Gerade kommen wir vom Rad-Check-In und somit sind wir ganz definitiv, ganz kurz vor unserem Rennen. Fünf mal hab’ ich in meine Bike- und Run-Bag gelinst und mich vergewissert ob auch wirklich alles drin ist. Helm, Brille, und, und, und...Man muss an soviel denken.

So, der heutige Abend wird ruhig. Ich hoffe wir alle finden ein wenig erholsamen Schlaf und natürlich hoffe ich, Ihr denkt an uns.
Unser großer Tag ist gekommen. „Athletes, take your marks!“
In diesem Sinne: Pa’a.
Lieben Gruß,
Martin“

Ja so war das, Martin hat echt immer und immer wieder in seine Tüten geguckt, ob er auch nichts vergessen hat. Ich weiß, der Mann ist groß und überaus athletisch gebaut. Trotzdem ist man geneigt „süß“ dazu zu sagen. Ihr hättet es sehen müssen.

Nu aber Thomas:

"Hallo zusammen,
der letzte Abend vor dem Wettkampf hat begonnen. Puhh, obwohl es für mich eigentlich um nichts geht, bin ich ganz heftig nervös. Aber ich bin da bestimmt nicht der einzige. Nochmals, vielen, vielen Dank für Eure bisherige Unterstützung. Leider könnt ihr nicht mit an der Strecke stehen, aber es werden ja Kommentare von der Strecke (gesimst von Frau Hildesheim und Mathes an Maik, der sie veröffentlicht) für Euch im Blog stehen.
Also ihr Lieben ich werde kaum schlafen können und morgen wird durchgestartet.
Ich wünsche euch einen super Abend und einen schönes Aufwachen morgen früh. Drückt uns die Daumen,
Thomas“

Thomas weiß wohl noch immer nicht genau, wie er das Rennen angehen soll. Wie auch, er und die anderen Drei haben ja keine Erfahrung. Fakt ist aber, er hat es drauf. Er ist wirklich stark. Und nachdem er mich nun auch im Meer bei Schwimmen überzeugt hat, habe ich nicht den geringsten Zweifel, dass er zügig wieder vom Parcours zurück sein wird.

Und nu kommt Dirk, der felsenfest behaupt, er sei überhaupt nicht nervös. Komisch nur, dass er in letzter Minute vor dem Rennen noch Dinge ändern möchte wie zum Beispiel den Helm, die Klamotte, Gas statt Luftpumpe und und und. Was aber stimmt, er freut sich unheimlich, morgen Teil des Ganzen zu sein. Und auch ich bin mir sicher, dass er am Sonntag in den Siegerlisten, mit Stolz seinen Namen lesen wird.

„Hallo Ihr Lieben,
1000 Dank für Eure Unterstützung, die guten Wünsche, Karten, SMS, Emails und Talismänner die mich hier begleiten. All das wird mir morgen Kraft geben. Ich bin sehr glücklich morgen an den Start gehen zu können, einfach dabei zu sein. Mein Traum vom September 2007 ist wahr geworden. Und diesen Traum kann ich sogar mit Freunden teilen, was für ein Hammer. Denkt morgen bitte nicht nur an uns, sondern auch an Eure eigenen Träume, lasst Euch nicht davon abbringen, was auch immer geschehen mag. Wenn Ihr an Euch glaubt, ist alles möglich. Pa´a.
Euer Dirk“

Jetzt kommt Anna. Sie lässt Ihren Gefühlen freien Lauf. In der einen Sekunde ist sie helle Freude und gute Laune, in der anderen werden ihre Augen ganz glasig, füllen sich mit Tränen, und kurz darauf hinterlassen diese salzige Spuren auf ihren Wangen. Ich kann ihr dazu nur sagen, dass ich es gut finde. Man muss diese Anspannung rauslassen, ich selbst heule auch immer vorher. Und dann – bamm, beim Startschuss – weichen die Tränen der Konzentration. Und ich weiß, dass sie es schaffen wird.

„Hallo Ihr Lieben,
kaum denkbar, nun sind wir da wo wir alle hin wollten. Die langen Monate des Trainierens sind Vergangenheit, der Schweinehund darf nun ruhig in der Ecke liegen, und wir haben alle gemerkt was es heißt, dran zu bleiben, nicht aufzugeben, uns selbst nicht aufzugeben, an uns zu glauben, uns gegenseitig Freund und Helfer zu sein, miteinander zu sein und nie das Ziel aus dem Auge verloren zu haben.
Es gab einige Rückschläge, aber sie haben uns nicht untergekriegt, ja, sie haben uns gerade weitermachen lassen, wir sind auch an ihnen gewachsen.
Nur noch ein paar Stunden, dann werden wir den Startschuss hören, und damit beginnt unser wichtiger Tag, die finalen Schritte zur Erfüllung unseres Traums.

video
Anna macht für Euch in den Feuerbergen noch einmal Attacke (von vorgestern).

Ich möchte Euch allen danken, ihr habt zu uns gehalten, seid mehr geworden, habt Euch immer Zeit genommen, habt uns Mut zugesprochen, ward da wenn es eng wurde.
Jedem Einzelnen sei gedankt, ich bedanke mich für eine wunderbare Zeit und freue mich dass ihr uns begleitet habt.
Pa’a – kämpft für Eure Ziele, wie lange es auch immer dauert, glaubt an Euch, und ihr werdet das erreichen was ihr Euch vorgenommen habt.
Alles nur Liebe,
Eure Anna-Sophia“

Alle Räder sind geparkt, und das Team wartet voller Spannung und Vorfreude auf den morgigen Tag. Lasst es rocken!

Und somit muss ich nun ganz langsam zum Schluss für heute Abend kommen. Auch ich bin recht nervös, auch wenn die anderen es nicht merken werden. Zu sehr sind sie mit sich selbst beschäftigt. Ich kann nur sagen, dass ich mir natürlich Sorgen mache, dass alles so klappt, wie wir uns das wünschen. Denn sicher kann man sich bei einem so langen Rennen ja nie sein. Aber dieses Gefühl, nicht wirklich eingreifen zu können, abwarten zu müssen, dass ist nicht unbedingt meine Sache. Vom Gefühl her, würde ich am liebsten mit Rennklamotten an der Strecke stehen und einspringen, wenn es dem einen oder anderen schwer wird. Geht aber nicht, also werde ich wie immer, wenn ich Zuschauer bin, wie ein Derwisch an der Strecke wirbeln, jubeln, schreiben, klatschen, motivieren und Mut machen. Das kann ich gut, und ich werde, wie die anderen Vier, alles geben.

Und jetzt, wie besprochen zu Euren Kommentaren:
Leute – 28 Kommentare, und so lieb und motivierend, mir geht das Herz auf, ich weiß überhaupt nicht, ob wir das verdient haben. Es ist für uns schwer zu fassen, dass wir anscheinend so viele andere Menschen mitreissen können mit unserem Projekt. Wirklich schwer zu fassen! Kaum zu glauben. Unfassbar. Ich kann hier jetzt (es ist wieder etwas spät und Jürgen Brand will noch unsere Gute-Nacht-Szene drehen) nicht jedem Einzelnen persönlich danken und bitte dafür um Verständnis. Aber einige wenige Dinge möchte ich ansprechen:

Als erstes an Antje – es war mir die helle Freude, Dich kennen gelernt zu haben. Und das nicht nur weil Du (darf ich verraten, dass Du schon einige Lenze erlebt hast?) so außerordentlich attraktiv bist.
Das jemand wie Marc Herremans einen in den Bann zieht ist sonnenklar, aber ich bin mir sicher, dass Du mit Deinem Willen, Deiner Lebensfreude, und der Art, einer gemeinen Krankheit die Stirn zu bieten, jeden anderen ebenso ermutigen kannst, für seine Ziele zu kämpfen. Mich zumindest hast auch Du sehr beeindruckt. Und das jemand wie Du mein bescheidenes Buch schön findet, ehrt mich zutiefst! Ich hoffe, wir sehen uns an diesem Wochenende noch einmal. Kämpfe, Glaube!

Michael – ich kann Dir sagen, dass es Martin sehr viel bedeutet, dass Du uns verfolgst. Er findet es sehr schade, dass Du nicht hier sein kannst. Aber wir glauben alle an die Kraft der Gedanken!

Andrea – Mist, was ein Pech. Um so toller, dass Du in den „17 Stunden zum Ruhm“ Freude und Motivation findest. So langsam glaube ich selbst, dass mein Buch gar nicht so schlecht gelungen ist. Danke!

Marcus – schön, Dich zu kennen. Und ich freue mich, dass auch Du mir und dem Buch nun eine Chance gibst. Denk daran, Deine Marathonzeit ist nicht das Ende der Fahnenstange.

UW – für die wundervollen Worte, die Du in Deinem letzten Kommentar gefunden hast. Ich werde sie den Anderen morgen früh um 5.30 Uhr ans Herz legen!

Lemmy (mein Freund) und Nadine – schön zu hören, dass auch ich als nicht Aktiver stolz sein darf und kann.

Kurze Pause bei einsamer Radrunde

Während meiner gestrigen einsamen Radrunde habe ich selbst lange über unser Projekt nachgedacht, wie schwer es manchmal war, aber wie toll es ist, dass wir nun alle hier sind, und wirklich alle Vier starten werden (was nicht selbstverständlich ist). Und ja, da war ich ein wenig stolz. Aber dann habe ich mich auch gefragt, wie es dazu kommt, dass die Vier mir so weit vertraut haben. Und so ist es an der Zeit für mich, ein kleines emotionales Dankeschön zu sagen (sachliche Menschen können diesen Abschnitt überspringen):

- Meinen Eltern, die anscheinend Gaben wie Begeisterungsfähigkeit und Überzeugungskraft in mir gepflanzt haben.
- Meinen Brüdern, die mir immer geholfen haben, wenn der Karren des Jüngsten im Dreck steckte, und sich letztlich sogar von mir haben anstecken lassen (Jörg und Stefan) Ironman zu werden, oder aber zumindest begeisterter Blogleser (Jochen).
- Kochi und Peter, für immerwährendes Vertrauen, und dafür, dass sie mir oft das Gefühl gegeben haben, etwas Besonderes zu sein (soche Freunde braucht man).
- Meinen anderen lieben Freunde (Lemmy, Team-Thomas, Zahnarzt-Peter, die Wuppertaler Jungs, Robert und ich weiß nicht, wen ich hier vergesse, für steten Austausch und den Wechsel der Perspektiven.
- Insbesondere dem lieben Gert Kamphausen, der mir bei kühlem Auftreten doch immer viel Herz geschenkt hat und mich gelehrt hat, mit den Elementen zu kämpfen. Du bist ein Kämpfer!
- Friedel Greffin, der mir in meinen Triathlon-Anfängen als Trainier und Teamchef gezeigt hat, wie dieser Sport funktioniert, und vor allem, das man Regeln einhält, weil man sonst gar nicht stolz auf seine eigene Leistung sein kann. Ich denke an „niemals Windschatten fahren“, „nie aufgeben, auch wenn man zwei Platten hat“, und „immer alles für das Team geben“, so man eins hat, oder es die mitgereisten Freunde sind.

(hier wieder bitte alle einschalten)

So, wenn Ihr das hier lest, dann sind wir schon im Rennen. Dann ist ernst, Race-Day, Anstrengung, Mut, Verzweiflung, Liebe, Kampf, Glaube. Eine wilde Mischung von allen Emotionen, die man so durchleben kann, wenn man sich an der Grenze dessen bewegt was man zu leisten im Stande ist. Es wird eine absolute Gratwanderung für unsere lieben Vier sein. Und manchesmal in den anstrengenden Stunden werden sie den Tag verfluchen und sich wünschen, nicht im Rennen zu sein.

Aber wer zweifelt, kommt nie nach Jericho (Philippe Djian), und wer das Besondere will, muss auch etwas Besonderes leisten. Bitte, Liebe Leute, drückt uns alle Daumen die Ihr habt, denn ich bin sicher, dass dies seine Wirkung bis zu uns tragen wird. Schon im Voraus möchte ich Euch dafür danken, dass Ihr mit uns fiebert.

Über den Rennverlauf wird Euch ja Maik informieren, und ich bin sicher, dass das eine spannende Sache werden wird. Ebenso sicher bin ich mir im Übrigen, dass meine Telefonrechnung nach dieser Reise horrende ausfallen wird. Ja ich weiß, wer das Besondere will, muss auch Besonderes leisten.

Jetzt bin ich müde. Ich hoffe, das Netz im Hotel ist heute Abend stabil. Wir hören uns erst am Sonntag auf diesem Kanal wieder – logisch, denn morgen Abend werden wir so oder so bis nach Mitternacht im Zielbereich sein.

Bis dahin, von mir ein kräftiges: Wille ist Alles!

Herzlichst, Euer mathias

Donnerstag, 22. Mai 2008

Mut fassen

Liebe Leute,

obwohl es schon viertel vor 24 Uhr ist (und wir stehen morgen um 6.30 Uhr auf, um zum Schwimmen zu gehen), sitze ich hier, weit weg vom Appartement, und arbeite, um Euch die Neuigkeiten zu überbringen. Und obwohl es schon so spät ist, habe ich mir die Zeit genommen, Eure Kommentare vorher zu lesen. Danke, Danke, Danke! Anna und die Jungs werden das alles morgen Vormittag lesen, und sich sicher wahnsinnig freuen.

Davon abgesehen, werde ich wohl nicht mehr berichten. Denn erstens kann ich alleine einfach nicht so viel schreiben wie Ihr. Und zweitens, finde ich Eure Kommentare viel spannender als meine Einträge. Also, da kann ich doch gleich abgeben, oder?!

Na, ich denke mal drüber nach. Die Stunden ticken herunter und so langsam wird auch dem Letzten klar, dass da ein riesen Brocken vor uns steht und wartet. Aber lasst erstmal mit dem netten und schönen anfangen. Gestern Abend haben wir TV-Mann Jürgen Brand und sein Team Frank (Ton) und Thomas (Kamera) begrüßt.

Gemütliche Runde von Dienstag Abend

Schön gemütlich haben wir im Jameos del Playa (Ihr wisst schon, dem Hotel im dem Martins Eltern abgestiegen sind) bei ein paar Bierchen zusammengesessen. So wurde es natürlich ein wenig spät. Aber Feste soll man ja feiern wie sie fallen.

Mathias Highspeed von gestern

Trotzdem sind Anna, Dirk und ich heute Morgen um vor 7 Uhr raus und mit nem Taxi zum Schwimmstart gefahren. In dieser Bucht ist das Wasser um einiges ruhiger als bei uns am Strand. Ehrlich gesagt, war es fast wie im Hallenbad. Fast.

Anna atmete schon direkt ein wenig auf, aber nervös war sie trotzdem. Musste sie jedoch wirklich nicht sein. Bei dem ruhigen Wasser zog sie ruhig eine gute Viertelstunde in die eine, und eine weitere Viertelstunde in die andere Richtung, ihre Bahn. Ein großer Fortschritt!

Vor unserer gemeinsamen Radrunde waren wir noch kurz bei der Ärztin, die Anna behandelt hatte, um einen letzten Check und eine letzte Beratung einzuholen. Ein sehr nettes Team hat sich dort um Anna gekümmert, und als sie hörten, von wo wir kommen und wie unser Projekt abläuft, waren sie doch einigermaßen beeindruckt.

Auf der Geraden hoch in die Feuerberge

Von dort aus sind Anna und ich auf eine Radrunde los. Ganz easy wollte ich ihr die Anfahrt in die Feuerberge zeigen. Aber schon nach ein paar Metern, als meine Oberschenkel (auch aufgrund der letzten Tage) brannten, sagte ich zu ihr: „Anna, fahr bitte langsam.“ Und als Antwort kam von vorne: „Ich fahr doch langsam.“
Ganz klar, Anna ist auf dem Weg der Besserung. Auf jeden Fall hatte sie mächtig Spaß auf dem Rad, und die irre lange Gerade hoch in die Feuerberge schien sie überhaupt nicht zu beeindrucken. Tick, tick, tick, immer schön ein, zwei Gänge leichter als sie wahrscheinlich hätte können, kurbelte sie die Pedalen um das Tretlager, und schwupps, waren wir oben.

Von da aus dann noch durch die Berge hindurch, und die letzten 20 Kilometer auf herrlicher Strecke mit Rückenwind Richtung Puerto del Carmen. Und einmal, als es ein wenig bergab ging, schoss ich von hinten heran und mit 62 Km/h an ihr vorbei. Natürlich zeigte ich ihr die Attacke-Faust, aber nur eine Minute später, ich hatte die Füße kurz hoch genommen, schoss diesmal sie an mir mit 62 Km/h vorbei. Kann mir mal einer sagen, wo sie diesen Wumms her nimmt? Und noch mal zwei Minuten später grinst sie mich an und sagt: „Na, hab ich Dich geschnappt, oder?!“ Frech!!

Jutchen, am Nachmittag ist sie dann noch mal ins Wasser, wieder in der Wellenbucht. Nun ja, mehr als 15 Minuten waren nicht drin, aber zumindest hatte sie keine Angst. Es geht voran.

Juut, was war sonst. Martin war heute 45 Minuten joggen – genau nach Plan. Dirk ist 30 Kilometer geradelt, ebenso, und Thomas war mit mir auch noch eine Dreiviertelstunde rennen. Ganz easy, versteht sich. Apropos Thomas. Hier Grüße von ihm:

„Hallo zusammen,
auch ich möchte mich live von der Insel melden. An alle Leser des 2005er Blogs: Ich bin nicht mehr Kalkleiste. Durch die Pflicht der ausgiebigen Regeneration dazu gezwungen in der Sonne zu liegen, habe ich eine Farbmischung zwischen braun und lanza-rot auf meiner Haut. Alles wunderbar, noch. Weil am Samstag geht es los, der härteste Tag meines Lebens, davon gehe ich jetzt einfach mal aus. Wahrscheinlich sogar noch härter. Bisher war alles recht gemütlich hier, ein wenig von schwimmen, etwas laufen und dazu noch ein Prise von Rad. Fertig ist der Triathlon-Mix. Das ist alles von mir, bisher. Ich werde mich aber bestimmt vor dem Wettkampf noch mal melden.
Einen schönen Abend wünsche ich euch
Thomas“

Dann sind heute Nachmittag auch noch meine Eltern vorbei gekommen. Ach herrlich, wie sehr alle Anteil an unserem Unternehmen nehmen. Das ist sehr beeindruckend. Und wieder verdient auch Ihr meinen aller herzlichsten Dank für Mutmachen, Daumendrücken, Unterstützen! Das ist alles sehr sehr aufregend!

Und gleich fahren wir noch zum Club La Santa, wo der Film über Marc Herremans gezeigt wird, den alle unheimlich gerne sehen möchten. Und wer weiß, vielleicht ist ja auch ein Autogramm drin. Wie das dann im Club sonst alles so läuft, darüber berichten wir morgen.

Ich hoffe, Ihr seid wieder dabei. Wir müssen los, und irgendwann gegen Mitternacht geht dieser Eintrag wohl auch online. Bis dahin.

Herzlichst, Euer mathias

Dienstag, 20. Mai 2008

Besserung, Zweifel, Glaube!

Liebe Leute,

da ich die Einträge im Appartement, fern des Hotels mit dem WLAN, tippe, kann ich leider Eure Kommentare erst immer lesen, wenn ich den Blog schon fertig habe. Ich bitte Euch, mir deshalb nachzusehen, dass ich nicht immer sofort darauf eingehen kann.

Fakt ist, hier heult die halbe Truppe, weil Ihr so Gas gebt, weil Ihr uns anscheinend so sehr die Daumen drückt, dass ich mich manchmal frage, wie Ihr noch Eure Brötchen verdienen könnt. Das ganze Team, freut sich so wahnsinnig, dass Ihr mit dabei seid, dass glaubt Ihr gar nicht. Und Lutz, dass mit den Unterschriften sollten wir hinbekommen, wenn uns das auch irgendwie komisch vorkommt, weil wir ja nun alles andere als Berühmtheiten sind. Aber was soll’s, wenn Du es möchtest, dann soll es so sein.

Und noch kurz zu Vero: Veronika finden wir auch okay. Und wir mögen auch deutsche Leser und Kommentarschreiber/innen. Keine Angst also. Vielleicht kannst Du ja ein wenig Imagepflege für uns in den Niederlanden machen.

Zum Thema T-Shirt hatte Nadine richtig bemerkt. Anna macht die Shirts in echter Handarbeit per Siebdruck. Das ist ne recht komplizierte Sache mit Belichtung eines Siebes und was weiß ich. Anschließend druckt sie die Logos zu Hause. Und da Anna nun hier ist, müssen die Bestellungen ein wenig warten.
Dann zum Thema Live-Ticker. Also Maik ist gesetzt. Wir verlassen und dann aber auch auf Dich. Wenn Du es Dir noch mal anders überlegst, musst Du Bescheid geben. Du kannst mir auch Deine Nummer simsen. Meine Nummer ist nämlich die 0171-41 57 677. Steht eh im Impressum der Mythos-Ironman-Hawaii-Seite. Möchte an dieser Stelle aber bitten, von Glückwünschen per Handy abzusehen, dass wäre doch mächtiges Chaos und auch kostenmäßig ein Schlag ins Kontor. Also diese Nummer bitte nur für Maik.

Juut, was ist heute passiert? Martin war heute Morgen schwimmen und hat seit dem einen ruhigen Tag. Keine Ahnung wo er ist, wahrscheinlich bei seinen Eltern und seiner Liebsten, und nascht von deren, wie er sagt, sensationellem Buffet im Hotel. Da muss ich ja später auch wieder hin, diesmal kommen sogar Teammitglieder mit, weil dort auch Jürgen Brand mit seinem Drehteam wartet. Jaja, sonst müsste ich wohl wieder alleine marschieren, aber wenn das Fernsehen ruft, ist alles anders. Ein Hoch auf die Freundschaft.

