Sonntag, 30. Dezember 2007

Weiter geht’s!

Liebe Leute,

eigentlich müsste dieser Eintrag "Länger geht’s" heißen, wobei, "Weiter geht’s" trifft die Sache auch. Aber dazu später mehr.

Ich bin gestern Abend aus den Tiefen der freundschaftlichen Sumpfes in Düsseldorf wieder aufgetaucht. Das war natürlich mal wieder alles nicht gesund: Zu viel Bier, zu viel Erkältung. Von allem zu viel, nur nicht von Gesundheit. Aber meine Jungs und ich hatten uns ewig nicht gesehen, und irgendwie musste ein Treffen mit allem Drum und Dran nun mal sein. Punktum.

Gestern Abend hat mich Thomas vom Flieger abgeholt und wir haben später noch bis nach Mitternacht im Wohnzimmer mit Anna zusammen gesessen und geratscht. Über was? Na, zum Beispiel darüber, dass Thomas in den letzten beiden Tagen "rattenfaul" war, wie er selbst sagt. Vor allem aber haben wir über Annas gestriges Progamm gesprochen. Das Thomas sich mit 2:41-Stunden vor einigen Tagen den "Längsten Lauf" geschnappt hatte, konnte sie anscheinend nicht verwinden. Pling, schon war das Kämpferherz auf Empfang.

Also ist sie – wohlgemerkt nach dem Schwimmen – in die Laufsachen und los. Es ist fast schwer zu glauben, aber sie ist zur Alster gerannt, 2 mal rum (in Worten "zwei mal"), und wieder richtung Altona. Und weil sie zwischenzeitlich merkte, dass diese Strecke nicht genügen würde, um Thomas den "LL" zu entreißen, ist sie im Park von Planten&Blomen noch zwei Extrarunden gejoggt. Also sie wieder vor der Tür stand, hatte war ihre Uhr seit 2:46,29 Stunden in Betrieb. Wow.

Das sie äußerst zufrieden mit sich war, könnt Ihr Euch alle vorstellen. Und damit sie (sie zweifelt ja desöfteren an sich) es nun auch selbst glaubt, dass sie besser und besser wird, hat sie sich in der Stadt eine kleine Postkarte gekauft, die nun in unserer Diele unübersehbar am Spiegel steckt. "Ich bin super", steht darauf. Karten lügen nicht.
Anna, ganz klar, Frau des gestrigen Tages.

Nicht verheimlichen wollen wir Martins Zwei-Stundenlauf vom Freitag (da war ich schon auf dem Weg ins Rheinland). Hier seine kurze SMS:
"Hallo Ihr Lieben, ja genau, heute ist Freitag: mein Langer-Lauf-Tag. In 2:02 Stunden habe ich 24 Kilometer geschafft. War jedoch harte Arbeit und lief nicht rund. Egal. Jetzt bergeweise Kuchen, und Seen von heißem Kakao – das lässt die Strapazen schnell vergessen. Viele Grüße und auf Bald, Martin"

Im Laufe des Tages wird der Bursche im übrigen wieder aus Heidelberg zurück hier in Hamburg sein. Wir freuen uns schon alle, wollen wir doch morgen zusammen aufs Neue Jahr anstoßen.

Zeitsprung (das geht heute aber auch wieder hin und her). Heute Morgen waren Anna, Thomas und ich im Schwimmbad. Bei unserer Lady lief es gar nicht gut. Wollen wir mal nicht hoffen, dass ich sie angesteckt habe.
Ich habe mich dann hauptsächlich um Thomas gekümmert. (Mensch, hat der Junge an Figur gewonnen! Alle Achtung.) Wir haben einiges an Tempoarbeit gemacht und einige grobe technische Fehler erkannt und besprochen. Da hat er die nächsten Wochen genug mit zu tun. Die langen Strecken sind jetzt zumindest erstmal aus seinem Programm verband. Kurze Intervalle kommen jetzt an die Reihe, denn sonst wird er nicht schneller. Sein Niveau bewegt sich derzeit über 100 Meter zwischen 1:44 Minuten (beim Ersten) bis 1:57 Minuten beim Fünften – das muss schneller gehen. Wir arbeiten dran. Besser gesagt Thomas arbeitet daran.

Und nun möchte ich alle lustigen Gedanken einmal kurz aus diesem Blog verbannen, und bitte alle Leser um einen Augenblick der Besinnung.
Soeben bekam ich einen Anruf von Verwandten von Stefan Kuhlmay. Stefan war einer der 17 Sportler, die ich in meinem Buch porträtiert hatte. Ein Sportler mit großem Herz und viel Lebensfreude, der sich, um seinen Traum von Ironman Hawaii zu erfüllen, 2003 einen Startplatz von der World Triathlon Corporation ersteigerte, und damit zusätzlich karitative Zwecke unterstützte.
Stefan Kuhlmay ist Ende November im Alter von knapp 50 Jahren in seiner Wahlheimat Thailand an Herzversagen verstorben. Ich weiß noch nicht genau, warum es zu diesem viel zu frühen und tragischen Ableben kam. Es ist jedoch möglich, dass er einen Infekt verschleppt hat, der dann auf sein Herz übergegangen ist.

So wird er mir Stefan in Erinnerung bleiben, – bei seiner Lieblingsbeschäftigung: Radfahren beim Ironman Hawaii

Auch wenn ich nicht eng befreundet mit Stefan war, so saß ich doch eben recht ratlos hier am Schreibtisch. Er war ein toller Sportsmann, mit dem Herz am rechten Fleck.
Aus seinem tragischen Tod kann ich nur einen Schluss ziehen: Leute, lasst Euch oft genug ärztlich untersuchen. Und trainiert nicht wie wild weiter, wenn Ihr eine Erkältung habt. Bitte nicht!
Danke, dass Ihr auch diese ruhige Minute des Blogs verfolgt habt.

Euer mathias

Freitag, 28. Dezember 2007

Alles Spätaufsteher

Liebe Leute,

ich hatte zwar gestern angekündigt, heute um die Mittagszeit diesen Eintrag zu verabschieden, davon hat sich jedoch niemand aus dem Team verleiten lassen, sein Training in die Morgenstunden zu verlegen. Na, warum auch. Die wissen ja, dass wir hier fast alles aufarbeiten.

Eine Ausnahme gibt es jedoch: Anna. Sie ist heute um sechs Uhr aufgestanden und wollte zum Schwimmen. Dafür fühlte sie sich jedoch zu schlapp (Erkältung im Verzug?) und entschloss sich, zu laufen.

Altes Foto, aktueller Anlass: Anna läuft


Mir erscheint dies als Konzessionsentscheidung. Laufen ist natürlich das einfachere Ding, im Vergleich mit der Radelei zum Schwimmbad, schwimmen, und wieder zurück radeln. Nun gut, sei’s drum. Immerhin hat sie trainiert. 1:10 Stunden ist sie die Elbchaussee im Dunkeln rauf und runter gerannt. Und – das Knie hat sich so gut wie nicht gemeldet. Alles sehr dubios.

Ich selbst konnte die halbe Nacht nicht schlafen. Eine Mischung auf Erkältung und Verzweiflung. Kennt Ihr das, wenn Ihr Probleme habt, in den Schlaf zu finden, aber Euer Partner in aller Seelenruhe neben Euch schnarcht?! Nicht wirklich toll. Da ich bis 2.30 Uhr Schäfchen zählen musste, habe ich heute Morgen natürlich bis 9 Uhr gepooft. Trotzdem hat es mich ziemlich erwischt. Der Schädel dick, die Arme und Beine schwach. Ausgerechnet wenn ich zu den Jungs will. Na, hilft ja nix. Ticket gebucht, die Beiden warten.

Ich muss zum Flieger. Wir hören uns morgen Abend spät oder Übermorgen wieder. Dann ist Thomas auch hier. Und Anna und ich sind hoffentlich in der Lage, ordentlich mit ihm zu trainieren. Vor allem Schwimmen steht bei den Beiden auf dem Programm.

Dann möchte ich hier schnell noch Dirk alle erdenkliche Kraft für die letzten beiden Tage ins Trainingslager schicken. Halt durch mein Freund – zu Hause darfst Du dann ein wenig verschnaufen. Hier ist eh nicht so viel mit Radfahren.

Auf bald, herzlichst, Euer mathias

Donnerstag, 27. Dezember 2007

Von Ketten und Kettlern

Liebe Leute,

heute wird das hier nur ein Sparprogramm. Anna und ich haben nix gemacht. Beide fühlen wir uns kränklich, was mich zumindest auch von einer Rolleneinheit abhält. Aber beim Arzt waren wir heute Nachmittag. Bei Doktor Carrero (nicht a, wenn gleich sich sein Name auch so schon schnell anhört, oder?!) in der Sierichstraße. Ich kenne ihn vom Rückenzentrum am Michel, und er ist gut, fix und engagiert.

Meine Befürchtung auf einen Meniskusschaden hat er ausgeschlossen. (wobei mir persönlich das fast am liebsten gewesen wäre: Kurz rein, wieder raus, und 3 Tage später wieder leichtes Training)
Doc Carrero tippt jedoch auf eine Knorpelreizung aufgrund einer Fehlstellung des Fußes. Anna stellt ihren Fuß tatsächlich gerne nach innen, und beim Radfahren kurbelt sie stark x-beinig. Die Schwierigkeit wird jetzt, herauszufinden, ob wir ihre Pedale eben so einstellen kann, DASS sie x-beinig fahren kann, oder eben NICHT. Auf jeden Fall werden wir für sie, nach Rücksprache mit dem alten Radprofi Roger von Storm Cycles (Pearl-Bikes), bald Time-Pedale kaufen, die ihr die bestmögliche Bewegungsfreiheit erlauben.

Als nächstes wird Dr. Carrero uns nun in der ersten Januarwoche einen Termin bei einer qualifizierten Laufbandanalyse machen, wonach Anna gute Einlagen bekommen wird (sehr wahrscheinlich). Hinzu muss sie ein Mittel schlucken, welches den Knorpel aufbaut und weich flexibel hält. Mal sehen, ob’s hilft. In vier Wochen wissen wir mehr. Bis dahin ist für Anna nur noch hochfrequentes Leichte-Gänge-Treten angesagt. Das ist gar nicht schlecht, das schult.

Jutchen, soviel aus dem Lazarett Schmarjestraße. Jetzt zu den erfreulicheren Themen. Dirk trainiert auf Lanzarote, so gut es eben geht. Wir hatten heute genau am Fuße eines Berges kurzen sms-Kontakt. Und ich kann Euch sagen, ich konnte förmlich seine Anstrengung bei der Fahrt in den Berg erlesen! Der Mann kämpft, die Kette ächzt.

Und hier kommt gerade seine Simse rein:
"Hallo Mathes, 120 Kilometer in etwas über 5 Stunden, bei sehr viel Wind! Durchschnittpuls 123 trotz sehr viel Druck auf dem Pedal. Pa’a, Dirk"
Wie gesagt: Er kämpft! Hoffentlich kann er sich noch zwei so Tage raushauen. Drückt mal alle die Daumen da draußen. Oder schickt ihm aufmunternde Kommentare.

Leichter tut sich Martin. Wie immer gut gelaunt, lässt er es sich nehmen, selbst mit den ältesten Trainings-Mitteln zu trainieren. Aber lest selbst, hier sein Beitrag von gestern Abend:

"Hallo ihr Lieben, da es heute wie wild geschneit hat und sehr kalt war, hab ich mir trainingstechnisch mittels eines ein paar Jahre alten Kettler-Hometrainers (mit Magnet-Widerstand - sehr effektiv) Abwechslung verschafft. Hoch in mein Zimmer geschleppt und ab dafür. Hauptsache Bewegung in meinem optimalen Pulsbereich(123 bis 139 Schläge pro Minute), dachte ich mir. Durch meinen Urlaub bin ich echt viel zu wenig Rad gefahren, die letzten drei Wochen!

Und, ich sage Euch: Am Radfahren will ich jetzt verstärkt arbeiten!
Nach 1:20 Stunden bin ich pitschnass vom Bock gestiegen, mein Puls im Schnitt bei 129 Schlägen (nicht verwirren lassen von dem Foto, der Pulsmesser am Kettler geht nicht richtig!) Es hat gut getan, den Körper mal wieder anders zu belasten! Euch einen wunderschönen Abend, ALOHA. Martin

P.S.: Trotz Weihnachtszeit ist bei mir tatsächlich eine alkoholfreie Zeit angebrochen! Ich trinke so gut wie gar nichts mehr. Während der ganzen Feiertage ein Bier. Und das ganze ohne Zwang. Ich find's toll! Mein Körper sagt mir schon, was er braucht! Ich trinke jetzt ne Apfelschorle auf unseren lieben Dirk, den Mann der Lanza-Berge!!
P.P.S.: Macht Dirk jetzt Werbung für Gore, oder was?! Und, ist der Typ fotogen, oder was!!"

Martin: nass aber zufrieden in seinem Jugendzimmer

Wie es der Zufall immer so will, hat Martin eben noch aus Heidelberg angerufen. Ich solle doch bitte noch mal 1:20 Stunden auf dem Kettler für ihn notieren. Und ich solle bitte nicht die drei T-Shirts vergessen, die er dabei durchgeschwitzt habe. Okay, dem zur Genüge, sei das hier berichtet. Resümee: Martin ist fleißig.

Von Thomas gibt es heute noch keine Kunde. Meist schreibt er ja wenn ich schon im Bett liege.
Naja, ich hoffe unsere Leser bekommen die Transferleistung der verschiedenen Zeitebenen hin. Dies ist ja schließlich auch ein Blog zum Mitdenken, oder?!
Aber zu früh gefreut, bzw. gefordert. Soeben mit Thomas telefoniert. Er hat sich heute Nachmittag die Krone des Langläufers von Anna weggeschnappt (ich bin mal außen vor, ich hatte vor Wochen "Platt, platter, Mathes" so einen langen Riemen). 2:41 Stunden ist er heute im Wagenfelder platten Land gelaufen. Sehr beachtlich.
Und jetzt sag ich Euch noch was: Er war fast traurig, dass seine Beine "ein bißchen müde" sind, weil er eigentlich noch auf der Rolle ausrollen wollte. Na, ich habe ihn mal mit ruhigem Gewissen zu seiner Pizza und Salat geschickt. Ist doch wahr.

So, jetzt ist das doch noch ein volles Programm heute geworden. Nicht schlecht.
Morgen werde ich den Blog recht früh schreiben müssen, und am 29. Dezember wird hier Sendepause sein. Dann fliege ich nämlich für einen Tag zu meinen besten Freunden Christian und Peter ins Bergische. Dort gibt es ein paar Bierchen (wenn Martin schon nicht mehr trinkt), und im Düsseldorfer Füchschen eine lecker Schweinshaxe mit Knödeln und Rotkohl. Also wer vorbei schauen möchte, bitte.

Herzlichst, Euer mathias

Mittwoch, 26. Dezember 2007

Dirks Tag!

Liebe Leute,

heute fängt alles mit Dirk an, bzw. mit seinem gestrigen Tag:

"Liebe Freunde, das etwas andere Weihnachtsgeschenk hab ich mir ja gestern gegönnt (statt Weihnachtsbraten). Ist ein unbeschreibliches Gefühl, den Kurs bewältigt zu haben – allein.

Unser Mann in den Bergen: Dirk

Ich will auch kein großes Brimborium drum machen, aber es ist doch Weihnachten und deshalb möchte diesen ersten 180er auf Lanzarote ganz besonderen Menschen widmen - zuallererst Dir lieber Mathes, ohne Dich wäre all das nicht möglich gewesen (und da geht noch was !), dann unserem wunderbarem Team mit Anna, Martin und Thomas, und meiner lieben Sabine Schumacher aus Verl.

Ich wünsche Euch und allen, die uns unterstützen, die Daumen drücken oder unser Projekt einfach nur verfolgen, gesegnete Weihnachten, Euer Dirk


P.S. Heute mach ich mit dem Rad eine schöne Regenerationsrunde und dann ist ja noch der lange Mittwochs-Lauf dran."

So, das war es nun. Als ich die erste Meldung dieses Thema betreffend, von Dirk via SMS bekam, habe ich ihn direkt angerufen. Ich wollte ihm einfach mitteilen, dass ich wirklich richtig stolz auf ihn war, und immer noch bin. Er hat es gepackt. Damit meine ich nicht nur, dass er 180 Kilometer gefahren ist (zum ersten Mal in seinem Leben!). Nein, ich meine insbesondere, dass er sein Herz in beide Hände, besser noch, beide Beine genommen hat, und es einfach gewagt hat, ein sehr sehr großes Ziel mit aller Kraft anzugehen – und das auch noch alleine.

Wenn ich diese Sätze schreibe, wird Dirk erahnen, was schon in vielen Wochen durch meinen Kopf ging. Immer wieder habe ich nämlich auf so ein Ding, so eine Kanone von ihm gewartet. Nichts gegen die wöchentlichen 2-Stunden-Läufe mit Arnd, oder den schönen 2,5-Stunden-Lauf mit mir. Nichts gegen 110 Kilometer Rad mit Martin auf dem Deich bei Kälte und Regen. Aber – wie schon gesagt – einfach mal ganz alleine sich den Gegebenheiten stellen, so wie er es jetzt gemacht hat, dass zeigt mir, dass er bereit ist.
Hört sich vielleicht blöd an, aber das sind tatsächlich meine Gedanken. Wer einen Ironman machen will (und zudem nur wenige Monate für die Vorbereitung von 0 auf 100 hat), der muss bereit sein, alles zu wagen. Der darf sich nicht von Hitze, Kälte, Wind und Wetter aufhalten lassen. Ich bin richtig stolz auf ihn, und er kann es auf sich sein. Mit der gestrigen Einstellung, mit dem gestrigen Kämpferherz (die Runde fertig zu fahren, auch wenn es schon dunkel wird), wird ihn auch am 24. Mai 2008 nichts aufhalten!

In diesem Sinne ist Dirk heute der Weihnachts-Mann, also der Mann des Tages halt! Ohne wenn und aber!
Nur eine Anmerkung (mein Lieber): Niemand hat für das Trainingslager einen langen Lauf in den Plan geschrieben – und schon gar nicht am Tag nach einer 8,5-stündigen Radausfahrt! Bitte!

So, was gibt es sonst? Martin ist gestern tatsächlich auch gelaufen. 1:08 Stunden hat er hingelegt, rund 14 Kilometer. Sehr anständig.
Thomas hat sich ja via Kommentar (bitte beim letzten Eintrag klicken) gemeldet. Eine Stunde gelaufen und 1:33 Stunden Rolle – ganz unser fleißiges Ließchen. Sehr gut.

Anna und ich waren gestern tatsächlich noch im Schwimmbad. Wieder haben wir zuerst die 10-mal-25-schnell-und-dann-25-langsam-Übung gemacht. Klappte ganz gut. Wir müssen demnächst mal damit anfangen, dass sie den Kopf beim Atmen nicht so weit aus dem Wasser hebt.
Anschließend sind wir 300 Meter gekrault. Jepp, 300 – so weit war Anna bisher noch nie gekrault. Ich bin mir sicher, wir hätten noch einiges mehr hinbekommen, aber leider meinte Anna, dass sie eine Erkältung heranrauschen spürt, ihr war schwindelig und gar nicht gut. Also sind wir raus und nach Hause.

Erst Frust, dann wieder aufhellende Laune. Wir im Blauen Peter

Und auf dem Weg holte uns ein altes Problem ein. Annas rechtes Knie! Es schmerzte so sehr, dass sie von ihrem Hollandrad absteigen musste. Aus der Not haben wir dann eine Tugend gemacht, und sind im Blauen Peter eingekehrt, eine Kneipe, die direkt neben uns am Wegesrand aufgetaucht war. Zwei Astra und einige Gesprächsrunden später sind wir dann weiter.

Heute war dann leider nichts mit Training für Anna. Im Gegenteil, als ich eben meinen 2-Stunden-Lauf gemacht habe, hat ihr wohl ein wenig das Herz geblutet. Wie auch immer. Für morgen haben wir ihr einen Arztbesuch in den Trainingsplan eingetragen. Mensch, dass müssen wir wirklich in den Griff bekommen. Besser jetzt als morgen, aber morgen sollte wohl auch gehen.

Kein Schweiß, perfekte Frisur, den Körper gegen die Straßenrichtung verdreht. Keine Ahnung, wer das Foto gemacht hat, und wie das ganze Team für Beleuchtung und Make-up dorthin gekommen ist, aber heute hat Dirk sich jedes Foto verdient

Also, es gibt genug zu tun. Aber für heute feiern wir noch einmal unseren Mann des Tages: Dirk! Er hat eine Einheit hingehauen, welche dem ganzen Team Mut machen sollte. Vielleicht ja dem ein oder anderen Leser draußen auch?!

Herzlichst, euer mathias

Dienstag, 25. Dezember 2007

K(l)eine Atempause

Liebe Leute,

Frohe Weihnachten (<-- ja, das ist mein Lieblings-Weihnachtslied). Ich hoffe, es geht allen gut da draußen. Wahrscheinlich lesen diesen Blog in diesen Tagen wenige, - vielleicht weil alle irgendwo bei ihren Familien sind und feiern, oder weil sie denken, dass WIR feiern und nicht trainieren.

Weit gefehlt. Gut, Anna und ich hatten gestern Auszeit. Es haute einfach nicht hin. Vormittags noch jede Menge einkaufen, nachmittags vorbereiten, backen, kochen, und ab 16.30 Uhr waren Annas Patentante und Mutter hier. Aber Dirk wird trainiert haben. Er wollte mit dem Rad von seiner Freundin Katja, die er auf Fuerteventura besucht hatte, zurück zur Fähre fahren, um sich dann mit dieser wieder in sein Trainingslager nach Lanzarote zu begeben. Ich denke, wir werden noch einen kleinen Bericht bekommen.

Was Martin gemacht hat, ist nicht bekannt. Wohl aber von Thomas wissen wir Bescheid. Thomas, klar – unser Aktivposten! Egal wo er sich rumtreibt, ob in Wagenfeld, Duisburg oder wie an den Weihnachtstagen in der Heimat bei seiner Schwester und Mutter – er zieht dran. Hier seine Weihnachtsbotschaft von gestern Abend:

"Lasst uns froh und munter sein,
besucht. Den Michael vom B&C Heute Vormittag habe ich noch ganz auf die Schnelle einen guten Freund in FrielingsdorfReifenshop. Nach langen Jahren mal wieder Benzingespräche geführt! Wunderbar! Wieder bei meiner Schwester angekommen, ich verweile nämlich grad in meiner eigentlichen Heimat, im Bergischen, hatte ich den festen Vorsatz ein paar Meter zu laufen. In meiner Familie ist es jedoch ein guter alter Brauch, bei einem Treffen, eine Flasche Sekt zu köpfen. Aber, und das müsst Ihr Euch nun auf der Zunge zergehen lassen, ich habe das Glas Sekt abgelehnt und bin gelaufen.

Ihr habt leider nicht die Gesichter meiner Familie gesehen. Die haben wahrscheinlich gedacht, "jetzt dreht er durch." Aber: Traditionen müssen auch ab und an durchbrochen werden.
Nach 1:08 Stunden war ich wieder bei Schwesterlein und nun ist Weihnachten. Mir ging beim Laufen noch etwas durch den Kopf, ich habe tatsächlich noch NIE auf irgendein Ziel so konstant, gleichmäßig und ausdauernd hingearbeitet wie für dieses!!! Und... Mathias, danke für deine Zeilen!!! Euch allen eine FROHE WEIHNACHT, Thomas"

Jetzt sage ich Euch was. Thomas hat Recht. Er hat noch nie auf ein Ziel so konzentriert hin gearbeitet wie auf dieses Projekt hier. Es ist natürlich noch nicht zu Ende. Und man soll den Tag auch nicht vor dem Abend loben. Aber wie ich schon einmal erwähnte, so habe ich Thomas noch nie erlebt.
Ein Anfang ist somit gemacht, und ich wüßte keinen Grund, warum dies hier nicht von Erfolg gekrönt werden sollte. Und dann ist es nur das erste Ziel gewesen, welches er so zielstrebig angesteuert hat – das Erste vielen die darauf folgen werden.

Beamen wir uns zurück nach Hamburg und heute. Wo ist eigentlich Anna? Aah ja, Anna liegt im Bett. Gerade (es ist 16 Uhr) stellt sie sich den Wecker, damit sie bloß nicht länger als eine Viertelstunde entspannt. Nö klar. Wisst Ihr, wie viele Wecker ich schon gehört habe, die Anna einfach überschlafen hat?!!
Apropos Entspannung. Kurz bevor sie hinter mir her ins Schlafzimmer geschlichen ist, lag sie in der Wanne – mit einer Flasche Apfelschorle in der linken und Kuchen in der rechten Hand. (habe ich alles bereitet – man kann schlechtere Trainingspartner haben)

Das alles hat sie sich jedoch verdient. Wir waren nämlich eben bei 3 Grad Celsius und doch strammen Wind 2:31 Stunden auf dem Deich. Jesses, war das kalt im Gesicht. Dabei sind wir 64 Kilometer im 25,5er Schnitt gekurbelt. Für die Verhältnisse, nicht schlecht, würde ich sagen. Wir waren im Spätherbst bei mildem Wetter deutlich langsamer.

Gut gelaunt, trotz Gesichtskälte: Anna auf dem Kleinen Deich

Apropos langsam, bzw. schnell: "Den hab ich mir geschnappt!", murmelt sie die ganze Zeit vor sich hin (auch im Schlaf?). Damit meint sei einen einsamen Rennradler, der irgendwann weit vor uns auftauchte. Anna ist dann – zum ersten mal für längere Zeit – auf dem Aerolenker abgetaucht und hat (gegen den Wind) richtig aufgemacht. Und dann hat sie ihn sich "geschnappt". Der junge Mann war übrigens sehr freundlich. Er fragte uns höflich, ob er sich bei uns reinhängen dürfte. Wir – ganz generös – mit "Na klar" geantwortet, und dann wurde Anna immer noch schneller.

Anna und ich on tour. Komische aussehende Brille, aber funktional

Damit aber nicht genug. Frech wird sie richtiggehend. Auf dem Heimweg, jetzt mit ein wenig Rückenwind, wollte sie plötzlich einen kleinen Kampf gegen mich ausfahren. Sehr mutig. Machen wir es kurz: Dafür hat es (noch) nicht gereicht. Aber Radfahren ist (wenn die Sehne am Oberschenkel sich ruhig verhält) absolut ihr Ding.
So, mal sehen ob und wann sie aufwacht. Vielleicht schaffen wir es noch zum Schwimmbad. Denn Schwimmen sollte unsere Priorität zwischen den Jahren sein.

Und Ihr da draußen, habt Ihr schon ein Weihnachts-Kalorien-Wegbring-Läufchen gemacht? Oder sitzt Ihr noch am Esstisch.
Wie auch immer. Genießt es, FROHE WEIHNACHTEN, vom ganzen TEAM

Sonntag, 23. Dezember 2007

Trainieren ist Urlaub

Liebe Leute,

den ganzen Nachmittag frage ich mich schon, ob ich mich noch schnell ein Stündchen auf die Rolle setze. Zuerst hielt mich der erste schön-kitschige Weihnachtsfilm ab, dann der nächste. Nach dessen Ende wollte ich aber wirklich – bis Anna mir eine herrlich kalte Flasche Bier reichte, schon geöffnet, wohlgemerkt. Das war es dann also. Dies wird ein schöner Vorweihnachtlicher Abend mit Bratengeruch in der Hütte. (Anna und ich versuchen zum ersten Mal einen Braten zu machen - das kann was werden). Und während ich hier tippe, schmückt meine Liebste den Weihnachtsbaum.

Schnee auf der Mütze und geschafft – aber immer gut gelaunt: Anna-Sophia

Aber wir waren nicht faul heute. Rennradfahren war uns zwar bei den derzeitigen Straßenverhältnissen immer nur zu gefährlich, dafür sind wir zum Schwimmbad gejoggt, und nach der Einheit auch wieder zurück. Gesamtzeit beim Laufen: 1:30 Stunden.
Im Schwimmbad haben wir heute mit 25 Meter schnell, 25 Meter ruhig, angefangen. Damit Anna mal den Wasserdruck besser spürt. Das hat auch über 10 Bahnen gut geklappt.

Dies war somit schon mal eine Intensität, die sie bisher noch nicht geschwommen war. Aber damit nicht genug. Ihr hättet ihren fragend-zweifelnden Blick sehen sollen, als ich ihr verkündete, wir würden als nächstes 200 Meter am Stück kraulen. So sehr sie jedoch zweifelte, geschafft hat sie es trotzdem! Und drei mal 100 Meter noch hinterher.
Das alles ist noch unter Timing-Finden abzubuchen. Schnell sind wir noch nicht dabei. Aber das wird schon noch kommen. Man muss auch daran glauben!

Thomas ist heute rund 2000 Meter geschwommen, und hat somit seine Woche mit 10,5 Stunden abgeschlossen. Ich hatte nach unserem Telefonat den Eindruck, dass, aufgrund diverser Probleme, diesmal einfach die Luft raus war. Aber – unter den gegebenen Umständen überhaupt eine solche Woche hingelegt zu haben, ist mehr als beachtlich. Mein Freund: ich werde noch Dein größter Fan, wie Du vielleicht merkst. Bleib dran, Du bist auf einem super Weg. (Martin ist auch total begeistert, hat er mir eben telefonisch bestätigt!)

Unser Turbo ist im übrigen, wie gestern notiert, in seiner Heidelberger Heimat angekommen, und hat direkt einen 1:10-Stunden-Lauf zum warm, oder besser kalt(?)machen hingelegt. Derzeit kämpft er noch mit der Zeit- und Klimaumstellung, und wahrscheinlich auch mit dem mütterlichen guten Essen. Spätestens wenn er am Ende des Monats wieder in Hamburg aufschlägt, wird er wieder richtig Gas geben. Da können sich alle anderen warm anziehen.

Und Dirk? Dirk hat geschrieben:
"Bitte notieren: Heute 85 Kilometer, etwas über vier Stunden bei Traumwetter mit einem lauen Lüftchen und strahlendem Sonnenschein. Davon allerdings über zwei Stunden, wohin wohl? Richtig – BERGAUF! Nachdem der erste Schock nach der Anreise verdaut ist, fängt es an, richtig richtig Spaß zu machen. 100-mal hab ich an Dick und Rick Hoyt gedacht „It´s only a mountain“. Morgen geht’s rüber zu Katja nach Fuerteventura und Dienstag bin ich zurück. Wenn nix gravierendes passiert, dann knack ich die 1000 Kilometer.

Kleine Anmerkung am Rande Freunde – seit Mitte Mai 2007 hatte ich genau 2 (in Worten : zwei) Tage Urlaub meine Lieben. Aber - wir haben alle ein gemeinsames Ziel und der Schlüssel heißt für mich – Hingabe. Ich geb Gas. Und bitte ganz liebe Grüße an Claudia, Nathalie und Anna die 3 Sprit- und Hürdenasse von der Sporthochschule in Köln. Ein schönes Geschenk,
diese sympathischen Mädels hier kennen gelernt zu haben. Ciao, Dirk"

Plus 85 Kilometer also. Da macht runde – keine Ahnung – 420 Kilometer? Puh, dass wird aber knapp mit den 1000. Da könnte der Jackpot auch an die 800er-Fraktion gehen. Wenn nicht, ja wenn Dirk nicht noch ein paar 120er/140er-Keulen auspackt.

Inwiefern ihm Sprit-Asse beim Training weiterhelfen ist mir im übrigen unklar. War das jetzt ein Tippfehler oder ein freudsche Fehlleistung? Sagen wir es war ein Tippfehler, dann müssen wir immer noch bemerken, dass Sprint-Asse ja wie der Name es sagt, Kurzstreckenathleten sind. Hoffentlich haben die unserem Langstreckler in spe die richtige Inspiration geboten.

Und was war das mit dem Urlaub? Training ist doch Urlaub! Ich freue mich schon so sehr auf mein Trainingslager auf Sardinien im März. Nirgends kann ich schneller vom Alltag abschalten, als im Aktiv-Urlaub (wie auch beim Segeln). Körperlich verausgaben, Nahrung zuführen und schlafen. Herrlich. Mehr Urlaub geht fast nicht.

So, unsere Weihnachts-CD nudelt zum vierten Mal durch und es riecht herrlich in unserer Hütte. Wird Zeit für den sonntäglichen Tatort. Mit Braten und Bier.

Lasst es Euch gut gehen! Herzlichst, Euer mathias

P.S: Anna hat hier auch mal das Recht, ohne Mütze und Brille abgebildet zu werden – finde ich

Samstag, 22. Dezember 2007

Wintermärchen in Hamburg

Liebe Leute,

ich muss/will mich heute ein wenig beeilen. Es ist 19.20 Uhr, und ehrlich gesagt würde ich gerne mal wieder einen 20.15-Uhr-Film im TV sehen. Irgendwie haut das nämlich seit Beginn des Trainings, bzw. der Bloggerei nicht mehr so richtig hin.

Also los: Eben erreichte mich eine SMS von Martin:
"Minus 5 Grad Celsius! Hallo? Mal eben ein Temperaturunterschied von 35 Grad! Deutschland hat uns wieder. Und ich bin heiß aufs Training. Bis Bald! Martin"

Es schlagen wohl zwei Herzen in seiner Brust. Wobei ich in einem Telefongespräch mit ihm vor wenigen Minuten meine, deutlich herausgehört zu haben, dass er wirklich gerne wieder zurück ist, damit er nun wieder richtig reinhauen kann.

Reingehauen hat heute auch Thomas. Schaut selbst:
"Hallo und Guten Abend,
Gestern ist vorbei! Heute ein neuer Tag. Als ich heute Morgen nach dem Aufstehen aus dem Fenster schaute war der erste Gedanke:"Mist, totaler Nebel und dazu saukalt und ich hab im Blogg auch noch einen langen Lauf angekündigt. Na dann, viel Spaß lieber Thomas." - Erstmal auf den Golfplatz gefahren um meiner Arbeit nachzugehen. Während der ersten Stunde riss der Himmel auf, die Sonne schien und alle Bäume waren mit Reif dick und dicker überzogen. Einfach toll, die Sonne wärmte sogar etwas. Es gab nun keine Ausrede mehr. Zu Hause schnell umgezogen, diesmal mit Skiunterwäsche, Mütze und Handschuh gehören eh dazu. Los gings! Wintervergnügen pur, kalt, alles weiß gefroren und strahlend blauer Himmel.

Aber scheinbar bin ich zur Zeit nicht richtig fit. Sei es der Biorythmus, der Vollmond oder einfach ein paar Sorgen oder vielleicht alles zusammen. Auf jeden Fall waren meine Arme nach einer Stunde schwer wie Blei, meine Beine noch viel schwerer. Gesagt ist gesagt, hier wird nicht geschwächelt, schon gar nicht bei diesem geilen Wetter. Kurz darüber nachgedacht habe ich schon, einfach nach Hause zu "gehen". Ging aber nicht. Somit kann ich für heute 2:37 Stunden verzeichnen, das sieht doch schon ganz gut mit den 10 Stunden für diese Woche aus. Was ich ganz interessant fand, dass meine Schrittlänge nach zweieinhalb Stunden laufen deutlich größer ausfiel als zu Beginn. Bei mir ist so wenig los, dass man auch noch nach 2,5 Stunden die eigenen Fußspuren im Schnee findet.
Ich weiß nicht, ob ich morgen die Möglichkeit hab am Rechner zu sitzen, somit schon mal: FROHE WEIHNACHTEN
Thomas"

Von Dirk ist heute bisher noch nichts reingekommen. Ich habe aber mal überschlagen und gerechnet und dabei fiel mir auf, dass er bis gestern rund 330 Kilometer zusammen geschrubbt hatte. Da wird es für ihn richtig schwer, die 1000 zu erreichen, welche die Mehrheit der Umfrage-Teilnehmer bisher getippt hat. Na, noch hat er ja über eine Woche. (Dirk, hau rein – ich habe auch auf 1000 getippt!!)

Herrliche Stimmung, und Anna als Farbtupfer im Wintermärchen

Anna hat heute Morgen mal wieder viel zu lange geschlafen. Um 10 Uhr habe ich sie dann aber rausgehauen, und um elf waren wir per Pedes auf der Piste. Wunderbare Stimmung über dem Hafen und an der Elbe. Die Bäume weiß-weihnachtlich geschmückt vom Schnee, klare Luft, und (noch) wenige Spaziergänger.


Foto aus der Bewegung: Anna verdeckt den "Alten Schweden", einen riesigen Findling an der Elbe, der während der Eiszeit von Schweden zu uns geschwemmt wurde

Wir sind runter nach Övelgönne gelaufen und immer an der Elbe entlang Richtung Teufelsbrück. Ich will ja nicht unken, aber wie Anna mittlerweile läuft, dass ist schon eine Ansage. Erstens ist sie deutlich schneller als noch vor zwei Monaten. Vor allem aber ist sie sehr sehr locker. Alles geht recht leicht von der Hand. Und so wunderte ich mich auch nicht, dass sie auf meinen Vorschlag, noch eine Runde im Jenisch-Park zu drehen (also am Wendepunkt), sofort gut fand. (an dieser Stelle möchte ich meinen Freund Frank Vollmer grüßen, mit dem ich früher im Park so manche Runde gedreht habe)

Wir also rein in den Park. Und dann sind wir an jeder Steigung, rund 70 Meter lange Temposteigerungen gelaufen. Vier Stück verteilt auf die rund zwei Kilometer lange Runde. Und auch diese Dinger machen ihr nichts aus. Da wäre vor acht Wochen noch nicht mal dran zu denken gewesen. Und weil uns die Sache so einen Spaß machte, und weil ich dachte, ich könne ja mal fragen, willigte sie auf eine weitere Runde ein. Tatsächlich hatte ich den Eindruck, dass die folgenden vier Berg/Hügel-Steigerungen noch besser liefen, als in der ersten Runde. Sauber.

Um noch einmal auf Annas Lockerheit zurück zu kommen. Während sie am Anfang desöfteren arg kneifen und kämpfen musste, können wir uns nun die ganze Zeit über herrlich unterhalten. Und man kann ne Menge bequatschen in einer oder zwei Stunden Laufen. Wenn Anna nicht mit mir redet, oder gerade eine Gesprächspause ist, lässt sie ihre Gedanken schweifen. Und was dabei herauskommt ist ganz erstaunlich. Als uns ein anderer Jogger entgegen kommt sagt sie (wohlwollend) lächelnd "Rotköpfchen, - so sah das bei mir vor ein paar Wochen auch noch aus." Es kann aber auch sein, dass sie sich von einer auf die andere Sekunde so fit und überschwänglich fühlt, dass sie meint, bei weiterer Steigerung ihrer Laufleistung würde sie bestimmt bald einen Vertrag bekommen, um die Klamotten von Finisher-Sport im Katalog zu präsentieren. "Klar, klar", denke ich dann, und morgen ruft Sports Illustrated aus Amerika an. Unter dem Strich ist so ein Lauf mit ihr aber wirklich einfach erfrischend. (ich bedanke mich an dieser Stelle!)

Immer die letzte Anstrengung vor zu Hause: die Altonaer-Rampe

Zwei Runden waren dann aber auch genug. Also über die Elbchaussee und wieder die fünf Kilometer zurück Richtung Altona. Die Altonaer-Rampe hinauf, haben wir es dann natürlich auch noch mal ein wenig krachen lassen.
Unter dem Strich muss ich Euch sagen, und habe ich Anna auch gesagt, war es die beste Laufvorstellung, die ich bisher von ihr gesehen habe. Ach wenn diese Steigerung doch in den kommenden vier Monaten linear verlaufen würde. Gott, wäre das schön.

Nach 1:33 Stunden waren wir wieder zu Hause. Aber für einen Wochenendtag konnte das natürlich nicht alles sein (zumindest für Anna nicht). Ich also schnell die Rolle aufgebaut, Anna die Klamotten gewechselt und los gings. Weitere 1:30 Stunden später war sie dann mit ihrem Samstag-Programm durch. Ich habe in der Zeit Brötchen geholt, Wäsche abgehängt, Wäsche aufgehängt, aufgeräumt und Frühstück vorbereitet. Hört sich natürlich lässig an. Aber mal im Ernst, ich hätte auch gerne Rollentraining absolviert. Die Transalp im Juli fährt sich nämlich auch nicht von alleine.

Einer geht noch. Nach der Rollen-Einheit hatte Anna ihre drei Stunden komplett

Wie auch immer. Schwimmen fällt heute aus. Das ist natürlich nicht ganz so toll, und Anna würde tatsächlich jetzt noch mal losfahren (7 Kilometer zur Halle radeln, schwimmen, 7 zurück), aber ich habe mich soeben doch dafür ausgesprochen, lieber einen gemütlichen Abend zu verbringen. Denn unser Super-Weihnachts-Lebensmitteleinkauf von eben, war auch nicht ohne. Aber morgen müssen wir wieder ins Wasser.

Gut, jetzt gibt es noch den einen von den zwei schönsten Weihnachts-Pop/Rock-Songs die es überhaupt gibt. Und ihr ahnt es schon, jetzt kommt Freddie mit den Jungs. Seid beruhigt, dann habt ihr es hinter euch, und auf Heilig Abend gibt es auf jeden Fall einen anderen.

Lasst Euch überraschen. Herzlichst, Euer mathias

P.S: Hier kommt gerade ein E-Mail von Jörg Schröder (den ich bisher noch nicht kannte). Ich habe mich jedoch so sehr darüber gefreut, dass ich sie Euch nicht vorenthalten möchte:

"Gemeinheiten gibt es dass gibt es Gar nicht.

Hallo erstmal, und mal von vorne…, ich hab mir ja schon vor ein paar Wochen von meiner Frau Dein Buch gewünscht (zu Weihnachten) … nun gut es gingen die Tage ins Land und als ich dann heute nach Hause gekommen bin, welch schöner Anblick, da liegt Es da auf dem Esstisch, und keiner zu hause.

Ich dachte meine Frau hat mir das Buch einfach mal so mitgebracht und fing natürlich gleich an zu lesen, ich hatte gerade den dritten Beitrag durch, als meine Frau samt meiner zwei Kinder zur Tür rein kam und mit dass Buch mit den Worten „he dass gibt es erst zu Weihnachten“ aus der Hand nahm und es verpackte und das wo es doch gerade so interessant war. Das war eine echte Gemeinheit.

Also die ersten 3 Kapitel waren richtig gut, sogar noch besser als ich nach Deinen berichten dachte.
Mach weiter so und Keep on running.
Mit freundlichen Grüßen, Jörg.