Dirk und Thomas waren heute Morgen ebenfalls schwimmen. Bei Dirk lief es schon viel viel besser – nix mehr mit schlecht werden oder gar übergeben. Sehr gut, wieder ein Sorge weniger.
Beide haben heute noch weiteren Sport gemacht. Thomas war 61 Kilometer radeln, und Dirk war heute Abend noch 42 Minuten locker joggen. Sehr brav, alles mit mir abgesprochen. Denn tatsächlich empfinde ich es als eine der wichtigsten Dinge, die Vier ausgeruht an die Startlinie zu bringen. Jetzt noch ein Hunni oder ein anstrengende Fahrt oder ein harter Lauf wäre wohl das dümmste, was wir machen könnten.

Anna geht es heute auch schon deutlich besser. Was da jetzt mehr geholfen hat, der Arztbesuch oder Eure massenhaften Genesungswünsche vermag ich nicht zu beurteilen. Es war wohl Beides sehr sehr wichtig. Denn zum Gesunden gehört auch die Psyche wie wir alle wissen. Und da harkt es noch ein wenig bei Anna. Sie war nämlich eben mit mir im Wasser und hatte richtig Schiss davor. Tatsächlich schwammen wir in der falschen Bucht und zur falschen Tageszeit, aber was soll es, irgendwann muss der erste Schritt, beziehungsweise der erste Armzug ja gemacht werden. Und ich kann Euch sagen, die ersten Meter gegen die Welle waren nicht von schlechten Eltern, auch für Geübte nicht. Aber lest selbst, was Anna berichtet:

„Hola ihr Lieben,
nun hab’ ich es geschafft. Ich war das erste Mal in meinem Leben im Meer schwimmen!
Klar, ich war auch die Jahre vorher im Meer, aber dann immer nur zum Wellenhüpfen, Wellenreiten oder zum Schnorcheln. Und wie war es? Naja, abgesehen davon dass ich mich kaum getraut habe zusammen mit Mathes zum Strand zu gehen, habe ich auch erstmal ein paar Angstränen vergossen. Ach ja, ich weiss auch nicht, aber irgendwie ist das schon alles so unglaublich aufregend hier, dass ich mich manchmal frage ob ich hier nicht lieber mich einfach auf die Zuschauerseite stellen, und ganz leise abwarten sollte bis es 24 Uhr ist. Aber was soll’s, es bringt nichts, das muss noch werden.

Lange Rede, kurzer Sinn: erst sind Mathes und ich gegen die Strömung geschwommen, kamen wohl annähernd 100 Meter nach vorn, und dann haben wir umgedreht, ich sollte einfach dranbleiben und das Hotel am entfernten Strand fokussieren, so Mathes, und dann sind wir in einem Stück bis zum Strand geschwommen. Langsam entstieg ich der reißenden Flut (so schlimm war es natürlich nicht) und ich bin weder gewankt noch musste ich spucken. Glück gehabt – für’s Erste.
So viel zum Schwimmen, und nun folgt noch der zweite, wichtige Teil:

Vielen, unsagbar vielen Dank für jeden einzelnen Kommentar. Mir kommen gerade die Tränen wenn ich daran denken muss, wieviel Kraft ihr mir dadurch geschenkt habt. Mir geht es schon besser, ich bin guter Hoffnung dass ich den Wettkampf machen kann und dass das schon alles noch wird.
Und nochmal: Vielen Dank!
Alle Liebe an Euch alle, herzlichst,
Eure Anna-Sophia

Anna liebt Papageienblumen – also habe ich ihr eine mitgebracht (per Foto)

Ehrlich gesagt hat sie eben auch noch mal geweint. Sie zweifelt richtig! Dabei gibt es dazu keinen Grund. Steter Tropfen hölt den Stein, und so wird sie, wenn sie nicht zählt, sondern einfach Zug um Zug um Zug setzt, irgendwann dem Wasser entsteigen. Und dann geht es erst richtig los! Nun, wir werden sehen. Anna wird nun in den nächsten beiden Tagen noch zweimal täglich schwimmen. Nein, nichts anstrengendes und langes, nur Vertrauen gewinnen ist angesagt. Und ich bin der festen Überzeugung, dass sie es schaffen wird.

An dieser Stelle möchte ich Dirk für eine unheimlich großzügige, ja großherzige Aktion danken. Ehrlich gesagt, fehlten mir fast die Worte, als ich hörte was er sagte: Und zwar bot er Anna an, die gesamte Strecke an ihrer Seite zu schwimmen (was ich ja nicht darf), und ihr somit Sicherheit zu geben. Das ist so was von selbstlos – alle Achtung!

Er meint, es würde sich nur freuen können, wenn alle Vier das Ziel erreichen würden, und wenn es darauf ankäme, dann würde er das gerne machen. Sensationell!
Allerdings, und nun komme ich, ich weiß nicht, ob es gut wäre. Es könnte zum Beispiel sein, dass Anna sich gerade dadurch unter Druck gesetzt fühlt und nicht ihren Rhythmus findet. Ebenso, im schlimmsten Fall, liefe Dirk Gefahr, vielleicht auch nicht das Schwimmen zu schaffen (also nur mal so ganz ganz schlimm gedacht). Das wiederum wäre in meinen Augen ein Super-GAU. Tatsächlich denke ich, dass jeder für sich dieses Abenteuer bestehen sollte. Und wenn Anna es selbst, ohne Hilfe schafft, ist sie hinterher noch stolzer als so. Mensch, eine schwierige Angelegenheit. Tatsächlich aber haben wir ja auch noch einige Tage, und wer weiß, wenn Anna jetzt ein paar mal sieht, dass die Wellen morgens früh und in der anderen Bucht gar nicht so doll sind, dann braucht sie Dirks Hilfe vielleicht gar nicht.

Wir werden sehen. Aber egal wie die Sache ausgeht, ich finde hier derzeit nicht die richtigen Worte, um Dirk für diese wunderbare Geste zu danken. Und jetzt heul ich auch schon.

Unsere beiden Ausflügler, Mariechen und Steffi (re.). Die Drinks auf dem Golfplatz mussten sie nicht bezahlen. Beziehungsweise, sie zahlten mit guter Laune.

Besser schnell zurück zum Tagesgeschehen. Mariechen und Steffi haben sich heute zwei Mountainbikes geliehen und sind kurz vor Mittag los. Nun ist 20.30 Uhr und sie sind noch nicht zurück.

Steffi auf dem Putting-Green

Anscheinend amüsieren sie sich gut. Ooh, da kommen sie gerade – viel zu laut und leicht Fahne schwenkend, wenn Ihr wisst was ich meine. Also das war auf jeden Fall ein gelungener Tag für die Zwei.

Mariechen auf der Driving-Range des Golfplatzes in Teguiese

Ich selbst wollte heute wieder mit Dirk Hildesheim fahren, aber wir haben uns verpasst, und so wurde es eine einsame aber total schöne Runde. Auf einer spanischen Insel mit spanischer Musik auf einem Ohr (Juanes), habe ich mir so ziemlich jedes Knäppchen ausgesucht, welches auf der südlichen Inselhälfte zu finden ist. Erst gegen den Wind hoch und quer rüber zum Club La Santa, dann wieder zurück durch die Feuerberge und dann habe ich mir auf der Abfahrt erst mal den Highspeed-Rekord von Dirk Hildesheim (fuhr dort gestern 84,4 Km/h) zurück geholt. 87 Sachen sind nun angesagt. Und wenn ich einen dickeren Gang hätte, wären wohl auch die 90 gefallen. Habe ich aber nicht.

Beweisfoto – Mathias in Femes. Das war hart, macht aber auch glücklich, wie man sieht

Dann habe ich mir Femes von der steilen Seite aus angetan. Das ist vielleicht ein Klopper. Ein Radlerkollegen den ich überholte, schob sein Rad zwei Drittel des Berges hoch. Tatsächlich stemmt man sich an dem Anstieg mit aller Kraft im Stehen in die Pedale, die Arme reißen gleichzeitig am Lenker und wenn es gut läuft, dann zeigt das Tacho 6 oder 7 Stundenkilometer. Harte Arbeit. Und weil mir der Feuerberg heute so wohl gesonnen war, bin ich ihn anschließend direkt noch mal hoch gefahren. Letztlich stand ich nach 5:05 Stunden wieder hier mit 131 Kilometern auf der Liste. Der Wind war im übrigen heute fast noch stärker als gestern. Der helle Wahn! Vor diesem Hintergrund lässt sich der fast 26er Schnitt ganz gut an.

So, das war es für heute. Nicht all zu viel passiert, aber trotzdem total aufregend und spannend. Es liegt noch ein großer Haufen Arbeit vor uns, und wenn es nur mentale Arbeit ist.

Und da ist mir heute, und Thomas ist es genau so gegangen, eine Lösung für die heftigsten Windböen gekommen, wenn sie denn am Samstag auch wehen. Immer wenn mir heute der Wind besonders ins Gesicht knallte, habe ich gelächelt, mich gefreut, dass er da ist. Innerlich habe ich ihn sogar gefragt, ob er denn nicht stärker kann, denn ich wusste, ich kann stärker. In der Tat hoffe ich, dass das Team am Renntag mit genau so viel Lächeln fahren kann. Denn wir haben so oft schon in schweren Zeiten versucht die Dinge locker anzugehen, nicht zu verkrampfen, was viele andere Athleten gerne machen. Dies ist also mein Rat: Nehmt den Wind als Partner, freut Euch, dass Ihr ihn spüren dürft. Freut Euch dass Ihr Euch mit ihm anlegen dürft. Denn wie hat Anna in der ersten Fernsehsendung gesagt: Ich habe zwei gesunde Arme und zwei gesunde Beine, warum sollte ich es nicht schaffen?! Ebenso ist es. Und nicht vergessen:

Nicht hält mich auf,
kein Berg und kein Wind,
ich gebe nicht auf,
wie steil und stark sie auch sind.
Sitzt auch der Teufel,
auf meiner Schulter,
ich lach ihm frech ins Gesicht,
„auch Du kriegst mich nicht unter!“
Denn nichts hält mich auf,
kein Berg und kein Wind!

Herzlichst, Euer mathias

Montag, 19. Mai 2008

Windige Zeiten

Liebe Leute,

der Tag fing heute für Martin an, als wäre er nicht aus Hamburg abgereist. Morgens um 8 Uhr hat er sich seinen Neopren-Anzug geschnappt und ist ab zum Strand, um dort zu schwimmen. Sehr diszipliniert. Als er wieder zurück kam, machten wir anderen auch so langsam die Augen auf.

Anna leider immer noch krank, worauf die Entscheidung klar war, dass sie später einen Arzt aufsuchen würde. Zuerst ging es dann aber zum Frühstück, und gegen halb elf kam dann Leben in die Bude/n. Dirk und Thomas wollten zum Schwimmstart und das Meer antesten, Anna und Mariechen fuhren mit, um ärztlichen Rat zu suchen.

Marie und Anna gut gelaunt

Zurück kam sie mit einigen Medikamenten, unter anderem ein Spray, welches Ihr die Halsschmerzen nehmen soll. Die Ärztin meinte wohl, dass wir gute Chancen hätten, die Sache bis zum Wochenende in den Griff zu bekommen, und tatsächlich hat sie gemeint, dass Anna, je nach Gefühlslage, morgen schwimmen dürfe. Ganz ehrlich, ich hoffe, die Mädels haben die britische Ärztin gut verstanden. Nun denn. Auf jeden Fall war unsere Dame heute schon wieder etwas mutiger, um nicht zu sagen, stellenweise gut gelaunt, wie das Bild mit Mariechen wohl beweisen dürfte. Ich hoffe, alles geht gut.

Thomas (li.) und Dirk vor dem Schwimmen

Dirk hatte dann beim Schwimmen mit Thomas sein besonderes Erlebnis. Er ist nämlich seekrank geworden. So sehr, dass er sich zuerst zweimal während des 35-minütigen Schwimmens an Bojen festhalten musste, und dann, als er zurück an Land war, den zwei fremden Mädels, die er gebeten hatte, auf die Sachen aufzupassen, vor die Füße kotzte. Wohl bekommt’s! Wie er selbst meinte, seien die Beiden ungefähr eine Minute später abgehauen.

Im Puerto del Carmen werden im Start/Zielbereich Zelte aufgebaut

Das war es an Sportprogramm für Thomas und Dirk für heute. Martin hingegen ist 2:40 Stunden Rad gefahren (knappe 75 Kilometer), und dann noch 29 Minuten gelaufen. Ein Koppeltraining war zwar für heute überhaupt nicht angesagt, aber der Junge wollte die neuen Gummischnürriemen auf den Laufschuhen ausprobieren. Wollen wir mal alle hoffen, dass es Martin gut getan hat.

Dirk Hildesheim und Mathias während der Tour

Ich hatte mich unterdessen mit Dirk Hildesheim, alias Heidenreich, zum Radeln verabredet, der mit seiner Frau, ehemalige Frau Fahner, jetzt Frau Hildesheim, alias Heidenreich oder Fahners Tochter, im Club La Santa abgestiegen ist, um uns am nächsten Samstag tatkräftig zu unterstützen.

Dirk Hildesheim auf dem Weg in die Feuerberge – fieser gerade Berg mit Wind genau von vorne

Nachdem jeder von uns einen eigenen Anreiseweg hatte, trafen wir uns oberhalb von El Golfo und los ging’s, schön locker, leicht und flockig. Na sagen wir, so locker, wie es der Wind heute zuließ. Und der Wind ließ heute nicht all zu viel zu. Umso beeindruckender, dass wir zwischendurch auf einen Athleten der Handcycle-Klasse auffuhren, der mir recht bekannt vorkam.

Mathias auf dem beschwerlichen Weg in die Feuerberge

„Hey Marc, is it you?“, rief ich noch von hinten, und tatsächlich drehte sich Marc Herremans, Belgischer Athlet und Ironman-Weltmeister – außerdem Kapitel 5 in meinem Buch, um, und begrüßte mich, wie immer überbordend freundlich. Ich freute mich erst einmal, dass er sich so schnell an mich erinnerte, und schon wieder einmal war ich sehr beeindruckt von ihm. Rund fünf Minuten pedalierten Dirk und ich neben Marc und seinem Radbegleiter her und führten ein recht herzliches Gespräch. Ich schätze einmal, Dirk war auch sehr beeindruckt.

Marc selbst bereitet sich hier auf den Ironman-Austria in Klagenfurt vor, wollte heute eine 80er Runde fahren, und übermorgen den gesamten Ironman-Kurs absolvieren. Eben jenen Kurs, auf dem er 2002 so schwer verunglückte, dass er seit dem Brustabwärts gelähmt ist. Ich habe heute lange darüber nachgedacht, aber ich bin mir sehr sicher, dass Marc Herremans der wohl beeindruckenste Mensch ist, dem ich je begegnet bin. Er strahlt eine Herzlichkeit und Lebensfreude aus, die seines gleichen sucht. Er ist echt ein Held.

Uns hat dieses Treffen auf jeden Fall die heutige Runde veredelt. Und so fuhren Dirk und ich lange über diese Begegnung sprechend durch die Feuerberge Richtung Club La Santa, wo ich mir noch einmal die Trinkflaschen auffüllte und alleine weiterfuhr. Und dann auf einer wunderbaren Geraden mit Rückenwind, erfuhr ich auch, wie stark der Wind heute wehte. Ich verfolgte nämlich den Schatten einer Wolke auf dem Asphaltband vor mir. Und als ich genau mit ihre fuhr – über mehrere Minuten – hatte ich immer zwischen 50 und 60 Kilometer pro Stunde auf dem Tacho. Die 121 Kilometer von heute waren also zeitweise echte Arbeit, aber ganz selten eben auch wunderbar schnell und ruhig.

Auf dem höchsten Punkt der Ironman-Strecke. V.l.: Thomas, Steffi, Nadine (alias Frau Hildesheim), Anna, Mariechen, Dirk Hildesheim, Dirk, Mathias

Zum Abschluss des Tages führte uns noch ein Gruppenausflug zum Mirador del Rio, womit wir Hildesheims und Anna die markanten Punkte der Strecke zeigen konnten. Von diesem Ausflug kommen wir nun zurück.

Juut, das war es für heute. Es ist schon nach 22 Uhr, und ich weiß gar nicht, ob ich den Blog überhaupt noch absetzen kann.

Also schließe ich mit den Worten Marc Herremans: Nichts ist unmöglich!

Herzlichst, Euer mathias

Sonntag, 18. Mai 2008

Ort der Prüfung

Liebe Leute,

falls Ihr Euch gefragt habt, ob bisher alles geklappt hat – ja, wir sind hier, wir sind auf Lanzarote, der Insel unseres Begehrens. Gestern Morgen sind wir nach einer schlaflosen Nacht angekommen, es war jedoch so viel zu organisieren, und – ja – auch zu trainieren, dass es mir nicht gelungen ist, einen Eintrag abzusetzen. Jetzt erst, nachdem wir alle Möglichkeiten eruiert und gecheckt haben, haben wir im Yameos del Playa, dem Hotel von Martins Eltern (also dem, in dem sie wohnen) einen Hotspot gefunden. Da muss ich nun jeden Abend hin, immerhin 2 Kilometer, damit ich Euch auf dem Laufenden halten kann. Aber was tut man nicht alles. Und dann wollen wir nun auch mal in medias res gehen.

Das ganze Team auf Lanzarote

Gestern also angekommen und Quartier bezogen. Wir fühlen uns hier im Hide Park Lane echt wohl. Das ist eine Anlage mit vielen kleinen Appartements, mit eigener Grillecke, und Terrasse. Es ist sauber hier, nett gestaltet und – nicht unwichtig – preiswert.

Kaum angekommen haben wir erst mal was eingekauft, was nicht so einfach ist, weil wir keinen Mietwagen haben. Aber, während wir Jungs geschraubt haben, sind Anna und Mariechen mit einem Rollkoffer los und haben das Nötigste besorgt.

Ausgeknockt von schlafloser Nacht – die Herren am Pool, fest schlafend

Als die Räder fertig geschraubt waren, haben wir dann einen Ausflug an unseren Pool gemacht. Dabei haben Martin und ich die Vorhut gegeben und sind ratzfatz in der Sonne eingeschlafen. Unnötig zu erwähnen, dass ich („ach ich war ja gerade in der Karibik“) meine Beine nicht eingeschmiert hatte und auch Martin die eine oder andere Lücke an seinem Astralkörper gelassen hatte.

Krankenschwester Mariechen mit Patienten Anna und Mathias

Als die anderen zu uns kamen, machten sie uns schon auf unsere Lücken aufmerksam, tatsächlich waren wir jedoch so was von weggetreten (also schlafend), dass wir keine Anstalten machten, die Sache ernsthaft in die Hand zu nehmen. Das Ergebnis waren zwei total verbrannte Beine die mich mit dem Boden verbinden, beziehungsweise mich auf den Boden der Tatsachen zurückbrachten. Infolgedessen unterzog mich Krankenschwester Mariechen einer Quarkkur. Ich kann Euch sagen: Ich habe aufgrund der Kälte geschrieen. Wow. Die anderen haben sich zumindest darüber köstlich amüsiert.

Auch Martin muss nun erstmal mit einer Krankheit namens Halsbrand leben, hat sich aber keiner Kur unterzogen.

Martin, total verbrannt auf Lanza-Röte

Kurz darauf sind wir dann auch schon in die Laufschuhe. Ab runter auf die Strandstraße, dann rechts nach Puerto del Carmen, zum Punkt, wo nächsten Samstag das Ziel sein wird, umgedreht und zurück zum anderen Wendepunkt und wieder nach Hause. Tatsächlich waren wir so was von um die 1:10 oder 1:15 Stunden unterwegs. Und das ging eigentlich ganz locker ab.

Und dann die schlechte Nachricht: Anschließend fühlte sich Anna ganz schlecht. Tatsächlich hat sie Halsschmerzen, Kopf- und Nackenweh, und kam auch heute Morgen nicht mit zum Frühstück. Ich kann nur sagen, dass ich richtig Schiss habe. Also bitte, bitte, drückt die Daumen für Anna, veranstaltet irgendwelche verrückten Tänze oder zündet Opferfeuer an – sie muss (!) wieder gesund werden. Unbedingt. Schon doof genug, dass sie derzeit nicht mehr am Sportprogramm teilnehmen kann, was sie hoffentlich nicht all zu sehr verunsichert.

Tagsüber hat sich heute Mariechen aufopfernd um Anna gesorgt. Von Teemachen, über Obst einkaufen, bis hin zur lustigen Unterhaltung und auf andere Gedanken bringen, war alles dabei. Egal wie die Sache ausgeht, schon jetzt gehört Marie mein ganzer Dank!

Martin hat heute Morgen seine Familie und seine Liebste, Maria am Flughafen überrascht und dafür sein Schwimmtraining geopfert – recht so. Auch später hat er dann viel Zeit dort verbracht, und somit die Radrunde von Dirk, Thomas und mir ausgelassen.

Thomas, Dirk und Mathias auf dem Streckenabschnitt El Golfo

Und die war schön! Ganz locker sind wir Richtung El Golfo pedaliert, haben dort erstmal eine kleine Fotosession hingelegt und sind dann weiter zu den Motañas del Fuego, den Feuerbergen. Und wie immer (klar, wo soll sie auch hin) wartete dort diese Hammer-Gerade auf uns, welche in Wellen immer höher und höher in die Berge führt.

Dirk in Anna-Manier: Attacke/Thomas im bunten TOUR-Trikot

Weil mir gerade danach war, habe ich dann am Fuße dieser Gerade Ernst gemacht. Die Kette zwei, drei Gänge nach rechts fallen lassen und los gestiefelt. Knallgas, Volldruck, alles was geht, bis zum allerhöchsten Punkt. Nicht mal 15 Minuten hat das Happening gedauert. Mit von der Partie waren Herzrasen und Schnappatmung, Oberschenkelbrand und Aterienverengung. Trotzdem ein großer Spaß.