Freitag, 21. Dezember 2007

Kämpfen und entspannen

Liebe Leute,

Einiges los heute bei uns. Bei Martin und mir zwar nicht, aber bei den anderen Dreien. Nun, ich muss ja auch schreiben, und Martin packen.
Thomas hat’s heute erwischt. Nein, nichts schlimmes. Er ist einfach ein wenig müde, was er ja auch mal sein darf! Hier sein Bericht:

"Winterdepression??? Für heute ist Schluß mit Sport. Diese Woche wird garantiert eine Regenerative. Bisher habe ich nur 7 Stunden auf der Habenseite. Morgen ist der Lange Lauf geplant. Hoffentlich ist es nicht allzu kalt. Auf jeden Fall werde ich noch versuchen die 10 Stunden zusammenzubringen. Aber auf keinen Fall mehr heute. Na ja, immerhin habe ich heute eine Schwimmeinheit gemacht, welche ungefähr so aussah: 300 Meter eingeschwommen, 600 Meter technisches Allerlei und eine dreiviertel Stunde am Stück. Ich weiß wirklich nicht wieviel Bahnen das waren, geschweige denn wieviel Meter. Das Zählen fällt mir in einem 25er Becken so schwer. Falls es erlaubt ist, hochzurechnen und ich davon ausgehe im Schnitt 2,5 Minuten für die 100 Meter zu benötigen, waren das 1800 Meter. Das kommt mir immernoch sehr viel vor. Was solls, 300 plus 600 plus, sagen wir 1600 sind ziemlich genau 2500 Meter. Ich denke so kommt das hin. Eins verstehe ich noch nicht so ganz, Mathias sagte irgendwann: "Schwimmen macht einen nicht kaputt." Wow, mir tut alles weh was ich heute beim Schwimmen eingesetzt habe. Ich habe versucht die Distanz zu schwimmen und nicht zu treiben. Hört ihr das auch? Die Couch ruft. Und das mit einer Lautstärke, der man, oder ich zumindest nicht widerstehen kann. Thomas"

Mein lieber Freund, wenn Du meinen alten Blog liest (vielleicht hast Du ja nichts anderes vor heute Abend), dann wirst Du darin manchen Eintrag, bzw. manche Einheit auf dem Sofa finden. Aber nach Deiner letzten Woche, und auch nach den sieben Stunden, die Du in dieser Woche schon gemacht hast, ist das Sofa eine nicht nur eine verdiente und gute Sache, sondern viel mehr eine lohnende und notwendige Einheit. Sieh sie einfach als vollwertiges Training. Nichts ist besser, als bewusste Pause. Richtig mit Muße, und Entspannung. Nicht Ruhetag, weil man mit anderen Dingen zu beschäftigt ist. Also ab dafür.

Anna ist heute Morgen im Schwimmbad gewesen. 18 einzelne Bahnen und dreimal 100-Meter Nonstop. Das kann sich doch sehen lassen. Addieren wir die jeweils 100 Meter Einschwimmen im Bruststil hinzu, ergeben sich 1400 Meter. Ein Anfang – ein guter Anfang. Gute vier Monate bleiben uns noch. Das ist nicht viel Zeit um auf ein vernünftiges Niveau zu kommen. Anna muss weiterhin fleißig sein. Wenn ich träumen darf, würde ich sie gerne am 24. Mai 2008 nach 1:40 Stunden aus dem Meer steigen sehen. Man muss auch träumen dürfen.

Damit war bei unserer Dame natürlich noch nicht Feierabend. Anschließend ist sie noch 1:20 Stunden an der Elbe gelaufen. Das ist doch schon wieder richtig Zeug. Und ich? Ich schreibe. Aber das ist ja nix neues. Jetzt sehe ich mal wie es ist mit einer Sportskanone unter einem Dach zu wohnen. Herzlich gerne!

Und Dirk hat nun, nach leichten Startschwierigkeiten auf Lanzarote (Es gibt natürlich nichts dooferes, als eine miese Wetterlage im Trainingslager) den Kämpfer ausgepackt. Aber seht selbst:

Das ist er, der erste Dirk-Hunni auf Lanzarote

"Meine Freunde, was das hier auf Lanzarote bei diesem Wind und diesen Bergen bedeutet – lasst Euch im Februar überraschen. 102,6 Kilometer waren es gestern genau und ich bin 5:07 Stunden gefahren. Das macht einen Schnitt von genau 20 km/h. Durchschnittspuls bei 125 und laut Pulsuhr 6500 kcal verbrannt. Dass wir, weil der Wind gedreht hat, rund 60 Kilometer lang Gegenwind hatten und 60 Kilometer heftigste Schauer und auf dem Rückweg ein kleiner Hagelsturm, sei nur am Rande erwähnt.


Bei uns aufm Deich schwarzbunte Kuhherden, hier in den Feuerbergen Kamelkarawanen, herrlich!! Dörk hatte nach 90 Kilometern die Nase voll, war durchgefroren und wollte nur noch in die Sauna, ich war irgendwie gut drauf und bin nochmal umgedreht, wieder den Berg 6 Kilometer hoch und dann wieder runter, wollte den 100er knacken. Puls und Beine waren einfach noch gut. Und morgen haben wir wieder Sonne bestellt, wehe nicht ;o) Gestern ging so gut wie nix, Weltuntergangswetter. Im Club wurde komplett alles was sich draußen abspielt abgesagt. Kurz vor dem Dunkelwerden sind wir noch locker 1 Stunde am Meer gelaufen, haben also den freien Tag vorgezogen. Morgen geht’s wieder ran, zum höchsten Berg der Insel, mal sehen, was uns da erwartet, ich werde berichten. Euer Dirk"

Das liest sich doch spitze. Der Kerl dreht mal noch ne Runde, während sein Kumpel unter die Dusche springt (wobei es dem guten Dörk derzeit nicht so gut geht) – das ist doch mal ne Ansage. Und ein guter Schritt. Einfach alleine das Ding durchziehen. Nicht immer schön, aber manchmal notwendig. Und heute ging es gleich ordentlich weiter:


"Freunde, wir sind raus! Ich, wenn es um diesen Riegel- und Gel-Dreck geht. Aber von vorne. Dörk ist raus und hat heute morgen den gelben Schein abgegeben. Als ich aufgewacht bin und mich umgedreht habe, hab ich es schon geahnt … Kreideweiß - Leichtes Fieber, krächzende Stimme, laufende Nase, gestern war aber auch wieder so ein Wetter zum abgewöhnen und wir haben uns wacker durch Sturm, Regen und Hagelschauer gekämpft. Außerdem, im mediterranen Cottbus ist man halt mehr Sonne gewohnt, als bei uns im hohen Norden ;o) Ich also nach dem Frühstück alleine los, (mit Riegeln, Gels und Erfrischungsgetränk – siehe Foto - bewaffnet) die Sonne hatte ihr schönstes Lächeln aufgelegt und der Wind machte seinem Namen zum 1. Mal (!!) Ehre und war ein Wind und kein Sturm.

Nicht die einzige Power, mit der man die Berge der Ironman-Strecke bewältigen kann

Freunde das war ein Genuss auf den Spuren des Ironman-Kurses zu fahren, zwar hart, aber einfach traumhaft. Die Landschaft hier ist so einzigartig, überall wunderschöne Bilder, die sich in den Kopf brennen - bis die erste Mahlzeit kam. Wie vereinbart, jede Stunde etwas essen, aber ich kann Euch sagen und die meisten kennen es ja selbst, wer diese Riegel, ob von Powerbar oder sonst wem erfunden hat, den müsste man einsperren. Das gleiche gilt für die Gels. Dieses eklige, klebrige, künstliche Zeugs verdirbt mir dermaßen den Spass, dass ich mir glaub ich einen kleinen Rucksack kaufe mit lecker Bananen, ein paar Vierländer Äpfeln und einem Schwarzbrot mit Schinken (oder Ei ;o)) Da müssen wir uns irgendwas anderes überlegen als diese Riegel. Bääää. Ein paar Tage ist das vielleicht ok, aber mir kommt’s zu den Ohren raus. Nach ca. 3 Stunden bin ich rechts ran und hab ich mir ein leckeres Vollkorn-Brot mit Hühnchen und ein Joghurt-Eis gekauft und bin die Lavafelder hoch und runter, am Meer entlang, mit einem so breiten Grinsen – weil meine Seele gejubelt hat und dieser süße klebrige Geschmack endlich weg war. Das Ende vom Lied: tätä … genau 90 km des Ironman Kurses abgefahren mit einem Schnitt von 20 km/h, coolem Puls (im Schnitt bei 125), alles tutti :o)
HERZliche Grüße
Dirk"

Sehr gut mein lieber Freund. 90 Kilometer sind ordentlich. Zu Verköstigung möchte ich an dieser Stelle kurz unsere Leser fragen, was sie wohl glauben, was ich Dir empfohlen habe. Tatsächlich habe ich dazu geraten (sogar schriftlich), die Riegel zwar immer dabei zu haben, aber viel besser nach 2 oder 3 Stunden ein Päuschen zu machen und was anständiges wie Baguettes oder Nudeln zu essen. Erinnerst Du Dich, Dirk?!

Das ist die immer währende Frage, muss man jede Erfahrung selbst machen, oder kann man sich auch auf manche Leute verlassen, die ebensolche Dinge schon durchlebt haben. Beantworten lässt sich das nicht eindeutig. In Sachen Verköstigung, macht es vielleicht Sinn, selbst zu erleben, worüber gesprochen wird und wurde. Auf jeden Fall freue ich mich, dass wir in diesem Punkt nun einer Meinung sind.

Also, auch wenn man diverse Nahrungsformen vor dem Rennen mal geprobt haben sollte, so bleibt unter dem Strich der Rat: Heb dir die Riegel für Notfälle und Wettkampf auf. Die Dinger machen nicht wirklich Spaß.
Spaß machen hingegen die insgesamt Spiegeleier, die Anna und ich (von Dirk inspiriert) gerade in die Pfanne hauen. Es sind jedoch die ersten für uns in dieser Woche.
Ich wünsche allen Sportlern und jenen, die es werden wollen, einen guten Appetit.

Herzlichst, Euer mathias

Donnerstag, 20. Dezember 2007

Die Überwindung der Unlust

Liebe Leute,

mit meiner Fitness wird das so nix werden. Statt zu trainieren, sitze ich hier und tippe, weil ich gleich noch zu unserem Freund Puffi möchte, der heute an seinem Geburtstag traditionell Glühwein ausschenkt. Also was soll ich tun? Auf den Blog verzichten? Oder aufs Training? Nun, ich entscheide mich für den Blog und gegen das Training – in der Hoffnung, dass Ihr das auch für die bessere Entscheidung haltet. Auf jeden Fall aber auch deshalb, weil Thomas unser wackerer Einzelkämpfer sonst mal wieder vergeblich geschrieben hätte. Dieser Beitrag ist von gestern:

"Hallo ihr da draußen,
es wäre fast passiert, der Schlendrian wollte bei mir Einzug halten. Nachdem ich heute lange im Bett gelegen hatte und anschließend bis zur Dunkelheit auf dem Golfplatz war, war die Motivation wirklich auf niedrigstem Niveau.
Ich habe mir dann noch schnell etwas zu essen im Supermarkt gekauft. Man mag es kaum glauben, aber da gibt es sogar noch ganz andere Dinge als die Tiefkühlpizza! Es gibt fertig portionierten Salat, toll! Dressing habe ich keins gekauft, sondern ihn grad mit Essig und Öl und viel Appetit verputzt. Gut,die Pizza habe ich auch mitgenommen, man kann ja nie wissen...

Aber bevor ich in den Genuss des Salates kam, mußte dann doch noch ein wenig Sport her. Ohne, lässt das Gewissen nicht zu! Meine Dunkelheitstrecke bin ich in 1:11 Stunden gelaufen. Es fühlte sich sooo viel langsamer an als sonst, war aber unter dem Strich nur eine einzige Minute. Macht sich da etwa das Training bemerkbar?!
Da mein Renner noch von gestern auf der Rolle stand, habe ich mich schnell umgezogen und noch ein wenig gestrampelt. Nach genau 1:30 Stunden und dem ersten Teil des "Jesus Video" bin ich unter die Dusche. Und dann, endlich, gab es den Salat und er war richtig gut. Ich wünsche eine gute Nacht und sage bis Morgen
Thomas"

Und gerade, als ich hier anfing zu schreiben, habe ich mit Thomas noch mal telefoniert, weil ich es doch etwas eilig habe (siehe oben). Er ist heute Morgen 2000 Meter geschwommen, und sitz derzeit auf der Rolle. 1:30 Stunden wird er wohl kurbeln. Aber damit hat er, wir er mir gesagt hat, noch nicht genug. Den 1-Stunden-Dunkelheit-Lauf will er noch hinten drauf laufen. Aber mit zwei Lauftights. Denn gestern Abend war es ihm schon so kalt, dass er ohne diese Zweier-Kombination wohl erfroren wäre, wie er selbst meint. Wie auch immer, das sind für Thomas dann heute mal wieder 3:30 Stunden Training. Ich hoffe nur, dass er alles so schön ruhig absolviert, wie er es mir versprochen hat. Na, wird er schon. Auf Thomas ist Verlass.

Bei Anna sieht das etwas anders aus. Weder hat sie heute auf der Rolle gesessen, noch hat sie ein paar Zeilen für den Blog geschrieben. Beides war so verabredet. Warum nicht? Weil sie nach dem Schwimmen direkt wieder ins Café zum Jobben gefahren ist. Hm. Ja, das muss natürlich auch sein. Aber ohne Training, keinen Ironman-Erfolg. Ohne Ironman-Erfolg, keinen Spaß an der Kohle. Oder doch?!
Wie auch immer. Ich hoffe einfach mal, dass sie derzeit nur deshalb so viel arbeitet, damit sie ungeheuer wertvolle Geschenke für mich zu Weihnachten kaufen kann. Ähem.

Aber geschwommen ist sie heute wieder wie ne Eins. 16 einzelne Bahnen gekrault, und dann – bitte um Aufmerksamkeit – 3 mal 100 Meter Kraul!!
Also so langsam glaube ich, dass war es letzte Woche mit dem Durchbruch. Jetzt entscheidet nicht mehr Angst, sondern Fleiß über den Erfolg.

Von Martin ist heute nichts reingekommen. Aber der soll ruhig mal den Urlaub genießen. Also ich kann mich an keinen Urlaub erinnern, in dem ich so viel gelaufen bin, wie er.
Von Dirk und Dirk ist auch die letzten zwei Tage nichts reingeschneit. Vielleicht hat sich unser Dirk ja wieder in den Bergen verfahren, oder sie sind vom Winde verweht.? Vielleicht gibt es aber auch auf Lanzarote keine Eier mehr, und sie sind nach Südafrika weiter geflogen, wo es die Großen gibt. Wer weiß?!

So, wir gehen jetzt fix zu Puffi, und trinken einen Glühwein. Wenn ich schon nicht trainieren kann, dann will ich wenigstens ungesund leben!?? Ich glaube, ich tauge nicht als Vorbild, oder?!

Herzlichst, Euer mathias

Mittwoch, 19. Dezember 2007

Hitze, Kälte, Bahnen und Läufe (2)

Liebe Leute,

ich hoffe, Ihr habt alle den Bericht unserer beiden Dirks gelesen (vorheriger Eintrag). Wenn nicht, dann aber schnell noch mal nach unten scrollen. Hier kommt nun der Rest vom Schützenfest, also uns anderen, vom heutigen Tag.

Wir beginnen mit Martin, der anscheinend doch schon viele Gedanken an Hawaii in sich trägt. Oder warum trainiert er sonst sehr anständig in einem Klima, was dem auf der Pazifik-Insel nahe kommt – im Urlaub wohlgemerkt. Aber im Ernst, ich finde es toll, wie fleißig er ist. Hier seine Simse:
"Hallo Ihr Lieben. Heute gab’s mal wieder einen Lauf. Diesmal aber in den Sonnenuntergang. Bin 1:02 Stunden gelaufen. Kürzer als sonst, aber dafür richtig flott! Nur, so langsam habe ich genug von der Schwüle hier! Gruß an Alle. Aloha, Martin"

Ich weiß nicht, wie es Euch geht, aber ich habe den Eindruck, dass er da unten Spaß hat. Von Thomas habe ich heute noch nix gehört. Telefoniert haben wir auch nicht. Das wäre ein Indiz, dass er frei macht. Aber ich habe eben nix gehört. Na, werden wir schon noch irgendwann raus kriegen.
Ich selbst habe nach zwei Tagen Weihnachtsfeier bzw. Zurück-ins-Leben-finden, heute Abend einen Lauf von 2:10 Stunden hingelegt. Durchschnittspuls 134. Aber wenn ich ehrlich bin, war ich halt (effektiv) oft über der 131 die ich eigentlich im langen Lauf halten wollte, um den Fettstoffwechsel zu trainieren. Aber anhalten wollte ich ja nun auch nicht. Sei’s drum, ich bin ruhig gejoggt.

Besser hat das noch Anna im Griff. Sie läuft tatsächlich im Schnitt, 5 Schläge unter dem was sie dürfte. Was aber effektiv genau richtig gewesen sein wird.
Nun, ich könnte sie ja für ihren heutigen Tag loben, denn er war toll. Aber bitte schaut Euch doch einfach ihren relativ nüchternen Bericht selbst an. Ich meine, so ein 2:10-Stunden-Lauf ist ja schließlich auch das normalste von der Welt, wenn man erst vor zehn Wochen mit regelmäßigem Training angefangen hat. Los geht’s:

"Mein langer Lauf von 2:10 Stunden, sowie meinen Schwimmprogramm waren heute schon um 14 Uhr im Sack. Der lange Lauf verlief recht gut, nur einmal musste ich gehen, da meine Wade wieder etwas schmerzte. Aber dann, und nun kommt’s: Ich bin heute mit dem festen Entschluss ins Schwimmbad gefahren, dass ich 20 Bahnen im Kraulstil schaffe. Traratrara, und siehe da – ich habe alle 20 Bahnen geschafft. 100 Meter bin ich eingeschwommen, dann 18 Bahnen mit unterschiedlich kurzen Pausen gekrault, und dann die letzten 100 Meter am Stück gekrault. Zwischendurch hab ich auch wieder den 4er Zug eingebaut. Toll! Ich muss sagen, ich bin das erste Mal aus dieser Halle gegangen und hatte ein gutes Gefühl, ja, sogar schon Lust auf das nächste Mal. Alles, alles Liebe an all unsere treuen Leser, Eure Anna"

Ist das letzte Woche der große Durchbruch gewesen? Sieht so aus!

So, und nun muss ich nach einiger Zeit Pause noch mal den Frau-des-Tages-Titel auspacken. Denn 20 Bahnen sind doch schon mal eine erste Hausnummer. So ungefähr werden wir jetzt noch die letzten zehn Tage des Jahres weitermachen, und dann weitere neue Reize antesten.

Was Anna vergessen hat zu sagen, ist, dass sie heute Nachmittag im Rückenzentrum am Michel bei Dr. Mallwitz war (er hat mich auch schon oft behandelt – super). Es scheint, dass die Wadenprobleme von einer Verklemmung irgendwo hinten am Ischiosakralgelenk ausgingen. Nach ein bißchen Manipulation, meinte der Doc, dass es jetzt wieder besser gehen müsse. Die nächsten Tage werden es zeigen.

Dann möchte ich mir noch einen kurzen Kommentar zu der Lanzarote-Fraktion erlauben. Sieben Eier ist nun echt – Geschmackssache. Soll doch jeder machen wie er will. Ob ein, wenn auch kleiner, Triathlon-Wettbewerb am dritten Tag in ein Trainingslager gehört, darüber lässt sich indes vortrefflich streiten. Ich würde es nicht tun. Ich würde einfach meine Grundlagenkilometer abspulen, und gut. Also wie auch immer, aber das stand nicht auf Dirks Plan.

Ein Hoch auf die Planlosigkeit, und die Eier, auf 2o Bahnen Kraul und 36 Grad im Schatten. Ein Hoch auf den Wind, und Autofahrer, die einen nach Hause bringen. Und ein Hoch auf Thomas, der seit Wochen mehr oder minder genau so trainiert, wie er soll.

Gute Nacht, herzlichst, Euer mathias

Brothers of Mercy (1)

Liebe Leute,

heute gibt es zwei Einträge. Denn ich will ich nicht den interessanten und auch amüsanten Bericht der Beiden vorenthalten. Ist ein wenig lang geworden – macht aber nix, ist echt lesenswert. Also los:

Liebe Freunde,
hier nun mein 1. Bericht von Lanzarote. Nachdem wir am Sonntag Abend angekommen sind, haben wir gestern Morgen erstmal die Bikes zusammengebaut. Mein Freund Dirk Heidenreich (im folgenden Dörk genannt) hat sich hinten erstmal eine neue Kassette einbauen lassen. Er ist seit Jahren so etwas wie ein super fitter Mountain-Bike Semi-Profi und ist schon mit seinem Fahrrad die höchsten Berge hochgeklettert. Und wenn der schon ohne Zucken 200 € für andere Ritzel hinlegt, da schwante mir böses. Wir also los, mit großen Kinderaugen wie Weihnachten vor der Bescherung und ausgeruhten Beinen, bereit einen ersten, südlichen Teil dieser wunderschönen Insel zu erobern.

Sagenhafte Landschaft der Feuerinsel

Der Reisejournalist Michael Kunst sagt in meinen Augen zu Recht, dass man entweder ein glühender Verehrer dieser Vulkaninsel wird, oder sie meidet, wie das gebrannte Kind das Feuer. Auf Lanzarote dominieren Landschaften, die den einen zu tiefer Depression veranlassen und den anderen beim Anblick einzelner spriessender Pflänzchen auf schwarzen Lava-Ebenen in verzückten Optimismus ob des immer wieder siegreichen Lebens ausbrechen lassen. Erster Eindruck von der Landschaft : öde, eintönig. Zweiter Eindruck: abwechslungsreich, mit unsagbar vielen Details, für deren Vielfalt eigentlich die 2 Wochen Trainingscamp niemals reichen werden.