Mathias bei El Golfo

Und als ich mein Rad oben abstellte, um auf die Beiden Freunde zu warten, kam auch schon Thomas angeradelt. Sensationell, super, bärenstark. Zwei Minuten nur hat mir Vorsprung gelassen, und meinte noch, dass Reserven da gewesen wären. Also jetzt endlich muss er realisieren, dass er ein großes Pfund drauf hat. Und tatsächlich ist die Botschaft seines Körpers auch schon in seiner Schaltzentrale angekommen. Denn sonst wäre er ja gar nicht hinter mir her gestiefelt, als ich wie ein Berserker los bin. Also, Thomas: Glatte Eins!

Dirk, der vernünftig und ruhig geblieben war, kam weitere fünf Minuten später oben an und war auch sehr zufrieden – und ich war es auch mit seiner Leistung. Von da an sind wir ganz locker weitergefahren, und nach insgesamt 74 Kilometern und 2:58 Stunden waren wir wieder zu Hause.

Anna, die sich unterdessen mit Maries Hilfe aus dem Bett gewrungen und einen Spaziergang absolviert hatte, sah auch schon etwas besser aus. Wir können nur hoffen, dass wir/sie dieses Problem in den Griff bekommt. Ich zumindest habe schon einige Stoßgebete zum Himmel geschickt.

So, während Dirk mit Frau und Dirk Hildesheim in El Golfo zu einem Restaurantbesuch unterwegs ist, ebenso wie Martin mit seiner Familie tagt, sitzen Thomas und Steffi und Anna und Mariechen draußen beim Kartenspielen. Und ich – kennt Ihr schon – ich tippe. Und dann, wie schon erwähnt, muss ich noch zum Hotel, um das hier abzusetzen. Mensch, ich möchte auch wieder Athlet sein!

Jetzt möchte ich mich noch ganz herzlich für die vielen Kommentare bedanken. Für ein Wochenende war das ganz klar rekordverdächtig. Ihr glaubt es nicht, aber die Vier (von Anna und Thomas weiß ich es genau) haben Tränen in den Augen, wenn sie Eure herzlichen Grüße und Glückwünsche lesen. Das ist ganz ganz toll, bringt eine unheimlich Energie hier in den Laden. Es ist so schön, dass Ihr dabei seid. Wunderbar!

Ich hatte übrigens heute auch Tränen in den Augen – als ich Julias Worte gelesen habe. Die Kleine ist mittlerweile wohl 19 Jahre alt, und nie hätte ich gedacht, dass sie sich für so ein Projekt wie das unsrige interessiert. In dem Alter hat man doch ganz andere Interessen, oder?! Aber Julia, ja, dass hier ist Dein Papa, derjenige der immer den neuen Glimmstängel mit dem Alten angezündet hat, der der jeden Meter mit dem Auto zurückgelegt hat. Er ist mittlerweile so sensationell fit, dass glaubst Du gar nicht. Aber eines ist geblieben (und dafür sorg ich ja auch ein wenig): Er trinkt immer noch ein paar Bierchen!

Doll gefreut habe ich mich auch über Vero. Was im Fußball unmöglich erscheint, scheint unser Sport möglich zu machen. Ein Niederländer drückt für uns die Daumen. Das freut mich sehr. Tausend Dank, Vero!
Und wie schon gesagt, auch all die Anderen die uns schreiben – wir danken Euch von Herzen.

Aah, Maik, unser Messe-Triathlet. Junge, wo treibst Du Dich überall rum. Ich denke Du hast Familie! Aber im Ernst jetzt. Frau Hildesheim und auch ich würden vom Wettkampf Simsen schicken. Wenn Du Zeit hast an diesem Samstag, und ich meine, wenn Du 15 Stunden Zeit hast, dann übersende uns im Kommentar Deine Handynummer. Wir würden Dich dann versorgen, und Du könntest unsere Simsen als Kommentar veröffentlichen. So hätten wir unseren eigenen Live-Ticker! Solltest Du das nicht schaffen, dann bietet sich vielleicht jemand anderes aus unserem Leserkreis an? (Aber Maik hat erstmal Ältestenrecht.)
Jedenfalls, das wäre eine super Sache.

Ihr Lieben, ich werde hier noch einige Runden mit dem Rad drehen, weil ich doch die Transalp noch vor mir habe. Und schon der heutige Tag hat gezeigt, dass ich nur mit Gänsehaut beziehungsweise Gedankenverloren rumradel. Denn eigentlich denke ich nur an den kommenden Samstag, und grübele darüber nach, wie ich die Vier noch besonders motivieren kann.

In sieben Tagen wartet auf sie die (sportlich) härteste Prüfung ihres Lebens, und wenn sie es schaffen, dann haben sie wahrhaft Tolles geleistet. Und ich glaube darüber hinaus, dass es noch nie ein solches Projekt, also gleich vier Leute in einem Team, die vorher nie Triathlon gemacht haben, in unserem Land gegeben hat. Ich glaube fest daran, dass wir es schaffen können. Bei meinem letzten Eiermann, wie ich das Rennen manchmal etwas despektierlich nenne, hatte ich mir als Begrüßungstext in mein Handy einprogrammiert „Kämpfe! Glaube!“ Die soll auch meine Freunde antreiben. Und:

Wille ist Alles!

Herzlichst, Euer mathias

Freitag, 16. Mai 2008

Hallo – Auf Wiedersehen

Liebe Leute,

es ist soweit, heute Nacht um 4 Uhr verlässt unser Flieger in Hannover deutschen Boden, und morgen um 8 Uhr sind wir auf der Insel unseres Begehrens. Mit Entspannung hatte der heutige Tag jedoch rein gar nichts zu tun. Denn in eineinhalb Stunden zum Beispiel werden wir abgeholt, und ich fange gerade mit dem Schreiben an. Und vielleicht will ich mir ja auch noch vorher ne Kleinigkeit hinter der Keramikleiste schieben. Nicht viel besser als mir ging es heute Martin, oder auch Maria. Zusammen haben wir in der rechten Menüleiste eine kleine Überraschung wieder aufleben lassen. Seht selbst.

Martin ist darüber hinaus heute wohl der Einzige, der trainiert hat. Richtig, Freitag, er war schwimmen. Ach übrigens zum Thema Sport. Ich habe auch meine Zahlen gerichtet. Schreibe ich aber nur, wenn Ihr nicht lacht. Versprochen? Gut:

Schwimmen: 19300 Meter (ups)
Radfahren: 5009 Kilometer (können auch mehr gewesen sein)
Laufen: 590 Kilometer (wieder ups)

Jutchen, das mit dem Schwimmen ist nicht sehr verwunderlich. Denn ich war, und das kann ich ohne Übertreibung sagen, fast so häufig im Schwimmbad wie Anna, nur bin ich (zumindest für mich gesehen) nicht zählbar geschwommen. Eher schon habe ich mir am Beckenrand (draußen wie drinnen) die eine oder andere Erkältung geholt.
Das mit dem Laufen geht zum Teil auf eben diese Tätigkeit hier zurück. Oft habe ich abends die Stunde zum Schreiben, denn zum Rennen genutzt. Ich hoffe, es hat sich gelohnt.
Und mit dem Radfahren bin ich sehr zufrieden. Nach wie vor, darf man (und ich übrigens auch nicht, wie Anna immer sagt) nicht vergessen, dass ich zwei Bandscheiben-OPs in seit Mitte 2006 hinter mich gebracht habe. Meine Ärzte würden wohl ein wenig lächelnd den Kopf schütteln. Und tatsächlich lächeln sie immer, wenn ich rein komme.

Soviel zu diesem Thema. Ich möchte mich herzlich bei Andrea, Daniela und Tim für die tollen Kritiken zu meinem Buch bedanken. Ich kann Euch nur bitten, anderen Freunden davon zu erzählen. Das Tim das Werk schon viermal gelesen hat ehrt mich sehr. Ich erzähle Dir nun was, lieber Tim: Ich habe es seit Erscheinen noch kein mal gelesen. Nie. Vielleicht sollte ich mal.
Also noch mal: Vielen Dank! Enka, Du hast schön geschummelt. Aber trotzdem waren es bis 21.30 Uhr erst 14 Kommentare. Bin mal gespannt, ob Felix noch auftaucht, der Euch gestern ja alle animieren wollte.
Lutz, Deine Worte zu lesen macht traurig und im Vergleich sehr viel mutiger zugleich. Der Sport kann einem in der Tat Strukturen und Halt geben. Ich hoffe, Du erreichst Deine Ziele. Und ich würde mich freuen, wenn wir am 24. Mai einen kleinen Strahl Deiner Sonne Sport stellen könnten!

Wie geht es eigentlich weiter mit dem Team, wenn wir den nächsten Samstag hinter uns gebracht haben? Diese Frage ist schon oft gestellt worden. Und ich kann immer nur sagen, dass ich es nicht weiß, beziehungsweise es jeder einzelne für sich selbst entscheiden muss. Eines kann ich jedoch ankündigen:
Ich habe alle Vier darum gebeten, am 16. August beim Triathlon in meiner Heimatstadt Hückeswagen an den Start zu gehen. Hückeswagen ist mit der älteste Triathlon in ganz Europa! Jawohl! Schon seit 1982 tragen wir dort den Dreikampf aus. Nämlich seit, fast schon ein Klassiker, unsere Vereinsleute damals die Übertragung des legendären Krabbelns von Julie Moss gesehen haben. Das war im übrigen auch meine Chance, meine Heimatstadt im Buch unterzubringen. Schön, oder?! Haha.

Auf jeden Fall ist der Triathlon in Hückeswagen (Jedermann- und Mitteldistanz; vorsicht, hart!) eine sehr schöne, landschaftlich unheimlich reizvolle und nach dem Zieldurchlauf fast schon familiäre Veranstaltung. Wir würden uns freuen, wenn vielleicht auch einige von Euch den Weg dorthin finden würden. Und wenn Ihr uns frühzeitig Bescheid gebt, dann bringen wir ein paar Shirts und Bücher mit. Also: Auf nach Hückeswagen!

So, die Räder sind eingepackt und die Taschen fast fertig. Jetzt warten wir nur noch auf unseren lieben Freund Martin, der uns vier Hamburger abholt und einpackt. Dann geht’s nach Hannover, wo Thomas schon auf uns wartet, und ein Stern-TV-Drehteam.

Jetzt möchte ich die Zeit noch nutzen, um vor unserer Abreise den Leuten zu danken, die uns unterstützt haben:

Als erstem möchte ich Herrn Florian Nebl von der Firma Paul Lange & Co danken. Er hat mich schon bei meinem Unternehmen 2005 unterstützt, und hat keine Sekunden gezögert, meinem Team nicht nur richtig gute sondern auch coole Shimano-Schuhe und erstklassige Performance-Michelin-Reifen zukommen zu lassen, obwohl er – so glaube ich – gar nicht genau wusste, was da bei uns abgeht. Danke für das Vertrauen!

Finisher Sport in Rendsburg – Ihr habt uns bei Stern-TV gesehen und direkt an uns geglaubt, auch andere Firmen und Hersteller (Jeantex, Pearl Izumi, Sailfish, Tao) von unserem Projekt überzeugt. Außerdem habt Ihr gezeigt, wie man Räder richtig schraubt. Ich hoffe, Ihr rückt eines Tages näher an die große Stadt heran. Apropos: Chef Stefan meint, ich sei ein Verrückter, aber das ist er auch. Danke für Eure Hilfe!

Dem Club La Santa – insbesondere Thomas und Lars, dafür, dass Ihr meinen Jungs für zwei Wochen ein Dach über dem Kopf geschenkt habt. Ein wichtiger Grundstein für unser Vorhaben. Danke auch für den Quadratmeter Standfläche auf der WM-Ausstellermesse, wo ich mein Buch bei Euch vorstellen durfte. Eure Freundlichkeit und Eure Spontaneität sind Mutterboden für dieses Projekt gewesen!

GL-8-Sport in Burscheid – Martin, Rainer und Stephan. Auch Ihr habt mir schon 2005 mit Leistungstest mächtig geholfen, mich auf die richtige Spur gesetzt. Euer Wissen, besser Eure Wissenschaft, hat unser Training gesteuert, das ein oder andere Auge geöffnet. Danke dafür und auch für Eure geopferte Freizeit und – vor allem - Freundschaft.

Pearl-Bikes – Roger, ohne Deine wunderschönen Räder, könnte das Team nicht diese abnormen Beschleunigungsstreifen auf der Straße lassen. Vielleicht treten wir ja eines Tages beim Ironman-Südafrika an, und Du kommst von Kapstadt aus mal vorbei. Wer weiß es?! Danke!

Acto-Hamburg – Erik Hewel. Ohne sein Fachwissen und seine Handwerkskunst hätten meine Leute heute noch Fehlbelastungen beim Laufen und Radfahren. Ich hoffe, die Einlagen verhelfen uns dazu, am 24. Mai nicht die Füße, aber den Asphalt brennen zu lassen.

Oakley – Es gibt keine besseren Brillen. Zumindest nicht für uns.

Tacx – für die Möglichkeit auch bei Schnee und Eis im Wohnzimmer radeln zu können.

Wen habe ich vergessen? Auf jeden Fall möchte ich an dieser Stelle noch mal das Rückenzentrum am Michel nennen. Physiotherapeuten Susi, Steffi Töpper und Doktor Mallwitz waren sofort zur Stelle als bei Anna der Rücken und die Schulter zwickte. Ebenso Doktor Carrero, der sich um Schulter und die schnelle Verbindung zu Acto-Hamburg bemühte. Toll, Danke!

Cora Besser-Siegmund, die tollste Psychologin der Welt, die uns Angst genommen und Mut gemacht hat! Wir winken Dir zu, Cora!

Normann Rörsch – Freund, Wegbegleiter, Mitstarter/-leidender, Ratgeber und mehr! Ich drücke nicht nur unserem Team die Daumen, ich werde auch für Dich alles drücken, damit es endlich mit der Pazifik-Insel klappt. Du schaffst es. Wille ist Alles!

Und last but not least möchte ich allen da draußen danken. Den Zweiflern und Kritikern, weil sie uns angetrieben haben, unseren Freunden und Familien, die gesagt haben, dass wir es schaffen, Euch Lesern, weil Ihr uns vertraut,

und vor allem möchte ich meinem (und dieses Wort benutze ich zum ersten Mal, weil ich mir ja nicht selbst danken kann) Team danken.
Ihr habt Euch angestrengt, Freizeit geopfert, habt gekämpft, geackert, Schmerzen ausgehalten, Frust weggeräumt, seid Euren Instinkten gefolgt, habt Euch nicht aus der Bahn werfen lassen von was auch immer, habt meinen Rat angenommen, mal mehr mal weniger, habt Euch letztendlich so unglaublich (!) entwickelt, seid richtig gut geworden, und mehr als das – Ihr habt mich sehr sehr stolz gemacht. Ich danke Euch von Herzen für Euer immenses Vertrauen!

Ihr werdet es schaffen. Kämpft für Euer großes Ziel. Nichts hält Euch auf!
Wille ist Alles!

Pa’a - Euer mathias, von Herzen


P.S: Gerade steht Anna vorm Spiegel und bemerkt, dass sich nun endlich ihre Wadenmuskeln sehen lassen. Um also hier die Frage von Markus Essing am Telefon zu beantworten: Doch, Anna hat sich schon verändert. Sie ist sehr stark geworden!

P.S.2: Für Thomas:

Donnerstag, 15. Mai 2008

Zweimal platt!

Liebe Leute,

jetzt bin ich wirklich platt! Ihr schafft mich. Als ich heute Abend um 23 Uhr meinen Computer hochgefahren habe, waren da tatsächlich 18 Kommentare auf unserem Blog (na gut, minus eins für Thomas’). Das freut mich so abgrundtief, dass könnt Ihr Euch kaum vorstellen. Ich kann hier nicht allen einzeln danken, aber ein paar wenige Dinge seien kurz erwähnt:

Steffi, genau wie gestern bei Guenny, macht es mich sehr stolz, dass wir Dich zum Sporttreiben animieren konnten. Umso mehr, als dass Du für die zwei Süßen da sein musst (und natürlich auch für den dritten Süßen, Markus), und auch weil Ihr mir/uns viel bedeutet. Ich freue mich sehr. Guenny, Du kannst mich jederzeit beim Wort nehmen. Schön, dass Du es gewagt hast, mein Buch zu bestellen. Keine Ahnung woher ich die Sicherheit nehme, denn es ist noch nicht soo oft gekauft worden, aber ich bin mir sicher, Du wirst es nicht bereuen. Widmung sollten wir auch irgendwann hin bekommen. Jan, noch mal danke, Du warst der Erste, der Annas kreativen Fähigkeiten vertraut hat.

Nicole, Du bist auch ganz vorn mit dabei. So lange nicht mehr gesehen, und doch immer noch in (Blog-) Kontakt. Da wird irgendwann mal wieder ein Bierchen fällig. Klaus-Peter, danke für die Fürsprache in Bezug auf mein Buch. Und Felix möchte ich auch danken: Deine Idee, uns nun nach vorne zu kommentieren, hat mich umgehauen. Bin sehr gespannt, ob Du die anderen auf Deine Schiene holen kannst.

Ach, und wer fragte nach einem weiteren Projekt, Basti?! Oh, das ist schwierig. Ich habe den Eindruck, dass man so etwas nicht einfach wiederholen kann. Meines Wissens ist das so, mit vier fast blutigen Anfängern, noch nie gelaufen. Und die ganze Sache basiert ja auch auf Freundschaft. Denn das kostet mitunter Zeit, Nerven und sogar Geld, und ich weiß nicht, ob ich das für Menschen, die ich nicht so gut kenne, aufbringen kann. So meine Meinung aus heutiger Sicht.

Jetzt aber los. Es gibt ja auch noch Training und Vorbereitung. Martin war heute beim Friseur. Ich habe zwar kein Foto, aber seine Haare waren eh nicht lang, und somit dürfte er nun eine Kampfansage an den Ironman-Lanzarote auf dem Haupt tragen. Er ist auf jeden Fall total heiß auf das Rennen, er brennt, will los, will zeigen, was er kann – er lebt das Ding halt bis in die Haarspitzen.

Anna hat sich heute geschont, hat kräftig den Rat von Fahners-Tochter, alias Frau Hildesheim, mit dem Wobenzym umgesetzt, und auch sonst alles mögliche getan, um die Erkältung los zu werden. Mal sehen, wie sich das entwickelt. Ein wenig schade ist das schon, weil sie sich eigentlich in diesen Tagen noch ein wenig Neo-Praxis holen sollte. Aber ändern lässt es sich nun nicht mehr. Cool bleiben – alles Kopfsache. Wer schon ein Buch von mir persönlich erhalten hat, der weiß, was ich immer hineinschreibe: Wille ist Alles!

Zu Dirk. Der hat tatsächlich eine junge Frau namens Basia überreden können, für ihn den Blog auszuwerten, weil ihm sein Trainingsbuch mit dem Computer verloren gegangen ist. Dafür möchte er Basia ganz herzlich danken! Und ich möchte es auch! Denn Ihr sollt doch alle wissen, wie man es schaffen kann, vom Anfänger zum Ironman. Hier also Dirks Daten:

"Hey Mathes,
hier meine gesamte Trainingsleistung :

Schwimmen: 139 Kilometer
Radfahren: 6.008 Kilometer
Laufen: 1.095 Kilometer

Heute stehen noch mal 11 Kilometer Laufen auf der Habenseite. Der Koffer füllt sich langsam, aber sicher.
Und am 24. Mai rocken wir die Insel.
Gruß, Dirk"

Das sind mal Zahlen, oder?! Über 6000 Radkilometer (aber einer weniger als unser Leser Ralf – wobei, ist der auch Anfänger?). Wow. Aber es war auch abzusehen. Denn Dirk hat schließlich drei Trainingslager absolviert. Und das war auch gut so. Die anderen Daten sind voll in Ordnung. Zählen da eigentlich auch die Walking-Kilometer mit? Aber viel interessanter: Wo hat Dirk die Yoga-Stunden versteckt?
Auf jeden Fall, jetzt haben wir alle vier Athleten durch und ich glaube, wie die meisten von Euch auch, dass wir gut gearbeitet haben. Nochmals möchte ich auf Anna und Dirk hinweisen, denen sogar noch ein Monat Training fehlt. Hut ab dafür, dass die Beiden trotzdem solche Wert hinlegen konnten!

Was macht die Außenstelle Wagenfeld?

"Hallo zusammen,
es wird jetzt tatsächlich ernst. Vor einem Monat noch, war alles so weit weg, und nun? Mir läuft die Zeit davon, ich muß noch so viel erledigen und eine Runde schwimmen wollte ich auch.
Ich weiß noch nicht ob ich es schaffe morgen ins Wasser zu kommen. Und eine Unterrichtsstunde habe ich morgen auch noch. Panik, macht sich breit. Immerhin habe ich es heute geschafft zu laufen, 1,5 Stunden im Regen. Nach dem tollen Wetter in den letzten Tagen gar nicht so einfach.

Ich werde mich nun um meine Sachen kümmern. Morgen bin ich nicht mehr online, ich werde schon am Nachmittag nach Hannover fahren. Einen Parkplatz suchen und einfach einen schönen Abend haben, bis dann die Hamburger endlich auch aufschlagen werden.
Euch einen schönen Abend und eine tollen Start in den Freitag,
Thomas"

Thomas, eindeutig nervös. Heute war ich Zeuge, als er Martin anrief, und wenig später klingelte er auch bei mir durch. Und was soll ich sagen, jedes zweite Wort ist "nervös". Ich sehe es vor meinem inneren Auge, wie Thomas morgens in Wagenfeld zum Becker geht: "Guten Morgen, ich bin nervös und hätte gerne zwei Brötchen." Oder an der Tankstelle: "Einmal volltanken bitte, Gott, bin ich nervös." Im Golfunterricht: "Wenn hier einer nervös ist, dann bin ich das!"
Und ich darf mir gar nicht vorstellen, was passiert, wenn er in eine allgemeine Verkehrskontrolle der Polizei kommt. Oder was macht er im Drive-In bei MacDo?! Was, wenn sich ihm eine Frau mit eindeutigen Absichten nähert?!!