Wie auch immer, als kleinen Willkommensgruß gabs erstmal gleich zu Beginn eine 9-Kilometer-Steigung auf dem Weg in die Feuerberge. Meine Gedanken während der Steigung: „Alter, worauf hast Du Dich da bitteschön eingelassen“. Zu Dörk meinte ich nur: “Hört dieser Berg denn niemals auf ?“ Er laut lachend :“Dirk, das ist nur eine wellige Steigung, die Berge kommen noch.“ Leute, ich will es nicht dramatisieren, aber wenn man so wie ich vom Elbdeich kommt, wo die Kühe auf der platten Wiese grasen und man das nicht kennt, bekommt man schon große Augen. Wir also im kleinsten Gang wie die Bergziegen die Berge hoch, ich seh den Tacho immer so zwischen 9 und 11 km/h und denk wenn das so weiter geht, schaff ich die 180 km im Mai locker in 1 Woche. Und auf einmal ist er da, der erste Gipfel des ersten Feuerberg-Vulkans.


Wir nochmal kurz rechts ran bei einer Kamelkarawane und Dörk hat mir die letzten Instruktionen für die Abfahrten gegeben. Immer volle Konzentration und schön besonnen mit der Hand an beiden Bremsen. (Ausserdem habe ich Marc Herremanns in meinem Kopf, der hier schwer verunglückt ist). So da war sie nun, meine erste Abfahrt. Und die zweite und dritte mit einer endlosen Geraden. 72 km/h hatten wir drauf.
Nach etwas über 3 Stunden hatten wir unsere Homebase den Club La Santa erreicht, einen Schnitt von 21 km/h und den Puls immer schon ruhig. So sollte es sein. Also wenn ich nach all den Eindrücken das „erste Mal“ Revue passieren lasse, dann kann ich nur sagen: Mehr!

Nicht versäumen möchte ich die Anmerkung, dass hier im Club derart viele attraktive Sportskanonen rumlaufen, dass einem der Atem stockt. Dörk meinte nur : „Hab ich ein Glück, dass ich super glücklich verheiratet bin.“ Liebe Grüße an dieser Stelle an Frau Hildesheim. Erwähnt seien nur als kleines Beispiel die komplette Olympiamannschaft der tschechischen und dänischen Leichtathlet(inn)en und der gesamte Elite-Kader der deutschen Triathlon-Nationalmannschaft.
Morgen geht’s in Richtung Norden zum höchsten Berg, mal sehen, wie weit wir kommen.
HERZliche Grüße aus Lanzarote, der Dirk

Vom Winde verweht… (von Dirk Heidenreich – „Dörk“)

Lanzarote 3. Tag, 2. Ausfahrt mit Dirk & Dörk (Der hier heute als Gastschreiberling zu Gange ist!) Nachdem ich – Dörk – gestern mit Schmerzen im Rücken und einem leichten Leistungseinbruch zum Ende unserer gestrigen Tour ins Bett gegangen war, sollte heute unser 2. Tag auf dem Bike sein. Also Augen auf, raus aus dem Bett – verdammt ist der Rücken steif- und ab zum Frühstück. Dirk, super motiviert vom Vortag und einem erwartungsschwangeren Grinsen im Gesicht, kurzer Blick aus dem Fenster: „Wow wie sich die Palmen biegen!!!“ Aber egal, er ist so heiß, dass er selbst unter Wasser brennt!

Also ab zum Frühstück!
Ich zu den, wie Dirk sagt: „Gesunden Sachen (Pumpernickel, Feigen, Äpfel, Schinken & Käse)“. Er wie schon am Vortag geradlinig wie in einer Schiene, direkt zum Eierstand. Wo, ich denke, dass ihn, spätestens ab morgen, die Eierfrau mit Handschlag begrüßen wird. Dort angekommen, kurz entschlossen aufmunitioniert mit 3 Spiegeleiern und 2 Gekochten an den Tisch. Als ich dort ankomme schiebt Dirk sich gerade sein vorletztes Eiweiß in den Mund. Uns wieder dieses Grinsen! „Krach“- Die Tür vom Speisesaal schlägt aber heute besonders hart ins Schloß – ach ja, da war ja noch die Sache mit dem Wind! Nach zusätzlichen 2 gekochten Eiern, der Typ macht mit langsam Angst, verschwindet Dirk kurz um eine Bikekarte im Shop zu erstehen, für unserer heutige Tour!

Anmerkung des Autors: Dirk Hildesheim, mein lieber Freund, warum haben wir Dich mit auf die Insel geschickt? Damit Du Dirk 7 (in Worten Sieben) Eier zum Frühstück essen lässt?! Also ganz im Ernst. Das ist Unfug. Sag ich – und ich bin kein Ernährungswissenschaftler. Also Männer bitte! Habt noch viel Spaß. Und es gibt nur 1 Ei pro gefahrenen Hunni, klar! Euer mathias

Es sollen ca. 120 km werden, zum höchsten Punkt der Ironman Bike Runde, in den nördlichen Teil der Insel. Als er wieder zurückkommt, hält er außerdem noch 2 Anmeldungen für eine Art „Jedermann Triathlon“ in den Händen und – natürlich – grinst! Für den nächsten Tag, 7.45 Uhr, 400m schwimmen, 15,5km biken und 4,4km laufen!
In einer Sekunde völlig geistiger Umnachtung und glatt gebügelt durch die Euphorie meines lieben Gegenüber, sage ich zu!!! Nach dieser Heldentat verschwinden wir ins Zimmer (Mein Rücken stimmt mich echt missmutig), um die Bikes zu satteln.

Kurz darauf verlassen wir per Pedes den Club. Nur Sekunden, nachdem wir den Schutz der Anlage verlassen haben, schlägt uns der Wind mit Macht ins Gesicht. Wir – machen Späßchen, müssen uns dabei aber anbrüllen, ähnlich wie George Clooney & Mark Wahlberg in der Sturm. Noch ist aber alles im Lot, denn wir haben einen Plan, den heftigen Anstieg, direkt vor unserem Club umfahren wir auf Empfehlung, nur das es danach leider auch bergan geht und wir durch eine Umleitung gezwungen, direkt durch eine Sandwüste müssen.
Der Wind brüllt schräg von vorn und die kleine Steigung wird echt zur Hölle. Kleinster Gang Zähne zusammen gebissen. Postitiv daran ist, ich bin zu beschäftigt für meinen Rücken.

Wir kämpfen uns Meter für Meter voran. Nach ca. einer Stunden sind es dann schon 11,5km. Dirk hat richtig zu tun und die Vorfreude wird förmlich weggeweht. Aber wir bleiben standhaft und beißen uns durch. Als Belohnung gibt es dann auch eine super lange Abfahrt mit fettem Sturm im Rücken, der uns bis über 70km/h peitscht. Doch der Genuss ist nicht von Dauer und wir wissen, diesen Teil der Strecke müssen wir auch wieder zurück!
Nach insgesamt 2 Stunden Fahrzeit muss ich mich ausklinken, denn ich habe mir für Nachmittag 16.30 Uhr im Club einen Physiotherapietermin gelegt.

Von nun an fährt Dirk weiter in Richtung Berge und ich zurück, den zuvor ach sooo witzigen Hügel mit vollem jetzt Rückenwind wieder zurück und weiter in Richtung Süden. Es läuft trotz des Sturmes gut und allein die Tatsache, dass ich viel fitter als am Vortag bin, beflügelt mich. Nach einigen fiesen Geraden mit leichten aber verstürmten Steigungen komme ich zu DER Kreuzung. Von hier an geht es, so habe ich es der Karte entnommen, schnurgerade zum Club in La Santa und es wird noch besser!
Die Route führt durch ein fantastisch schönes Lava Feld, mit 100% Rückenwind, -sturm! Selbst an den Steigungen kommt man nicht unter 35km/h raus und ich habe jetzt dieses fette Grinsen im Gesicht! Der Sturm bläst mich direkt bis vor die Haustür wo ich randvoll von Adrenalin aufschlage! Der Hammer!

Dirk total geschafft von Sturm und Training
Dirk treffe ich erst nach meinem Termin bei der Physio, nicht so guter Dinge im Zimmer an. Er ist genervt von dem Monstersturm und den Bergen, hat sich auch verfahren und von einem deutschen Bikerehepaar im Auto im Club absetzen lassen. Bei ihm stehen 75km mit einem 18er Schnitt auf dem Tacho. Was in Summe bedeutet, dass wenn der Wettkampf an so einem Tage stattfinden würde, er die maximale Zeit von 9 Stunden für die Bikedistanz nicht schaffen würde. Und daher auch die Enttäuschung! Nur muss man dazu sagen, dass meiner Meinung nach, und ich fahre nicht erst seid gestern Rad, sehr viele Teilnehmer dieses Zeitaus erleiden würden. Was natürlich keinen Trost darstellt.

Vorhin habe ich gerade mit meiner fantastischen Frau, Nadine, telefoniert und WIR möchten abschließend dazu bemerken, dass wenn wir am 24. Mai auf Lanzarote an der Strecke stehen, sie mit einem eiskalten Glas Caipirinha und ich, wie immer mit einer äußerst erfrischenden Apfelschorle, eine Schlechtwetterlage nicht Bestandteil unserer Buchung sein werden. Und außerdem werden WIR für unsere lieben „Verrückten“ für diesen Tag an sehr sehr hoher Stelle um gutes Wetter mit maximal einem lauen Lüftchen bitten.


Anmerkung von Dirk :
Ich habe mich nach meiner Ankunft informiert, der Sturm hatte heute Geschwindigkeiten von 70 km/h und heute abend gibt es eine Warnung nicht das Hotel zu verlassen. Ich bin ca. 50 km mit Gegenwind (kann man da noch von Wind sprechen ?) gefahren. Also ich hab heute meine Lektion gelernt : Dort draußen sind nur noch die Urgewalten der Natur der Maßstab, nach dem wir uns alle richten müssen. Ich gehe mit allergrößtem Respekt heute Nacht ins Bett. Trotz dieser Gewalt war mein Puls immer ok und das ist gut so.
Gute N8, da muss ich erstmal eine Nacht drüber schlafen. Dirk

Dienstag, 18. Dezember 2007

Schon Weihnachten?!

Liebe Leute,

ja ist denn heute schon Weihnachten? Wer kennt ihn nicht, den Werbespruch, den uns unser Kaiser Franz Beckenbauer im Rahmen einer Kampagne für ein Telekommunikationunternehmen so lange um die Ohren gehauen hat, bis wir ihn nachts leise vor uns hin gesummt haben. Gut, eigentlich war das Kapitel lange schon vorbei, aber heute, als ich in unsere Wohnung kam, da kam es mir wieder über die Lippen. Warum?

Frieren adé – Stefan Rießen hat die Bekleidung zu uns geschickt

Weil Jan von Finisher-Sport unsere Winterbekleidung vorbei gebracht hat. Drei Kisten voller warmer Sachen, die Stefan Rießen und sein Team uns zur Verfügung gestellt haben. Also wenn ich nicht so müde wäre (gestern Abend war doch Weihnachtsfeier – deshalb konnte ich auch nicht schreiben!), würde ich glatt noch ein Ründchen rennen. Aber so muss ich mich mit anprobieren und angucken begnügen. Jedenfalls hier noch mal ein riesiges Dankeschön an die Fockbeker Finisher!!

Übrigens, ich gucke ja jeden Tag auf den Online-Adventskalender von Finisher-Sport, und ich kann nur jedem empfehlen, dass auch zu machen. Die haben hinter ihren Türchen so manches Top-Schnäppchen versteckt.

Okay, was gibt es sonst neues? Dirk ist auf der Insel angekommen. Hier eine kurze SMS:
"Jungs und Anna, das ist hier der Hammer. Dirk und ich sind etwas über 60 Kilometer gefahren, Puls nicht über 140, aber Berganstiege und Wind – da zieht es einem die Schuhe aus. Aber jeder Berg hat seinen Gipfel und dann geht’s bergab. Maximaler Speed heute 72,3 km/h – auf einer endlosen Geraden. Dat is wie guter Sex. Aloha, Dirk"

Also es scheint doch so, als würde er sich amüsieren. Sehr gut. Jetzt frage ich mich nur, 1. ob das Thema Sex hier in diesen Blog gehört, und 2. wenn ja, was Dirk unter gutem Sex versteht? Heißt das, er macht es am liebsten mit Helm auf dem Kopf? Oder mit Sonnenbrille? Fragt er während des Aktes nach einer Trinkflasche?
In dieses Dickicht werden wir wohl so schnell kein Licht einstreuen könne. Aber wenn 72,3 km/h schon solche Euphorie auslösen, dann kann er mal mit in meine Heimat ins Bergische Land kommen. Da fahren wir vom Dörfchen Unnenberg aus eine steile Straße runter, da wird erst bei knapp 90 gebremst – und wenige Meter später ist eine T-Kreuzung. Das würde den Vergleich mit der anderen körperlichen Aktivität noch mal in neuem Licht erscheinen lassen.
Oder vielleicht kommt er im Juli mal mit zur Transalp, wo mir vor drei Jahren bei 65 Sachen der Vorderreifen geplatzt ist – da werden Endorphine freigesetzt!

Gut, wie auch immer. Er soll mal schön vorsichtig fahren, so dass er gesund wieder zurück kommt. Das ist das Wichtigste. Wir sind schon alle auf etwas ausführlichere Geschichten von Lanzarote gespannt.

Zu Martin. Der schickt heute folgenden Bericht (Mädels, bitte wieder weggucken):

Martin im ach so anstrengenden Urlaub – nö, klar!

"Hi Mathes! Schoen solch tollen Neuigkeiten von Ana zu lesen! Bin maechtig stolz auf Euch beide!:-)) na, da ist der knoten endlich geplatzt!! Jipiiee!! Hier nur ein kurzer Zwischenbericht: Nach einem gestrigen Chill-Tag am Strand (sonnenbaden und so, Haengematte,etc.) hat es mich heute wieder auf die Strasse gezogen!! Und ich sage Dir: Die Hoelle. die ganze letzte nacht hat es durchgeschuettet und dann ab heute morgen um 6 wieder sonnenschein! Die Schwüle heute kann man sich nicht vorstellen! 90 Prozent luftfeuchtigkeit ( gefuehlte 100!) und dann auf der Strasse in der Sonne etwa 38 grad! Sowas hab ich noch nicht erlebt.

Ich habe mir 1:15 Stunden vorgenommen und diese auch tapfer durchgezogen. aber die hitze war zermuerbend, dass ich mehrmals kaltes wasser fuer meinen kopf und warmes fuer mein inneres kaufen musste!Das war soooo anstrengend.
Da ich kurz nach dem fruehstueck losgelaufen bin (mit gut power!) und mich die hitze so geschlaucht hat, musste ich mich tatsaechlich nach 45 Minuten einmal kurz uebergeben! Aber, war gar nicht so schlimm! Ich Wollte aber auf keinen Fall gehen und hab es auf geschafft. ca. 14 Kilometer bei einem Puls von 136 im schnitt! Puuuuuhhhh!

Ich war so ueberhitzt und fertig danach, dass mir einer der guesthuose-angestellten netterweise sofort nach meiner rueckkehr eine frische kokosnuss gereicht hat! Toller Service und ein fantastischer natuerlicher energy Drink! Kein fitzel meines wenigen stoffes am koerper war nach diesem lauf mehr trocken. Und jetzt, nach 4 Stunden ist mein koerper immer noch gut warm.
Ein lauf bei hitze – ein Erlebnis! Also, ihr lieben bis bald und lasst es Euch gut gehen! ALOHA, Martin"

Gut, das Thema Brechen während der sportlichen Betätigung haben wir damit auch durch. Schön, dass wir darüber mal gesprochen haben. Wenn Martin jetzt noch Groß- und Kleinschreibung lernt, ist alles toll. Beste Grüße nach Süd-Osten!

Und jetzt Thomas:
"How auch ever, ich war heute mal wieder so richtig, aber wirklich richtig faul. Das tat, trotz des schlechten Gewissens, auch gut! Ich merke weder Beine noch Arme, herrlich! Heute Vormittag erreichte mich Stern-TV-Jürgen-Brand telefonisch und wir haben kurzer Hand für morgen einen Drehtermin ausgemacht. Er wird mich sowohl privat als auch im Beruf begleiten. Natürlich wird das Training auch beleuchtet, obwohl das Tageslicht sollte doch eigentlich reichen?! Mittlerweile bin ich ja ein alter Dreh-Hase, hoffentlich kann ich ruhig schlafen. Es wird wohl kein richtig harter Trainingstag, aber ich denke nach den letzten drei Wochen wird mich das nicht allzuweit zurück werfen.

Ach ja, letzte Woche! So sah sie aus:

Montag: Hab ich mit Mathias telefoniert? Egal! FREI

Dienstag Morgen: 2:23 Stunden langer Lauf in Duisburg

Dienstag Mittag: 2800 Meter schwimmen, davon 2500m in 57 Min., ich fand es gut!
Mittwoch Morgen: 2:28 Stunden auf dem Rad, 60,4 Kilometer, Schnitt 24,3
Mittwoch Abend: 0:56 Stunden Frustlauf, durchshnittl. Herzfrequenz 156, die Beine taten anschließend lange weh.

Donnerstag Abend: 1:30 Stunden auf der Rolle, direkt im Anschluß
1:12 Stunden gelaufen, durchschnittliche Herzfrequenz von 130.
Freitag Abend: 2000 Meter schwimmen, dabei 10 x 100 Meter-Intervall,

Samstag Morgen: 2:47 Stunden auf dem Rad, 68,6 Kilometer, lausig kalt

Sonntag: 2000 Meter schwimmen, außer Technik noch, wie nannte es Mathes noch, 900 Meter Apnoe-Programm. Danach hab ich noch mal versucht die 100 Meter auf Zeit zu schwimmen in einem 50er Becken ist das wohl schwerer – wieder nur ne 1:56 Zeit.


Das waren ungefähr 13,25 Stunden. Und wenn man die Minuten genau nachrechnet, war es sogar eine Minute mehr! Und morgen kommt das Fernsehen ganz allein zu mir. Ich werde berichten! Liebe Grüße an euch alle, Thomas"


Der Junge spult echt ein super Programm ab. Gut finde ich, dass er drei mal pro Woche schwimmt. Denn da sind sicher noch einige Minuten zu holen. Es ist wie bei Anna, an Schwächen wollen wir arbeiten. Aber nun weiter mit seinem heutigen Drehtag:

"Wie schon erwähnt, hat mich heute Stern-Jürgen mit einem Kamerateam besucht. Um 9:30 Uhr standen sie bei mir auf der Matte. Es folgte eine kurze Besprechung für einen langen Tag. Wir sind also recht schnell zum Golfplatz aufgebrochen. Erstmal einen Kaffee bei Karin im Golfhotel-Wagenfeld zu uns genommen, bevor der ernste Teil begann. Glücklicherweise konnte ich gestern noch Sieglinde und Heino Schneider aus dem Club rekrutieren um eine Unterrichtsstunde vor laufender Kamera zu erhalten. Nochmal ein Danke an euch beide!

Dann begann der sportliche Teil für mich: Ab nach Hause, umgezogen (das wird niemand sehen;-)) und das Rad auf der Rolle montiert. Es ist immernoch nicht so einfach bei Puls 140 ein paar Fragen zu beantworten. Auch das war flott im Kasten und wir konnten uns dem Laufen widmen. Gleich um die Ecke ist ein wunderschönes Stück Moorlandschaft, dort könnte man bestimmt tolle Bilder machen. Wir also hingefahren und ich denke es sind solche geworden.

Mensch, hatte ich danach ein Hunger!
Es war mittlerweile kurz nach 15 Uhr und ich hatte bis dato noch nichts gegessen. Jürgen und sein Team sind mal eben ein Hähnchen essen gegangen während ich unter der Dusche stand, grummel! Und ich? Ich musste noch warten, denn sie wollten mich noch unbedingt beim Kochen filmen. Knoblauch vor der Kamera zu schälen ist gar nicht so einfach. Dann gab es ein paar Nudeln in Knoblauchöl – lecker! Ich bin jetzt satt und der Tag zu Ende. Immer wieder erstaunlich, wie anstrengend so ein Drehtag ist. Dennoch gehe ich jetzt noch mit Kumpel-Thorsten ein Bier trinken. Ich wünsch euch was und bis die Tage, Thomas"

So, jetzt aber mal im Ernst. Wenn Thomas auf der Rolle Puls 140 hat, dann tritt er aber schon mächtig rein. Auf Dauer gesehen sogar zu heftig. Aber was macht man nicht alles, wenn eine Kamera dabei ist. Alter Poser!

Für Anna war heute nichts drin. Von der Akademie schnell nach Hause, weil ein Handwerker kam, und dann weiter zur Kinderbetreuung. Rückkehr? Viel zu spät, irgendwann gegen elf oder so. Und was mache ich bis dahin? Finisher-Sport-Klamotten auspacken. Ist ja schon ein bißchen wie Weihnachten hier bei uns!

Herzlichst, Euer Mathias

Sonntag, 16. Dezember 2007

I believe!

Liebe Leute,

heute ist Amanda-Marshall-Tag, aber dies nur nebenbei.

Es war, zumindest zu Beginn, nicht der optimale Tag. Aber das hat nichts mit Verletzungen oder Unvermögen zu tun. Eher damit, dass wir Dirk gestern Nacht bis 5 Uhr morgens verabschiedet haben. Und das waren vielleicht verrauchte Räume, wo wir uns rumgetrieben haben. Und da standen vielleicht immer viel Gin Tonics auf dem Tisch vor uns. Aber nicht lange.

Kurz, der Haushalt Müller-Bubenzer/Bubenzer-Müller (wie auch immer) leidet heute etwas an Hangover. Ich habe den Tag dann mit einem lockeren Läufchen von 1:13 Stunden (voll im Fett, wie Martin sagen würde) gestartet – so um 13 Uhr. Ähem.

Und Apropos Martin, der schickte dann eine Simse:
"Hi Hamburg, nach Touri-Programm gestern (Tempel und so) war ich heute wieder laufen: 1:18 Stunden, rund 14 Kilometer, Puls 138. Das ist so ungefähr ein 5:15er Schnitt (Minunten pro Kilometer). Das ist ne Marathonzeit von ungefähr 3:30 Stunden. Und ich hatte noch fett Luft. Liebe Grüße, Martin"

Die Hitze, die Hitze – sie hält unseren Turbo-Man zwar nicht vom Joggen ab, aber seine Rechenleistungen lassen bei der Anstrengung doch merklich nach. Oder war nicht ein 5er-Schnitt Grundlage für einen 3:30er Marathon?? Wie auch immer, der Junge ist viel fleißiger als man im Urlaub sein muss. Toll. Oder soll ich besser Fett sagen? Das scheint Martins neues Lieblingswort zu sein. Also: Fette Grüße von uns allen aus der Kälte nach Sri Lanka!!

Thomas wollte eigentlich gestern einen Bericht mailen, aber vielleicht hat den das world-wide-web mal wieder geschluckt. Eben kann aber noch ne Simse, dass er das "Apnoe-Schwimmprogramm" gemacht hat. Dabei schwimmen wir eine Pyramide von Atemzügen bis zum 10er Zug und zurück. Dabei kann man dann in Ruhe gucken, was im Schwimmbad sonst noch so unter der Oberfläche los ist.
Und außerdem hat er den gestrigen Tag noch in Kurzform nachgereicht: 2:45 Stunden Rad, also 68 Kilometer mit kalten Füßen. Sehr anständig!

Und hier erreicht uns noch eine taufrische Simse von Dirk, der anscheinend seinen Flieger nach Lanzarote heute Morgen wider Erwarten nicht (!) verschlafen hat:
"Hey Leute, was für eine schöne Insel. Und das Licht hier ist der Hammer. Dirk und ich bauen jetzt schön erst mal die Räder zusammen, und wenn das Puzzle passt, geht es morgen früh los. Viele Grüße ans Team, Dirk und Dirk"

Na, dass können ja zwei tolle Wochen werden. Ich habe da so eine Vision. Der Kerl fährt 1000 bis 1200 Kilometer, gewinnt Kraft, Ausdauer und Selbstvertrauen, und verliert Gewicht. Und wisst Ihr, was dann beim nächsten Test bei den GL8-Sport-Jungs abgeht?! Klar, die maximale Sauerstoff-Aufnahme wird, im Vergleich zum ersten Test, sprunghaft in die Höhe schnellen. Ach, da freu ich mich jetzt schon drauf.

"Oh verdammt, mein Kopf!", höre ich eine Stimme. Anna geht gerade hinter meinem Stuhl her und spürt den gestrigen Abend noch einmal. Trotzdem war sie eben beim Schwimmen. Und sie hat zehn Bahnen Kraul geschafft. Das ist an einem solchen Tag sehr gut. Zumindest hätten wir am Anfang der Woche noch nicht gedacht, dass sie das schafft. Wie auch immer, hier ihr Bericht:

"Mein Weg mit dem Fahrrad zum Schwimmbad empfand ich schonmal als Highlight des Tages. Endlich wieder Bewegung und frische Luft. Nach dem gestrigen Abend, all den leckeren Drinks, der kurzen Nacht und Hangover kam der sportliche Akt wie gerufen, auch wenn natürlich etwas Überwindung dabei war.
Zu Beginn kurze 200 Meter Brust Einschwimmen, und danach hab ich meine Bahnen gezogen. Wisst ihr, eine nach der anderen, immer ganz ruhig, nur keine Hektik und immer schön bis zu Ende. Denn halbe Bahnen kommen jetzt nicht mehr vor. Das gehört der Vergangenheit an. Hoffentlich!

Doch ich war nicht ganz allein auf meinen Bahnen. Ich hatte meinen Kater dabei. Und der hat mir immer an den Kopf getreten. Blödmann. Da es aber am Beckenrand nur noch schlimmer wurde, bin ich meine 10 Bahnen recht zügig geschwommen, und habe auf lange Pausen verzichtet.
So, das wars von meiner Front. Immerhin. Der Kopfkater hämmert zwar immernoch, aber ich bin wenigstens geschwommen. Ab Morgen darf ich auch wieder mein Bein belasten – das ist doch wie eine Erlösung!
Alles Liebe an Euch alle da Draußen,
Eure Anna-Sophia"

Wie gesagt, das war nicht optimal, aber das kann man nach so einer Nacht auch nicht verlangen. Aber es wird. Und alle Kommentare zeigen, dass wir an unsere neue Leistungsschwimmerin glauben. Und ich insbesondere glaub an Dich! Jepp!

So, damit beschließen wir den heutigen Tag. Und beschließen darüber hinaus, dass es das jetzt erst mal wieder war, mit dem Alkohol. Und morgen Abend auf der Weihnachtsfeier?!?

Wir werden sehen. Bis dahin, herzlichst, Euer mathias

Samstag, 15. Dezember 2007

Silencio – Anna krault!

Liebe Leute,

egal, wer heute noch was oder wieviel trainiert – der heutige Eintrag mit seinem Hauptthema steht schon fest und wird nicht mehr geändert.

Denn Anna krault, und krault, und krault, und krault. Aber wollen wir die Sache in Ruhe erzählen.

Ehrlich gesagt fing alles nicht gut an. Und damit meine ich schon den gestrigen Abend. Wir hatten eh schon ein wenig Ärger von der Außenwelt am Hals, als Anna mal wieder (ja, das passiert öfter) gegen alle Absprachen ihren Tag spontan umplante, und damit alles, worauf sich auch ihr Partner (also ich) eingestellt hatte, zunichte machte. Aber habe ich mich aufgeregt? Nein, ich habe dann, ganz verständnisvoll, erst einmal ein Video eingelegt und gedacht, wir machen einen gemütlichen Abend.
Aber heute Morgen mussten wir dann einfach mal Klartext sprechen. In aller Ruhe habe ich versucht, ihr klar zu machen, dass es nichts bringt Alleingänge a la Mittwoch zu machen, denn seit dem trägt sie eine Verhärtung in der Wade mit sich rum, wegen der ich ihr auch heute jegliches Bein-Training untersagen musste (wo drüber sie sich ärgert – also sie ärgert sich natürlich über sich selbst).
Ebenso habe ich versucht, ihr noch einmal klar zu machen, dass sie diese Woche nur zwei mal im Wasser war, dass unsere Absprache aber eher vier Einheiten, wenn nicht sogar fünf beinhaltete. Und das es keinen Sinn macht, nur an seinen Stärken zu arbeiten (und diese dann auch noch im Mittwoch-Stil zu versauen; siehe Blog vom Mittwoch, und siehe oben), weil das ja nun mal ein Dreikampf ist, was wir am 24. Mai 2008 vorhaben. Und wenn sie nicht Schwimmen kann, wird sie es nicht schaffen – egal wie gut sie läuft und Rad fährt.

Dann habe ich noch versucht zu erklären, dass der Weg beim Schwimmen nun mal nur übers "Weitermachen" geht. Ist doch wahr, kein Kind würde je gehen lernen, wenn es nach dem ersten Kontakt mit den vier Buchstaben auf dem Fußboden, aufgeben würde. Na, Motivationsversuche eben. (keine Ahnung, ob ich das kann oder nicht)

Und dann bin ich mit ihr ins Schwimmbad. Eigentlich wollte ich nicht. Ich wäre lieber 3 Stunden Rad gefahren. Aber das kann sie ja nicht, wegen der Wade. (Ihr merkt schon, wie sehr mich das funzt?)
Und ich bin dann auch nicht geradelt, sondern habe mich in den Dienst der Sache gestellt (wessen Sache eigentlich?), und bin mit ins Bad. Sei’s drum.

Anna zumindest hat sich gefreut. Nur muss sie sehen, dass ich nicht immer dabei sein kann, und dass sie dann dennoch ein gewisses Programm abspulen muss. Wie gesagt, natürlich nur, wenn sie Lanzarote schaffen will! Sonst nicht.
So, jetzt habe ich die Sache aber auch verarbeitet hoffe ich.

Also beamen wir uns direkt in die Alsterschwimmhalle. Nach drei hundert Metern Einschwimmen haben wir uns wieder getroffen und losgelegt.
Die Aufgabe: Abstoßen (sauber, wie gelernt, denn mit dem Abstoßen fängt meiner Meinung nach alles an: Körperspannung, alle Gelenke gestreckt, der Kopf in neutraler Position zwischen die Arme), dann sechs bis acht Züge ohne zu Atmen, und dann im Zweier-Zug (bei Anna immer links atmen) weiter. Ich immer direkt neben ihr, immer im gleichen Rhythmus.

Und Zack, waren wir am anderen Beckenrand. Direkt die ersten 50 Meter hatten wir, besser gesagt, sie geschafft.
Also erst mal Luft holen (tief ausatmen) und kurz reflektieren. Dann die nächste Bahn. Acht Züge – ganz langsam und ruhig – ohne zu atmen, dann im Zweier-Zug weiter.

Anna happy – dies war ein guter Tag im Bad!

Zack, die nächsten 50 Meter! Gibt’s doch nicht. Zwei Versuche, zwei Treffer! Luftholen, Reflektieren, "komm wir versuchen es noch mal", Zack, wieder 50 Meter. Und Zack, und Zack, und Zack, 50 und 50 und 50 Meter. Immer wieder. Kein Wasserschlucken, kein Aufgeben nach 25 Metern, kein Brustschwimmen. Anna krault, und krault.

Vor allem aber bekommt sie von Bahn zu Bahn immer mehr Selbstvertrauen. Wir schwimmen auf der Tempobahn, und normalerweise macht sie das nicht, weil es ihr zu hektisch dort ist. Aber nun geht es. Gut, ich schwimme direkt neben ihr, schirme sie von allen anderen ab. Aber dabei schwimme ich so eng an ihr, dass sich ihr linker und mein rechter Arm beim gemeinsamen Augenkontakt-Atmen immer berühren – auch davon lässt sie sich nicht aus der Ruhe bringen. Toll.

Diese Chance musste ich nutzen. Ich erklärte ihr wieder einmal eindringlichst, dass sie den Atemrhythmus beliebig variieren kann. Sollte das Timing also mal nicht stimmen, soll sie einfach einen Atmenzug auslassen und sich auf den nächsten linken Arm- und Atemzug konzentrieren. Es folgt eine Trockenübung, in der ich ihr sage, wann sie Atmen darf und wann nicht. Es klingt vielleicht popelig, aber man kann Leuten auf diese einfache Art und Weise manche Dinge klarmachen.

Die nächste Übung: Alles wie bisher, aber auf der zweiten Hälfte der Bahn soll sie – irgendwann, irgendwo – einen Vierer-Zug einbauen, also einmal Atmen auslassen. Gesagt, getan. Abstoßen, acht Züge ohne Atmen, dann Zweier-Zug und da, was ist das, sie lässt einmal aus und schwimmt dann wieder im Zweier weiter zum Beckenrand. Sensationell. "Alles klar?!" Kopfnicken! Puls? Normal. "Kapiert? Du kannst es variieren, Du wirst nicht ertrinken, wenn Du einmal nicht zum Atmen kommst." "Klar!"

Also gleich noch mal. Zack, klappt. Was soll ich sagen?!
Nun wollte ich Anna mit dem Freestyle-Snorkel bekannt machen. Ich dachte, dass sie dann nach ihrem Atem-Programm statt Brust- trotzdem Kraulschwimmen kann, und einfach durch den Schnorchel atmen. Aber das war eine Spur zu neu für sie.

Also habe ich gesagt: "Na, das machen wir dann ein anderes Mal. Dann schwimm’ noch zwei Bahnen, und dann hauen wir ab." Anna nickt und schwimmt los. Ich aus dem Becken (friere schon seit Ewigkeiten), schnappe mein Handtuch und schaue ihr zu.
20 Meter, 30 Meter, 40, 45, "jaja", denke ich, "sie schafft es auch dieses Mal", und 50 – geschafft!
Aber was macht sie jetzt?? Sie stößt sich direkt wieder ab!! Panik in mir! "Das war doch nicht abgesprochen, oh hoffentlich geht das gut! Sie muss heute unbedingt mit einem Erfolgserlebnis aus dem Bad kommen", denke ich. Und eine Sekunde später erwische ich mich dabei, wie ich bei jedem Atemzug von Anna immer "ruhig, ganz ruhig" sage – bei jedem Atemzug!! Die Leute im Schwimmbad haben wohl gedacht ich sei Autist. Immer nur "ruhig, ganz ruhig."

Und als wenn die Götter mich unterstützen wollen, schallt aus den Boxen (schallen, welch Widerspruch zum Song-Titel) ein Lied, was ich derzeit total gut finde: Silencio!! Keine Ahnung wer das singt (zumindest nicht bis heute Vormittag), aber mir hilft es, und Anna anscheinend auch.

Und dann, nach insgesamt einhundert Metern ist sie wieder am Startpunkt. Das ist es. Das war es. Das waren sie, Annas ersten einhundert Meter Kraul! Das ist eine Gedenksekunde wert – Silencio!

Nun hoffe ich, dass dies unser Durchbruch war, dass es Annas Durchbruch war. Eigentlich muss sie nun verstanden haben, dass es, wie so vieles im Leben, nur Kopfsache ist. Wille ist Alles!

Silencio – Euer mathias

Freitag, 14. Dezember 2007

Geht nicht, gibt’s nicht

Liebe Leute,

keine Ahnung was Dirk heute gemacht hat, aber Anna und ich waren faul. Total faul. Hat aber auch seine Gründe. Ärger im privat-alltäglichen Bereich (nein, nicht Schule, nicht Job, nicht Familie), der einem einfach mal einen ganzen Abend lang die komplette Energie raubt. Was bleibt dann anderes, als einfach ein Video in den DVD-Player einzulegen, eine Flache Gerstensaft und abhängen. Morgen sieht die Welt wieder ganz anders aus. Hoffentlich.

Frohe Kunde dagegen aus Sri Lanka. Martin hat heute gesimst:
"Guten Morgen Hamburg, 9:30 Uhr: 36 Grad auf der Straße und ich mitten drauf. Wie gestern wieder 13 Kilometer in 1:13 Stunden bei 135 Puls. Euch einen tollen Tag. Aloha, Martin"

Dem Kollegen scheint es ganz gut zu gehen in der Hitze. Das sind mal eben 30 Grad Celsius Unterschied zu uns. Außerdem saß ich im Büro als mich diese liebliche Mail erreichte. Und ich war auf dem Weg vom Büro nach Hause, als mein Handy ein weiteres Mal vibrierte. Wieder Martin:
"Hi Mathes, pack noch eine Stunde Schwimmen im offenen Meer (mit Swell und allem) auf mein Tageskonto! Wegen meiner Rippe kann ich momentan nicht Surfen. Liebe Grüße an Alle! Martin"

Tja, jetzt weiß ich auch nicht so genau, ob wir uns freuen sollen, dass er sich beim Surfen ein wenig weh getan hat, oder ob wir es schade finden. Immerhin, - auf die Art und Weise trainiert der Bursche. Haha. Aber im Ernst, wollen wir ihm doch bitte alle die Daumen drücken, dass er seiner Surf-Leidenschaft noch ein wenig frönen kann. Das gibt auch Kraft für die Aufgaben, die vor ihm stehen.

Die in meinen Augen eigentlich interessante Sache spielte sich heute jedoch mal wieder in Wagenfeld bzw. Minden ab, wo Thomas ein Schwimmbad besuchen wollte. Kurz vorher hatten wir noch telefoniert. Und er meinte, er käme mit meinen Intervall-Tempo-Plänen nicht so zurecht.
Stoppuhr am Beckenrand. Und mir selbst sind die Intervalle auch einfacher vorgekommen, wenn ich sie mit meinen Vereinsfreunden im Das kann natürlich auch gut sein, denn wenn man alles so ganz alleine abspulen muss, da geht einem das wirklich anstrengende schon mal ab. Nicht umsonst stehen/standen bei Franzi von Almsick, Michael Groß, Sandra Völker und wie sie nicht alle heißen, immer Trainer mit nerHückeswagener Willi-Daume-Bad geschwommen bin, während unser alter Trainier Dieter Hussfeld (na - erinnert Ihr Euch noch?!) am Rand stand und uns zusprach.

Wie auch immer. Ich riet Thomas die 10 mal 100er anzugehen. Es sei ja nicht so, dass er dass noch nicht probiert hätte, meinte er darauf, aber schneller als 2 Minuten hätte er bisher noch keinen dieser vermaledeiten 100er geschafft, und zehn schon mal gar nicht.
Soweit so gut. Ich also noch mal Mut zugesprochen, und einige Tipps per Telefon losgeschickt. Und am Abend kam folgende Simse rein:

"Mathes, geschafft! :-)) 10 mal 100 Meter. Die ersten waren die Schnellsten mit 1:38 Minuten! Der Rest war immer um die 1:55 Minuten. Nie über 2 Minuten!! Fürs erste Mal das komplette Programm ganz okay. Liebe Grüße, Thomas"

Also, geht doch!! Gott, weiß irgend jemand da draußen, warum meine Vier immer zu Untertreibung neigen?? Ganz im Ernst, das geht die ganze Zeit so. Und dabei sind Thomas und Anna die härtesten Fälle. Ein Beispiel habt Ihr gerade gelesen. Und Anna? Sie kann nach zwei Monaten Training, von 7 Kilometern kommend, nun gute 20 Kilometer Laufen. "Meinst Du das ist gut?", fragt sie mich dann manchmal. "Och nö klar", denke ich dann nur, "eine Steigerung von 200 Prozent ist eher gar nichts!" Klar Klar.

Also hier noch einmal für Alle:
- Für Martin, der mich beim Leistungstest erst total verschaukeln musste, bis er mir glaubte, dass er talentiert ist
- Für Dirk, der, wie ich glaube, machmal viel mehr zweifelt als er zu gibt, und doch alles mitbringt was er braucht, um das Ziel zu packen
- Für Thomas, der sich, immer wenn seine eigene Unsicherheit ihn ausbremst, doch nur daran denken braucht, wie er vor über 20 Jahren, als wie nach einigen Bier in Farchant aus einer Kneipe kamen, einen Straßenlampe-zu-Straßenlampe-Lauf deutlich gegen mich gewann
- Und für Anna, die auf ihrem bisherigen Weg leider nicht gelernt hat wahrzunehmen, wie viel sie zu leisten im Stande ist
Ihr seid gut, und Ihr werdet schaffen, wozu manch anderen der Mut fehlt. Ich weiß es!! Und ich glaube an Euch! Weil Ihr es seid!
Kurz und knapp: Ihr habt es drauf!!

Und mit diesen Worten, möchte ich mich nach einem Sport-faulen, aber dennoch sehr anstrengendem Tag in die Kiste fallen lassen. Morgen ist ein neuer Tag. Gut so. Und das Beste: wieder mit Euch!

Herzlichst, Euer mathias

Im Abendland nichts neues

Liebe Leute,

Thomas schrieb eben, dass es im Süden nichts neues gibt. Ich habe das kurz mit Dirk, Anna und mir verglichen, und da wir alle heute Ruhetag hatten, heißt der heutige Eintrag wie er heißt. Wobei Thomas "nichts" weit mehr ist, als das Wort verrät:

"N`abend Mathes, vielleicht komme ich grad noch rechtzeitig. Lohnt aber auch nicht wirklich. Ab und zu muß ich auch mal auf dem Golfplatz erscheinen und mich eine gewisse Zeit dort aufhalten. Deswegen ist heut nur Zeit für ein recht kleines Programm geblieben. 1:30 Stunde auf der Rolle, habe dabei gemeinsam mit Bruce Willis New York gerettet. Simon says:"...." Anschließend warm eingepackt und die Runde von Gestern in 1:12 Stunden gelaufen, mein Puls bewegte sich dabei bei 135 Schlägen. Den Frust habe ich immernoch aber meine Wut ist weg. Ich danke Doris für die aufbauenden SMS und Dir fürs Zuhören heute. Es geht weiter :-), bis morgen! Thomas"

Achtung Leute, Ihr habt es längst gemerkt, unserem Thomas brennt was auf der Seele. Ich weiß was es ist, weiß auch, dass es hier nicht unbedingt hin gehört. Aber so viel kann ich sagen: Wenn er bei seiner derzeitigen Gemütslage fast drei Stunden Training hin knallt (neben Job, versteht sich), dann ist das alles andere als nichts. Thomas, - Hut ab.

Gut, Anna, Dirk und ich haben richtig frei gemacht. Ich wollte eigentlich trainieren, aber wir hatten Theaterkarten und anschließend waren dann noch zwei Absacker angesagt (die eventuelle Tippfehler heute Abend entschuldigen sollten).
Dirk haben wir heute Abend auch kurz gesehen. Er war gut gelaunt, und immer noch sichtlich zufrieden über seinen gestrigen langen Lauf.
Und Anna hatte heute den ganzen Tag lang ein Ziehen im rechten Bein. Wollen wir mal hoffen, dass es morgen weg ist. Ich hoffe nur, dass sie daraus lernt, dass so Gewalteinheiten wir ihre gestrige nicht unbedingt das gelbe vom Ei sind.