Themawechsel, das macht mich sonst ganz nervös. Ich wollte heute unbedingt trainieren. Und es scheint schon fast so, als beginne schon meine einsame Transalp-Tour-Vorbereitungszeit, in der sich keiner aus dem Team mehr auf dem Deich sehen lässt. Aber was solls, da muss ich nun durch. Immerhin hatte ich gestern einen neuen Aero-Clip montiert (wie sich hinterher herausstellte, für mich total ungeeignet! Mist!).

Und als dann noch kurz vor Feierabend mein Freund Roland, Alt ATV-Hückeswagener wie ich, anrief und meinte, er sei in der Stadt, hatte ich ein Argument mehr, auf die Tube zu drücken. Also ab auf den Deich, Kopf runter und Volldruck. Die ersten Meter war mir der Wind auch gnädig und der Tacho zeigt nie weniger als 40 an. "Toll", dachte ich, "das wird ein super Schnitt bis zum Kreisel, da werden die anderen Augen machen." Aber Pustekuchen – schon bald hatte ich die volle Ladung von vorn und die Sache wurde richtig hart. Trotzdem habe ich alles gegeben. Und am Kreisel war ich richtig platt. Wofür? Für knapp 32 Dinger im Mittel. Ungerecht! Zum Himmel schreiende Ungerechtigkeit!

Wie auch immer zurück bin ich dann ruhiger, und so stand ich nach 80 Kilometern und 2:36 Stunden mit nem 31er Schnitt vor der Haustür. Was aber ja wieder keine Rolle spielt, denn, und jetzt traue ich mich mal was, den Abschnitt zum Kreisel hätte erst mal einer mitfahren sollen. Der wäre auch ins Schwitzen gekommen!
Bleibt noch zu berichten, dass ich zwischendurch auf dem Rückweg eine Truppe von der RG-Uni-Hamburg vor mir hatte, auf die ich – egal wie sehr ich drosselte – auffuhr. Nun hatte ich ja vor Monaten mal schlechte Erfahrungen mit diesem Trikot gemacht. Und obwohl diese sechs hier vielleicht nette Zeitgenossen waren, hielt ich Abstand, und entwickelte eine neue Strategie. Nicht überholen, nein, als der Zusammenschluss an einer Kreuzung unvermeidbar war, habe ich einfach angehalten und meine Beinlinge angezogen. Abstand.

Als ich dann erneut mit warmen Beinkleid auf sie auffuhr, habe ich zum Pinkeln angehalten, und dann schwenkten sie auf eine andere Route ab. Na, da soll mal einer sagen, mit dem Trikot könnte man nicht gut auskommen.

Roland (aus Düsseldorf) und Mathias bei Schmitt-Foxy-Food

Für Roland war ich auf jeden Fall früh genug zu Hause und wir gingen auf – wer will raten? – eine Fritten-Curry nach Ottensen zu Schmitt-Foxy-Food. Schöne Gespräche und nur zwei Bier, weil ich ja noch schreiben wollte. Und so sitze ich hier, und auf der Blogseite sind mittlerweile, um 0.16 Uhr, 21 Kommentare auf den gestrigen Artikel veröffentlicht worden.

Ihr seid verrückt. Aber das muss man ja auch sein, wenn man bei diesem Projekt dabei ist – zumindest ein klein wenig.

Herzlichst, Euer mathias

Mittwoch, 14. Mai 2008

Schlendrian und Muffensausen

Liebe Leute,

wie schön, 12 Kommentare habe ich bis heute Abend um 22.30 Uhr gezählt. Das ist fast rekordverdächtig. Aber leider eben nur fast. Zumal unser Martin ja auch noch zweimal mitkommentiert hat. Ich bin schon jetzt gespannt, ob wir es irgendwann mal auf 16 schaffen. Na, ich glaube fast nicht. Denn so viel und so aufregendes kommt ja nicht mehr. Naja, bis auf diesen einen Tag, an dem die Vier ihre 226 Kilometer abreissen. Aber was ist das schon. (Thomas würde hier bestimmt wieder gerne ein Smile sehen, oder?!)

Juut, wisst Ihr eigentlich wo Nübbel ist? Nein? Wusste ich bis eben auch nicht. Aber dann habe ich den Kommentar von Guenny gelesen und sofort nachgesehen. Das liegt genau am Nord-Ostsee-Kanal, kurz vor Ortseingang Rendsburg. Und ja Guenny, wir sind tatsächlich letztes Wochenende fast vor Deiner Tür hergefahren. Ungefähr an dieser Stelle war auch der Punkt, wo der Verfolger, der sich klammheimlich an uns gehängt hatte, Anna nicht mehr folgen konnte. Rumms, weg war er. Ich hoffe nur, dass nicht Du das warst. Wenn doch, dann haben wir uns wenige hundert Meter später gegrüßt als wir P-Pause machten.

Wie auch immer. Es ehrt uns zutiefst – und das sage ich mit allem Ernst, und fast schon ein wenig Stolz, – das Du uns mitverantwortlich dafür machst, dass Du aufgehört hast mit dem Rauchen, und angefangen hast, Dich auf den Ostseeman vorzubereiten. Ich zum Beispiel habe immer gehofft, mit meinem Buch und den darin aufgeschriebenen Geschichten, eben so etwas zu erreichen, Leute zu motivieren, selbst aktiv zu werden. Und deshalb bin ich mehr als begeistert über Deinen Kommentar. Und ebenso über all die anderen, die wir schon bekommen haben, und die in die gleiche Richtung zielten. Wir freuen uns sehr über Euch, und mit Euch!

Ach ja Guenny, ich finde die Vorbereitung auf zwei Jahre durchaus vernünftig, viel vernünftiger als das was wir hier gemacht haben. Nur ging es bei uns ja nie darum vernünftig zu sein, sondern einen Traum umzusetzen, und das möglichst schnell.
Solltest Du aber in den zwei Jahren mal Motivationsprobleme haben, dann hol Dir entweder mein Buch, oder ruf Thomas an wenn die Glimmstengel locken, oder mich, wenn ich Dir sonstwie helfen kann.

Dann möchte ich an dieser Stelle noch ganz besonders meinen Bruder Jochen grüßen. Von dem ich nicht all zu oft was höre, der mich aber sehr stolz macht, weil er anscheinend die ganze Zeit über unser Treiben sehr interessiert mitverfolgt (auch wenn er sich nur selten zu Wort meldet), und sogar eins von Annas Shirts haben möchte. Mein lieber Bruder, ich freue mich sehr, dass Du dabei bist. Und meinetwegen kannst Du das Shirt auch am 30. August tragen. Klare Sache!

Jutchen, wo geht es weiter? Vielleicht in Verl? Da ist nämlich Dirk heute hingefahren:

"Hi alle zusammen,
ich habe mich heute früh um 6 Uhr auf den Weg Richtung Gütersloh gemacht um noch einmal mit unserer gemeinsamen Freundin Sabine Schumacher zu trainieren. Sie war ja auch bei der Entstehung der Projekt-Idee dabei, ist ausserdem eine der Heldinnen des Buches "17 Stunden zum Ruhm" und eine Seele von Mensch.

Nach einem leckeren Frühstück sind wir gemeinsam ins Schwimmbad, 3000 Meter entspanntes schwimmen auf Zeit, nach 1:03 Stunden war die erste Einheit absolviert. Eigentlich wollten wir den langen Lauf gemeinsam absolvieren, aber eine leichte Achillessehnen-Verletzung von Sabine hat uns dann zur Planänderung bewogen. Sie hat abends eine fetzige Spinningstunde gegeben, an der auch unsere treue Blog-Begleiterin Birgit Schmidt-Böse teilgenommen hat. Nach ein paar entspannten Saunagängen gehts in ein paar Minuten wieder Richtung Heimat und morgen werden dann langsam die Sachen für Lanzarote gepackt.
Viele Grüße aus Verl und Aloha,
Dirk"

Hier auch von Hamburg aus einen herzlichen Gruß an Sabine und Birgit. Sabine, irgendwann einmal holen wir uns gerne noch einmal eine leckere Tasse Kaffee bei Dir ab. Wenn Du magst!

Eine Spinning-Einheit war zwar nicht gerade das, was Dirk heute in seinem Plan stehen hatte, aber wen stört das schon. So kurz vor dem Rennen hört ja eh keiner mehr auf mich. Siehe Thomas:

"Hallo zusammen,
und noch ein superschöner Tag, so toll. Von meiner Seite gibt heute nichts aber auch wirklich nichts zu berichten. Ich habe gearbeitet und nicht trainiert.
Die Schmerzen sind weg, gutes Gefühl. Somit habe ich nun zwei freie Tage am Stück gemacht. Keine Ahnung wie lange das her ist. Was morgen sein wird weiß ich noch nicht. Außer den Reisevorbereitungen und meiner normalen Arbeit wollte ich, ach ne, keine Vorhersagen. Aber nun ist es ja auch nicht mehr so tragisch.

Und an alle Blogleser und Kommentareschreiber, Ihr seid spitze! Vielen Dank für Eure Unterstützung, Eure netten Worte und Tipps. Obwohl ich (der Esel nennt sich immer zuerst), und die anderen bestimmt auch, immermal an einem Punkt war, wo ich einfach keine Lust hatte, das Wetter schei.. war und die Stimmung schlecht, habt Ihr mich mit Euren bewundernden Worten hochgehalten. Hört bitte, bitte noch nicht damit auf, es tut so gut.

Hey Maik, dir einen besonderen Dank. Wir haben uns zwar noch nie gesehen, dennoch finde ich das alles großartig.
Und Jochen, wehe du trinkst nicht für jeden von uns ein Kölsch, sagen wir zwei, mit! Bist du beim Volkstriathlon auch am Start oder eher am Ziel? Auf jeden Fall freue ich mich auf ein gemeinsames Kölsch.

Einen schönen Abend,
Thomas"

Auch nicht das trainiert, was er sollte – gar nicht trainiert. Ich schmunzel nur darüber. Hauptsache seine ganzen Schmerzen sind weg. Das Knie, die Schulter, und was war da noch? Egal. Weg ist weg. Kann natürlich morgen auch schon wieder da sein. Je nachdem was der Kopf uns so für Streiche spielt, wenn die Muffen sausen.

Anna hat heute übrigens auch nicht trainiert. Denn, und das ist die doofe Nachricht, sie meint da ziehe eine Erkältung auf, beziehungsweise sei schon da. Trotzdem wollte sie heute den langen 1:30er-Lauf machen und schwimmen gehen. Beides habe ich ihr Kraft meines Amtes schlicht verboten – na, sagen wir, ich habe es ihr ausgeredet.

Na, und so richtig viel Zeit hatte sie auch nicht, weil sie für Jan und Nicole T-Shirts bedruckt hat. Ihr Beiden könnt Euch schon mal freuen (übrigens: unbedingt ein Foto von Euch und den Shirts an Anna schicken!).
Dumm nur, dass ich dabei mithelfen musste. Und so ist auch bei mir heute nur eine Null im Trainingskalender zu notieren. Immerhin, ich habe ganz viel mit Martin über das Thema geredet. Und Martin war es auch, der sein Programm einfach so weiter umsetzt, wie es geplant war – und sich trotzdem fast unterfordert fühlt:

"Hi Mathes,
"Halbe Portion" könnte heute die Überschrift zu meinem Abschnitt sein: Ist das schön, nur noch auf Sparflamme zu trainieren. Nachdem ich gestern schon Trainingsfrei hatte, hab' ich heute aber wieder fast ganz normal trainiert. Heute ist ja Mittwoch und, richtig, Schwimmtag. 2700 Meter waren's in einer Stunde inklusive Technik-Part.

An dieser Stelle auch wieder einen schönen Gruß an Björn (den sehr netten Blog-Leser, den ich vor etwa einem Monat auf Allermöher Deich kennen gelernt hatte), den ich heute morgen durch Zufall in der Alsterschwimmhalle getroffen habe. Danke für's Daumendrücken Björn, wir können's gebrauchen.

Zurück zum Tapering-Training: Lange Laufen war ja nicht. Welch Glück. Ne schöne Alster-Leinpfad-Binnenalster-Runde (15 Km) bin ich gelaufen (Durchschnitts-Puls 128) und stand nach 1:17 Stunde wieder vor meiner Haustür. War auch gut so, es war nämlich saukühl. Ein Funktions-T-Shirt war echt zu kalt bei dem Eis-Wind.

Morgen hab ich schon wieder frei, absolut genial. Ist auch ganz wichtig, muss ich nach der Arbeit doch noch einige Dinge für unsere Reise erledigen und kaufen. Und so langsam ist auch packen angesagt. Also, bis Morgen. Gute Nacht. Aloha,
Martin"

Liebe Leute, Ihr merkt schon, Euer Zuspruch ist während des ganzen halben Jahres nie an uns vorbei gegangen. Und ich möchte fast meinen, dass ich mich sehr gefreut hätte, wenn wir ein paar Gesichter mehr von Euch auf dem Deich oder im Schwimmbad kennengelernt hätten. Na, vielleicht ja in der post-Wettkampfphase.

Das ist schon verrückt. Jetzt haben wir sieben Monate gemacht und getan, trainiert und geschrieben, gezweifelt und gejauchzt, und in zwei Wochen ist alles vorüber. Ich bin mir sicher, egal, wie froh die Vier sind, nicht mehr so viel trainieren zu müssen, und so froh ich bin, auch mal wieder einen Abendfilm mit Anna ansehen zu können, – es wird uns allen schwer fallen, uns von diesem Projekt zu verabschieden. Ganz sicher.

Und dann habe ich hier noch die Projekt-Zahlen von Anna, die ja leider immer mal wieder aufgrund von Knie- und Schulterproblemen pausieren musste, und ebenso leider im Anschluss an diese Phasen hier und da einige Einheiten verschlampt, also nicht notiert hat:

Schwimmen: 93 Kilometer
Radfahren: 3789 Kilometer (inklusive Rolle)
Laufen: 740 Kilometer

"Hey ihr Lieben,
am Ende kommt doch immer alles ans Tageslicht, und so habe ich den ein oder anderen Kilometer nicht gemacht, den ich gerne gemacht hätte.
Doch alles in Allem fühle ich mich gut, und das ist was zählt. Das Wichtigste ist dass ich das Ziel erreiche, welches ich mir vor vielen Monaten gesteckt habe.
Liebe Grüsse und ein schallendes Pa‘a! Wir lassen es krachen.
Eure Anna-Sophia"

Nicht schlecht für unsere Jüngste. Und vor allem die Radleistung kann sich mehr als sehen lassen. Bei Annas Rollenstunden habe ich übrigens auch eine Stunde gleich 25 Kilometer angesetzt, auch wenn Martin (Thomas hör gut zu:) jede Stunde mit rund 28 Kilometer gerechnet hat. Das Anna im übrigen halb so viel geschwommen ist, wie Martin finde ich sehr stark. Und so weit ist sie auch von den Radleistungen der Jungs nicht weg (wie gesagt, vor dem Hintergrund all ihrer Probleme). Super.

Nun denn, wie sieht unser Morgen aus? Martin hat frei, Dirk kann frei machen, Thomas sollte ein Stündchen laufen, und bei Anna müssen wir sehen, wie es ihr morgen geht. Nervös machen lassen wir uns jetzt aber nicht mehr. Eigentlich wollen wir nur noch entspannt Kommentare lesen und T-Shirts drucken!

In diesem Sinne, Euch einen schönen Abend, und – in Anlehnung an Thomas – einen schönen guten Morgen!

Herzlichst, Euer mathias

Dienstag, 13. Mai 2008

Es wird schon ruhiger

Liebe Leute,

ich bin ja auch nur eine kleine Seele, die ab und zu ein wenig Zuspruch braucht. Und so frage ich mich, was in aller Welt sollen wir noch trainieren, damit Ihr mehr von Euch hören lasst. Ich meine, die 430 Kilometer von Martin, die über 300 von Anna und Dirk – das war doch gar nicht so schlecht, oder?! Oder seid Ihr nun wie wir in die Tapering-Phase eingetreten? Nicht zu viel Zuspruch, damit Ihr am 25. Mai schreiben könnt? Möglich ist ja alles. Oder wie Marc Herremans (Buch Kapitel 5) sagt: "Nichts ist unmöglich."

Nun ja, wie dem auch sei. Heute tapert es ganz schön in Hamburg. Heißt, ein Großteil des Teams achtet darauf, sich zeitig vor dem Wettkampf zu erholen – und ich war einfach nur faul. Dafür habe ich eben einen Film auf Arte über das Team Gerolsteiner gesehen. Leute, die haben da Sprinter, die im Trainingslager auf Mallorca bei 70 Sachen mit einem Abstand von ungefähr 10 Zentimetern hinter einem Kombi herfahren. Und das Beste ist, wenn der Kombifahrer hupt, dann müssen die auch noch vorbeisprinten. Also so was habe ich noch nie gesehen.

Natürlich wurde auch das Thema Doping thematisiert, und ein Wissenschaftler aus dem Dopinglabor der Deutschen Sporthochschule Köln meinte, dass im Amateursport wohl mehr gedopt würde, als bei den Profis. Nun, ich glaube auch, dass es unter Triathleten eine Menge Sportler gibt, die irgendwie versuchen, eine Viertelstündchen schneller zu sein, um vielleicht doch die Hawaii-Qualifikation im zehnten Anlauf endlich zu schaffen, oder um der Vereinsbeste zu sein, oder der Schnellste der Stadt, oder des Landkreises. Ich für meinen Teil, freue mich über drei Hawaii-Teilnahmen die ohne Hilfsmittel und auch ohne Windschattenfahren zustande gekommen sind. Deshalb hier noch einmal in aller Deutlichkeit. Unser Team ist angehalten sauber zu fahren: Kein Windschatten, kein Aspirin, keine Asthmamittelchen, kein gar nichts! Wie könnte man sich sonst über das Erreichte ehrlich freuen??

Wie gesagt, Martin und Dirk haben sich heute frei genommen. Und Thomas? Thomas hat zumindest geschrieben:

"Wow,
noch höchstens viermal schlafen und dann geht der Flieger nach Lanzarote. Höchstens? Ich weiss noch nicht, ob ich in der Nacht von Freitag auf Samstag schlafen soll. Der Vogel will um 4 Uhr morgens abheben, 1,5 Stunden vorher sollte man ja schon am Flughafen sein und eine Stunde Anfahrt habe ich auch.


Oh sorry: Hallo zusammen.

Leute, ich werde nervös oder ist das einfach nur Schiss? Auf jeden Fall kribbelt es ohne Ende. Als ich Martins "Gesamt" gelesen habe wurde mir ganz anders. Ich komme bei weitem nicht in seine Regionen. Am liebsten möchte ich mit dem Training noch mal ganz von vorne anfangen und dann natürlich mit mehr Umfang, mehr Einheiten und noch konsequenter. Martin, du machs et!


Außerdem werde ich solangsam zum Hypochonder. Die Sehne in der rechten Kniekehle, und mein rechter Bizeps schmerzen. Sicherheitshalber habe ich heute nicht trainiert, noch nicht einmal Golf gespielt. Weil mein rechter Oberschenkelhals tut nämlich auch weh. Mein Gewissen hätte aber lieber noch einen Hunderter auf dem Rad und im Anschluss noch einen Halbmarathon gesehen. Nu is zu spät.

"Thomas, relaxen ist angesagt." Das ist sooo schwer.


Mein Projekt-Total sieht so aus:
126 Stunden 21 Minuten gelaufen
(leider kann ich keine Kilometerangaben
machen, geschätzte 1270 Km)
125,7 Kilometer schwimmen

3823 Kilometer in 150 Stunden und 34 Minuten dazu kommen noch die

26 Stunden und 24 Minuten auf der Rolle


Und schon wieder habe ich ein schlechtes Gewissen, da Mathias uns gebeten hat, von Beginn an ein Trainingsbuch zu führen. Meine regelmäßigen Eintragungen endeten mit dem 5. Januar. Alle anderen Daten habe ich mir aus dem Blog geholt, demzufolge fehlt vielleicht der ein oder andere Kilometer. Aber Martin wäre auch dann nicht einzuholen.


Ich wünsche einen relaxten Abend, lasst es euch gut gehen.

Thomas"


Mein Freund Thomas – nervös. Wir haben eben lange telefoniert, und ich hoffe, nun geht es ihm schon ein wenig besser. Fakt ist, es gibt zwar Grund, nervös zu sein, Angst indes muss er nicht haben. Denn ich habe mehr als einmal gesehen was er drauf hat. Und das war einiges. Und noch kurz zu seinem Projekt-Total. 26 Stunden Rolle entsprechen (nach meiner laxen Zählweise gilt eine Stunde für 25 Kilometer. Es gibt auch Leute, denen ist sie 30 Kilometer wert) in etwa 650 Kilometer. Das würde die Radleistung also auf 4473 Kilometer hochschrauben. Nehmen wir dann vier Tage, an denen Thomas im Trainingslager wegen Beinentzündung und Magen-Darm nicht trainieren konnte, wären das locker auch noch mal 400 Kilometer gewesen. Er hätte also wohl durchaus Martin erreichen können, wenn er nicht so viel Pech gehabt hätte.

Bei den Laufkilometern würde ich die Zeit in mindestens 1oo Kilometer mehr umrechnen. Aber das Wichtigste sind die Schwimmkilometer. Was kann Thomas dafür, dass dieses Schwimmbad immer zu hatte, wenn er gerne trainieren wollte?! Eben.
Unterm Strich also eine wirklich gute Leistung. Auch hier möchte ich (wie beim ganzen Team) noch einmal ein riesen Lob loswerden. Diese Leistungen wurde alle über den Winter erbracht. Das ist wirklich sehr fleißig, sehr diszipliniert, einfach sehr sehr gut.

Sinnstiftendes Logo von Anna

Anna ist noch nicht zu Hause. Ich hoffe, sie ist nach der Kinderbetreuung noch beim Schwimmen gewesen. Sie müsste jeden Moment kommen (22.45 Uhr) und die Brote stehen schon bereit. Da fällt mir ein, wer noch ein Shirt (siehe recht Menüleiste bei unserem Logo) möchte, sollte es ihr besser jetzt sagen, nach dem 24. Mai wird die Welt sich um sie reißen. Das wollen wir zumindest hoffen.

Juut, morgen wird wieder etwas mehr Sport getrieben. Mittwoch ist ja Langer-Lauf-Tag. Wird das ein Spaß für das Team werden, wenn sie alle statt 2 oder 2:30 Stunden morgen nur 1:30 Stunden laufen müssen. Ha, ein Klacks!

In diesem Sinne, Euch einen schönen Abend. Wir hoffen, Ihr geht die letzten Meter noch mit uns zusammen!

Herzlichst, Euer mathias

Montag, 12. Mai 2008

Pfingst-Trainingslager

Liebe Leute

welch ein Pfingstwochenende! Wie toll war das denn, bitteschön?! Und es kam zum rechten Zeitpunkt. Wir haben uns alle in diesen Tagen noch ein letztes Mal richtig reingehängt, den letzten Schliff geholt. Und es gibt eine Menge zu erzählen. Also fangen wir am besten gleich damit an, denn dieser Eintrag wird recht lang werden – ich hoffe, Ihr habt ein wenig Zeit mitgebracht.

Oje, jetzt habe ich eben noch mal schnell geguckt, womit ich am Freitag aufgehört habe, und da hat sich tatsächlich Tobias in den Kommentar verloren, und fragt sich, warum seid zweieinhalb Tagen nichts on-air ist. Na, bin ich ja froh, dass es wenigstens einem aufgefallen ist. Wenn gleich seine Schmerzschwelle ja recht hoch ist, wenn er so lange benötigt, um nachzufragen.

Warum es Samstag Abend (also Sonntag Morgen) keinen Eintrag gab, dass hatte ich am Freitag ja schon angekündigt: Anna und ich waren auf Fernfahrt, aber dazu später mehr. Warum es Sonntag Abend (also Montag Morgen) keinen gab, dafür gibt es auch einen Grund. Ihr ahnt es sicher schon, Müller in Feierlaune, aber dazu auch später mehr. Wir starten mit Thomas Bericht vom Sonntag Abend:

"Hallo zusammen,
Wie sagte ein Comedian: "Wenn das der Beginn der Klimakatastrophe ist, wie oft muß ich dann mit dem Auto um den Block fahren, damit das so bleibt?" Ich betrachte diesen Spruch auch eher zwiespältig. Dennoch drückt er aus wie sehr ich dieses Wetter dann doch benötige.

Ich war heute einmal mehr faul, habe zwar unterrichtet, aber sporttechnisch faul. Habe es genossen die Sonne zu spüren und man mag es nicht glauben, obwohl ich gestern echt was getan habe, spürte ich heute ein schlechtes Gewissen. Aber meine Beine taten weh und deswegen habe ich wirklich nichts gemacht, auch wenn es sauschwer fiel.

Warum mir die Beine weh taten? Na, der Samstag fing wieder mit dem Schwimmen an. Das war nun schon das vierte Mal in Folge, unglaublich. Zu Beginn mein normales Programm, 300 Meter eingeschwommen, dann 20 mal die 50er Intervalle. Da ich aber noch Zeit hatte kamen noch 1200 Meter dazu. Also waren es 2500 Meter insgesamt. Um 11.00 Uhr hatte ich dann noch eine Golfstunde zu geben.

Leider und zum Glück war es die Einzige. Leider, wegen des Geldes, zum Glück, wegen des Trainings. Um eins saß ich dann wieder auf meinem Pearl. Zuerst wollte ich mich mit der schwarz-grauen Farbe ja nicht so recht anfreunden, aber jetzt möchte ich es eigentlich nicht mehr missen. Das Farb-Design ist doch irgendwie cool.

Ganz flexibel hatte ich mich wieder mit Torben verabredet. Er fährt immernoch mit der Crossbereifung durch die Gegend, und dafür richtig schnell. Dennoch habe ich versucht ihm das auszureden, denn er fährt eh nur auf Asphalt. Wir sind dann wieder ungefähr 1,5 Stunden gemeinsam gerollt. (Torben, danke dafür. Lass uns auch nach dem Rennen ab und an ein paar Kilometer machen.)
Nach insgesamt 104,7 Kilometern ("Ach Thomas, komm’ da machen wir mal 105 drauss, oder?! Geschenkt!" Anm. d. Autors) war ich wieder zu Hause. Ziemlich genau 3 Stunden und 30 Minuten war ich unterwegs. Das ergibt einen Schnitt von 29,83 Stundenkilometern ("Wie wäre es mit 29,84? So als kleines Geschenk?!" Anm. d. Autors). Leider muß ich zugeben, dass ich dabei circa 15 Minuten den Windschatten eines MB-Trucks ausnutzte. Dieser fuhr mit 41 Kilometern in der Stunde über die B239, und ich hinterher. ("Joo, da sind dann schon wieder 0,4 Punkte weg. Wie gewonnen, so zerronnen." Anm. d. Autors)

Zu guter letzt habe ich die Radeinheit gekoppelt, beim Ausrollen schon einmal aus den Radschuhen (habe ich auf Hawaii gesehen, sieht cool aus und bringt bestimmt 5 Sekunden), Rad abgestellt und in die Laufschuhe. Vollgas mit dem Laufen gestartet. Das ist echt hart, der Puls will dann erst einmal nicht mehr runter. Nach 22 Minuten reichte es. Glücklich und zufrieden war ich wieder daheim.
Für den Samstag waren das dann fast 5 Stunden Sport. Sehr gut Thomas.

Jetzt hätte ich fast, oh shit, den Muttertag vergessen. Ich muß weg, telefonieren!
Gute Nacht und bis morgen,
Thomas"

Na, unser Freund will es aber auch ganz genau wissen. Lassen wir ihm den Spaß. In erster Linie freue ich mich, dass er den Gang ins Schwimmbad mittlerweile findet, und darüber hinaus (und das ist ja nicht unwichtig, wie Thomas Geschichte beweist) auch die richtigen Öffnungszeiten kennt. Super.
Von heute habe ich noch keinen Bericht. Den liefern wir dann bei Zeiten nach. Denn Thomas wollte heute (oder war es morgen?) noch mal etwas länger fahren.

Weiter geht es mit Dirk:

"Hey ihr Sonnenanbeter,
Samstag gab's eine schöne Rad-Runde über den Deich, durch die Vierlandener Dörfer, weiter über Bergedorf nach Schwarzenbek bis nach Elmenhorst zu Freunden und Verwandten. Auf dem Weg begegnete ich einer nostalgischen Dampflok, welch seltener und schöner Anblick in Zeiten von ICE und Co. Auf dem Rückweg über Sahms und die Dörfer ging's zurück zum kleinen Deich.

Thomas I und II (wer ist eigentlich wer?) auf dem kleinen Deich

Dort traf ich Thomas I und Thomas II, zwei fitte Jungs von den Hamburger Triabolos. Thomas I werden wir auf Lanzarote treffen, er trainiert auch für den Ironman, es wird sein 3. werden. Nach 4:30 Stunden und 120 Kilometern war ich wieder zuhause und danach ging's mit Maria, Martin und einigen Freunden zum leckeren Grillen an die Alster.

Pfingstsonntag stand Martin um 11.30 Uhr vor meiner Tür und wir hatten eine traumhafte 110 Kilometer-Runde. Auf der Rückfahrt, Höhe Ortkatener See kam von hinten ein Athlet angeprescht und fragte mich : "Bist Du nicht der Dirk ?" "Ja - sorry kennen wir uns ?" "Ich kenne Dich, ich verfolge Euren Blog."

Das Phantom ist enttarnt. Liebe Leute, das ist Maik! Und ich freue mich, ihn endlich, nach drei Jahren, zu sehen. Schön, dass Du dabei bist. Viele Grüße!

Und nun lieber Mathes, bekommt Dein treuester Leser (seit Deinem Hawaii-Ironman-Blog 2005) endlich ein Gesicht. Es ist Maik aus Reinbek, selbst zweifacher Ironman (Zürich und Frankfurt), der uns in den letzten Monaten immer wieder moralisch feste mit seinen Kommentaren unterstützt hat. Wir haben dann noch bis zur Tatenberger Schleuse geplaudert, während Martin ("mein Puls kommt einfach nicht über 100") beim 100-Kilometer-Schnitt von knapp 30 am Horizont verschwunden war.

Das war eine tolle Ausfahrt mit Martin und ein schöner Abschluss mit dem Kennen lernen von Maik. Ich hoffe, wir drehen nach dem Wettkampf mal eine Runde gemeinsam und ich wünsch Dir viel Erfolg für den Ironman in Zürich !
So, jetzt geht's wieder an den Grill an die Alster- Aloha,
Dirk"

Keine Ahnung, warum uns Dirk mit Sonnenanbeter anspricht. Er war doch derjenige, der letztens mit rot verbrannten Armen von Lanzarote zurückkehrte, oder?. Wie auch immer, Dirk war mächtig fleißig über Pfingsten. Und gerade saß er noch auf dem Rad (zusammem mit Dirk Heidenreich, alias Hildesheim), mit dem er – wie er sagt – eine "hammergeile 127er Runde gedreht hat. Ergo: Heute Morgen (Also Pfingstmontag) wer er noch, wie die ganze Hamburger Team-Fraktion, im Freibad der Kaifu-Lodge und ist rund 2500 Meter geschwommen. Das macht für ihn also an Pfingsten 357 Radkilometer. Nicht schlecht Onkel Otto.

Tatsächlich noch mehr hat Martin zusammen gestrampelt. Und wie! Aber seht selbst:

"Hi Mathes!
Heute nur ganz kurz, da ich gleich lecker kochen muss. Ich brauche Nahrung! War aber auch wieder ein trainingsreicher Tag. Nachdem ich gestern schon 139 Kilometer alleine auf dem Deich abgerissen habe und die mit einem Schnitt von knapp 32 Km/h ein wenig schnell waren (ja, hab ich auch selbst gemerkt), wollte ich es heute ruhig angehen lassen und mit Dirk eine schöne 110er-Tour machen.

So kam es dann auch. Wir um 11:30 Uhr nach dem Frühstück los und 109 Kilometer auf dem Deich (beide Seiten) und in den Vierlanden gefahren. Wirklich gemütlich, ich mit einem Durchschnittspuls von 100. Mit 29 Km/h im Schnitt sind wir nach 3:45 Stunden wieder zuhause angekommen. Und, auf dem Rückweg hatten wir auch noch eine sehr nette Begegnung mit einem treuen Blog-Leser. Maik trainiert momentan selbst für den Zürich-Ironman und verfolgte schon 2005 den Blog von Mathes. Maik, wenn Du für Dein noch andauerndes Training nach unserem Wettkampf mal einen Trainingspartner brauchst. Ich biete mich hiermit an. Zu zweit zu fahren ist doch häufig am schönsten.

So denn, dass war's aber noch nicht mit meinem Training heute. Zuhause angekommen sind Maria und ich noch in die Laufschuhe geschlüpft und 10 Kilometer um die Alster und den Leinpfad gelaufen Nach der 43 Minuten-Laufrunde (locker mit Puls 130 im Schnitt) haben wir uns je einen großen Erdbeer-Eisbecher mit Sahne an der Alster einverleibt. Ein Gedicht.

Achja, und dann habe ich auf Mathes Wunsch hin, mein Training (vom 23.9.2007 bis heute, den 11.5.2008) genauer angeschaut und habe meine Trainings-Kilometer zusammen gezählt.

Wow, war ich begeistert von den Zahlen! Hat mich echt fast umgehauen, wie viel ich unterwegs war in den letzten 8 Monaten.
Hier die Ergebnisse:

Gesamt Schwimmen: 196 Kilometer
Gesamt Rad: 4970 Kilometer
Gesamt Laufen: 1310 Kilometer

So, spätestens jetzt fühle ich mich eigentlich ganz gut vorbereitet auf dem Wettkampf in 13 Tagen. Und jetzt muss ich kochen.
Euch einen schönen Abend und bis morgen im Kaifu-Bad! 10 Uhr im Wasser?
Lieben Gruß,
Martin"

Nach der Runde von heute (dazu später mehr), macht das für Martin 430 Radkilometer von Freitag bis heute, Montag Abend. Dann noch die Schwimmerei dazu (heute Morgen ist er in der Kaifu 3800 Meter geschwommen – wie alle mit Neo) und die Lauferei nicht zu vergessen. Ein Hammerwochenende für unseren Jüngsten. Und somit kann auch er sich jetzt darüber freuen, dass jetzt nur noch "wenig" und "locker" im Trainingsplan steht.

Und seht Euch bitte sein Projekt-Protokoll an. Mit der heutigen Radausfahrt kommt auf 5074 Radkilometer. Soviel habe ich früher auch versucht vor meinen Eiermännern zu trainieren. Nur, und das ist nicht zu unterschätzen, ich konnte im Sommer trainieren, Martin hat das alles über den Winter rausgehauen. Allein dafür ziehe ich heute meinen Hut. Das ist sehr diszipliniert, sehr zielgerichtet, das ist Pa’a, im Sinne des Wortes. Natürlich sind auch seine Lauf- und Schwimmkilometer sehr gut. Kurz, der Junge ist fit, das Rennen kann kommen.

Übrigens, in den nächsten Tagen werden auch die anderen Drei ihr Protokoll hier veröffentlichen. Bin mal gespannt, wie die aussehen. Es wird recht schwer, Martin zu toppen. In Sachen Schwimmen dürfte keiner an seine Zahl rankommen. Bei den anderen Disziplinen könnten eventuell Überraschungen ins Haus stehen. Mal sehen.

Somit kommen wir zum Haushalt Müller-Bubenzer (auch wenn es Ladies-first heißt, so ist das in der genannten Reihenfolge doch irgendwie rhythmischer):

Anna vor Rapsfeld hinter Kellinghusen

Wir waren ja am Freitag mit Martin zusammen ins Radwochenende gestartet (haben wir ja schon berichtet). Am Samstag wollten wir dann Annas liebe Freundin Marianna (bei uns: Marie oder Mariechen) und ihre Familie in Büdelsdorf bei Rendsburg besuchen. Da Anna bis 14 Uhr arbeiten musste, kamen wir erst (und trotzdem schnell) gegen 14.45 Uhr los. Ich hatte zuvor anhand einer Landkarte drei Hand voll Ortschaften notiert, an denen wir uns entlang gen Norden vorarbeiten wollten. So einfach war das dann aber nicht, denn schon zwischen Schenefeld und Pinneberg (O-Ton von zwei jungen Damen, die wir nach dem Weg gefragt haben: "Wer will da denn hin?") haben wir uns mächtig verfranst. Hin und her, und hin und her, nun, nach einer Weile hatten wir Pinneberg und auch einen recht flotten Weg hindurch gefunden.

Mathias mit Klamotten-Rucksack auf dem Weg nach Rendsburg

Und dann wurde das eine richtig schöne Tour. Ortschaften wir Ellerhoop, Hingstheide, Kellinghusen (recht nett), Hennstedt, Grauel und Hohenwestedt (mittelalterliches Festival! Sehr komische Menschen) lagen auf unserem Weg. Und genau vor Hohenwestedt ist es passiert. Irgendwie zeichnete es sich ja in der jüngsten Vergangenheit schon ab, ähnlich wie das Zwitschern der Vögel oder der nach Hause lärmende betrunkene Nachbar den aufziehenden neuen Tag ankündigen. Aber da bei Hohenwestedt war es soweit. Was? Anna ist mir an einem Hügel weggefahren. RummsBummsZack - weg. Klar, der letzte lange Lauf saß mir ja die ganze Zeit in den Knochen, aber das soll hier keine Entschuldigung oder sonst was sein. Fakt ist, ich sagte ihr, sie solle doch mal den Berg hinauf richtig Gas geben, und tatsächlich war ich froh, dass sie nicht von alleine auf diesen Gedanken gekommen war. Denn ich, ich hätte nicht mitfahren können.

Dringend notwendige Pause in Hohenwestedt

Nach einer Eis-und-Cola-Pause in eben diesem Ort, wo lauter Menschen mit Kettenhemden, Männer in Röcken und Frauen in viel zu weiten Gewändern und komischen Frisuren (die Männer auch) rumliefen, ging es bei mir dann wieder besser. Also ab, weiter bis zur Fähre Breiholz, die uns über den Nord-Ostsee-Kanal schipperte - sehr nett. Dann nur noch eine 13 Kilometer lange Gerade am Kanal entlang, wo sich ein Radfahrer an uns heften wollte, er aber nach einige Kilometern, die Anna in 31/32 Sachen fuhr, aufgab, und da waren wir schon im Garten der Familie Laßen – nach 127 Kilometern, 4:29 Stunden Fahrzeit, 28-und-ein-wenig Schnitt. Leute, das erste frisch gezapfte Bier reichte Mariechen mir, als ich noch die Radklamotten trug. Perfekt!

Bei Familie Laßen (Jetzt seid Ihr auch dabei!): v.l.: Schwester Alex, Marcel, Mutter Anna, Vater Rolf, Mariechen, Mathias – Anna fotografiert

Es folgte ein langer, äußerst amüsanter Grillabend, wo Vater Rolf (ein Meister des grillens) und Mutter Anna uns fürstlich versorgten. Von Mariechens Schwester Alex mussten wir etwas Abstand nehmen. Sie hatte nämlich eine Erkältung, und damit möchten wir uns nun nicht mehr anstecken. Soll heißen, der Platz neben ihr war meiner, Anna weit weg. Nachdem Hausfreund Marcel, Flieger bei der Bundeswehr, mir meine Flugangst auch nach dem soundsovielten Bier nicht ausreden konnte, gingen Anna und ich dann recht müde gegen Mitternacht ins Bett – als erste.

Als wir am nächsten Morgen aufwachten war die ganze gut gelaunte Familie schon wieder im Garten zugange. Das Bierfass war einer Espresso-Maschine gewichen, und als wir zwei schlaftrunken anstapften, konnte das tolle Frühstücken losgehen. Schon bald mussten wir aber wieder los, und der Rückweg war fast noch schöner, denn gewisse Streckenabschnitte kannten wir ja nun schon. Klar, wir haben uns wieder irgendwo verfahren, aber im großen und ganzen klappte das alles ganz gut. Den Wind hatten wir nun jedoch von vorne, was mir aber egal war, weil Anna viel vorne gefahren ist. Wirklich liebe Leute, ich kann sagen, dass unser Verhältnis bestimmt 50/50 war. Vielleicht hatte Anna sogar ein paar Punkte mehr.

Dabei muss ich erwähnen, dass es wirklich Spaß macht, ihr zuzusehen. Sie sitzt auf ihrem Picco Cupetti wie ne Eins. Oberkörper total ruhig, alles was sich bewegt sind die kreisenden Beine, von Anstrengung nichts zu sehen. Sensationell.
Und dann, schon wieder im Stadtgebiet, mussten wir am Jenisch-Park eine Steigung Richtung Altona hoch. Und was macht das freche Ding? Vorne fahrend greift sie voll an! Ich dachte echt, "das gibt’s doch nicht, das kann sie doch jetzt nicht machen!" Aber sie konnte. Und ich muss ehrlich sagen, dass ich alles gegeben habe (Volldruck), um sie an diesem Berg in Schach zu halten. Wow.

video

Anna, flache am Kanal, leichter Gegenwind, 31 Km/h


Gut, unterm Strich brauchten wir diesmal, wie gesagt mit Wind von vorne, für die 126 Kilometer (wohl einmal weniger verfahren) 4:42 Stunden, was im Schnitt ein Punkt langsamer war als am Vortag (Annas Wochenendleistung inklusive Freitag: 322 Kilometer Rad plus Schwimmen und Laufen). Mein Fazit: Ich bin von Annas Radleistung noch beeindruckter, als ich es in den letzten Wochen eh schon war. Wenn sie auf Lanzarote mutig ist, und ähnlich fährt wie an diesem Wochenende, dann Heidewitzka.

Mit Erholung war dann zu Hause jedoch nichts. Denn weil Anna so sensationell locker war, schickte ich sie gleich noch für 20 Minuten in Joggingschuhen vor die Tür. Zuerst wollte sie nicht, aber als sie wieder zu Hause war und die Treppe zur Wohnung hoch stiefelte, da sagte sie mit hochrotem Kopf: "Ich glaube ich bin fit!" Na denn.

Robbie und Sylvia mit uns im Beach-Club

Nur wenige Minuten später standen dann Robert (Ihr wisst schon, mein Freund und 2:15-Marathonläufer) und Sylvia aus Hückeswagen vor der Tür. Und obwohl ich nach dem schönen Abend bei Laßens mir noch während der Rückfahrt irgendwo zwischen Meezen und Wrist versprochen hatte, mal zwei Bierchen weniger zu trinken, saßen wir eine halbe Stunde später bei einem (einigen) Weizen zusammen im Beach-Club. Es folgte irgendwann gegen 23 Uhr ein halbes Hähnchen mit Pommes und Majo und schon war der Sonntag auch gelaufen. Und das war – lieber Tobias – auch der Grund, warum es gestern keinen Eintrag gab: ich war müde!