So, und nun kommt die Überraschung für heute – Martin:

Martins Lauf von gestern

"Hi Mathes! So, da sitze ich mal wieder in ner kleinen Butze mit www-Anschluss. Die Verbindung ist richtig langsam,aber immerhin. als Anhang zwei Bilder meiner gestrigen Laufeinheit. 2:09 Stunden bei 30 Grad und 80 prozentiger Luftfeuchtigkeit. Wahnsinn wie anstrengend das ist. hab mir nach 30 Minuten den ersten halben Liter Wasser am Straßenrand gekauft, die Hälfte ging über meinen Kopf, die andere Hälfte in mich rein.. und dann alle 15 Minuten 05er Liter gekauft und rauf und rein.. kostet hier nur 5 Cent die Flasche. Der Puls geht ja bei der Temperatur deutlich schneller nach oben, hab mich sehr gewundert.

Okay, das geht natürlich gar nicht. Was ist, wenn unsere 50 Prozent weiblichen Leser nun in Ohnmacht fallen? Wir brauchen doch jede Unterstützung. Also bitte nur noch Fotos mit T-Shirt!

Naja und heute morgen gleich wieder ein Stündchen gelaufen. die lange Einheit hab ich ja nun für diese Woche. und, ich glaube ne Stunde bei der Hitze ist gesünder ;-)) Laufen kann ich jetzt gut, da ich mir vom vielen surfen (und liegen, bzw paddeln auf dem Brett) eine Rippenansatz-Entzündung oder sowas zugezogen habe und folglich das liegen auf dem Board sehr schmerzhaft ist. Maria hat sich bei einem Waschgang eine sehne in der schulter gezerrt und lag die letzten zwei tage auch nur in der sonne. Aber ich geh jetzt täglich laufen. So, dann mal viel spass bei der Weihnachtfeier, hab eine schöne Vorweihnachtszeit und gruess schön und bis die Tage. Aloha, Martin"

Also, unser Turbo-Mann ist auch fernost-Asien fleißig. Sehr gut. Und spätestens seit seinem Bericht wissen nun alle, dass Triathlon gesünder ist als Wellenreiten.

Würde trotzdem derzeit gerne tauschen. Und Ihr??

Herzlichst, Euer mathias

Martin

Mittwoch, 12. Dezember 2007

Der Fehdehandschuh

Liebe Leute,

wir Hamburger werfen den Fehdehandschuh. Wohin? Nach Wagenfeld! Wir wehren uns gegen diesen permanenten Trainingsfleiß von Thomas. Womit? Na, werdet Ihr schon sehen. Lassen wir erst mal den Kollegen da unten zu Wort kommen:

"Lieber Mathias, ist es eigentlich schlimm wenn man mit totalem Frust und und Wut im Bauch trainiert?
Aber zuerst das Ergebnis der letzten Woche:

Montag : Das mache ich immer wenn ich mit Mathes telefoniere, FREI!

Dienstag Morgen: 2:15 Stunden, ein guter langer Lauf

Dienstag Abend : 2500m Schwimmen, von allem etwas

Mittwoch : 4:26 Stunden Rad, wieder ein 100er, genauer 108er ;-)

Donnerstag Abend: 1:10 Stunden gelaufen, gemütlich bei Puls 130

Freitag : Was denkt ihr? Ich habe mit Mathes telefoniert, FREI!

Samstag Abend : 0:57 Stunde gelaufen, obwohl in HH gefeiert wurde. Puls von 131

Sonntag Mittag : 2500m Schwimmen heute mit viel Technik

Sonntag Abend : 1:04 Stunden gelaufen


Wenn ich mich nicht verzählt habe, waren das immerhin 11,5 Stunden bei zwei freien Tagen. Ich bin recht zufrieden.
Um die Frage von Mathias nochmal aufzugreifen, ob es gestern nun 2800 oder 3100 Meter im Wasser waren, muss ich zu meiner Schande gestehen, es waren nur die Zwo-acht. Die Zeit war zu knapp!

Heute war es nicht weit her mit befriedigenden Leistungen. Irgendwie hat sich mein innerer Schweinehund durchgesetzt und der Sack hat heute schon nach 60,4 Kilometern auf dem Rad gewonnen. Das waren dann 2:28 Stunden. Ich hoffe es muss nicht immer ein 100er sein!
Grad bin ich vom Laufen reingekommen.

Ich bin tatsächlich mit viel, viel Wut über mich selber losgelaufen. So schnell war mein Puls noch nie so hoch. Leute, ich bin heute Abend mit einem durchschnittlichen Puls von 156 durch die Gegend gerannt. Okay, in meinem Testergebnis bei GL8-Sport, ich habe grad nachgeschaut, heißt das halt "nur" ein "Tempodauerlauf." Puhh, das aber fast eine Stunde lang. Am besten ich lasse mich vor unserem Wettkampf so richtig ärgern, scheint sich doch positiv auf die Leistungsmöglichkeiten auszuwirken.


Meine Wut hat sich indes etwas gelegt aber der Frust ist noch da. Wird wohl auch noch ein paar Tage andauern aber durch den Sport sieht vieles leichter und besser aus, genauso wie ich. Und morgen heißt es auf ein Neues!
In diesem Sinne, bis Morgen, Thomas Nachtrag: Mir fiel grad noch was ein! Für die Strecke, die ich heute in 56 Minuten gelaufen bin, habe ich letzte Woche 1:10 Stunde benötigt. Gut, bei einem Puls von 130. Nur um mal eine bessere Vergleichsmöglichkeit zu haben. Liebe Grüsse Thomas"

Leute, hat Thomas gesagt, warum er wütend ist? Hab ich das überlesen. Na, wird wohl nicht für unsere Ohren bestimmt gewesen sein. Aber mal so ein Tempolauf hat doch was, oder?! Da sieht man mal, was möglich ist, wenn es darauf ankommt. Aber jetzt bitte schön wieder schön ruhig weiter machen. Die Tempoeinheiten starten wir erste 2008.

Die 11,5 Stunden sind natürlich wieder nicht schlecht. Das ist gut, das ist genau im Plan, das läßt Luft nach oben.
Aber bitte, meine lieben Freunde, Interessierte und Leser, was soll denn das für ein langer Lauf sein, den Thomas da gemacht hat? 2:15 Stunden? Da lacht der Norden drüber! Haha! Gleich mehrfach sogar! Hier ist er, der Fehdehandschuh.

Dirk ist nämlich heute Abend mit mir gelaufen. Aber nicht so lange, wie Thomas. Neee, richtig lange sind wir gelaufen: 2:30 Stunden!! Na, alte Golfhupe, was sagst Du nun?! 2:30 Stunden!! Und nicht so mit Ach und Krach. Neee, ganz easy, die ganze Zeit mit Unterhaltung und Konsorten.
Ich mein, er hatte sich heute was vorgenommen, das war schon klar, als er hier zur Tür reinkam. Aber das es so gut klappen würde, hatte er wohl auch nicht geglaubt. Oder doch? Na vielleicht ein bisschen.
Stolz und zufrieden: Dirk, der 2:30-Stunden-Läufer!

Jedenfalls, mit der Einheit kann er sich frohen Mutes ins Trainingslager nach Lanzarote verziehen. Wir sind gut im Plan. Eigentlich wollte ich die 2-Stunden-Grenze mit ihm erst im neuen Jahr knacken. Aber so soll es mir auch recht sein. Das einzige, womit Dirk noch ein wenig hinterher hinkt, ist (das hört er nicht gerne, gibt er aber zu) das Gewicht. Nicht dramatisch, aber ein bisschen.
Nun muss man allerdings sagen, dass unser Freund derzeit mehr als viel um die Ohren hat. Andere Leute würden unter dem Programm nicht mal mehr den Weg zur nächsten Kneipe schaffen. Dirk läuft jedoch 2:30 Stunden. Hut ab!

v.r.: Anna, Dirk, Mathias – das sind heute gesamte 7:40 Stunden Laufen

Aber ich wollte ja noch mal über den vermeintlich langen Lauf aus Wagenfeld lachen. Anna ist heute nämlich auch gelaufen. Und geschwommen. Also genau gesagt ist sie mal wieder zum Schwimmbad gelaufen, dann geschwommen, und dann wieder nach Hause gelaufen. Die Schwimmmeter hat sie mal wieder vergessen zu zählen. Aber die Laufzeit weiß sie genau: 2:40 Stunden. Und wie gesagt, dazwischen geschwommen. Tschingdarassassäng!

So Thomas, was sagst Du nun? Und als sei das alles nicht genug, schreibt Martin:
"Hallo Ihr Lieben, ende mit Pause. Bin heute 2 Stunden gelaufen, gute 20 Kilometer, bei 80 Prozent Luftfeuchtigkeit und irgendwas in die 30 Grad. War super. Haut weiter rein. Liebe Grüße, Martin"

Na und da würde ich doch sagen, dass bei den äußeren Bedingungen auf Sri Lanka, die Einheit von Martin doch eigentlich mindestens 2:16 Stunden wert war, oder?!

Die Partie geht also klar an Hamburg. Nun wollen wir jedoch nicht so sein. Thomas mein Freund, das können wir nicht oft genug sagen: Du bist da unten recht allein. Das können wir zwar nicht ändern, aber deshalb sind Deine Einheiten – sagen wir mal – immer gleich viel wert wie jede der unsrigen. Sagen wir "unentschieden", "patt", "zeitgleich".

Und ehrlich gesagt finde ich den Fehdehandschuh gar nicht so schick. Wenn schon Mittelalter, dann doch lieber "Alle für Einen, Einer für Alle!"

Auf die Freundschaft! Herzlichst, Euer mathias

Dienstag, 11. Dezember 2007

Parallelwelt

Liebe Leute,

rrrrrrrrssssssssssrrrrrrrsssssssrrrrrrssssssssssss, – so ungefähr hört sich das Geräusch an, welches aus unserem Wohnzimmer zu mir an den Schreibtisch vordringt. Und, wisst Ihr was es ist? Richtig: Anna auf der Rolle. Dazu guckt sie irgendeinen Weihnachtsfilm mit einem lustigen Elfen. So unterschiedlich sind die Geschmäcker.

Fragwürdige Unterhaltung: Anna rollt und der Fernseher läuft

Bei der Unterhaltung würde ich nicht mehr als 60 Umdrehungen hinzimmern. Ich sage Euch, bei mir hörte sich das anders an. "Hammer to fall" schrie es mir wieder live (bzw. 20 Jahre alt) aus dem Wembleystadion entgegen. Freddie in Höchstform. Aber nein, keine Angst, ich häng nicht wieder ein Video von meinen Idolen dran.
Jedenfalls ist das hier manchmal ein wenig wie in einer Parallelwelt. Bei unserem Projekt fällt auch schon mal ein Stück Beziehungsleben hinten runter. Und statt miteinander gemütlich vor dem Fernseher zu sitzen, gemeinsam zu essen, oder einen leckeren Gin Tonic zu trinken, wechseln wir uns auf der Rolle ab. Na super.

Gut gelaunt, trotz sich anschleichender Erkältung: Anna

Auf der anderen Seite können wir in gemeinsamen Lauf- und Radrunden auch alle möglichen Dinge dieser Welt in aller Ruhe besprechen – ohne das der Fernseher läuft, einer schmatzt, ein Telefon klingelt oder der Briefträger klingelt. Das ist eigentlich ganz schön. Und heute Abend zumindest ist Anna schon nach einer Stunde lustlos von der Rolle abgestiegen. (Wie gesagt, kein Wunder bei dem Film) Da bleibt noch viel Zeit für gemeinsames Sofa.
Allerdings war Rollentraining auch nicht das Einzige, was Anna heute gemacht hat. Sie war auch schon beim Schwimmen und hat voller Stolz erzählt, dass sie drei Bahnen geschafft hat – 50-Meter-Bahnen wohlgemerkt.

Gut, wechseln wir das Thema, und schicken all unsere Neid- und Hassgedanken Richtung Südosten. Da liegt nämlich Sri Lanka. Und wenn Ihr Euch das Foto anseht, welches Martin von seinem Hotelbalkon aus gemacht hat, wüsste ich nicht, warum wir ihm nicht einfach die Freundschaft kündigen sollten. Was meint Ihr?!

So siehts aus: Maria auf dem Balkon des Ferienbungalows

Aber im Ernst, sollen er und Maria sich mal schöne zwei Wochen da unten machen. Das gibt Kraft für die nächsten fünf Monate. Und die wird er brauchen. Viele liebe Grüße als an Euren Strand, Martin. Vergiss das mit Hass und Neid. Also zumindest das mit dem Hass.

So, dann kommt hier die schon gewohnte Erfolgsmeldung von Thomas:
"Hallo Mathias, kann leider keine Mail schreiben, bin zum Handballspiel Lemgo versus Lübbecke eingeladen. SMS muss also reichen: Bin heute 2:23 Stunden gelaufen und 2500 Meter in 57 Minuten geschwommen. Plus 300 Meter Ein- und Ausschwimmen. Liebe Grüße, Thomas"

Ja wie jetzt? Sind das nun 3100 Meter oder 2800? Ist er jeweils 300 Meter Ein- und Ausgeschwommen, oder zusammmen? Ach ich mag diese präzisen Informationen. Außerdem, warum fährt Thomas zu dem Spiel? Lübbecke verliert, weiß ich schon. Und Handball überhaupt. Klarer Fall von Parallelwelt.

So, jetzt muss ich aufs Sofa. Der Caro-Kaffee steht schon bereit. Dazu gibt’s noch ein Stück Christstollen. Hat mein lieber Kollege Carsten (mit Frau Annette) mir zum Geburtstag geschenkt. Aber das ist ja auch schon lange her. Und der Stollen ist auch gleich Vergangenheit.

Und was bringt die Zukunft? Vier neue Ironman, -men, -woman, wir Ihr wollt. Hauptsache Iron!

Herzlichst, Euer mathias

Montag, 10. Dezember 2007

Last men standing

Liebe Leute,

unser Gruppe liegt danieder. Gut, ich übertreibe ein wenig. Aber wenn nicht gerade von Dirk eine Mail reingekommen wäre, in der er von einem 1:30-Stunden-Lauf mit Arnd berichtet, wäre ich mir schon sehr einsam vorgekommen. In Kürze:

Thomas hat sich frei genommen. Ich weiß auch nicht, wie er das ständig macht. Immer wenn ich mit ihm telefoniere macht er frei, aber dann, zum Beginn einer Woche präsentiert er irgendwelche Mehr-als-10-Stunden-Wochenübersichten. Hm. Wobei, seine vergangene Woche ist noch nicht eingetroffen.

Anna meint, bei ihr schleiche sich eine Erkältung an. Zuerst wollte sie zwar noch am späten Abend schwimmen, aber auch das hat sie sich letztlich anders überlegt. Ich hoffe, Nadines Tipps (Kommentar von gestern), werden auch in diesem Hause erfolgreich wirken. Vielleicht probiert sie es ja.

Martin – verweilt weiterhin unter asiatischer Sonne. Unser Neid ist mit ihm. Aber seht selbst, hier seine SMS: "Hallo Ihr Lieben. Sunset, Hütte am Meer, kühles Bier, 28 Grad Luft, 29 Grad Wasser, nur Shorts, kein www weit und breit, wenig Touristen, täglich 4 Stunden Surf = Sport genug. Denk an Euch. Liebe Grüße, Martin"

Also stehen eben nur noch Dirk und ich. Mit Dirk war ich heute Morgen im Schwimmbad. Ich bin eigentlich die ganze Zeit nur am Grund des Beckens gesessen und habe zugesehen, wie er über mir her geschwommen ist. Sah eigentlich ganz gut aus. Wobei die Beinarbeit und insgesamt die Beweglichkeit noch etwas zu wünschen übrig lassen. Letztere wird sich allein schon verbessern, wenn er nach weiteren Wochen des Ausdauertrainings weniger Muckis mit sich rum schleppt.

Wie auch immer, seine 200-Meter-Zeit liegt seit heute Morgen bei 4:25 Minuten, das sind 5 Sekunden unter bisheriger Zeit. Aber da werden wir nun alle zwei Wochen noch fünf Sekunden abknapsen. Mal sehen. Dirk hat Schwimmpläne satt und muss sie eigentlich nur abspulen. Dabei verfolge ich meist den Leitsatz "keep it simple". Pulsmesser, Paddles und sonstige Hilfsmittel können erst einmal außerhalb des Beckens bleiben.

Heute Abend ist Dirk dann noch 1:30 Stunden mit Arnd gelaufen. Von Pulswerten hat er nix gesagt, aber ich hoffe, dass er ruhig gelaufen ist. Folgend seht Ihr noch seine vergangene Woche. Recht ordentlich:

Montag Morgen: Schwimmen, 1 Stunde (Intervalle, 1700 Meter)
Montag Abend: Laufen, 1 Stunde + 25 Minuten Walken
Dienstag Abend: 1:15 Stunde Fitnessbike + 1 Stunde Fitness
Mittwoch Abend: 1:15 Stunde Laufen, 140 Puls, + Walken/Laufen Intervalle 30 Minuten danach: Schwimmen 1100 Meter, 45 Minuten
Donnerstag: frei
Freitag Abend: Schwimmen, 45 Minuten Gruppentraining, danach 2000 m Intervalltraining danach: Laufen 1 Stunde, ruhiger Puls
Samstag : 3 Stunden Rad
Sonntag: 24 Stunden im Bett

Das sind gesamt gute 11 Stunden Training. Na, mit der Fitness-Stunde 12. Wenn Thomas nichts herausragendes bringt, liegt Dirk damit in dieser Woche vorn.
Aaah, nein, stimmt gar nicht. Ich selbst komme auf 12:45 Stunden – ohne Fitness. Jepp. Dabei ist nicht mal eine Minute Schwimmen dabei. Einfach nur sieben Tage konsequent ruhiges Training. Wobei ich ein Rolle habe – das muss ich hier sagen. Und wenn Dirk demnächst auch eine hat, dann können sich alle auf was gefasst machen. Aber so weit sind wir noch nicht.

Diese Woche gehört mir. Basta. Ein Coach muss auch mal ärgern dürfen.

In diesem Sinne, herzlichst, Euer mathias

Sonntag, 9. Dezember 2007

Feiern, Freunde, fiese Flaute

Liebe Leute,

das war er also, mein 41ster Geburtstag. Einige Freunde waren zu Besuch gekommen, und wir haben ein wenig gefeiert. Tatsächlich haben wir bis drei Uhr zusammen geratscht und geredet, nicht getanzt, aber (zumindest ich) einiges getrunken.

Anna und Axel auf der Altonaer Rampe

Also durfte der heutige Tag etwas später beginnen. (Berlin-)Axel stand um 10 Uhr als erster auf und ging (solche Gäste will man haben) schon mal Brötchen holen. Am Nachmittag wollten wir dann ein Ründchen laufen, denn an mehr war aufgrund von Annas monatlich bedingter Schwächephase nicht zu denken. Aber lest selbst:

"Stahlender Sonnenschein, neue Laufschuhe, beste Begleitung von Axel und Mathias – und es geht einfach nichts. Sagt mal, liebe Leserinnen, wie verhaltet ihr Euch während der monatlichen Greendays? Könnt ihr uneingeschränkt schwimmen, laufen, vielleicht auch genauso kraftvoll und lange Radfahren wie sonst? Ich bin mindestens 2 Tage völlig aus dem Rennen. Es zieht und zwickt, ich bin kraftlos, und weiss nicht weiter. Oder gibt es irgendwelche Tricks die es einem ermöglichen könnten, ohne Pausen die Monate durchzutrainieren?

Schuss aus der Bewegung. Wir drei beim nachmittäglichen Jogg

Heute war auch so ein Tag. Gut, Mathes Geburtstag, die damit verbundenen Gin Tonics haben sicher auch ihren Teil dazu beigetragen – ich konnte einfach nicht laufen. Nicht mal die kurze Tour, Schmarje bis Teufelsbrück und zurück. So bin ich nach 400 Metern umgedreht und hab die beiden Jungs schweren Herzens alleine weiterlaufen lassen. Der Bauch tat mir einfach zu sehr weh, als dass ich meine Atmung gleichmäßig hätte halten können. Toll, kein Training, nicht mal ein kurzer Lauf an diesem Tag. Ich bin selber gespannt was morgen möglich ist. Hoffentlich mehr.

Ihr Lieben da draußen, vielen Dank für Eure Aufmerksamkeit, Euer Interesse an unserem Vorhaben, Eure aufbauenden und motivierenden Worten – macht gerne weiter so!
Ganz liebe Grüsse an dieser Stelle an Consti, Marie, die liebe Frau Hildesheim mit Mann, an Suse&Jogel, Heike aus Fockbek, an die Männer von Finisher-Sport, Arnd, Dennis, Janusch, Juliana, Zissy, Paddy, Clemens, Joni, Jil, Maik, an unsere treuen Leser, Sabine und Birgit, an Chrifa, Ricarda&Michael, Anette&Rolf, Mark, Björn, Mark, Cornelia, sowie an Stefan B., Bundy, Steve, Katja, Dirk, Schwesterlein, Silvia&Robert und an alle die ich nicht namentlich erwähnt habe! Vielen Dank für Eure Treue! Alles Liebe wünsch ich Euch, Eure Anna-Sophia"

Axel und ich – auch auf der Rampe. Im Hintergrund rückt die "Chicago Express" an

Nun denn, der Wochenausklang war für unsere Dame im Team nicht ganz so toll. Axel und ich sind aber zumindest ein lockeres Stündchen gerannt. Echt super. Während der fünf Kilometer an der Elbe bis Teufelsbrück fuhr die ganze Zeit mit der "Chicago Express" von Hapag-Lloyd ein riesiges Containerschiff direkt neben uns. Axel war sichtlich beeindruckt. Und ich empfand dies Ründchen mit dieser Form von Begleitung als Privileg.