Heute Morgen dann großes Treffen im Freibad. Und danach, wie berichtet, Dirks Runde mit Dirk. Anna bekam den Rest des Tages frei – verdientermaßen. Thomas war auch heute Morgen schwimmen, wenn gleich auch alleine: 2500 Meter. Fisch-Thomas können wir ihn bald nennen.

Martin, stets gut gelaunt, und mit viel Druck – das Rennen kann kommen

Martin und ich sind dann auch noch ein Ründchen gefahren. Schön langsam wollten wir, logisch. Gut, von der Szene abgesehen, als Martin plötzlich, vorne fahrend, auf 50 Stundenkilometer beschleunigte, war die Runde ganz okay, nein, wirklich schön – eine Cola-und-Magnum-Eis-Pause eingeschlossen. Wir waren dann mit 105 Kilometern in 3:39 Stunden (irgendwas mit 29-und-ein-wenig) wieder im Stall (meine Wochenendkilometer von Freitag an: 427).

Der Rest ist Sonntag-Abend-Programm, auch wenn heute Montag ist: Tatort! Und T-Shirt-drucken. Jan, schon bald wirst Du das Pa’a-Shirt von Anna zu Hause haben. Wer sonst noch eins will: Bitte Anna schreiben (rechts in der Menüleiste unter dem Logo auf ihren Namen klicken). Tendenziall hat Anna ja in den nächsten Tagen etwas mehr Zeit, weil weniger Training.

Jutchen, also ab morgen wieder normaler Rhythmus. Und wollen wir mal ehrlich sein: Über Pfingsten habt Ihr ja eh alle nicht hier reingeschaut, oder?!

Herzlichst, Eur mathias

Freitag, 9. Mai 2008

Vollgas und Karacho

Liebe Leute,

eigentlich sollte Jan heute den Mann-des-Tages bekommen, denn er hat als erstes Anna geschrieben und sein Interesse an ihrem T-Shirt-Design bekundet, was mich sehr gefreut hat. Anna auch. Sie wird sich sicher bald melden. Nur, wir teilen uns hier eine Maschine, und Training und Arbeit müssen natürlich auch noch laufen. Also Jan, hier schon einmal vielen Dank für Dein Vertrauen. Wenn sonst jemand Interesse hat: Einfach rechts in der Menüleiste unter dem Logo auf Annas Namen klicken, wohinter ihre E-Mail-Adresse programmiert ist.

Jutchen, heute war Kette-rechts-und-Jalla angesagt. Aber der Reihe nach. Wir beginnen mit Thomas, der sich heute mal wieder – es geschehen Zeichen und Wunder – schon den dritten Tag hintereinander morgens früh ins Schwimmbad aufgemacht hat. Irgendjemand muss ihm den Öffnungszeitenplan auf die Hand tätowiert haben. Denn früher stand er doch immer nur vor verschlossenen Türen. Ich verstehe es nicht ganz, aber sei’s drum.

"Hallo zusammen,
man mag es kaum glauben, aber zwischen meinen Fingern bilden sich ganz komische, feine Häutchen. Ich sollte mit dem Schwimmen doch so langsam kürzer treten. Morgens gegen 7 Uhr in Wagenfeld, Thomas ist wieder im Wasser und schwimmt. Wieder das gleiche Programm, Mathias hat gesagt: "Thomas du mußt schwimmen!" Er hats gesagt, ich getan.

Nachdem ich dann meinen Haushalt einigermaßen auf Vordermann gebracht habe, begann der normale Arbeitstag. Heute hatte ich gut zu tun, bei dem Wetter, eine Freude.
Noch eine Freude war, dass ich mein Pearl wieder bekommen habe. Mußte ich ja auch gleich ausprobieren, wie es sich so fährt, mit größerer Kassette und nach den Einstellarbeiten. Um es kurz zu machen: geil. Das Rad ist fahrstabiler und an meinem Hausberg habe ich immernoch ein paar Reserveritzel hinten, das beruhigt mich jetzt.

Aber der Knaller sind die Michelin-Reifen, ich war richtig schnell unterwegs, für meine Verhältnisse sogar superschnell. Gut, ich wollte es heute ein wenig schneller gehen lassen, aber ein 32,4er Schnitt ist echt ein tolles Ding. In 1:36,30 Stunden bin ich 52,1 Kilometer gefahren, mein Top-Speed lag bei 65,3 Kilometer pro Stunde. So schnell war ich auf der Bergabpassage auch noch nie!
Mit diesem High gehe ich jetzt unter die Dusche und morgen werde ich wieder meine anderen Reifen aufziehen, damit den High-Tech Michelin nichts passiert.

Gute Nacht und einen schönen Samstag
Thomas"

Da hat der Junge also mal richtig Gas gegeben. Und die Michelin Pro-Race-3 sind echt super. Ich zumindest bin schon das Vorgängermodel Pro-Race-2 auf Hawaii gefahren, und das fühlte sich sehr sehr gut an. Und die Tour hat diesen Reifen mal getestet, und herausgefunden, dass man mit ihm so viel Zeit beziehungsweise Energie einsparen kann, wie mit einem tausende von Euro teuren Karbon-Laufrad. So what?!

Trotzdem wird Thomas den Reifen wieder abmontieren, denn es wäre doch echt schade, das gute Stück noch vor dem Wettkampf in irgendeiner Wagenfeldschen Glasscherbe zu demolieren, oder?! Apropos demolieren. Demoliert fühlte sich Dirk heute auf seiner Laufrunde. Er meinte, es sei ihm so ergangenen, wie mir nach dem langen Lauf am Mittwoch. Alles habe weh getan und alles sei ihm schwer gefallen. So hat er es heute bei einer Alsterrunde belassen. Egal, morgen ist auch wieder ein Tag.

Martin in Renndress und kurz vor dem Abflug

Wir anderen hatten heute nicht so tolle Reifen wie Thomas drauf. Dafür anscheinend recht viel Motivation. Anna, Martin und ich wollten zum Kreisel und zurück, wobei Martin den großen Deich im Full-speed-Modus, also ungefähr Warp-Geschwindigkeit zurücklegen sollte. Der Auftakt zum Deich machte uns schon allen viel Spaß. Welch ein tolles Gefühl in Kurz-Kurz dahin zu radeln. Saugeil.

Anna und Martin hatten jedoch besonders gute Laune, steckten sie doch beide in ihren Wettkampfklamotten. Juut, am großen Deich angekommen, verabredeten wir also wie es weitergehen sollte. Ab der Linkskurve bei den Windrädern sollte Martin aufdrehen, Anna wollte mit mir ganz ruhig fahren. Denn mir taten noch die Beine vom Mittwoch weh, und Anna fühlte sich auch etwas kraftlos (bitte merkt Euch diese Stelle des Textes!).

"Anna fahr mal kurz beiseite", sagte ich noch, denn ich wollte schnell noch einen Schnappschuss von Martin machen. Gesagt, getan: Foto gemacht, Martin gab Gas, und Anna – Anna war auch schon 100 Meter vor mir. klar.

Ich mich also zu ihr gekämpft und mich beschwert, warum sie so Gas gibt. "Ich sollte doch aus dem Bild", war ihre Antwort. Also, wer immer uns auf Lanzarote sieht, beziehungsweise, wer immer Anna sieht, der ruft bitte: "Anna, fahr mal aus dem Bild!" Ja? Das wäre super!
Martin war längst nicht mehr zu sehen, und da Anna nun schon einmal so schnell war, meinte ich, sie könne auch durchziehen. Leute, die nächsten 10/15 Minuten dachte ich, dass ich eine kleine Null sei. Im Ernst, ich hatte das Gefühl, dass wenn sie so weiter fährt, ich gerade mal bis zur Hälfte mithalten könnte. Mieses Gefühl.

Anna, Zweitname "Druck", auf dem Rückweg kurz vor der Speicherstadt

Nun trampelte ich mit meinen angeschlagenen Beinen seitlich neben ihr her (schöner Anblick) und so ein bißchen stieg die kleine Wut in mir auf. Was tun? Einfach locker fahren? Kämpfen? Naja, wer mich kennt, der kennt die Antwort. Also los.
Ungefähr nach einem Drittel der Strecke sagte ich Anna dann, dass es wohl noch eine halbe Stunde bis zum Kreisel sei, worauf sie ein wenig zurücksteckte. Ich also nach vorne. Aber wer jetzt denkt, dass unsere tapfere Anna aufgegeben hätte, der irrt gewaltig. Sie klebte an mir wie eine Klette, manchmal direkt hinter mir, machmal seitlich hinten rechts versetzt, dann seitlich links, und einmal, als sie ein Problem mit der Kette hatte, fuhr sie ein 20-Meter-Loch wieder zu.

video
Kleine Studie von Anna und Martin bei Tempo 30 auf dem kleinen Deich – nur Warmfahren

Ich hingegen stemmte mich mit aller Kraft gegen den Wind, den miesen reudigen Hund. Gott, hat der genervt, ist der uns heute auf den Keks gegangen. Aber es half ja nichts. Meine Liebste direkt an meinen Fersen – hätte ich da den Kopf heben sollen und sagen "ich kann nicht mehr!"? Geht nicht. Geht vielleicht schon, aber durfte irgendwie nicht sein. Wann ist der Mann ein Mann? Wenn er stark ist? Wenn er Schwäche zeigt? Diese Frage teilt das Land. Nun, ich habe mich zumindest entschieden, die Schwäche erst zu zeigen, wenn es auch wirklich so weit ist. Also weiter, volle Kraft, volles Gas.

Ich weiß nicht wie das bei Euch ist, aber wenn ich den Kampf dann mal angenommen habe, dann klettert da eine gewisse Konzentration und Aggressivität in mir hoch, die ist sondergleichen. Das fängt damit an, dass ich den Schatten von Annas Rad hinter mir sehe, und Gedanken habe wie "könnte ja auch mal nach vorne gehen", "im Ironman darf sie auch nicht lutschen", oder "hier muss doch noch mehr gehen", "los streng Dich an". Das geht so weit, dass ich einer Autofahrerin, die sich dämlicherweise mit einem noch dämlicheren Hupen bei uns beschwerte, dass wir einen Breitenmeter vom 10-Meter-Asphaltband einnahmen, mit lautester Stimme die übelsten Dinge hinterher gerufen habe. Wie gesagt, wenn der Kampf einmal angenommen ist.

Martin in seiner Wettkampfposition, locker und entspannt

Dann ging es um die letzte leichte Kurve und ganz hinten am Ende der Geraden konnte ich den Kreisel sehen – und, noch nicht angekommen: Martin. Irgend sowas wie ein Tarzanschrei ist dann noch aus mir rausgekommen, bevor ich mein Rad am Kreisel für einige Minuten zur Seite gestellt habe – total ausgepumpt. Ach, bevor ich es vergesse: Anna war nicht ausgepumpt. Keine Ahnung, wie sie das immer macht.

Von da an sind wir schön gemütlich nach Hause gefahren. Echt wahr! Wir haben so trainiert, wie ich mir das für eine 78er-Feierabendrunde immer vorgestellt habe. Und so waren wir mit einem 28er Schnitt wieder zu Hause. Wenn Ihr Euch an meine Ansichten über Schnitte erinnert, seht ihr: Keine große Nummer im Vergleich zu vorher berichteten Schnitten, aber zweifelt einer an der Qualität der heutigen Einheit?!

Gott, ist die lecker!

Ich habe mich jedenfalls zu Hause direkt mit einer groben Bratwurst (war noch von gestern übrig) aus dem Kühlschrank belohnt. War die lecker!

Es kann sein, dass es morgen keinen Blogeintrag gibt. Anna und ich wollen eine Fernfahrt machen. Aber mal sehen, vielleicht geht ja doch was. Jetzt aber den Freitag Abend genießen.

Herzlichst, Euer mathias

Donnerstag, 8. Mai 2008

Allet janz normal

Liebe Leute,

ist eigentlich irgend jemand aufgefallen, dass ich dieses Fotoalbum installiert habe? Und das ich mittlerweile so gut wie alle Bilder darin mit Bildunterschriften versehen habe? Und das dies wirklich viel Arbeit war? Nö? Gott, könnt ihr hart sein zu mir. Na, wenigstens Martin hat gesagt, dass er es gut findet, und das er sich schon immer mal gefragt hat, wie er sich die Bilder des letztens halben Jahres mal ansehen kann. Einer – ist doch auch nicht schlecht.

So, jetzt aber zur nächsten Person die sich viel Mühe gegeben hat. Zu Anna. Sie ist heute wieder im Schwimmbad gewesen. Da sie aber wieder mal – wie die Kölner zu Karneval sagen – ihre dollen/jecken Tage hat, fehlte ihr ein wenig die Kraft. Es blieb bei 2500 Meter. Vor sechs Monaten undenkbar, heute janz normal.

Und noch mal zu Anna. Mittlerweile rennen wir vom Team ja alle mit den Pa’a-Shirts rum, und einigen von Euch hat das Motiv, welches Anna entworfen hat anscheinend auch gefallen. Zumindest gab es einige Kommentare und private Anrufe und Mails, zu diesem Thema. Jutchen, wer also gerne ein solches T-Shirt hätte, der kann Anna mailen (annana81@gmx.de). Wie das dann läuft, welche Farbe T-Shirt und Druck haben sollen, ob ihr nur einen Druck auf der Brust oder auch – wie Martin und ich – einen auf der Schulter haben wollt, das könnt Ihr dann alles per Mail mit Anna verhackstücken. Dooferweise kostet jedoch allein das Versenden eines Shirts 2.90 Euro. Es wird also eher gen 13 als gegen 10 Euro gehen. Wie auch immer, mailt Ihr einfach.

Pa’a – Kämpf’ für Dein Ziel! Schreibt Anna, sie kann Euch das Logo im Siebdruckverfahren auf ein T-Shirt beamen

Mit ihrer Schwimmerei war Anna dann heute auch durch mit dem Training. Wir haben ein gutes Wochenende vor uns, und da sollte sie ruhig auch noch mal durchatmen können. Dirk rief heute vom Rad aus an und berichtete von 3 Stunden lockerem Radeln nach Winsen/Luhe und eine Fährtfahrt über die Elbe beim Zollenspieker. Das ist es doch: Sightseeing mit Training verbinden. So kriegt man die Zeit locker und entspannt um. Recht so.

Zu Thomas: Er rief mich heute an und fragte, wo er noch so eine Aero-Trinkflasche her bekommen könne. Klar, wir haben ja noch ne Woche Zeit, aber irgendwie ist das doch schon Richtung Letzter Drücker. Denn testen sollte man das schon auch noch. Wie auch immer, die einfache Lösung heißt www.bike24.de. Da kriegt man eigentlich alles, wenn man den Gang in einen vernünftigen Laden nicht mehr hinbekommt. Trainiert hat Thomas heute natürlich auch:

"Hallo zusammen,
war das heute wieder wunderschön. Sorry, aber ich komme aus dem Schwärmen nicht mehr raus. Das Wetter macht einfach glücklich. Aber nicht nur das Wetter, ich hatte heute das erste Frühstück in diesem Jahr unter freiem Himmel, wunderbar. Ich hoffe, dass das nicht das letzte Mal war.

Aber zuerst habe ich mir das leckere Frühstück verdient. Ich war heute etwas später im Wasser als gestern. Heute war es schon 7.03 Uhr. Das Programm hat sich jedoch nicht verändert: 300 Meter Einschwimmen, 20 mal 50 Meter Tempotraining und wieder die 700 Meter zum Schluß, aber hey, ich verzähle mich immernoch.

Nach einer knappen Stunde, nach nicht ganz einer Stunde, genauer gesagt nach 45 Minuten war ich wieder aus dem Wasser. Ab nach Hause und das tollste Frühstück begann.
Arbeiten muß der Mensch dann auch mal, heute dann bis 19.00 Uhr, schnell noch die Milch fürs Müsli gekauft und um 19.30 in die Laufsachen gestiegen. Wieder einen lockeren Feierabendlauf gemacht und freue mich nun wieder auf mein Pearl. Ich hoffe es ist morgen fertig.

Das war es schon für heute. Einen schönen Abend und bis morgen,
Thomas"

Keine Ahnung, aber irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, dass ein Frühstück so ganz alleine im Freien gar nicht soo toll sein kann. Aber nun ja, vielleicht, in der Einsamkeit des Kreises Diepholz, wer weiß das schon so genau. Aah, und ich kann mich irren, aber ich meine, gestern wäre es auch 7.03 Uhr gewesen, als er ins Wasser gesprungen war. Für den zweiten Tag hintereinander an dieser Stelle auf jeden Fall ein Hut-ab für Thomas.

Tja, mit mir war heute nicht so viel los. Den ganzen Tag haben meine Beine geschmerzt wie die Hölle. Ich weiß nicht warum. Vielleicht hängt das ja damit zusammen, dass ich drei Wochen nicht joggen war, und – und jetzt die gewagte These – das ich zwei Wochen davon auf wankenden Planken stand und ging. Ich werde den Eindruck nicht los, dass da einiges in der muskulären Koordination durcheinander gebracht wird.

Fehlt noch einer, nämlich Martin. Er hat sich heute einen Einteiler von Sailfish gekauft und wollte diesen umbedingt lauftechnisch testen. Leute, über seine Simse habe ich mich richtig kaputt gelacht. Wie geht es Euch?:

"Hi Mathes,
komme gerade vom Laufen. Bin heute die 11-Kilometer-Leinpfad-Runde in zackigen 54 Minuten gelaufen. Hab meine Wettkampfklamotte getestet. Hammer! Damit es nicht so komisch aussieht habe ich aber meine kurzen Laufsachen drüber gezogen.
Euch einen schönen Abend. Grüße,
Martin"

Nö klar. So mach ich das auch demnächst. Wenn ich zum Beispiel meinen Neo teste, dann ziehe ich noch so Judoklamotten drüber, damit man das nicht so sieht. An der Authenzität des Test rüttelt das doch nicht, oder? Oder vielleicht teste ich auch meine Aeorlaufräder und meinen neuen schnittigen Karbonrahmen. Aber nee, dass könnte ja komisch aussehen. Na, da zieh ich doch einfach so ein riesiges Fahrrad-Cape über, so eins wie die Postboten haben. Da macht der Aerotest erst richtig Sinn. Vor allem aber werde ich mal testen, wie es sich anfühlt, drei Monate keinen Alkohol zu trinken. Und damit meine Freunde nichts bemerken, zieh ich mir halt jeden Abend zwei Caipis und zwei Liter Bier rein. Super solche Tests. Echt stark!

Jutchen, dass war es mit Lustig für heute. Ein tolles Wochenende steht uns bevor und wir werden noch ein letztes Mal auf guten Umfang gehen. Bis auf Martin, der will morgen seinen Einteiler auf ner 2-Stunden-Runde im Rennmodus testen.
Mit dem Holland seiner Freundin. Damit es nicht so komisch aussieht – versteht sich.

In diesem Sinne, auf die Tests!

Herzlichst, Euer mathias

Gute Laune im Pa’a-Shirt von Anna

Mittwoch, 7. Mai 2008

Team des Tages

Liebe Leute,

immer wieder sag ich Anna, sie soll doch bitte nicht so spät nach Hause kommen. Aber nie will sie sich daran halten. Heute wollte sie es wieder nicht tun. Aber diesmal war sie nur bedingt erfolgreich. Später mehr dazu.

Wie der Titel schon sagt, heute war ein guter Tag. Ich glaube wirklich, wir sind gut auf Kurs. Natürlich wird der Ironman-Lanzarote immer noch ein riesen Abenteuer werden, und alle an die absolute persönliche Leistungsgrenze bringen. Aber ich glaube fest, dass alle das Rüstzeug haben, den großen Traum Wirklichkeit werden zu lassen. Warum Ihr heute zufrieden mit uns sein könnt? Auch dazu später mehr.

Fangen wir chronologisch an. Den Anfang machte heute – wie ja fast immer im letzten halben Jahr – Martin. Der Junge hat wieder seine 2600er Schwimmeinheit abgeliefert, und es läuft richtig gut. Trotzdem verrate ich nicht zuviel, wenn ich berichte, dass er die Male an denen er noch früh aufstehen und zum Schwimmen muss, rückwärts runter zählt – und das nicht erst seit heute!
Als Martin schon eine Stunde im Büro war, nahm Dirk im Schwimmbad den Platz seines Team-Gefährten ein. So um die 2000 Meter waren es bei ihm.

Aber als Dirk so ungefähr mit dem Schwimmen fertig war, da hatte Thomas schon das ganze Tagewerk geschafft. Wahnsinn! Seht selbst:

"Hallo zusammen,
wie schon gewohnt, ich bin spät dran. Ein schöner Tag, komm Welt lass dich umarmen, welch ein Tag.
Einfach klasse dieses Wetter, ich bin heute morgen um 6.15 Uhr aus den Federn, das Wasser rief. Um 7.03 Uhr war ich genau in diesem. 300 Meter eingeschwommen, 20 mal 50 Meter Tempoübung und noch 700 Meter ausgeschwommen. Und da ja noch der lange Lauf auf dem Programm stand habe ich ihn gleich noch dran gehängt.

Meine Normrunde, diese 21,1 Kilometer, habe ich heute versucht etwas zügiger zu absolvieren. Nach 1:51 Stunden war ich wieder vor meiner Tür, aber ziemlich fertig. Ich merke schon, dass bei höheren Temperaturen der Flüssigkeitsbedarf steigt. Auf dieser 2-Stundenrunde habe ich keinen Tropfen getrunken. Dafür aber dann, und nach dem Tanken ging es weiter, denn 1:51 Stunden ist ja noch kein langer Lauf.

Ich bin also noch 24 Minuten ganz ruhig ausgelaufen. War das schwer. Zuviel sollte man wohl auch nicht auf einmal trinken. Dennoch, am Morgen schon 3:15 Stunden auf der Habenseite zu sehen, ist doch was.

Um auf Nummer sicher zu gehen, habe ich mein Pearl noch mal schnell zum hiesigen Fahrradschrauber gebracht. Der Alurenner bekommt vor dem Wettkampf noch eine neue Kette und statt der 25er die etwas größere 27er Kassette. So als Rettungsring, quasi. Damit die Angst vor den Anstiegen kleiner ausfällt. Also, ich lasse dem Pearl eine große Inspektion zukommen, um so wenig wie möglich dem Zufall zu überlassen.

Trainingstechnisch war das mein Tag. Sollte wohl auch reichen und wie ich gerade gehört habe war es das auch mit dem langen Lauf. Vorerst gibt es keinen mehr.Über das tolle Essen gerade, will ich hier auch keine Worte mehr verlieren. Bin schon ein wenig zu müde.

Einen schönen Abend zusammen und einen guten Start in den neuen Tag,
Thomas"

Irre, oder?! Thomas macht einfach alles am Morgen. Zack-Zack-Tschingdarrassassaa, fertig! Hut ab. Und somit kommen wir schon dem Grund näher, warum wir heute Team des Tages sind. Denn, richtig heute war langer Lauf Tag. Und wirklich alle haben das Ding absolviert. Und alle sehr gut. Mit Ausnahme von mir vielleicht, denn meine Beine schmerzen dermaßen, dass ich, wie ich glaube, den Titel Schmerz-des-Tages beanspruchen kann.

So, jetzt aber mal die ganze Geschichte. Martin schlug gegen 19 Uhr bei uns auf. Wie schon öfters, wollten wir dann zur Alster, Dirk treffen. Mit Martin, der ja dann immer ein Schörlchen bei uns trinkt, und mir ist auch Anna gestartet – allerdings in die entgegengesetzte Richtung zur Alster.

Soviel sei hier schon einmal gesagt: Heute war unser letzter langer Lauf. Wahnsinn, oder?! Keine Ahnung wie viele von diesen Dingern das Team absolviert hat. Aber heute, das war der letzte. Zuerst wollten meine Leute das gar nicht wahrhaben. Aber als es dann langsam zu ihnen durchgedrungen war, da meine ich, eine kleine Freude in ihren Gesichtern entdeckt zu haben.

Juut, Anna also nach links, Martin und ich nach rechts. Nach ner Weile, ich wie immer mit hechelnder Atmung neben unserem Jüngsten, piept der Pulsmesser. "Mist", denke ich, "viel zu schnell, viel zu anstrengend!" Aber als ich auf das Gerät schaue, da war das gar nicht meines, was piepste. Neee, es war Martins! Für zwei Sekunden überkam ich mich tierische Freude. Endlich hatte ich ihn so weit, endlich musste auch eher abbremsen. Leider waren es wirklich höchstens zwei Sekunden der Freude. Dann nämlich kontrollierte auch Martin den Pulsmesser und sagte: "Stimmt, ist meiner – bin zu langsam."

Leute, Leute, ich kann Euch sagen. Da macht man wirklich was mit. Also ehrlich. Das war ungefähr so wie mit dem Flieger kurz vor dem Touchdown durchzustarten. Naja, so ähnlich. Wir also zur Alster. Da wartete Dirk, und ich war recht froh, denn erfahrungsgemäß wird es dann ein klein wenig ruhiger.
Pustekuchen. Keine Ahnung warum, aber irgendwie hatte sich der Gute heute vorgenommen, mal unser Tempo aufzunehmen. Und bis zur Krugkoppelbrücke hat uns niemand, aber wirklich niemand überholt. Mein Puls? 160. Halleluja!

Nach der Brücke, als wir in den Leinpfad abgebogen waren, wollte Dirk dann endlich ein wenig ruhiger laufen. Ich atmete innerlich auf. Äußerlich aber nur ganz leise, damit niemand was mitkriegt. Martin ist dann nach vorne durchgestartet und wollte – wie vor einigen Wochen – nach der Umrundung des Mühlenteiches, wieder zu uns auflaufen. Pustekuchen die Zweite.

Dirk lief zwar ruhiger, aber immer noch viel stärker als vor drei Wochen. Und so sahen wir Martin auch an der Alster nicht mehr wieder. Wenn alles nach Plan gelaufen ist, wenn Martin nach Plan gelaufen ist, dann hat er seine 26/28 Kilometer in 2:15 Stunden absolviert. Wir hingegen standen wieder vor Dirks Tür, nachdem der Recke erst 2 Stunden unterwegs gewesen war. Das war eine knappe viertel Stunde schneller als sonst!

Was soll ich sagen. Dirk hat sich riesig gefreut. Allerdings gönnte ich ihm diese Freude auch nur kurz. Ich verfahre da meist nach dem Motto, wer mich herausfordert, der soll auch wenigstens ein wenig bluten. Also legte ich den fast noch nie vernommenen Ich-bin-hier-der-Trainer-Ton auf und verkündete, dass dies ja nun der letzte lange Lauf sei, und vor diesem Hintergrund der auch 2:30 Stunden dauern müsse. Keine Ahnung was Dirk gedacht hat. Auf jeden Fall hat er mutig genickt und ist mit mir weiter. Ich will mal schwer hoffen, ihm tun auch die Beine weh heute Abend, so dass ich nicht der Einzige bin. Wobei ich gerade zweifel, denn vor einer Minute kam eine Simse von Dirk rein:

"Mathias Müller. Dat war ne geile Einheit! Wille ist alles. Aloha und schlaf gut. Dirk"

Hört sich – auch nach 2:30 Stunden – nicht nach schweren Beinen an, oder?! Hm. Juut, eins steht fest. Ich hatte zum ersten Mal heute Abend den Eindruck, dass Dirk einfach mal mutig nach vorne gelaufen ist. Und siehe da, es hat sich gelohnt. Er weiß jetzt, dass mehr in ihm steckt, als er noch vor einer Woche geahnt hat. Alles joot!

Ich bin dann nach Hause gelaufen. Und weil ich – hier schließt sich der Kreis – nicht zu deutlich vor Anna daheim sein wollte, bin ich ihr entgegen gelaufen. "Wann kommt die denn endlich? Wann kommt die denn endlich", dachte ich verzweifelt, weil Beine mit jedem neuen Meter mehr schmerzten. Und endlich, bei den Kapitänshäusern in Övelgönne kam sie. Ähnliche Fehlplanung wie bei Thomas und mir, auch sie hatte nichts zu trinken. Ihre Freundin, bei der sie sonst einkehrt, war nicht zu Hause – Pustekuchen 3.

Wie auch immer. Sie hat es geschafft. Als ich mit 2:34 Stunden vor der Tür stand, zeigte ihre Uhr 2:40 Stunden an. Super. Ich bin wirklich stolz auf sie, und auf Dirk, und auf Thomas und auf Martin auch! Herrliches Team!

Und somit ist er geschafft, der letzte lange Lauf. Von allen mit Bravour absolviert. Nächste Woche reduzieren wir den Mittwoch auf 1:30 Stunden. Aber vorher werden wir das Pfingstwochenende noch kräftig zum Radtraining nutzen. Und Schwimmen, schwimmen können auch alle weiter machen wie bisher.

Der Zug rollt, alle sitzen drauf, alle in bestmöglicher Form, so gut, wie man nach einem halben Jahr nur sein kann. Wir bewegen uns durch die letzte Kurve auf die Zielgerade zu. Es wird spannend, unendlich spannend. Schön das Ihr dabei seid!

Herzlichst, Euer mathias

Dienstag, 6. Mai 2008

Der Tag danach

Liebe Leute,

ich weiß nicht mehr wie der Film mit Eddy Murphy heißt, wo er zu Beginn vorgibt keine Beine zu haben und auf einem Rollbrett über den Gehweg schubbert, bis zwei Polizisten ihn hochheben und er erstaunt tut und ruft "Ich habe Beine! Scheiße ich habe Beine!" Jedenfalls so ähnlich fühl ich mich gerade. Ich kann nämlich wieder schreiben! Jawohl! Ich brauche nicht mehr fünf Anläufe bis ich orthographisch höchst anspruchsvolle Wörter wie "die", "der" oder "das" hinbekommen. So war das nämlich vergangene Nacht. Heidewitzka Herr Kapitän – für die paar Zeilen von gestern habe ich länger gebraucht, als eine Schnecke für den Sprung vom Fünf-Meter-Brett. Mit Hochklettern – versteht sich!

Und alles überstrahlend, die Medaille auf Dirks stolzer Brust

Nun ja, jetzt funktionieren die Systeme wieder und ich hoffe, Ihr verzeiht uns das Nachtprogramm. Vielleicht mussten wir auch einfach mal ein wenig von der aufkommenden Nervosität loswerden. Kann sein. Und es war ja nun auch wirklich ein schöner Abend. Als Dirk da zu uns kam, in voller Laufmontur und mit der Finisher-Medaille aus Lanzarote um den Hals, das hatte schon was.

Dirk, glücklich im Ziel des olympischen Triathlons auf Lanzarote

Und dann hat er erzählt: Von Prügelei im Wasser, von Aufschwimmen auf eine Sandbank (wo kam die nur so plötzlich her?), von ruhigem Beginn auf dem Rad, von einer Aufholjagd in der zweiten Radrunde, von rund 15 Athleten, die er sich dabei geschnappt hat, von einem platten Reifen, drei Kilometer vor der Wechselzone (die unser Vollprofi nur noch T2 nennt), von der Erinnerung an Annas Anfeuerung per Simse "Lauf Forest lauf!", davon wie er auch in der zweiten Laufrunde noch mal ein paar andere Jungs einsammelte, und davon, wie wunderbar es war, dass Ziel zu erreichen und sich obendrein noch gut zu fühlen.

Dirk zurecht puup-stolz. In einem halben Jahr vom Sofa zum Kurzdistanz-Triathleten – auch nicht schlecht. Aber wir wollen noch weiter!

Voller Begeisterung war er bei seinen Ausführungen, während Thomas und ich interessiert an seinen Lippen hingen, während an den unsrigen meist eine Flasche Astra ansetzte. Schön. Also Beides, die Erzählungen und das Bierchen.

Naja, und als Anna dann noch kam, ging es dann richtig los. Sie wiederum frönte der/den Caipirinha/s. Was sie jedoch heute Vormittag sehr bedauerte. Alle Systeme im Dutt, an Training nicht zu denken.

Thomas mit den Resten unseres gestrigen Menüs. Meines sah heute wieder so aus – nur Cola statt Bier

Ich selbst musste ins Büro, und habe mir anschließend direkt noch mal ein Katerfrühstück (Ihr wisst schon: Curry-Pommes-Majo) gegönnt. "Pervers", mögt ihr nun vielleicht denken, und ich muss sagen, ganz so falsch ist dieser Gedanke nicht. Aber ich esse es halt so gerne! Na, morgen gibt es wieder Butterbrote.

Martin hat heute bewusst frei genommen. Eigentlich wollte er trainieren weil doch so schönes Wetter ist/war. Aber gemeinsam haben wir dann beschlossen, dass ein wenig Abhängen an der Alster ja auch mal schön ist. Ich hoffe, er konnte diesen freien Abend richtig gut genießen. Während dessen biete ich Euch noch seine vergangene Woche an. Achtung:

Montag: Schwimmen, 1 Stunde, 2600 Meter,
Montag: Laufen, 59 Minuten, 12 Kilometer
Dienstag: Laufen, 56 Minuten, 12 Kilometer, 4 x 3 Minuten schnell
Mittwoch: Schwimmen, 1 Stunde, 2600m,
Mittwoch: Laufen, 2:14 Stunden, 26 Kilometer
Donnerstag: Rad, 1:55 Stunden, 62 Kilometer, Schnitt: 32km/h!
Freitag: Schwimmen, 1 Stunde, 2600m, i
Freitag: Rad, 3:32 Stunden, 110 Kilometer, Schnitt 31km/h
Samstag: Rad, 3:21 Stunden, 104 Kilometer, Schnitt 31 km/h
Sonntag: Rad, 3:30 Stunden, 104 Kilometer, Schnitt 30 km/h

Gesamt: 19:27 Stunden

Puh, das kann sich mehr als sehen lassen. Vom Trainingslager abgesehen ist das, wie er selbst sagt, seine bisherige Rekordwoche. Leute, das sieht nach gutem Timing, nach Form auf den Punkt aus. Und trotzdem, den Schnitt schreib ich demnächst nicht mehr hin. Nicht das Ihr Angst bekommt, wenn Ihr seine Aufzeichnungen seht. Und außerdem: Man darf schließlich auch langsamer fahren!

Jetzt aber zu unseren heutigen Aktivposten. Dirk hat heute, da sein Rad noch zur Reparatur auf Lanzarote weilt, von Roger ein Pearl zur Verfügung bekommen und ist damit 3 Stunden durch die Vierlande gerollt. Mit von der Partie Freund Arnd. Der wiederum war gerade letztens seinen ersten Marathon in super guten 4:05 Stunden gelaufen. Wie ich finde eine tolle Leistung. Denn er hat erst zu Laufen begonnen, als Dirk mit unserem Projekt anfing. Na und nun hat er sich auch noch ein Rennrad gekauft. Toll. Man munkelt nun er habe gesagt, Dirk sei ein Sack (Wortwahl leicht geändert, Anm. d. Autors), erst hätte er ihn zum Laufen gebracht, und nun hätte er wegen ihm auch noch ein Rad angeschafft. Na, ich find’s gut. Hey Arnd – willkommen im Club!

Juut, drei Stunden für Dirk. Aber er war heute nicht der einzige, der aktiv war. Für mich total unverständlich, hat mein Kneipen-Kumpel Thomas sich heute Abend noch aufraffen können. Gute Leistung. Wobei, wenn ich zwischendurch in der Bar wie er eine Stunde geschlafen hätte (und eben in dieser Stunde auch kein Bier getrunken hätte), wäre ich wohl auch noch losgelaufen. Hier sein Bericht:

"Hallo zusammen,
nachdem ich letzte Nacht doch mit recht wenig Schlaf auskommen mußte, könnt Ihr Euch denken, dass ich richtig, richtig müde war. War? Ich bin es immernoch. Zwei Tage hintereinander wollte ich aber nicht "nichts" machen, also bin ich kurzer Hand nach der letzten Unterrichtsstunde noch schnell 57 Minuten, bei herlichstem Frühlingswetter gelaufen.

Thomas und Mathias am gestrigen Abend

Bevor es jetzt unter die Dusche geht lasst mich schnell noch ein paar Worte zum Düsseldorf-Marathon los werden. Das Wetter war absolute spitze, habt Ihr ja auch alle mitbekommen. Ein rundum gelungener Wettkampf. Es hat einen riesen Spaß gemacht. So eine Staffel bei der jeder höchstens einen 10er laufen muss ist echt toll. Für jeden schnell vorbei und die Stimmung ist einfach grandios. Mit solchen Staffelläufen, vor einem so großen Publikum kann man wohl jeden von unserer Sportart überzeugen.

Also wenn ihr Kandidaten habt die nicht wirklich wissen ob die Rennerei Spaß macht, so bekommt man sie rum. Und das Adrenalin unterstützt einen dabei noch. Von mir wie immer einen schönen Abend und noch den üblichen "Guten-Morgen-Wunsch",
Thomas"


So, dass der Bericht aus Wagenfeld. Ich möchte wetten, morgen legt das Team wieder richtig los. Der lange Lauf steht an, und nach dem Lay-Day heute, sind wohl alle heiß darauf, zu beweisen, was in ihnen steckt.

Apropos stecken: Ich steck mich jetzt ins Bettchen.

Herzlichst, Euer mathias

P.S.: Hab mich noch nicht ins Bett gesteckt, sondern noch ein wenig gefrickelt. In der rechten Menüleiste haben wir nun ein Fotoalbum mit allen Fotos, die je für diesen Blog genutzt wurden. Das sind total viele, und ich habe noch nicht alle Bildunterschriften fertig. Aber vielleicht will der eine oder andere ja auch so mal stöbern. Auch sind einige Fotos doppelt. Das lässt sich nicht ändern. Ist aber auch nicht schlimm. Ach ja, chronologisch geordnet sind sie auch nicht. Vielleicht bekomme ich das irgendwann mal hin. Ansonsten ist bleibt es eine bunte Wundertüte. Viel Spaß beim Stöbern!

Huhuhuuuu

Liebe Leute,

dies wird ein kurzer Blog-Eintrag. Warum? Weil dies für unser Team ein äußerst schöner Abend war. Also, Thomas kam nach Hamburg, wir gingen eine Currywurst-Pommes-Majo essen. Dirk kam dazu, dann noch Anna und wumms, war aus dem normalen Tag ein außergewöhnlicher, trainingsfauler Tag geworden. Warum? Weil wir eben diesen tollen außergewöhnlichen Abend hatten.

Also deshalb in Kurz: Martin ist heute Morgen – es ist/war ja Montag, 2600 Meter geschwommen und noch 14 Kilometer gelaufen. In 1:09 Stunden. Damit ist Martin heute unser Mann-des-Tages!
Denn, Dirk ist nur 10 Kilometer gelaufen, - gerade bis zu Thomas und mir, die wir in Ottensen eben jene schöne Curry-Pommes-Majo zum Besten nahmen.

Die (fast) ganze K0mpanie im Aurel in Ottensen – Pr0st!

Dann, als es uns gerade richtig gut ging, kam Anna auch noch dazu. Und wir feierten, bis ich nur noch unter äußerster Konzentration diese Buchstaben zusammen gebracht habe. Also: Martin fleißig, Dirk fleißig, der Rest nur feiern und gut fühlen.

Das ist alles von uns – und auch nur mit äußerster Konzentration.

Herzlichst, Euer mathias

Sonntag, 4. Mai 2008

1000 Möglichkeiten

Liebe Leute,

es gibt ungefähr 1000 Möglichkeiten (abgesehen von dieser hier) wie ich diesen Eintrag beginnen könnte. Ich will mal einige aufzählen:

1. (also das "Liebe Leute" lass ich jetzt mal immer weg, ja.?) Ich möchte unbedingt und sofort wieder zurück in die Karibik. Denn dort habe ich beim Schnorcheln einen Hai, einen Rochen und einen Barrakuda gesehen. Außerdem sah ich türkisblaues Wasser in malerischen Buchten. Hier habe ich heute nur Martins und Annas Hintern gesehen. Wobei ich letzteren Anblick deutlich bevorzuge.
Ich bin nämlich heute nach den zwei Wochen Pause mit den Beiden aufs Rad und sie sind ständig vor mir hergefahren. Affenschnell.

2. Wenn ich mich konzentriere, kann ich Euch erzählen, wieviele Nähte über die Rückseite von Annas und Martins Radhosen laufen. Im Ernst, ich bin heute, bei meiner ersten Ausfahrt nach zwei Wochen so lange hinter den Beiden hergefahren, dass ich mich sogar noch an die Anzahl der gelben Flecken (vom Rapsfeld, in dem wir fotografiert haben – siehe unten) auf ihren Hosen erinnern könnte.

3. Ich habs Euch ja gesagt: Der Schnitt der heutigen Radrunde ist niedriger ausgefallen, als es bei den letzten Touren von Anna und Martin der Fall war. Denn Klötzchen war wieder mit von der Partie. Und ich musste mich doch sehr strecken, um immer Kontakt mit dem Dreamteam auf Rädern halten zu können.

4. Ich weiß auch nicht, warum alle Leute scharf auf Aerolenker sind – wenn man stundenlang dicht hinter Anna und Martin herfährt, kommt man eigentlich mit nem normalen Lenker gut klar.

5. Radfahren ist wie Urlaub – wenn man zwei so Heißdüsen vor sich hat wie Anna und Martin.

Ehrlich liebe Leute, ich hatte rund 25 Kilometer vor der Rückkehr nach Hamburg bestimmt noch 995 andere Ideen, wie ich heute hier beginne. Aber weitere 10 Kilometer später, hatte ich aufgrund absoluter prioritärer Durchblutung in der Beinmuskulatur eine Sauerstoffunterfunktion im Hirn, und da sind mir die anderen Beispiele anscheinend wieder abhanden gekommen.

Dampfmaschinen unter sich – Anna und Martin auf der anderen Elbseite

Die ganze Geschichte? Gut. Losgekommen sind wir heute erst um 15 Uhr. Martin war noch mit Familienangehörigen im Zoo und wir waren noch mit Anne ein wenig spazieren. Wie auch immer. Da es ja herrliches Wetter war, fuhren wir in Kurz-Kurz los – zumindest Anna und ich. Martin kam mit Winter-Langarm-Trikot hinzu. Ja und dann habe ich mir das Spiel mal angesehen – von hinten. Zuerst selbstgewählt, aber schon bald immer öfter gezwungenermaßen.

Wenn die Beiden durch die Vierlanden fahren ist die 3 vorne auf der Tachoanzeige anscheinend Pflicht. Das geht soweit, dass ich kurz vor Beendigung einmal, als das Zählgerät nur 29 anzeigte, aus Spaß gerufen habe: "Ooh, rotes Blinklicht, nur 29, wir stürzen ab!"

Radfahren macht – Spaß!