Tolles Menü: Anna und Axel genießen

Anschließend hatten wir uns mal was besonderes verdient. Also ab zu unserer bevorzugten Hähnchen-Pommes-Höhle und los gings – das volle Programm. Halber Hahn, Fritten, Mayo, Bierchen (ich), Cola und Brause (Anna und Axel). Ich hatte bestimmt schon zwei Wochen lang keine Pommes mehr, und so musste es einfach mal wieder sein. Und ich bereue nichts!

Von den anderen Jungs ist heute noch nix rein gekommen. Aber es muss ja auch mal ein wenig ruhiger zugehen.
So, jetzt schnell noch ein paar Bilder hochladen und dann schnell zum Tatort schalten. Heute sind die Berliner dran. Und wir gemütlich auf dem Sofa.

Lasst es Euch gut gehen. Herzlichst, Euer mathias

Ach ja, ich habe auch genosssen

Samstag, 8. Dezember 2007

Ein feines Süppchen

Liebe Leute,

erst einmal vielen Dank für die Geburtstagsgrüße! Ganz lieb. Vielleicht sollte auch einfach jeden Tag einer aus dem Team Geburtstag feiern, dann bekämen wir jeden Tag so viele Kommentare. Na, ich werde das mal mit den anderen diskutieren. Möchte mal deren Meinung hören, ob sie nicht denken, dass das unseren Lesern irgendwann nach zehn, fünfzehn Tagen auffallen würde?.

An diesem, für mich immer besonderem Tag, hat auch Martin sein erstes Lebenszeichen via SMS aus dem Indischen Ozean gesendet: "Hi Mathes. Ganz liebe Geburtstagsgrüße aus dem fernen Asien. Feiert schön und lass es Dir gut gehen. Sri Lanka rockt! Wellen und Wetter – eine Sensation. Bis bald, Maria und Martin"

Von wegen lass es Dir gut gehen. Anna und ich sind natürlich auch heute aufs Rad. Auf dem sogenannten kleinen Deich ist dann noch Dirk und eine Zufallsbekannter (Benny) zu uns gestoßen. Das schlechte Wetter hing die ganze Zeit über uns wie ein Damokles-Schwert, aber egal. Während der ersten zwei Stunden ließ sich sogar die Sonne mal sehen, und so waren wir froh, dass wir uns auf die Sättel geschwungen hatten.
Und dann, so nach zwei Stunden machte Dirk einen schlauen Schachzug. Er setzte sich an einer Kreuzung in den Vierlanden Richtung Elternhaus ab. Und was soll ich sagen, zehn Minuten später radelten wir durch den heftigsten Wolkenbruch des Tages. Schwein gehabt, mein Freund (vorausgesetzt, Du bist später im Trockenen nach Hause gekommen).

So sieht Annas Atelier aus, nachdem es für mich drei Tage lang Sperrzone war

Wie auch immer, dies Süppchen löffelten wir mir Sportsgeist und Kampfeswille aus. Kaum zu Hause angekommen, stand Thomas vor der Tür. Jetzt weiß ich nicht, was ich höher bewerten soll. Das er nur um eine Stunde mit mir zu teilen, 180 Kilometer aus Wagenfeld hier hin gefahren ist (und wieder zurück musste), oder dass er für mich einen Trainingstag geopfert hat. Anyway, ich habe mich sehr gefreut!! Danke!!
Und jetzt hoffe ich, dass Du heute Abend noch einen Jogg durch ziehst.

So, und dann war da noch die andere Suppe. Anna hat gestern keine Ahnung wie viele Liter meiner Lieblings-Lauchsuppe vorbereitet. Und als wir sie eben anheizen wollten, mussten wir feststellen, dass sie umgekippt ist. Mist. Alles in die Kanalisation. Na, da müssen unsere Gäste heute Abend mit dem Pizza-Service vorlieb nehmen. Keine andere Chance. Soll mal einer sagen, in unserem Alter sei man nicht mehr flexibel.

Annas Meisterwerk. Überall in diesem Bild sind Dinge zu finden, die sie mit mir (und uns) in Verbindung bringt

So, jetzt muss ich mich kümmern. Axel, mein Schulfreund der meine Homepage gebaut hat, ist schon aus Berlin angekommen. Bis wir uns wiedersehen (- lesen), könnt Ihr Euch ja das Bild anschauen, welches Anna mir gemalt und geschenkt hat. Ich war total beeindruckt, und berührt. Wenn Ihr mal eine Bild für jemanden haben wollt, welches persönliche Inhalte in sich versteckt, – Anna kann so was. Und wie!

Herzlichst, Euer Geburtstagskind mathias

Freitag, 7. Dezember 2007

Schlechte Tage

Liebe Leute,

es gibt sie halt, die schlechten Tage. Bei Anna war dies so einer, weil sie mit frauenspezifischen Problemen zu kämpfen hatte. Bei mir war es so einer, weil mir diese Rippe(n) langsam echt die Kräfte raubt.

Nach der Redaktion habe ich erst mal eine Schmerztablette eingeworfen, weil jedes Aufstehen vom Bürostuhl mich nah an den Rand zur Ohnmacht brachte. Zusammen mit zwei Stunden Schlaf schien sich auch Erleichterung einzustellen. Aber dann wollte Anna mit mir laufen. Und das war es auch wieder (oder ist es nur die nachlassende Pille?).

Jedenfalls hatte ich mich auf einen ruhigen 10er eingestellt. Und weil es hier in Hamburg derzeit ständig regnet und alle nicht asphaltierten Wege einer Schlammbahn gleichen, hatten wir beschlossen durchs Stadtgebiet zur Alster zu joggen, und dann zurückzukehren. Na, ich hatte das zumindest für mich beschlossen.
Anna sah das wohl etwas anders. Da sie schon nicht schwimmen konnte (siehe oben), meinte sie, als wir an der Kennedy-Brücke angekommen warn, plötzlich zu mir: "Wie umdrehen? Nee, wir laufen da jetzt rum!"

Nö klar, das war es also mit meinem 10er. Da war es für mich auch kein Trost, dass meine Schleiferin selbst mit schweren Problemen in Form von Seitenstechen zu kämpfen hatte. Warum sie diese so quälten, dafür gibt es jedoch eine Erklärung. Wie sie selbst sagt, kann sie sich an jenen Frauentagen nicht zügeln. Das heißt, im Laufe des späten Nachmittags hatte sie einiges gegessen. Eigentlich nicht schlimm. Aber ist die Mischung aus Schokolade, Eierbrötchen, Zitronenbaiser, Bircher-Müsli, Quiche, Mandeln und nochmals Schokolade normal??

Wie auch immer, wir hatten also beide nicht unseren besten Tag. Umso erstaunlicher, dass wir die Runde in aller (mittlerweile erlangten) Routine absolvierten: Knapp 18 Kilometer in 1:57 Stunden. Noch vor Wochen hat Anna hierfür gut zehn Minuten länger gebraucht. Und wie gesagt, heute war ein schlechter Tag.

Von Thomas gibt es heute noch nix, und Martin scheint auch noch nicht gelandet zu sein. Dirk? Ja, hier eine kleine Ankündigung:
"Hallo Mathes, Gehe um 19.30 Uhr eine Stunde schwimmen und danach 1:00 bis 1:15 Stunden Laufen mit Deinem Intervallprogramm.
Wenn es wie vorhin wie aus Eimern schüttet, werd ich die Stunde ruhig durchlaufen, sonst
erkälte ich mich beim Walken – bei dem Schweinewetter und der großen Alsterrunde. Beste Grüße und bis morgen, Dirk"

So schön ist unser Lauftrainings-Revier – nur leider heute Abend nicht, weder für Dirk, noch für Anna und mich

Juut, der Kerl ist weiterhin fleißig. Und jetzt meine lieben Leser, muss ich schneller tippen, beziehungsweise schnell zum Ende kommen. Denn ich rund 10 Minuten habe ich Geburtstag. Anna wuselt schon seit Tagen in ihrem Atelier rum, und ich darf diverse Räume der Wohnung nicht mehr betreten. Jetzt bin ich aber auch gespannt. Morgen könnte es etwas knapp mit einem Blog werden. Vielleicht ziehe ich ein Bierchen vor.


Mit der Bitte um Verständnis, herzlichst, Euer mathias

Donnerstag, 6. Dezember 2007

Alle für Einen

Liebe Leute,

jetzt hatte ich den Blog schon fertig geschrieben, da fiel mir ein, dass ich noch was los werden wollte, was ich schon gestern vergessen hatte. Finisher-Sport in Fockbek (richtig, der Triathlon-Laden, der uns in Zukunft mit Bekleidung und Laufschuhen unterstützen wird) hat eine coole Aktion laufen (und das ist der Grund, warum ich es hier nenne). Das Team hat auf seiner Homepage einen Adventskalender installiert, der jeden Tag neue Überraschungen birgt. So gab es gestern (aber eben nur gestern) zwei Paar Funktionssocken gratis, wenn man ein Paar Laufschuhe gekauft hat. Und heute hatten diejenigen eine Chance, die ein Puky-Kinderrad kaufen wollten. Die gab es nämlich (nur heute - aber vielleicht gilt das Angebot ja noch, wenn Ihr heute Abend eine Mail hinschickt) 20 Prozent preiswerter als sonst. Also, wer auf der Suche nach Schnäppchen ist und in Norddeutschland wohnt, sollte den Adventskalender von Finisher-Sport klicken.

Was ist sonst los: was soll ich sagen, so richtig viel läuft derzeit nicht. Dirk Ruhetag, Anna Ruhetag und von Martin kann ich Euch nur noch seine Abschieds-SMS zeigen:

"Hi Ihr Lieben, so jetzt geht es los in die Sonne. Wird auch Zeit, denn die Erkältung hat mich voll erwischt und fest im Griff. Gutes Timing, jetzt 12 Stunden Fliegen – an Training wäre sowieso nicht zu denken. Ich wünsche Euch viel Spaß und seid schön fleißig. Ich denk an Euch! Bis bald, Euer Martin"

Sri Lanka – Sonne, Wellen, Wind und Wasser. Und wir hier. Was bleibt uns anderes übrig, als die Fahne des Teams hoch zu halten, und in seinem Sinne fleißig zu sein. Und auf Thomas kann sich unser Urlauber dabei verlassen. Hier seine Meldung:

"Moin, moin, nach dem 108er auf dem Rad von gestern, heute nur eine kleine und leichte Laufeinheit. 1 Stunde und 10 Minuten bei einem durchschnittlichen Puls von 131. Das sagt zumindest meine Pulsuhr. Und Martin sagte irgendwann, ich hoffe ich darf ihn, obwohl er im Urlaub ist, zitieren: "Voll am Fett verbrennen! Euer Thomas"

Wow, 108 Kilometer. Keine Ahnung wie Thomas das schon wieder hingekriegt hat. Es ist doch nass und kalt draußen. Versteht Ihr das? Und dann diese Geraden im Kreis Diepholz. Nee, für mich wäre das nichts.

Anna freut sich diebisch – mit einem Glas Rotwein

Aber auch ich will mein Bestes geben, um Martin im europäischen Winter vernünftig zu vertreten. Ich habe mich nach dem Büro auf die Rolle gesetzt. Und dann habe ich losgelegt wie nix gutes. Was blieb mir auch übrig – Anna saß die ganze Zeit daneben auf dem Sofa und hat sich genüsslich an ihrem freien Tag über meine Anstrengungen und ein Glas Rotwein gefreut. Na warte!!

Rollentraining mit Zuschauer. Ich schwitz, und schwitz und schwitz

Jedenfalls konnte ich mir vor ihr natürlich keine Schlappe erlauben, habe gekurbelt, getreten und gepumpt. Natürlich habe ich es nicht so lange auf dem Gerät ausgehalten wie Anna sonst immer. Aber mit 1:20 Stunden war ich geschafft und auch zufrieden. Und gleich, wenn ich hier fertig getippt habe, werde ich mir einen schönen Schokoriegel und ein Bier gönnen. Ich weiß nämlich gar nicht, wenn ich das letzte Glas Gerstensaft getrunken habe. So weit ist es mit mir schon gekommen.

Also, liebe Leute, ich sag mal bis morgen und werde nun genießen.

Herzlichst, Euer mathias

Mittwoch, 5. Dezember 2007

Platt, platter, mathes

Liebe Leute,

ich kann Euch nicht sagen, wie kaputt ich bin. An dieser Stelle muss ich es leider sagen, aber das können vielleicht nur diejenigen nachvollziehen, der schon mal ähnliches gemacht hat.

Mit letzter Energie stopfe ich alles in mich rein. Hatte auch nichts zum Trinken mit auf meiner Tour – ein Fehler!

Ich will auch gar nicht mehr mit den Kalorien anfangen. (An dieser Stelle vielen Dank an Chrifa, für den 196-Kalorien-Tipp bezüglich des Leberwurstbrotes). Also Schwamm drüber. Wobei ich heute Abend 20 Prinzenrollen-Kekse essen dürfte. Denn eben zeigte meine Pulsuhr verbrannte 2186 Kalorien an. Warum? Weil ich 2:40 Stunden gelaufen bin. Unbeabsichtigt.

Zuerst wollte ich mich mit Dirk an der Alster auf eine lange Runde treffen. Das haben wir auch gemacht. Freund Arnd war auch mal wieder dabei. Er läuft jetzt oft mit Dirk, denn er hat sich von unserem ganzen Trara ein wenig anstecken lassen und sich für den Hamburg-Marathon angemeldet. Wohl gemerkt: Arnd hat auch schon zig Jahre keinen Sport mehr gemacht! Also auch sehr ambitioniert. Weiter so Anrd, Du läufst schon jetzt wie eine Gazelle.

Gut, wir also schön nach Dirks Pulsuhr die Alster rauf, den Leinpfad rauf und runter, und wieder die Alster. An der Kennedybrücke haben wir uns dann getrennt. Dirk war da bereits runde 1:15 Stunden unterwegs und sollte nun um die Binnenalster noch ein Walking-Laufen-Wechselspiel hinlegen. Mann muss schon sagen, der Kerl hängt sich rein. Vor allem, weil mich gerade eine SMS erreichte, in der er mir locker mitteilte, jetzt zum Schwimmen zu gehen. Na, wenn ihn dazu nicht Anna motiviert hat (aber dazu später mehr). Wisst Ihr was ich ihm zurück gesimst habe?: "Du bist bekloppt – aber schön bekloppt!"

Ich war bis zu unserer Trennung gut 1:45 Stunden unterwegs. Und ich muss Euch sagen, es war die Hölle. Die ganze Geschichte? Na gut. Aber nur kurz: Letzte Woche war ich mit meiner Redaktion weihnachtsfeier-technisch in einer Skihalle. Ich wollte mal was neues ausprobieren und habe mir ein Snowboard geliehen.
Zuerst ging alles ganz gut. Aber dann bin ich in kurzer Folge erst aufs Steißbein gefallen, und dann hat mir bei einem Sturz nach vorne mein eigener Arm eine Rippe gebrochen oder aber schwer geprellt. Ich sage Euch, jeder Atemzug war heute Abend eine Qual! Und der Hintern – auch im Eimer.

Wie auch immer, nach 2:10 Stunden war ich wieder zu Hause – auf der letzten Rille. Beinahe hätte ich ein Taxi oder einen Krankentransport rufen müssen.
Zu Hause musste ich aber feststellen, dass Anna noch nicht da war. Anna? Richtig, sie war zum Schwimmbad (47 Minuten) gelaufen, um dort weiter zu trainieren. Anschließend war abgesprochen, dass sie um 20 Uhr gegen den Uhrzeigersinn an der Alster läuft und uns drei trifft. Pustekuchen! Verabredungen mit meiner Liebsten sind mitunter ein Abenteuer.

Wie auch immer. Ich stand also halbtot vor der Haustür und machte mir Sorgen. Also bin ich – in einem Tempo, über das sich die Schnecken am Straßenrand amüsierten – wieder Richtung Stadt gelaufen, um ihr hoffentlich bald zu begegnen. Nach jeder Hausecke habe ich gebetet, dass ich sie erkenne, aber sie kam und kam und kam nicht. Dann endlich, oben am Dom, tauchte sie aus der Dunkelheit auf. Ich wusste schon was sie gemacht hatte: Sie hatte es wissen wollen und ist einfach noch eine dreiviertel Runde um die Alster, den Leinpfad rauf und runter, und dann erst nach Hause gelaufen.

Das macht für Anna heute 2:21 Stunden Laufen!! Der Wahnsinn. Neuer persönlicher Rekord. Plus 1500 Meter (wegen Überfüllung leider hauptsächlich Brust-) Schwimmen. Das sind also 3:05 Stunden Training – und das an einem Mittwoch Abend. Und wieder bleibt uns anderen nur, uns vor dem Kampfeswillen Annas zu verneigen. Anna – Frau des Tages!! Morgen hat sie Ruhetag. Verdient, sehr verdient, total verdient!

Wie ausgeknockt: Mathias liegt auf dem Sofa, die Füße brennen wie Feuer

Und ich? Ich habe mich neben ihr nach Hause geschleppt, habe angefangen zu frieren wie ein Schneider, und nach einer kurzen Koma-Schlaf-Phase auf dem Sofa in voller Montur, habe ich binnen Sekunden Reis mit Hühnchen, Apfelmus und Eierwaffeln in mich reingestopft, alles gleichzeitig. Und wisst Ihr was, – so viel kann ich heute Abend vor Erschöpfung gar nicht mehr essen, dass ich die 2186 Dinger wieder rein hole.

Und Anna hat übrigens allein schon für das Bad, dass sie mir Frierendem in aller Eile einlaufen ließ, den Tages-Titel verdient!

Hier die süße Rache für mein Foto oben: Anna pennt
So, nachdem mir schon fast die Augen zufallen (psst, Annas stehen auch schon auf halb Acht – jetzt sind sie zu!), mache ich mir noch meinen geliebten Caro-Kaffee mit Milch und Honig. Und dann gibts Bubu.


Herzlichst, Euer mathias

P.S: Heute hat mir Leser Jörg eine ganz liebe E-Mail geschrieben. Er meint, meine Gewichtsprobleme seien gegen seine ein Mückenpfurz (der Ausdruck kommt von mir), und aufgrund unseres Projektes wolle er wieder anfangen zu joggen, und ein wenig abzunehmen. Und vielleicht, so meint er, könne er ja in eineinhalb Jahren einen Marathon schaffen. Wir, lieber Jörg, drücken Dir dafür alle unser Daumen!!

P.S.2: Mein lieber Kollege Ben ist heute Abend, nach wochenlangem Zögern und Zaudern (aber auch Krankheiten in seiner Familie und anderen Orga-Problemen, zum ersten Mal gelaufen: 27 Minuten. Das ist toll. Das ist ein Anfang. Ich hoffe, Ben, Du bleibst dran!

Dienstag, 4. Dezember 2007

Der Prinzenrollen-Blues

Liebe Leute,

ich sitze auf dem Wohnzimmer-Sofa, vor mir steht noch mein "Matse III" in der Rolle eingespannt, und darunter liegen gut und gerne acht Prinzenrollen-Kekse, zerbröselt auf dem Boden – zumindest imaginär. Nach 1:20 Stunden schwitzen hat mir mein Pulsmesser nämlich 862 Kalorien-Verbrennung angezeigt.

Ich auf der Rolle. Wer sich fragt, warum das T-Shirt nicht total durchnässt ist – es ist das Zweite

Nun habe ich keine Ahnung, ob eine Hand voll Reis, zwei Stullen mit Leberwurst und Muttis köstlicher Apfelmus das schon wieder ausgleichen. Ich hoffe ja nicht. Aber – wenn ich so an mir runter schaue – kann ich noch nicht erkennen, dass ich seit unserem Besuch bei GL8-Sport in Burscheid abgenommen habe. Das kann natürlich auch durch enormen Muskelzuwachs verschleiert werden. Wollen wir es mal hoffen.

Während ich darüber nachdenke, frage ich mich, was das Gewicht, bzw. die Figur meiner Freunde Dirk und Thomas (die Reihenfolge der Nennung ist dem Alphabet folgende) macht. Dirk wollte ja noch deutlich was wegbringen, und Thomas, wenn auch nicht übergewichtig, hatte doch einen kleinen Bierbauch (der natürlich nur so heißt, aber durchaus auch auf Pizza oder ähnliches zurückzuführen sein kann). Vielleicht gibt ja mal einer Bescheid.

Aaah, hier kommt Thomas Meldung der vergangenen zwei Tage:
"Ein wunderschönen guten Abend zusammen, ich komme grad aus dem Schwimmbad und bin wahrscheinlich für den morgigen Block mal wieder viel zu spät. Egal, wie Mathias schon richtig angenommen hat, habe ich mir den gestrigen Tag tatsächlich frei genommen. Dafür heute morgen schonmal den "Langen" erledigt. Wieder einmal in Duisburg schöne 2:15 Stunden (dafür bin ich um 7:30 Uhr aufgestanden – das ist für einen Golfpro so verdammt früh). Mir ist aufgefallen, dass es mir morgens richtig schwer fällt mit dem richtigen Puls zu laufen. In der ersten Stunde kam ich nur mit viel Mühe auf die 130.

Heute Abend war ich dann wieder in Minden, habe vor der Halle nochmal kurz kontrolliert ob die Badehose dabei ist, gut! Ab ins Wasser, und versucht Mathias neuen Plan in die Tat umzusetzen. Es war ein Versuch. 300 Meter eingeschwommen, 300 Meter Beine und Arme im Wechsel alleine (mit Schwimmbrett), 600 Meter Technik, dann 2er, 4er, 6er bis 10er und zurück (die 8er sind schon hart und bei den 10ern habe ich 2 x gemogelt ;-)), und noch 500 Meter am Stück, glaube ich. Ich verzähle mich andauernd, "war das die 4te oder 5te Bahn, lieber die 4te da bin ich auf Nummer sicher". Von der Zeit her waren es mindestens 500. Und dann noch 200 Meter ausgeschwommen. Sind das jetzt 2400? Glaube schon. Viele Grüße. Gute Nacht und bis Morgen, Thomas"


Und hier kommt noch eine Musterwoche von Thomas. Achtung, aufgepasst:
Montag: 1 Stunde schwimmen, 2500 Meter, Technik
Dienstag Morgen: 2 Stunden-Lauf
Dienstag Abend: 1 Stunde schwimmen, 2500 Meter, Technik
Mittwoch: 4 Stunden Rad, 100Km mit Zehenwärmer (Spitze)
Donnerstag: 24 Stunden rein gar kein Sport
Freitag: 3 Stunden Rad, 75 Kilometer, direkt im Anschluß
Freitag: 1 Stunden-Lauf, echt heftig!
Samstag: 1 Stunden-Lauf, mehr nicht
Sonntag: 1 Stunde schwimmen, 2000 Meter, war richtig doof, darum
Sonntag Abend: 1 Stunden-Lauf, bei Wind und Wasser!

So, das sind nun mal echte 15 Stunden, in Worten fünfzehn! Darf ich an dieser Stelle sagen, dass ich mächtig stolz auf meinen Freund bin. Auf den Freund, der in den vergangenen 20 Jahren immer mal wieder mit dem Rauchen aufhören und mit Sport anfangen wollte, und der es nur einmal schaffte – zumindest mit dem Sport, als er vor acht Jahren einen Marathon in 4:07 Stunden gelaufen ist. Also ich finde das spitze. Weiter so.

Von Martin müssen wir uns nun verabschieden. Er rief mich eben an, und teilte mir mit, dass er aufgrund einer sich anschleichenden Erkältung heute Abend lieber nicht läuft. Und morgen startet er dann seine Reise nach Sri Lanka.
Hey Martin, schicke uns mal ein paar sonnige Urlaubsgrüße in Form von Fotos. Wir freuen uns hier über ein wenig Abwechslung! Hab eine wunderschöne Reise und komm uns gesund wieder zurück!!

Das macht ihr Spaßt: Anna auf der Rolle

Von Dirk ist heute nichts reingekommen. Dafür hat Anna mal wieder zwei Einheiten in ihren äußerst engen Tagesablauf gequetscht. Zuerst ist sie direkt nach der Akademie 1:30 Stunden auf der Rolle gefahren. (warum schaffe ich eigentlich immer nur 1:15 oder so?)
Dabei hat sie, wie sie selbst sagte, zum ersten mal richtig Gas gegeben und ebenso richtig geschwitzt. Ihr Erfolgsschlüssel für eine hohe Frequenz beim Rollen: Das Lied La camisa negra von Juanes. Na, wenn’s hilft. Vielleicht sollte ich ihr noch einen wasserdichten MP3-Player besorgen?!
Nach dem Radtraining ist sie sofort ins Schwimmbad, wo sie nur für rund 1000 Meter Zeit hatte (dann schnell zur Kinderbetreuung). Immerhin: Drei Bahnen ist sie durchgekrault.
Ist eigentlich jemandem aufgefallen, dass wir die Anzahl ihrer Einheiten im Bad aufgestockt haben? Haben wir. Irgendwie wurde uns das doch zu heikel. In zwei Wochen, so schätze ich, werden wir wissen, ob die Mehr-Konfrontation geholfen hat.

Und, weiß mittlerweile jemand, wie viele Kalorien ein Wurstbrot hat? Ach, ist ja auch egal.

Herzlichst, Euer mathias

Montag, 3. Dezember 2007

Mieses Wetter und Energiebilanzen

Liebe Leute,

wie viele Kalorien hat eigentlich ein Brot mit Salami, eins mit Käse und eins mit Leberwurst? Zusammen versteht sich. Warum? Weil mir meine Pulsuhr nach 1:15 Stunden auf der Rolle einen Kalorienverbrauch von 800 bescheinigte. Klar, die Dinger sind nicht genau, das weiß ich wohl, aber so einen ungefähren Anhaltspunkt werden sie schon geben, oder.? Und wenn die drei Stullen, die ich eben gegessen habe (plus den Caro-Kaffee mit Honig) keine 800 Kalorien haben, dann würde das doch bedeuten, dass ich zumindest für heute Abend eine negative Bilanz habe, und somit ein oder zwei Gramm von meinen 87,7 Kilogramm wieder weg sein müssten. Na, vielleicht kann ich das Fett ja auch weghoffen?!

Wie auch immer, heute ist Dreckswetter in Hamburg, und die Rolle ist die richtige Entscheidung gewesen. Dabei habe ich Queen-Live at Wembley auf DVD gesehen – herrlich!
Martin hat leider noch keine Rolle, konnte sich aber auch nicht zum Joggen aufraffen – obwohl ich ihm tausend mal gesagt habe, er soll bitte kein Weichei sein. Nun, dass ist er natürlich nicht. Aber rausgegangen ist er wohl trotzdem nicht mehr, wie er mir eben noch bestätigte.

Dafür war er heute Morgen schwimmen:
"Hi Mathes!
War das herrlich leer im Schwimmbad, im Vergleich zu gestern! Man sollte vielleicht alle paar Wochen mal in die Schwimmhalle am Sonntag aktiv werden – die Tage danach kommen einem ganz entspannt vor.
Und, heute morgen wieder 1 Stunde = 2500 Meter. Dein Technik-2-Programm bringt Spaß. Hab die 500 Meter heute in 8:45 Minuten geschafft. Wird besser. Und fast ausschließlich Technik und dann Atmung gemacht. Allerdings schaff ich nur 2er, 4er, 8er Zug, da ich doch nur auf einer Seite atme. Hmm. Und, 1000 Meter Atem-Übungen sind hart, aber bringen’s – glaub ich!
bis später. AHOI zur Yacht. Martin"

Mittags haben wir zwei uns dann unterhalten. Denn einfach zu sagen, ich kann keinen 3er oder 5er Zug schwimmen, dass geht so natürlich nicht. Wir haben Zeit genug das zu lernen. Und er soll die Dinger ja auch nicht im Wettkampf schwimmen. Es handelt sich hier allein um ein Programm, welches sein Herz-Lungen-System schulen soll. Und dafür muss man halt auch mal links atmen. Wenn hier jeder käme und sagen würde, dass kann ich nicht, basta. Dann würde Anna nur noch Duathlon machen, Dirk noch immer in Surfershorts schwimmen und Thomas nur Pizza essen und rauchen.

Apropos Thomas, da gibt es heute wieder eine Vermisstenmeldung. Aber vielleicht hat er sich auch frei genommen vom Training – bei diesen Freiberuflern kann man das nie wissen.

Anna hat sich auch frei genommen, und zwar heute Morgen früh vom Schwimmen. Der Wecker klingelte um 5.30 Uhr. "Können wir nicht weiter schlafen?", quängelte es von der anderen Seite des Bettes. Was soll ich sagen, ganz unrecht kam mir das nicht, aber so geht es natürlich nicht mit dem Schwimmen lernen. Ich habe mir daher das Versprechen geben lassen, dass sie nach der Akademie nach Blankenese (25-Meter-Bahn) fährt und trainiert. Das hat sie mir gegeben, ich mich schnell wieder umgedreht, und Bubu.

Tatsächlich ist sie mittags dann im Bad gewesen. 1200 Meter ist sie insgesamt geschwommen. Davon nicht ganz 500 Meter im Kraulstil. Immer 50 Meter ohne Pause hat jedoch nur drei mal geklappt, hat sie erzählt. Einmal jedoch, sagte sie mir am Telefon voller Stolz, sei sie eine ganze Bahn ohne auch nur einmal zu atmen geschwommen.
(an dieser Stelle beste Grüße an Martin)

Nach dem Schwimmen ist sie dann schnell ins Café zum Jobben, und nachdem sie dort fertig war (20.30 Uhr) ist sie direkt weiter zur Kinderbetreuung. Vollzeit-Programm. Vor Mitternacht ist sie nicht zu Hause.

Bleibt noch Dirk. Der ist heute Morgen, nach vier Tagen Krankheit, wieder ins Training eingestiegen. Wie viel er genau geschwommen ist, hat er nicht mitgeteilt, nur, dass eine Stunde war. Na, dürften wohl so 2000 Meter gewesen sein.

Für alle Interessierten hier noch seine Wochenleistung, leider von Krankheit total zerrupft:
Montag Morgen: Schwimmen 1 Stunde, 1700 Meter Intervalltraining
Montag Abend: Laufen 1:15 Stunden
Dienstag Abend: Laufen 1:30 Stunden
Mittwoch Morgen: Schwimmen 1:15 Stunden, 2000 Intervalltraining
Donnerstag: Frei
Freitag – Sonntag: Trainingspause (Erkältung)
Das sind in der Summe 5 Stündchen; allerdings in drei Tagen. Das hätte ein Woche werden können. Nun freut sich Dirk schon auf sein erstes Trainingslager auf Lanzarote. Bis dahin sind es noch zwei Wochen. Viel Zeit, die wir auch hier in der Heimat noch gut nutzen können.

Martins Woche sah hingegen so aus:
Montag Morgen:1 Stunde schwimmen, 2300 Meter, Intervall
Montag Abend:Lauf 1:14 Stunden, 15 Kilometer bei 2° Celsius, BRR!!
Dienstag : Lauf 1:12 Stunden, 14 Kilometer, 0° Celsius, Ober-BRRRRRR!!
Mittwoch Morgen: 1 Stunde, 2600 Meter Intervalle schwimmen
Mittwoch Abend: Lauf 1:02 Stunde, 12km
Donnerstag: Frei
Freitag: Langer Lauf mit Kompressions-Socken. 2:08 Stunden, 27 Kilometer, Puls-Durchschnitt 135
Samstag: Rad 3:45 Stunden, Heftiger Wind, ca. 100 Kilometer - danach voll platt!
Sonntag: 2600 Meter schwimmen
"Das sind gute 12 Stunden. Also, alles in allem eine ganz gute Woche, finde ich. Meine nächsten Wochen in Sri Lanka werden ja etwas ruhiger. Aber, surfen ist ja auch Sport!
ALOHA, Martin"

Tatsächlich bin auch ich der Meinung, dass wir diese Woche den Hut vor Martin ziehen können. Ich zumindest bin jetzt schon gespannt, ob er auch im Urlaub trainieren wird. Na, er ist so gut drauf, dass ihn ein wenig Erholung auch nicht zurück wirft.

Wir anderen werden weiterhin mit schlechtem Wetter kämpfen müssen. Außerdem mit Schlafdefiziten, diversen Jobs und Energiebilanzen.

Wir nehmen diesen Kampf an. Und Ihr? Herzlichst, Euer mathias

Sonntag, 2. Dezember 2007

Viel Müh, viel Ehr

Liebe Leute,

nach anstrengendem Training haben Anna und ich gestern Abend Besuch bekommen. Mein Patenkind, Mathias Müller, seine Mutter Annette und deren Freund Rolf kamen vorbei und gemeinsam tranken wir einen Glühwein auf dem Altonaer Weihnachtsmarkt. Tatsächlich waren wir alle sehr müde und vernünftig und so wurde es auch kein besonders langer Abend. Um Mitternacht lag ich im Bett. Eigentlich wollten wir noch zu Dirk und Martin auf der Party stoßen, aber ich hatte so starke Kopfschmerzen (nein, nicht von dem Wein, keine Ahnung woher), dass dies der einzig probate Weg war.

Fünf beim Glühwein: v.l. Mathias, Annette, Rolf, Anna, Mathias

Dafür gab es heute Morgen ein echtes Highlight. Wir besuchten ein Konzert in der Laeiz-Halle, wo mein Patenkind, seines Zeichens erst 20 Jahre alt, die erste Trompete der Hamburger Philharmoniker spielt – welch ein Talent!!
Ein weiteres Talent ist Martin Grubinger (22 Jahre), ein Multipercussion Artist aus Österreich, der das Konzert "Frozen in Time" des erst 32 Jahre alten Israelis Avner Dorman spielte. Der Wahnsinn! Jetzt weiß ich wie es aussieht, und vor allem wie es sich anhört, wenn einer wirklich mit einem Schlagzeug und Percussions umgehen kann.

Anschließend gab es die Sonfonie Nr 4 ("Romantische") von Anton Bruckner. Wow. 70 Minuten totale Arbeit für das gesamte Orchester. Und ich höre natürlich immer Mathias heraus. Es ist schon ein Ding. Der Knabe ist exakt halb so alt wie ich, und spielt bei einem der besten deutschen Orchester an der ersten Trompete. Talent allein hat ihn dort jedoch nicht hingebracht. Tatsächlich übt er seit er fünf Jahre alt ist fast jeden Tag für sein Ziel, seinen großen Traum, professionell Musik zu machen. Das sind 15 Jahre, in denen er auch nicht immer Lust hatte zu trainieren, bestimmt nicht.
Was sind dagegen schon die sieben Monate, die unser Team benötigt, um sich dem großen Traum zu nähern?!

Und was tut sich? Mal sehen. Fangen wir mit Martin an: Der schrieb vor zwei Stunden eine SMS woraus nicht wirklich hervor ging, ob er bei dem Sauwetter in Hamburg noch laufen wollte oder nicht. Nun, in zwei Tagen haut er für gute zwei Wochen nach Sri Lanka ab. Da könnte er die Regentropfen hier doch locker ertragen, wenn er demnächst in der Sonne liegt und Wellen reitet. Aber wie gesagt, nichts genaues weiß man nicht.

Dann kam am Nachmittag Thomas Bericht rein:
"Hallo ihr Lieben, bevor nun wieder eine Vermisstenanzeige raus geht melde ich mich kurz und bündig. Gestern habe ich den Tag fast verplempert. Eigentlich wollte ich am Abend noch in Krefeld schwimmen gehen, habe aber nicht bedacht, dass das Bad nur bis 18 Uhr geöffnet hat. Ich war also zu spät vor Ort. Schnell meine Schwester angerufen – mit ihr war ich zum Abendessen verabredet – und gefragt, ob ich auch früher erscheinen darf. Ich durfte. Nach einer Stunde Autofahrt war ich dann in der alten Heimat. Nun stand ich vor der Wahl Essen oder noch laufen. Ich bin gelaufen! Eine lockere Stunde. Die Schwimmeinheit heute Morgen war nicht besonders toll, hatte weder Druck noch große Lust. Es war richtig was los und der Anteil der Ruheständler war sehr groß. Na ja, 2000 Meter sind es dann doch noch geworden. Und nun, es ist Sonntag 16.30 Uhr, es ist dunkel draußen und der deutsche Wetterdienst hat für den Sektor eine Unwetterwarnung herausgegeben. Ich weiß nicht genau ob ich noch laufen gehe, nach der Einheit heute morgen sollte ich – eigentlich. Laßt es euch gut gehen, Thomas"

So, jetzt kommt’s: Anna ist heute Nachmittag für 1:30 Stunden auf die Rolle gegangen. Und damit ich auch ein paar Kalorien verbrenne, wir aber leider nur eine Rolle haben, habe ich mich zu einem Lauf durchgerungen – im strömenden Regen, durch Matsch, direkt an der viel befahrenen Elbchausee entlang.

Als ich total durchnässt rein komme, und meine Mails abrufe, lese ich eben den letzten Satz von Thomas. Ich will ihn, da ich ja nun so heldenhaft durch die Mocke gerannt bin gerade anrufen, um ihm zu sagen, dass er sich bitte nicht so anstellen soll, von wegen Unwetter und so, da sendet er folgende SMS:
"Weder Wind noch Wasser ist etwas nicht zum Spiel gehöriges (Regel aus dem Golfsport; Anm. d. Autors). Soll heißen, Wind und Wasser gehören leider einfach dazu. Aufgrund meiner bescheidenen Leistung beim Schwimmen heute Morgen habe ich noch einen Straflauf gemacht: 1:04 Stunden bei heftigem Wind und Regen. Geht doch. Liebe Grüße, Thomas"

Gut gemacht, mein Freund. Und richtig, Wind, Wasser und Kälte gehören im Winter dazu. Und Ihr wolltet ja unbedingt Lanzarote machen.
Nun, wie auch immer. Wenn Du oder die anderen Jungs mal die Möglichkeit habt, mein Patenkind trompeten zu hören, dann werdet Ihr keine Zweifel mehr daran haben, dass es sich wirklich lohnt – auch lange Zeit – für seine Ziele zu kämpfen, bei Wind, bei Wetter, bei Frust und Unlust.

Ich glaube an Euch! Und viele Leser auch!

Herzlichst, Euer mathias

Samstag, 1. Dezember 2007

Wasser, Wind und müde Beine

Liebe Leute,

das war ein schöner Tag. Echt. Zu Beginn sind Anna und ich ins Schwimmbad. Wir versuchen ja eine Menge, und die eine Übung funktioniert, die andere wiederum nicht so gut. In den letzten Tagen haben wir jedoch einiges gemacht, was Anna weitergeholfen hat. Die Übung, in der sie erstmal nur krault, ohne zu Atmen, ist super. Somit kann sie sich auf ruhiges, effizientes Ziehen konzentrieren und erkennt, wie viel Luft sie tatsächlich hat.

Gegen Ende der heutigen Einheit ist sie dann drei mal 50 Meter durch gekrault. Und zwar immer zuerst bis zur Mitte des Beckens im 4er-Zug, und dann, wenn es nicht mehr ging, mit dem Wechsel zum 2er. Wobei sie dann, obwohl nicht nötig, immer wieder zu schnell (hektisch) wird. Aber unter dem Strich war das ganz gut.

Als nächstes möchte ich sie gerne mal in ein Schwimmbad mit 25-Meter-Bahn schicken. Das dürfte ihr dann Kopf-mäßig leicht fallen, bis zum Beckenende zu schwimmen. Und vielleicht schafft sie dann (wenn sie nach 25 Metern kurz Fliesen greifen kann) sogar mehr als 50 Meter am Stück. Mal sehen.

Nach zwei Stunden Pause zu Hause – in denen Anna nach dem Frühstück prompt eingeschlafen ist – haben wir uns dann aufs Rad geschwungen. Draußen auf dem Deich wollten wir Martin treffen, der schon 1:20 Stunden vor uns losgefahren war.

War das ein Wind – der Hammer. Nach rund einer Stunde trafen wir dann auch unseren Kumpel, der schon mächtig fror. Gott sei Dank hatten wir noch eine top-warme Notjacke in der Trikottasche, und so konnten wir Martin überreden, uns weiterhin Gesellschaft zu leisten. Der Arme hatte im übrigen schon 20 richtig harte Kilometer in den Beinen, als ihm zwischendurch aufgefallen war, dass er sein Handy am anderen Ende des Deiches verloren hatte. Da ist er natürlich schneller gefahren als der Wind – und hat es wiederbekommen, weil ein ihm entgegen kommender netter Radsportler, es gesehen und mitgenommen hatte.

Warum ich das erzähle? Weil Martin dementsprechend müde war, hatte er doch gestern auch seinen langen Lauf absolviert. Wie auch immer, wir wollten ja eh nur locker fahren. Nun hatte Anna aber heute einen grandiosen Radtag. Nur zwei mal zwickte ihr Knie ein wenig, was sie nicht abhielt, immer wieder reinzuhalten. Die Krönung erlebte dann Martin, als er kurz anhalten wollte, um seine Brille in die Trikottasche zu stecken (bei dem Wind war freihändig Fahren nicht angesagt). Was soll ich sagen, er ist bis zum Ende der Runde an der Schleuse nicht mehr an Anna ran gekommen.

Auf den letzten zehn Kilometern über den sogenannten Kleinen Deich war er dann fix und fertig. "Wenn ich mich jetzt hier an den Straßenrand setze, schlafe ich sofort ein", und "Leute, so haben sich meine Beine noch nie im Leben angefühlt", waren zwei seiner Sätze. Na, auch so was muss man mal fühlen. Aber die Empfehlung lautet natürlich, dass am Tag nach dem langen Lauf, nur lockeres Ausdauertraining angesagt ist. Aber man verliert ja auch nicht jeden Tag sein Handy.

Ach, hier noch Martins SMS, die uns am frühen Abend erreichte:
"3:45 Stunden waren es am Ende für mich. Ich glaube damit habe ich den 100er voll gemacht. Leute, ich bin soo im Arsch! Ich hau mich jetzt erst mal hin. Das kleine erste Nickerchen vor der Glotze hat nicht gereicht. Bis bald, Ihr Lieben, Martin"

Gut, Anna schläft im übrigen auch schon neben mir auf dem Sofa, während ich das hier tippe. Sie ist heute 65 Kilometer gefahren in rund 2:30 Stunden. Sehr ordentlich bei dem Wetter. Das macht mit dem Schwimmen gute drei Stunden Training für sie heute. Optimal.

Wie wir aber heute Abend den Glühwein mit meinem Patenkind Mathias und seiner Mutter schaffen sollen, müssen wir noch sehen. Und selbst wenn das noch klappt – was machen wir mit der sehr lieben Einladung von unserem Dirk zu einer Club-Eröffnung in der City? Ich würde so gerne da hin. Aber auch mir fallen ja jetzt (19:21 Uhr) schon die Augen zu. Na mal sehen.

Jutchen, so weit fürs Erste. Von Thomas ist noch nix rein gekommen und Dirk ist ja noch krank gemeldet. Und ich leg mich jetzt auch schnell noch ein halbes Stündchen hin. Wind, Wasser und müde Beine tausche ich in meinen Träumen hoffentlich gegen einen Barhocker, Glühwein und körperliche Frische.

Herzlichst, Euer mathias