Aber im Ernst, die Beiden haben mich heute wirklich sehr beeindruckt! Und dieses Ausrufezeichen steht zurecht. Martin zieht vorne weg, als würde ihn das alles überhaupt nicht anstrengen. Mit ruhigem runden Tritt, immer weiter, immer weiter. Und Anna? Also ich wäre ebenso beeindruckt, wenn sie die ganze Zeit dicht hinter ihm herfahren würde, denn auch dies wäre schon eine gute Leistung. Aber entweder sie hält fünf Meter Abstand, weil, wie sie lakonisch sagt, nicht so gerne dicht hinter Leuten herfährt, oder aber sie fährt selbst bei über 35 Sachen noch ein Loch von 15 Meter zu. Alte Schweden!
Ebenso kann es sein, dass sie kurz unter 40 plötzlich neben einem auftaucht, weil sie irgendwas dringendes zu besprechen hat. Hallo?! Also ich weiß nicht, was da los ist. Es ist zum Angst bekommen. Wenn 26 Jahre nicht zu alt ist, um diesen Begriff zu nutzen, dann möchte ich auch bei Ihr (zumindest beim Radfahren, wobei Laufen ja auch immer besser wird) von einem Talent sprechen.

video
Video bei 35 Km/h – Tendenz steigend und Anna ruft Attacke

Also wenn die Beiden sich entschließen würden, diesen Sport ein, zwei Jahre länger zu betreiben – für Martin würde das Ticket nach Hawaii im sicher (mit !) im nächsten Jahr fallen, und auch für Anna wäre dies, mit ein oder zwei mehr Jahren Training möglich.

Aber das ist Spekulation. Zurück zu den Fakten. Die Runde heute war wie Urlaub. Echt total entspannt, mit nem guten 29er Schnitt recht zügig, und mit 105 Kilometer und 3:30 Stunden auch nicht zu kurz. Ihr merkt schon, die Perspektiven haben sich längst geändert. (hier würde Thomas jetzt sicher ein Smile sehen – dies mit nem schönen Gruß und einen riesen Dankeschön für sein schreiberisches Engagement an meinen längsten Freund)

Eine Kuchenpause bei Kilometer 60 (oder so) gehört natürlich auch dazu. Bei der Gelegenheit musste ich allerdings kurz mit Anna schimpfen. Da sagt sie 15 Minuten vorher, dass ihr irgendwie schwindelig sei (kann sein, denn wir hatten vor dem Training nicht viel gegessen), nur um drei Minuten später auf 40 Km/h hochzuziehen – vorne fahrend, versteht sich. Ich appellierte also an ihre Vernunft.

Lecker, lecker – Kuchenpause am Kreisel

Von da an wollten wir dann ruhig nach Hause fahren, so Martins Bitte. Das hieß dann wiederum so zwischen 32 und 35 Punkte auf dem Tacho. Naja, und dann kam irgendwann meine Sauerstoffunterversorgung im Hirn und so weiter. Wie auch immer. Unterm Strich war das ein toller Tag. Aber ich denke das konnte man meinem Bericht irgendwie entnehmen.

Wo geht’s weiter? Ach ja, Dirk. Oje, der hatte heute einen rabenschwarzen Tag. Erst ist ihm sein Laptop abhanden gekommen, wo die Flugdaten drin waren, dann war der Ausdruck, denn er mit den Daten hatte nicht korrekt, demzufolge sein Flug um 8.30 Uhr, und so wird er erst heute Abend/Nacht um 1 Uhr in Hannover aufschlagen. "Super!", wie er selbst meinte. Erfahrene Vielflieger werden jetzt vielleicht an das Wort "Rückbestätigung" denken, aber ich mache das auch fast nie – fast nie. Sein Bericht vom Triathlon somit auf unbestimmte Zeit verschoben. Und auch die Info, ob er gestern ein lockeres Post-Rennen-Ründchen gefahren ist.

Thomas: Thomas erholt sich vom Schreiben. Nein Quatsch. Thomas ist heute wie angekündigt 11,5 Kilometer in einer Staffel beim Düsseldorf-Marathon gelaufen. Wie hieß die Textzeile von Herbert Grönemeyer in "Bochum" noch, "wer läuft schon in Düsseldorf?!"? Keine Ahnung. Also Thomas jedenfalls schon. Und sehr gut. In 53 Minuten ist er seinen Streckenabschnitt gerannt, fühlte sich dabei nie ausgepowert oder wie man auf deutsch sagt, nie am Limit. Er war zumindest sehr zufrieden, und ich bin es auch. Keine Ahnung, ob ich überhaupt so schnell könnte. Aber das müssen wir ja auch nicht ausprobieren – Gott sei Dank nicht.

So, das war es vom heutigen Tag. Nun ist aber Zeit für Pasta. Hab ich einen Hunger. Und Anna? Sie wird beim Essen auf jeden Fall nicht vor mir sitzen.

Herzlichst, Euer mathias

Samstag, 3. Mai 2008

Heiß und kalt

Liebe Leute,

immer wenn der Blog so startet, dann haue ich in die Tasten. Bin heute Nachmittag nach langem Flug und einmal Durchstarten (heiß, heiß) auf dem Hamburger Flughafen (sagen wir kühl) wieder aus der Karibik (heiß) zurück hier in der Heimat gelandet – hätte ich jetzt "sicher gelandet" schreiben sollen?.

Also ehrlich, Ihr erinnert Euch bestimmt noch an die dramatischen Bilder, als vor einem Monat ein Lufthansa-Flieger in Hamburg schon mit einem Tragflächenende die Landebahn berührte, um dann doch noch durchzustarten. Nun, ich saß heute in einer Air-France-Maschine, und unser Tragflächenende berührte nicht den Beton, aber mir hat es gereicht. Tatsächlich kämpfe ich nämlich seit ewigen Jahren mit Flugangst. Und egal wie oft ich fliege (und ich fliege oft), es geht nicht weg. Und immer habe ich Angst vor so einer Situation gehabt. Und als, gefühlte zwei Meter über dem Boden, mit einem Mal wieder voller Schub uns Insassen in die Sessel drückte, da war ich doch ziemlich am Ende mit den Nerven. Nee, so was muss man nicht haben, wirklich nicht.

Juut, ich hatte tatsächlich zwei Wochen Triathlon- und Blogfrei. Und irgendwie war das auch mal ganz gut so. Die Vier waren ja trotzdem fleißig, ja sogar sehr fleißig, was ich durch sporadischen SMS-Verkehr unter Palmen mitbekommen habe.

Ich hatte bisher auch noch nicht die Zeit, die Einträge der letzten zwei Wochen zu lesen. Gerade einmal die letzte drei habe ich mir angeguckt. Und das muss reichen. Denn wenn ich hier fertig bin, habe ich 40 Stunden ohne Schlaf hinter mir – im Flieger pennen geht nämlich nicht.

Kurz noch meinen Senf zu der viel diskutierten Marathon-Einheit von Dirk auf Lanzarote. Auch ich habe, als mich seine SMS erreichte, zuerst gedacht, dass dies absolut nicht angesagt war. Und geraten hätte ich ihm dazu sicher nicht. Hier einige meiner weiteren Gedanken:
1. in den Kommentaren sollten wir doch von Kraftausdrücken wie "Schwachsinn" und "idiotisch" ein wenig Abstand nehmen. Denn wer von uns hat noch nie in seinem Sportlerleben eine Einheit (oder gar mehrere) trainiert, die so physiologisch nicht optimal war?! Ich zumindest hatte davon sicher einige.
2. Für Dirk ist die ganze Sache hier nicht gerade einfach (wie für die Anderen sicher auch nicht). Ich hoffe er fühlt sich nicht auf den Schlipps getreten, wenn ich mich dazu hinreißen lasse zu mutmaßen, dass er, so kurz vor dem Rennen, doch mächtig nervös wird. Tausend Fragen werden da rumschwirren: Vielleicht solche wie "Wie wird da überhaupt?", "Habe ich genug trainiert?", "Hätte ich die eine oder andere Einheit mehr machen müssen, als es noch Winter war?", "Bin ich der ganzen Sache überhaupt gewachsen?", und so weiter und so fort. Wenn es ihm gut tut, diese Einheit trainiert zu haben, dann soll es auch damit gut sein. Jeder hat seinen eigenen Weg, und es ist oft nicht der Beste. Wenn Dirk jetzt jedoch nicht weiter solche Dinger macht, bleibt noch Zeit, erholt an die Startlinie zu kommen.

Und das ist, so habe ich es den Vieren schon oft erzählt, das A und O bei einem solchen Rennen. Denn viele, auch – oder sogar vor allem – gut trainierte Athleten, trainieren oft bis auf den letzten Drücker und können am Tag X nicht das Optimum rausholen. Wir werden nun noch ein paar Tage in gewohnter Form weiter machen und dann ausrollen. Langsam aber sicher.

Dirk hat übrigens heute (Samstag) seinen Triathlon auf Lanzarote gut gemeistert. Seinen Text dazu hat er für den späten Sonntag angekündigt.

So, jetzt aber zum Tagesgeschehen: Thomas hatte in den letzten Tagen ja auch schwere Beine. Auch da sollte also mal wieder ein Ruhetag her. Heute hat er aber diszipliniert seinen langen Lauf mit 2:26 Stunden abgeliefert. Morgen kommt noch der 11-Kilometer-Einsatz in der Staffel beim Düsseldorf-Marathon, und dann würde ich an seiner Stelle mal Luft holen. Alle erfahrenen Blogleser werden auch hier wieder denken, dass ein Elfer am Tag nach einem langen Lauf zu nichts dollem führen kann. Sehe ich auch so. Aber Thomas möchte die Golfer seines Clubs nun mal unterstützen, und da er mit dem Sport kein Geld verdienen muss (und ich auch nicht für Tipps und Mahnungen bezahlt werden), bekommt er morgen Bonus.

Anna, Anne und Mathias

Anna ist heute in aller Frühe 2:10 Stunden Rad gefahren. Irgendwas mit 65 Kilometern und einem 29er Schnitt. Ich weiß auch nicht, wie so was immer zustande kommt. Wenn ich alleine trainiere fahre ich nie einen solchen Schnitt nach Hause. Auch hier müssen wir ein wenig vorsichtig agieren. Wobei Anna auf dem Rad – für jemanden der seit gut sechs Monaten fährt – echt eine Macht ist. So kurz/schnell und früh unterwegs war sie natürlich, weil die liebe Anne zu Besuch war und ist. Diese wollte sie nur ungern lange zu Hause warten lassen.

Ah, von Anna gibt es noch was Tolles zu berichten. Schon lange denken wir darüber nach, unserem Motto auch ein Erscheinungsbild zu geben. Und so hat Anna lange gewerkelt und entworfen, dann wieder gewerkelt, mit Farben hantiert – und letztlich haben wir nun ein Ergebnis. Martin und Maria haben es schon, Anna natürlich auch, Anne ebenfalls, und ich seit heute Nachmittag: Ein T-Shirt mit unserem "Pa’a – kämpf für Dein Ziel!"

Unser Logo-Shirt, hier in grellem Grün-Pink

Von der Designerin selbst in ausgereifter handwerklicher Kleinstarbeit im Siebdruckverfahren hergestellt, in allen möglichen Farben. Und Martin und Maria finden es toll, Anne ebenfalls, ich seit heute nachmittag, und Anna selbst ist auch recht zufrieden (glaube ich). Und wir sind schon gespannt, was Dirk und Thomas sagen werden. Mal sehen.

So, und nun noch mal zum Sport, und zu Martin:

"Hallo Ihr Lieben!
Willkommen Mathes zu Hause. Schön, dass Du gesund und munter angekommen bist.
Da wir heute Mittag Besuch von Maria's entzückenden Nichten mitsamt Eltern bekommen, musste ich heute schon wieder super früh aufstehen, um meine Rad-Runde zu starten.
Um 7.30 Uhr klingelte der Wecker und ich hatte so keine Lust! Die 170 Kilometer der letzten beiden Tage plus der lange Lauf , plus Schwimmen, plus, plus steckte mir in den Knochen und am liebsten wäre ich im Bett geblieben und hätte mit Kaffee im Bett Zeitung gelesen.

Naja, aber da Maria sowieso Nachtschicht hatte, mich also zu hause auch nicht vermisste, bin ich dann doch los. Nach einem Kaffee und Müsli war ich um 9 Uhr und bei Frühnebel schon auf dem Deich unterwegs.

Insgesamt bin ich heute in 3:21 Stunden 105 Kilometer gefahren, in einem 31er Schnitt. Aber, es war hart. Hatte gestern Abend nur ne fette Schüssel Salat und so'ne kleinen Pizza-Baguettes. Waren wohl nicht ausreichend Kohlehydrate?! Auch die Müsliriegel, die ich mir jede Stunde reinhaue, haben nicht für richtig Power in den Beinen gesorgt. Naja, egal. Ein 31er-Schnitt ist ja echt super.
Also, ich leg mich gleich erstmal auf die Hinterhof-Wiese in die Sonne.
Aloha, Martin"

Gut, nach einem 29er Schnitt bei Anna nun der 31er bei Martin. Auch hier müssen wir langsam aufpassen. Meine Devise ist ja eigentlich nur für 1 Stunde mal richtig zu drücken, und die längeren Sachen dann eher ruhig zu machen. Hm. Es kann sein, dass ich morgen mit Martin ein Ründchen drehe – dann wird es eh wieder langsamer!

So, das war mein Wiedereinstieg. Ich hoffe, Ihr seid immer noch dabei und bleibt es auch.

Herzlichst, Euer mathias

Wieder zurück: Mathias mit total müden Augen aber neuem Shirt

Freitag, 2. Mai 2008

In aller Kürze

Guten Abend oder guten Morgen?
Heute ist die Berichterstattung wirklich recht kurz. Es ist 22.00 Uhr, von Dirk habe ich nur eine ganz kurze SMS erhalten, dass ihm beim Umzug nach Tinacho das Laptop abhanden gekommen ist. Wahrscheinlich von einer dritten Person unerlaubterweise entwendet worden.
Anna ist wie jeden Abend recht spät, bisher habe ich von ihr noch nichts erhalten. Vielleicht kommt noch etwas wenn ich hier eigentlich fertig bin.
Martins Wort gilt, so ist er halt: "Ein Mann, ein Wort".

"Hi Thomas,
ja, wie ich gestern schon angekündigt hatte, standen heute zwei Einheiten bei mir auf dem Zettel. Schwimmen und Radfahren. Und, wie sich das gehört, "ein Mann ein Wort", ich hab's natürlich auch durchgezogen.
Bei strahlendem Sonnenschein aufgestanden und um 7:30 rüber zur Alsterschwimmhalle geschlendert, die, dem Brückentag sei Dank, echt angenehm leer war. Nach 1 Stunde und 2600 Metern, die ich mir durch Technik und Intervall-Übungen mittlerweile schmackhaft mache (ansonsten ist es echt zu öde), schön lecker gefrühstückt und ab aufs Rad.


3:32 Stunden bin ich gefahren und 110 Kilometer zeigt mein Tacho an. Das ganze bei einem 31er Schnitt. Erwähnenswert lediglich, dass es heute trotz Sonnenschein echt kühl und windig war. Brrr. Nach 50 Kilometern hab ich meine Mütze und die Beinlinge rausgekramt, nix mit Kurz fahren. War dennoch eine schönen Runde. So, da bleibt mir zum Schluss nur noch Dirk alles Gute für seinen olympischen Volcano Triathlon beim Club La Santa zu wünschen. Dirk, mein Lieber, Du machst das!
Mach Druck auf Deine Pedale und gib alles.
Bis Montag. Pa'a.
Martin"


Und wie schon angedeutet, heute in aller Kürze. Denn ich habe heut auch nichts zu berichten. Ich war heute einfach nur müde, die Beine waren schwer und auch der Kopf dachte in keinster Weise daran die müden Muskeln zu bewegen. - Nicht ganz, ich habe Mittags 1,5 Stunden lang Golfbälle von A nach B geschlagen. Das war es aber auch schon, mehr habe ich nicht gezeigt an sportlicher Aktivität.
Ich kann jetzt nicht genau sagen, ob morgen schon wieder der Chef persönlich in die Tasten hauen wird. Ich werde morgen auf jeden Fall nichts schreiben können, ich bin in Duisburg. Am Sonntag findet der Düsseldorf-Marathon statt und da bin ich für die Staffel gemeldet. Ich werde berichten. So ihr Lieben, ich wünsche allerseits eine
Gute Nacht und einen guten Morgen,

Thomas

Donnerstag, 1. Mai 2008

Anna fehlt

Hallo zusammen,
leider habe ich von Anna heute noch keinen Ton gehört und keine Zeile gelesen. Sie wird wohl ihre Gründe haben. Morgen gibt es bestimmt wieder etwas Neues. Übermorgen wird Mathias wohl wieder in Hamburg landen. Bin ich froh, das Blog schreiben ist für mich echt auch anstrengend.
Martin war heute schon wieder ganz "locker" unterwegs. Was für ihn locker ist würde für mich totales Auspowern bedeuten, man erkennt wohl doch deutlich den Altersunterschied und vor allem meine täglichen 25 Zigarretten (die Zeiten sind ja zum Glück vorbei).

"Hi Thomas, mein Lieber!
Heute war zwar "Tag der Arbeit" aber, ganz ehrlich, ich musste mal wieder ausschlafen und wollte mal wieder ein bisschen Zeit mit Maria verbringen.
Daher hab ich mich schon recht früh nach dem Frühstück aufgemacht und bin die 62 Kilometer lange Vierlanden-Runde in 1:55 Stunde mit einem 32er Schnitt gefahren. Schön zügig mit einem Durchschnitts-Puls von 126 schlägern pro Minute.
Ist herrlich momentan auf dem Deich, überall blühen die Bäume und vor allen Dingen der allgegenwärtige gelbe Löwenzahn hat's mir angetan. Frühling ist die beste Jahreszeit.
Naja, und was den Sport betrifft. Meine Radrunde muss sporttechnisch für heute reichen. Ab jetzt erhole ich mich bei Kuchen und Kakao und lass es mir gutgehen. Morgen gibts wieder Schwimm- und Rad-Einheiten.
Bis dahin. Dir noch einen schönen Abend.
ALOHA.
Martin"


Der Frühling ist wirklich wunderschön, auch hier bei mir. Ich hoffe ihr beiden hatten einen tollen gemeinsamen Tag, kommt ja bei euch auch nicht so oft vor. Na ja, für mich ist nach dem Raceday ersteinmal Schluß mit dem Training, wobei du ja für Hawaii nochmal ein Pfund draufpacken mußt. Es geht für dich also mit dem Training weiter.
Dirk schreibt nach seiner gestrigen Tour und eurer Kritik von Lanzarote folgendes:

"Hi zusammen,
danke nochmal für die Kommentare, die in ihrer Kritik sicher nicht unberechtigt sind. Ich habe dazu in den Kommentaren Stellung genommen. Heute morgen hab ich mich super gefühlt, die Beine sind so fit wie noch nie nach einer langen Einheit. Ich bin sehr froh, dass ich jetzt diese für mich wichtige Koppel-Einheit absolviert habe, die mir bis gestern noch gefehlt hat. Ob es richtig oder falsch war wird sich bald zeigen. Ist ja auch viel Kopfsache und damit geht jeder bekanntlich anders um.

Heute gab es eine ganz lockere easy Seelebaumeln-Runde mit dem Fahrrad von Puerto del Carmen über Uga nach El Golfo und zurück. 2:30 Stunden war ich unterwegs. Hatte noch einen Platten zwischendurch und einen Schlauch mit einem falschen Ventil mit, aber zum Glück Flickzeug für den alten und somit 2 Reifenwechsel für 1 Platten.
Mathes hat aus der Karibik gesimst, dass morgen nur eine lockere Runde Schwimmen angesagt ist. Ich werd morgen wohl wieder zu Thomas auf seine Ranch nach Tinacho ziehen, das ist einfacher von dort am Samstag in La Santa zu starten.
Aloha, Dirk"

Mir war es gestern, ganz ehrlich gesagt, gar nicht so bewußt wie nah der Wettkampf schon ist. Aber es ist nun mal so, jetzt noch 23 Mal schlafen, heissa dann ist Wettkampftag. Ob Dirks Weg nun der Richtige war, wir werden sehen. Ich verstehe eure Kritik, genauso wie Dirks Anliegen. Und den "Mann des Tages" hat er, so wie ich wirklich finde, doch verdient. Alleine für seine Erkenntniss, das es ein riesen Wagniss bleiben wird, egal wieviel man plant, rechnet und überlegt. Wie es ausgeht wissen wir erst am Ende des 24. Mai.
Mein Handy scheppert grad, Anna ist doch da, mit einer wirklich sehr kurzen SMS. Aber auf Grund ihres täglichen Programms durchaus verständlich:

"Hej,
3 Stunden war ich auf dem Rad unterwegs, das ergaben dann 82 Kilometer. Koppeltraining stand auch bei mir auf dem Plan, gleich im Anschluß bin ich noch nach Teufelsbrück gelaufen. Nach 1:06 Stunden war endlich wieder zu Hause. Ich war richtig froh für heute da durch gekommen zu sein.
Lieben Gruß,
Anna"

Ich habe jetzt die Freiheit besessen und Anna ´s SMS verlängert. Ich hoffe sie verzeiht es.
Für mich war heute nicht wirklich ein Feiertag. Ich war um halb zehn an meiner Arbeitsstelle, ich weiß, es gibt viele die gerne so Urlaub machen möchten wie ich arbeite aber es ist nun mal mein Job. Auch in meinem Job muß ich ab und an mal trainieren, das habe ich heute getan.
Ich habe seit langem mal wieder eine komplette Runde gespielt, das sind insgesamt dann doch ungefähr 8-9 Kilometer strammer Fußmarsch. Und ich war gar nicht einmal unzufrieden.

Für unser Projekt hier habe ich auch trainiert. Genau wie Anna ein Koppeltraining, zwar nicht so lang, aber ich habe trainiert. Bei mir waren es nur 1:46 Stunden und 51,3 Kilometer radfahren, mein Lauf war nicht einmal halb so lang wie Anna´s, genauer gesagt nur 22 Minuten. Für diese Woche fehlt bei mir noch der lange Lauf, puhh, eigentlich könnte ich darauf verzichten. Morgen abend weiß ich mehr darüber. Für heute waren das 2:08 Stunden, das reicht. Es ist schon wieder viertel vor eins, mir fallen die Augen zu,
gute Nacht und einen schönen Morgen

Thomas